Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Beate und Franz Hofmeier zur Verfügung.
Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Aber die Kriegsschäden sind auch noch ein Jahr später im Städtchen sichtbar. Auf dem unteren Rathausplatz klafft ein großer Bombentrichter. Ein Volltreffer im Frühjahr 1945 hatte den (alten) Demetriusbrunnen zerstört und Teile der Bachüberdeckung aufgerissen. Inzwischen ist wieder Normalität eingekehrt. Die Fronleichnamsprozession zieht durch die Untere Hauptstraße in Richtung Maienland. Vom Mailänder Tor aus hat der Fotograf einen guten Blick auf die Gläubigen der katholischen Pfarrgemeinde, die vorüber ziehen.
Diese Fotos stellten dankenswerterweise Hermann Egle, Beate und Franz Hofmeier, Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Walter Nägele und Johanna zur Verfügung.
Von einem Fenster im Rathaus wird dieses Foto aufgenommen. Von hier oben bietet sich der beste Blick auf den Rathausplatz und den Festumzug anlässlich des Schwarzwaldgau-Sängerbundesfest. Etwa 4.000 bis 5.000 Teilnehmer reihen sich in den Zug ein. Eine Gruppe Radfahrer, die dem Radfahrerverein angehören, eröffnen den Zug. Es folgen der Turnerbund und der Fußballclub. Die Turner tragen ihre weiße Sportkleidung. Schaulustige stehen links und rechts der Wegstrecke. Am rechten Bildrand ist das Gasthaus »Ochsen« zu sehen. Vor dem Wirtshaus sind Bierbänke aufgebaut, um die angereisten Gäste bewirten zu können.
Die Feierlichkeiten begannen bereits am Vorabend mit einem Festbankett, zu dem sich rund 2.000 Teilnehmer einfanden. Am Vormittag folgte dann ein Preiswettsingen und anschließendes Konzert. Zum Abschluss des Festes findet nun ein Festumzug durch das geschmückte Städtchen statt.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.
Festlich geschmückt sind die Häuserfassaden der Metzgerei von Johann Werne (Demetriusstr. 15), des Wohn- und Geschäftshauses von Korbmacher August Egle und von Modistin Klara Egle (Demetriusstr. 14) und der Flaschnerei von Ferdinand Willmann (Demetriusstr. 13). Kränze und Girlanden sind zu sehen, Fahnen flattern im Wind, ein Nadelbaum ist als Dekoration aufgebaut.
Das Städtchen hat sich herausgeputzt, denn Löffingen ist vom 30. Juli bis 1. August 1927 Gastgeber des dreitägigen Schwarzwaldgausängerfestes, an dem mehrere Tausend Sänger aus Nah und Fern teilnehmen.
Das Foto trägt den Titel: »Der Einzug der Verein«. Der Umzug bewegt sich gerade über den unteren Rathausplatz, vorbei am Demetriusbrunnen und den geschmückten Häusern der Demetriusstraße. Eine Musikkapelle spielt auf, Frauen in Tracht stehen am Straßenrand, mit ihrem Rücken zum Fotografen.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.
»Willkommen am Gau-Fest des Schwarzwaldgau-Sängerbundes«, lautet am 30. Juli 1927 die Überschrift der in Neustadt herausgegebenen Lokalzeitung »Echo vom Hochfirst«. Und weiter: »Löffingen, das Kleinod der Baar, steht geschmückt wie eine in Jugendfrische strahlende Braut und entbietet den Tausenden von Sängern und Sangesfreunden herzlichsten Willkomm! In einem vielfarbigen Schmuck von Blumen, Kränzen und Fahnen prangend, huldigt Löffingen dem deutschen Liede, huldigt allen jenen, die zum Gaufest des Schwarzwaldgausängerbundes pilgern werden, um in stolzen Chören die Schönheiten des deutschen Liedes zu preisen.«
Auf dem Foto, das aus dem Mailänder Tor heraus aufgenommen ist, ist ein Zug von Sängern zu sehen, die, vielleicht vom Bahnhof kommend, über den unteren Rathausplatz in Richtung Festhalle marschieren. Vornweg wird die Vereinsfahne getragen. Die Häuser am Rathausplatz sind allesamt geschmückt. Neben dem Kriegerdenkmal, das noch von einem schmiedeeisernen Gitter eingefasst wird, flattert die badische Fahne. Zwischen Denkmal und Rathaus ist die Gemeindewaage zu erkennen.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.
An Fronleichnam ist neben dem Gasthaus »Linde« einer der Stationenaltäre aufgebaut. Auf dem Altarbild ist Jesus dargestellt, der sein brennendes Herz zeigt. Es ist Ausdruck der weit verbreiteten Herz-Jesu-Verehrung. Vor dem Altar ist ein Blumenteppich gelegt, der aus bunten Ornamenten besteht. Er wird von einem gelben Kreuz in vier spiegelbildliche Bereiche unterteilt. Bei der Prozession wird der Pfarrer mit der Monstranz über den Blumenteppich zum Altar schreiten. Vier Jungs, alle im Sonntagsstaat, stehen rechts am Rande der Blütenpracht. Dahinter ist das Gasthaus »Linde« zu sehen, das mit der badischen Landesfahne beflaggt ist.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Emma Binder sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.
Die Kinder stehen dicht gedrängt vor einem Lastwagen, der für diesen Tag zum Ausflugsfahrzeug umfunktioniert wurde. Auf der Ladefläche sind Bänke montiert, das Heck ist offen und nur mit Planen verhängt. Gleich beginnt der Ausflug, eine sogenannte »Fahrt ins Blaue«. Das Ziel ist Breisach. Vor der Abfahrt haben sich die Jungen und Mädchen des Jahrgangs 1913/14 in der Demetriusstraße zu einem Gruppenfoto versammelt. Zu sehen sind u.a. Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003) und Emma Limb (verh. Binder, 1913-2005). Für viele von ihnen ist es eine der seltenen Gelegenheiten, gemeinsam weiter wegzufahren – mit einem motorisierten Fahrzeug, organisiert und begleitet, ein kleines Abenteuer.
Der Blick in den Hintergrund erzählt eine zweite Geschichte. Die Häuser entlang der Straße sind neu. Frisch verputzt und gestrichen stehen sie da, sichtbare Zeichen des Wiederaufbaus nach dem Großbrand von 1921. Bei Metzger Wilhelm Werne (Demetriusstr. 11) ist der Rollladen heruntergelassen. Daneben sind das Anwesen von Landwirt Emil Fürst (Demetriusstr. 10) und das Haus mit der Schuhhandlung von Karl Hasenfratz II (Demetriusstr. 9) zu sehen. Dort weht eine Fahne, die zu einem Fest herausgehängt wurde. Vielleicht wurde das Sängerfest kurz vorher begangen. Vielleicht gehören die Kinder dem Kinderchor an, die beim Fest mitwirkten.
Sammlung Familie Waßmer | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Conrad Bader zur Verfügung.
Das Gruppenfoto trägt den handschriftlichen Titel: »Arbeider-Vorbildungs-Verein Löffingen 1893«. Die zwei Rechtschreibfehler zeigen deutlich, dass der Schreiber keine höhere Schulbildung genossen, sondern nur die Volksschule besucht hat.
Der Arbeiterfortbildungsverein Löffingen war 1868 ins Leben gerufen worden. Ihm gehörten nicht nur Arbeiter, sondern auch Handwerker und Gesellen sowie Bauernsöhne an. Über die Aktivitäten des Vereins ist kaum etwas bekannt. Das Gruppenfoto wird vermutlich anlässlich des 25. Vereinsjubiläums aufgenommen. Stolz präsentieren sich die 34 Männer mit ihrer Vereinsfahne. »Seid einig…« ist darauf zu lesen.
Wo das Foto entsteht, ist unklar. Eventuell ist das Haus, das hinter den Bäumen durchscheint, das Haus von Weinhändler Joseph Benitz, das beim Großbrand 1921 zerstört wird. Dann wäre das Foto im Bereich der Rötengasse aufgenommen worden.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.
Unzählige gelbe, rote und blaue Luftballons werden von einer fröhlichen Kinderschar durch die Straßen getragen. Die Ballons wurden von der Firma Kadus spendiert, was am Firmenlogo und dem Werbeslogan »Kadus für’s Haar« zu erkennen ist. Fahnen flattern im Wind. Die Häuser sind mit Tannenreisig geschmückt. Zu welchem Anlass dieser Festumzug stattfindet, ist nicht bekannt.
Links sind das Gasthaus »Ganterbräu« (Obere Hauptstr. 4) und das Haus von Mathilde Reichard (Obere Hauptstr. 2) zu erkennen. Am Haus Vogt ist ein Reklameschild für das Zigarettenunternehmen Muratti zu sehen. Am »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) weist ein kleines Schildchen in Richtung »Verkehrsbüro«. Im Hintergrund ragt das stattliche Gebäude der »alten Sonne« auf dem Rathausplatz ins Bild.
Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.
Zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 100. Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr findet am 15. Juni 1963 in der Festhalle ein Festbankett statt. Nach seiner Ansprache überreicht der Festpräsident der Löffinger Wehr eine neue Fahne, deren Vorder- und Rückseiten auf den beiden Fotos zu sehen sind. »Freiwillige Feuerwehr 1863-1963 Löffingen« steht um das Stadtwappen herum geschrieben. »Gott schütze unsere Heimat« lautet der Schriftzug auf der anderen Seite. Darüber ist eine Ansicht des unteren Rathausplatzes mit dem Rathaus und dem Mailänder Tor zu sehen. Ein Flammenkranz rahmt die Ansicht ein. Darüber reitet der heilige Florian, der ein römischer Legionär war und als Schutzpatron der Feuerwehr verehrt wird.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.
Zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 100. Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr findet am 15. Juni 1963 in der Festhalle ein Festbankett statt. Die Halle ist geschmückt. »100« Jahre Feuerwehr und »50« Jahre Deutsches Rotes Kreuz ist im Hintergrund zu lesen. Das Foto zeigt, wie der Festpräsident Paul Benitz nach seiner Ansprache der Löffinger Wehr eine neue Fahne überreicht. Sie wird von Kommandant Arno Adrion entgegen genommen. Musikalisch umrahmt wird das Bankett von der Stadtmusik und vom Männergesangsverein »Eintracht«.
Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.
Im Dezember 1935 eröffnete im Mittelbau, der die Turn- und Festhalle mit der Volksschule verbindet, das Heimatmuseum. Auf Anregung des nationalsozialistischen Bürgermeisters Heinrich Andris schuf Gewerbelehrer Karl Ehret, der seit 1919 an der Schule in Löffingen wirkte, das Museum. Mit großem Engagement sammelte er Objekte, die die lokale Geschichte Löffingens, aber auch die regionale Geschichte der Baar und des Schwarzwaldes repräsentieren. »Museum« ist freilich ein großes Wort, da die Exponate unwissenschaftlich präsentiert und ihre konkreten Objektgeschichten nicht erzählt wurden. Auch ihre Provenienz (Herkunft) und ihr Zusammenhang zur lokalen Geschichte blieben meist unklar. Angesichts dessen wäre »Heimatstube« wohl ein passenderer Begriff.
Auf dem Foto ist ein Blick in die Ausstellung zu sehen: Im Vordergrund steht die Feuerspritze aus dem Jahre 1806, »ein Schmuckstück Löffinger Handwerkskunst«, wie es in der Lokalpresse hieß. Dahinter ist ein rekonstruiertes »Alemannengrab« zu sehen. Darüber hängt eine große Fahne, eine »Bürgermilizfahne« aus dem Jahre 1795, »die in der Revolution von 1848 unter einem Fußboden versteckt wurde und vor nicht langer Zeit durch Zufall wieder an das Tageslicht kam.« (Woher die Jahresangabe 1795 kommt, ist unklar. Emil Ketterer erwähnt in seiner Chronik, dass die Bürgerwehr 1835 eine Fahne anschaffte.) An der Wand dahinter ist die Inschrift zu entziffern: »Heimatmuseum – Errichtet anno Domini 1935«.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.
Die Feierlichkeiten zur Wiederverleihung der Stadtrechte beginnen am Sonntag, den 27. Mai 1951 mit einem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche. Im Anschluss versammelt sich die Festgemeinde auf dem unteren Rathausplatz zur Totengedenkfeier. Die Häuser des Städtchens sind mit Fahnen und Girlanden geschmückt.
V.l.n.r.: Willi Mayer, Georg Tschiggfrei, Ernst Kraus, ???, Josef Benitz, Paul Gwinner, Fritz Adrion, Eugen Fehrenbach
Rechts hinter Josef Benitz: Karl Glunk und Arno Adrion