5 Fotos: Umzug »Nordlandhexe« in der Rötengasse, 1990

Sammlung Familie Waßmer

Nein, es ist kein Fasnacht! Und trotzdem zieht eine Gruppe verkleideter und maskierter Gestalten die Rötengasse hinab. Sie kommen aus dem Haus Keller (Maienlandstr. 6) und ziehen jetzt über die Rötengasse zur Maienlandstraße, wo sie in den dazugehörigen Garten einziehen werden.

Denn sie führen ein Theaterstück auf. Die Anthroposophin Maria Keller (1905-1997) hat mit den Schauspieler*innen, die unterschiedlichen Generationen angehören, das Stück »Die Nordlandhexe« einstudiert. Mit dabei sind u.a. die Gestirne, die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, aber auch eine große Zahl an Dämonen. Die Masken wurden größtenteils von Maria Keller selbst gefertigt.

Standort des Fotografen: 47.885299, 8.342797

Vorstand des Turnerbundes im Gasthaus »Linde«, April 1973

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der Turnerbund veranstaltet im Gasthaus »Linde« seine diesjährige Generalversammlung. Der erste Vorsitzende Karl Guth (1912-2002), der seit 1968 amtiert, kann dazu zahlreiche Turnerinnen und Turner begrüßen. Man blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Ein Tagesordnung widmet sich der Beitragserhöhung. Einig ist man sich darüber, dass die bisherigen Beiträge zu niedrig sind. Sie werden deshalb für Kinder und Jugendliche von 3 DM auf 6 DM erhöht. Und die Beiträge für Erwachsene werden auf 12 DM festgesetzt (statt bisher 8 DM). Der Vorstand wird von den Anwesenden einstimmig entlastet. Im Anschluss an die Versammlung stellen sich die Vorstandsmitglieder zu einem Gruppenfoto auf.

V.l.n.r.: Josef Beha (Kassenwart), Karl Guth (erster Vorstand), Hans Streit (Oberturnwart), Richard Zepf (Schriftwart und Festturnwart), August Fehrenbach (Gerätewart), Hans Jordan (Beisitzer), Thaddäus Streit (Protokollführer), Paul Bugger (Wanderwart), Ernst Keller (Beisitzer), Fritz Straub (Beisitzer), Johannes Rosenstiel (zweiter Vorstand) und Hans Hasenfratz (Abteilungsleiter der Leichtathleten)

Standort des Fotografen: 47.884268, 8.346570

Umbau der Stadtapotheke in der Oberen Hauptstraße, 1973

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Neun Jahre, nachdem Helene Knödler (1926-?) die Apotheke in der Oberen Hauptstraße übernommen hat, renoviert und modernisiert sie zusammen mit ihrem Ehemann, dem Kunstmaler Friedrich Knödler (1920-1988), das Gebäude. Halb verdeckt durch das Baugerüst sind Teile der Fassade zu erkennen. Der Putz ist abgeschlagen und eine alte Bruchsteinmauer ist zum Vorschein gekommen.

Das Haus kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Seit 1920 befindet sich hier eine Apotheke. Davor war in dem Anwesen eine Bierbrauerei, deren Gewölbekeller noch existiert.

Standort des Fotografen: 47.884397, 8.346337

Jugendrotkreuz im Gasthaus »Linde«, April 1973

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes veranstaltet seine Jahreshauptversammlung im Gasthaus »Linde«. Zehn Mädchen und drei Jungs werden zu diesem Anlass in das Jugendrotkreuz aufgenommen. Ausbilder Werner Lubrich (1927-2010) präsentiert sich zusammen mit den Jugendlichen dem Fotografen.

1.Reihe, v.l.n.r.: Zita Senn, Karin Wehrle, Pia Walz, Paul Leber, Wolfgang Benitz, Martin Lauble, Sybilla Benitz und Werner Lubrich
2.Reihe, v.l.n.r.: Andrea Senn, Marion Isele, Barbara Ludwig und Pia Burger

Annette Zirn und Lucia Grießer, die ebenfalls in das Jugendrotkreuz aufgenommen werden, fehlen auf dem Bild.

Standort des Fotografen: 47.884272, 8.346492

2 Fotos: Prozession der Kommunionkinder und der Stadtmusik, 29. April 1973

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der morgendliche Festgottesdienst am »Weißen Sonntag« ist vorüber. Die Kommunionkinder haben ihre erste heilige Kommunion aus den Händen von Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) erhalten. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Stadtmusik unter Leitung von Dirigent Artur Grübel (1919-1993): Sie spielte das »Largo« von Händel, »Die Himmel rühmen« von Beethoven und »Das ist der Tag des Herrn« von Kreutzer. Nach dem Gottesdienst geleitet die Stadtmusik die Kinder zur Kaplanei zurück. Familienangehörige säumen den Weg, um einen Blick auf ihr Kommunionkind zu erhaschen.

Am Nachmittag kommt man wieder in der katholischen Pfarrkirche zu einer Dankandacht zusammen, die von Vikar Karl Göggel (1933-2016) gehalten wird.

Bei der Stadtmusik sind die drei Bariton-Hornisten zu erkennen: Ferdinand Beck (1.v.l., verdeckt), Vizedirigent Josef Peghini aus Oberbränd (2.v.l.) und Vorstand Hans Kaufmann (3.v.l.).

Bei den Kommunionkindern sind u.a. zu sehen: Axel Fehrenbach, Severin Kirner, Martin Scherer, Ralf Kaiser, Michael Fritsche, [??? Wiek?], Rainer Zepf.

Auf dem Bürgersteig im Hintergrund stehen Willy Burger (1928-2021), der den Kirchenchor leitet, und Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994).

Standort des Fotografen: 47.882775, 8.343593

Bahnbeamter im Bahnhof, 1973

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der Bahnbeamte Hans Fürderer (aus Dittishausen, 1926-2013) hat alle Hände voll zu tun. Er muss die Weichen der Bahngleise von Hand stellen. Und auch die Schranken der Bahnübergänge werden von ihm hinunter- und hinaufgelassen, denn die Schrankenwärter, die seit Eröffnung der Bahnlinie 1901 diesen Dienst leisteten, gibt es nicht mehr. Die Kunden, die am Schalter eine Reiseauskunft erbitten, müssen also ein wenig Geduld mitbringen, denn das Abfertigen des einfahrenden und abfahrenden Zuges hat Vorrang. Und Lautsprecherdurchsagen müssen ganz nebenbei auch noch getätigt werden.

Standort des Fotografen: 47.883459, 8.342127

3 Fotos: Anlegen des neuen Sportplatzes, Mai 1973

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der Fußballclub erhält einen neuen Rasensportplatz. Das Projekt nimmt bereits Gestalt an. Denn das Gelände wurde dafür geebnet und darauf Humus verteilt. Auf einer Fläche von 70 Meter x 110 Meter wurde anschließend Rasen angesät.

Da der angesäte Boden aber noch sehr viele Steine enthält, veranstaltet der Fußballclub kurzerhand eine »Steinleseaktion«. Daran beteiligt sich vor allem der Fußballer-Nachwuchs. Aber auch andere aktive Mitglieder des FC (wie z.B. Karl Götz) lassen sich nicht lumpen und packen mit an – genauso wie verschiedene Stadtbedienstete, darunter Bauhofchef Rudi Jordan. Für einen Fototermin mit der Presse schaut auch Bürgermeister Edmund Laufer (1922-1990) vorbei.

Standort des Fotografen: 47.881982, 8.350835

Narrenvater Hoitz und Ehrennarren, Fasnacht 1973

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Seit 1972 amtiert Gastwirt Josef (»Jupp«) Hoitz als Narrenvater der Laternenbrüder. Heute hat er die besondere Aufgabe, zwei »Obernarren« für ihre Verdienste um die Löffinger Fasnacht auszuzeichnen. Der 76-jährige Engelbert Müller (1896-?, links) und der 74-jährige Anselm Zepf (1898-?, rechts) bekommen die Ehrenplakette der Laternenbrüder verliehen. Mit der Verleihungsurkunde in der Hand werden sie für die Presse fotografiert.

Standort des Fotografen: 47.884329, 8.346582

Neubau der Volksbank, April 1973

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Mitten im Städtchen klafft eine riesige Lücke. Denn die »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10) wurde im Januar 1973 abgebrochen. Eine Baustelle zur Errichtung des Neubaus ist bereits eingerichtet und erste Fundamentarbeiten haben begonnen. Aber noch ermöglicht die Baulücke eine ungewöhnliche Perspektive. Von der Eggertenstraße schweift der Blick zum Rathaus und dem oberen Rathausplatz mit dem Gasthaus »Löwe« (Rathausplatz 11) und zum »Stadtbau« (Demetriusstr. 1).

Der Name »alte Sonne« hielt sich bis zu ihrem Abbruch. Dabei ist es bereits 53 Jahre her, dass sich in diesem Gebäude tatsächlich das gleichnamige Gasthaus »Sonne« befand. 1920 hatte die Stadtgemeinde den Gebäudekomplex gekauft und darin Wohnungen und die Stadtmühle eingerichtet. Jetzt soll an Stelle des geschichtsträchtigen Gebäudes ein modernes Wohn- und Geschäftshaus errichtet werden. Darin soll unter anderem die Volksbank Räumlichkeiten bekommen.

Standort des Fotografen: 47.883502, 8.344550

Fußballmannschaft, 1966

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Seit seiner Gründung am 29. Januar 1921 sind die Vereinsfarben des Fußballclub Löffingen Rot-Weiß. Jetzt, wo die Fotos nicht mehr bloß schwarz-weiß sind, sondern farbig werden, sind das Rot und das Weiß in den Trikots auch wirklich zu erkennen!

Eine Mannschaft des FC Löffingen ist zum Gruppenfoto angetreten. Der Torwart hält einen Blumenstrauß im Arm! Ganz offensichtlich gibt es Grund zu feiern! Die erste Mannschaft ist in die A-Klasse aufgestiegen!

1.Reihe, knieend, v.l.n.r.: 1. Gerhard Bader, 2. Hans Küßner (1937-2020), 3. Werner Kienzler, 4. Hans Riedlinger, 5. Dieter Lasson, 6. Willi Timaeus
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1. Abteilungsleiter Otto Becke, 2. Franz Ketterer, 3. Walter Zepf, 4. Heiko Keller, 5. Peter Baader, 6. Dieter Küßner, 7. Franz Braun (1937-2021), 8. Trainer Werner Schiehle (1929-2009), 9. Heinz Gauger, 10. Josef Gromann

Standort des Fotografen: 47.882813, 8.351319

5 Fotos: Empfang der Vizemeister im Bundesentscheid Jugendrotkreuz, 1970

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Am 9. April 1967 wurde eine Jugendrotkreuzgruppe gegründet, die erste im Landkreis Hochschwarzwald. Drei Jahre später kann sie einen großen Erfolg für sich verbuchen. Sie nahm am JRK-Bundeswettbewerb in Berlin teil und wurde Vizemeister! Die Löffinger JRK-Mitglieder vertraten den Landesverband Südbaden und konnten unter 14 Landesverbänden den zweiten Platz ergattern!

Die Reise nach Berlin war auch sonst aufregend! Für die Teilnehmer*innen war es das erste Mal, dass sie geflogen sind! Denn mit dem Flugzeug ging es von Hannover über die DDR hinweg nach West-Berlin (und wieder zurück). Bei ihrer Rückkehr in Löffingen werden die Vizemeister auf dem oberen Rathausplatz von Bürgermeister Edmund Laufer (1922-1990) und Landrat Alfred Mallebrein (1907-1982) empfangen, der extra aus Neustadt gekommen ist. Die Jugendlichen bekommen Blumen überreicht und posieren stolz für ein Gruppenfoto.

unteres Foto
V.l.n.r.: Ratschreiber Fritz Adrion (1920-2004), Bürgermeister Edmund Laufer, Annemarie Hepting (verh. Kiermeier), Lore Fehrenbach, Eugen Münzer, Werner Lubrich (1927-2010), Landrat Alfred Mallebrein, Cäcilia Rebholz (verh. Runge), Alfons Durst, Gerald Münzer

Im Hintergrund ist in der Dunkelheit schemenhaft die »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10) zu erkennen, die 1973 abgerissen wird.

Standort des Fotografen: 47.883845, 8.344748

Ausschnitt: Stadtansicht auf einem Plan, ca. 1750

Plan des Krähenbacher Forstes (FFA, Reichshofrat D XXII, Vol. I, Fasz. 8)
Fürstlich Fürstenbergisches Archiv, Donaueschingen

Die Karte ist nicht detailgetreu gezeichnet. Denn es ging dem Kartographen ohnehin nicht um das Städtchen und seine Häuser. Sein Interesse galt vielmehr dem Stadtwald.

Die Karte ist im zeitlichen Kontext zum so genannten »Waldprozess« im 18. Jahrhundert entstanden. Dabei ging es um einen jahrzehntelangen Streit zwischen den Löffinger Bürgern und der Fürstenbergischen Herrschaft, der sich um die Eigentumsrechte am Krähenbacher Wald mit 1.600 Jauchert drehte. Der Streit begann 1728, als die fürstenbergische Forstverwaltung 5.000 Klafter Kohlholz aus dem Wald an einen Händler verkaufte. Die Stadt beanspruchte 2/3 des Verkaufserlöses für sich. Das Haus Fürstenberg wies diese Forderung jedoch zurück. 1746 kam es zu einem neuerlichen Konflikt um die Eigentumsrechte am Wald. Am 26. Oktober 1750 erhob die Stadt schließlich Klage beim Kaiser in Wien und der »Waldprozess« vor dem Reichshofrat begann. Er währte fast 23 Jahre: 1772 wurde ein vorläufiger Vergleich geschlossen. Daraufhin wurde der Prozess eingestellt, der Wald neu vermessen und Grenzen festgelegt. Am 5. Mai 1773 wurde ein endgültiger Vertrag über die Drittelung des Eigentums zwischen dem Fürsten und der Bürgerschaft geschlossen.

Auch wenn der Wald mit dem Krähenbacher Forst im Mittelpunkt der Karte steht, so zeigt sie doch auch eine stark vereinfachte Ansicht des Städtchens im 18. Jahrhundert. Zu sehen ist die 1715 geweihte Pfarrkirche St. Michael mit dem seitlich stehenden Zwiebelturm, der 1721 unter Pfarrer Markus Bosch gebaut wurde. Eigentlich steht die Kirche am Rande des mittelalterlichen Stadtrings, auf dieser Darstellung hat es den Anschein, sie stünde in der Mitte des Städtchens. Der Friedhof neben der Kirche ist nicht zu erkennen, dafür aber das Untere Tor, das 1836 wegen Baufälligkeit abgerissen wird. Auch der Stadtturm des Oberen Tores ist sichtbar, ragt er doch aus der Dächerlandschaft hervor. An der Straße nach Rötenbach ist außerdem die 1710 erbaute Antoniuskapelle dargestellt. Sie wird 1843 abgebrochen.