2 Fotos: Wagnerei Schelling in der Kirchstraße, ca. 1960-1965

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Luzia und Dieter Vierlinger zur Verfügung.

Die Werkstatttür steht weit offen, doch gearbeitet wird heute nicht nur drinnen. Wagner Hermann Schelling (1914-1998) und seine Ehefrau Anna Schelling (geb. Kuster, 1919–2010), haben einen Teil ihrer Arbeit auf den gepflasterten Vorplatz ihres Hauses (Kirchstr. 11) verlegt. Für den Fotografen zeigen sie anschaulich, wie ein hölzernes Wagenrad entsteht.

Vor ihnen liegen Nabe, Speichen und weitere Holzteile bereit. Hermann Schelling arbeitet mit schwerem Handwerkszeug, während Anna Schelling die einzelnen Teile zurechtlegt und festhält. Stück für Stück wird sichtbar, wie viel handwerkliches Geschick nötig ist, damit aus den einzelnen Holzteilen ein stabiles Rad entsteht. Im Hintergrund lehnt bereits ein fertiges Wagenrad in der geöffneten Werkstatt.

Doch das Wagnerhandwerk hat zu diesem Zeitpunkt seine große Zeit längst hinter sich. Landwirtschaftliche Fuhrwerke werden zunehmend durch Traktoren und motorisierte Fahrzeuge ersetzt, hölzerne Wagenräder kaum noch neu angefertigt. Für Hermann Schelling bleiben vor allem Reparaturen und einzelne Arbeiten an älteren Fahrzeugen. Die beiden Fotos dokumentieren damit ein Handwerk, das im Begriff ist, aus dem Alltag zu verschwinden.

Auf der zweiten Aufnahme beobachten zwei weitere Personen die Arbeit aus der geöffneten Werkstatt. Bei der älteren Frau handelt es sich vermutlich um Josepha Schelling (geb. Fehrenbach, 1893-1980). So wirkt die Szene beinahe wie eine kleine Vorführung im Familienkreis – und zugleich wie ein letztes anschauliches Zeugnis der alten Wagnerei.

Standort des Fotografen: 47.883543, 8.345267

Mitglieder des Fußballclub im Clubhaus, 1976

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Im Clubhaus des FC Löffingen haben sich einige Vereinsmitglieder für ein Gruppenfoto aufgestellt. Die Aufnahme ist ganz von den 1970er-Jahren geprägt: gemusterte Hemden, Rollkragenpullover, breite Krawatten und längere Frisuren bestimmen das Bild.

Auch die Wand im Hintergrund erzählt Vereinsgeschichte. Dort hängen Wimpel, gerahmte Urkunden, Erinnerungsstücke und verschiedene Trophäen. Das Clubhaus ist also nicht nur Treffpunkt nach dem Training oder Spiel, sondern zugleich ein kleiner Erinnerungsort des Vereinslebens.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Gromann, 2 ???, 3 Wolfgang Braun, 4 Eugen Fehrenbach
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Wolfgang Heiler?, 2 Peter Rieck, 3 Dieter Küßner

Standort des Fotografen: 47.883182, 8.350652

Klassentreffen des Jahrgangs 1905/06 im Schwarzwald, 1985

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Rund 80 Jahre alt sind die ehemaligen Schulkamerad*innen des Jahrgangs 1905/06, als sie sich zum Klassentreffen zusammenfinden. Für den gemeinsamen Tag geht es hinaus in den Schwarzwald. Bei strahlendem Sonnenschein stellt sich die Gruppe zum Erinnerungsfoto auf. Einige haben sich untergehakt, andere stehen dicht beieinander – sichtbar vertraut miteinander.

Das Ziel des Ausflugs ist nicht bekannt. Das Schwarzwaldhaus im Hintergrund, die Wiesen und der Waldrand lassen jedoch keinen Zweifel daran, dass man sich mitten im Schwarzwald befindet. Vielleicht gehört auch eine gemeinsame Einkehr zum Programm.

Für die Männer und Frauen liegt zu diesem Zeitpunkt ein langes Leben hinter ihnen. Geboren noch im Kaiserreich, haben sie zwei Weltkriege, die Weimarer Republik, das NS-Regime und die ersten vier Jahrzehnte der Bundesrepublik erlebt. Beim Klassentreffen steht aber wohl weniger die große Geschichte im Mittelpunkt als die gemeinsame Erinnerung an Schulzeit und Jugend in Löffingen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Mathilde Schmitt (geb. Heiler), 3 Otto Schweizer (1906-1992), 4 Josefine Waibel (geb. Baader, 1905-?), 5 Elise Göpper, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 Karolina Vogelbacher (geb. Fehrenbach, 1906-1993)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Franz Zepf, 2 Rupert Hepting (1905-1990), 3 ???, 4 Albert Benitz (1905-1996)

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Kinder beim Schlittenfahren in der Ringstraße, ca. 1960

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Vor dem Haus Durst (Ringstr. 1) herrscht eine Riesengaudi. Die Ringstraße ist tief verschneit und wird kurzerhand zur Rodelbahn. Drei Kinder sausen mit dem Schlitten die abschüssige Straße hinunter, schieben sich gegenseitig an und landen schließlich lachend im Schnee. Zwei von ihnen sind Alfons »Mobby« Durst (geb. 1952) und sein jüngerer Bruder Michael Durst (1955-2025). Wie weit ihre Piste wohl reicht? Bis zum Anwesen der Familie Mayer – oder vielleicht sogar hinunter bis zur Einmündung in die Maienlandstraße?

Im Hintergrund beobachtet ihre Mutter Frieda Durst (geb. Egle, 1929.1982), das winterliche Treiben. Sie ist seit 1956 Witwe. Ihr Ehemann, der Betriebsschlosser Peter Josef Durst (1926-1956), war im Alter von nur 30 Jahren gestorben. Seitdem steht sie mit ihren beiden Söhnen allein da.

Auch das Haus erzählt etwas von ihrem Alltag. An der Fassade hängt noch das alte Schild »Gustav Egle«. Vor dem kleinen Schaufenster sind die Jalousien heruntergelassen. Den Laden betreibt inzwischen Frieda Durst. Sie verkauft dort »Textilwaren, Aussteuer, Wallfahrtsartikel« und verdient damit einen Teil des Lebensunterhalts für ihre Familie. Vor dem Haus parkt ein Auto mit Karlsruher Kennzeichen.

Standort des Fotografen: 47.884597, 8.344545

Kommunionkinder des Jahrgangs 1959 vor dem Hochalter, ca. 1969

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Feierlich haben sich die Kommunionkinder des Jahrgangs 1959 (1958/59, 1959/60?) vor dem Hochaltar der katholischen Pfarrkirche St. Michael zum Erinnerungsfoto aufgestellt. Die Mädchen tragen ausnahmslos kurze weiße Kleider, weiße Strümpfe und festlichen Haarschmuck. Die Jungen stehen in dunklen Anzügen in den hinteren Reihen. In mehreren dicht gestaffelten Reihen füllt die große Gruppe beinahe die gesamte Breite vor dem Hochaltar aus. Vorne bietet sich ein geschlossenes Bild aus Weiß, dahinter die dunklen Anzüge der Jungen.

Dass es so viele Kommunionkinder sind, ist kein Zufall. Der Jahrgang 1959 gehört zu den geburtenstarken Jahrgängen der Nachkriegszeit, der sogenannten Babyboomer-Generation. Entsprechend groß sind damit auch die Schulklassen und die Gruppen bei Erstkommunion und Firmung.

Der Hochaltar bildet einen eindrucksvollen Hintergrund. Zwischen Kerzen, Blumenschmuck und kleinen Putten steht in der Mitte das Kruzifix und der Tabernakel, in dem die konsekrierten Hostien aufbewahrt werden. Gerade für diesen Anlass ist das besonders bedeutungsvoll: Die Kinder empfangen an diesem Tag zum ersten Mal die Eucharistie. Die festliche Ausstattung des Kirchenraums unterstreicht die Bedeutung des Tages: Für die Kinder ist die Erstkommunion das große kirchliche Ereignis ihrer Kindheit.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Beate Vogt, 3 ???, 4 Susanne Müller, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Michaela Rappenegger, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Jutta Schopferer, 9 Elisabeth Wider?, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Diethelm Fuß, 2 Reinhold Walz, 3 Roland Vogt, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Helmut Müller, 8 Udo Burger (geb. 1959), 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Werner Egle, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???

Zum Jahrgang gehören auch: Ralf Gauger, Zita Senn, Ulrike Zahn

Standort des Fotografen: 47.882509, 8.344692

Pfarrer hinter dem Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Sechs katholische Geistliche haben sich im Garten hinter dem Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) für ein Gruppenfoto aufgestellt. Alle tragen die schwarze Soutane, einer zusätzlich einen breitkrempigen schwarzen Hut. Die Stimmung wirkt ungezwungen: Mehrere der Männer lächeln, zwei haben die Arme verschränkt. Für einen kurzen Moment scheint die Förmlichkeit des geistlichen Amtes in den Hintergrund zu treten.

Wer die sechs Männer sind und aus welchem Anlass sie sich in Löffingen aufhalten, ist bislang nicht bekannt. Auffällig ist, dass kein Löffinger Stadtpfarrer unter ihnen zu erkennen ist: weder Guido Andris, der von 1929 bis zu seiner Vertreibung 1934 in Löffingen wirkt, noch Robert Winkel, der die Pfarrei ab 1935 leitet. Vielleicht handelt es sich um Pfarrer aus anderen Gemeinden des Dekanats Neustadt. Denkbar wäre auch, dass die Geistlichen zu einem besonderen kirchlichen Ereignis nach Löffingen gekommen sind – etwa zu einer Primiz oder zu einer Wallfahrt des Dekanats zum Witterschneekreuz.

V. l. n. r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Im Hintergrund ist rechts ein Teil des katholischen Pfarrhauses zu sehen, das bei einem Bombenangriff im Frühjahr 1945 schwer beschädigt wird. Links steht der sogenannte »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8).

Standort des Fotografen: 47.882746, 8.342978

2 Fotos: Musikband »Rio Combo« im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im Gasthaus »Linde« ist an Fasnacht für Live-Musik gesorgt. Die Musiker der »Rio Combo« haben sich mit Saxophon, Kontrabass, Schlagzeug und Akkordeon in einer Ecke der Wirtsstube eingerichtet. Große Notenpulte mit dem geschwungenen Schriftzug »Rio« gehören ebenso zum Auftritt wie Mikrofone. Gespielt wird Tanz- und Unterhaltungsmusik – schließlich soll an Fasnacht nicht lange stillgesessen werden.

Die Wirtsstube ist närrisch dekoriert. Quer durch den Raum spannt sich eine Wäscheleine, an der allerlei Unterwäsche hängt: Unterhosen, Hemdchen und andere Wäschestücke baumeln über den Köpfen der Musiker. Ob diese etwas frivole Dekoration noch von der »Wieberfasnet« übrig geblieben ist oder eigens für den Fasnachtsabend aufgehängt wurde, muss offen bleiben. Für die passende närrische Atmosphäre sorgt sie jedenfalls.

Die »Rio Combo« gehört in den 1950er-Jahren zum musikalischen Leben Löffingens. Ihr Name klingt nach weiter Welt und südamerikanischem Flair – auch wenn der Auftrittsort an diesem Abend ganz bodenständig die »Linde« ist.

V.l.n.r.: 1 Ewald Hepting (1933-2010), 2 Werner Hepting (1928-2011), 3 Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), 4 Paul Siefert (geb. 1935)

Standort des Fotografen: 47.884263, 8.346568

5 Fotos: Öschmusik beim »Öschabend« in der Festhalle, Fasnacht 1982

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auf der Bühne der Festhalle sorgt die »Öschmusik« für Stimmung. In kurzen Lederhosen, grünen Westen, weißen Hemden, Kniestrümpfen und grünen Hüten präsentieren sich die Musiker in einer alpenländischen Tracht. Trompeten, Posaunen, Saxophone, Tuba und Schlagzeug sind im Einsatz, vorne stehen die auffälligen Notenpulte mit der Aufschrift »Ösch Musikanten«. Bei einzelnen Nummern wird die Blasmusik durch Gesang und Gitarre ergänzt.

Für die Öschmusik ist es erst die zweite Fasnacht. Gegründet wurde sie 1981 von den Öschzünften unter Leitung von Josef (»Jupp«) Hoitz, Paul Hasenfratz, Bruno Kramer, Fritz Koßbiel und Eugen Knöpfle. Ihren ersten Auftritt hatte die Formation beim »Öschabend« an der Fasnacht 1981. Damals kamen die Musiker als Gartenzwerge auf die Bühne. Ein Jahr später gehört also bereits ein neues Kostüm zum Programm.

Die Fotoserie vermittelt auch etwas von der Atmosphäre in der Festhalle. Über der Bühne liegt stellenweise ein deutlicher Dunstschleier. Er stammt nicht von einer Nebelmaschine: 1982 wird in der Festhalle noch ganz selbstverständlich geraucht. Im Laufe eines langen Fasnachtsabends sammelt sich entsprechend viel Zigarettenrauch in der Luft – und macht sich schließlich sogar auf den Fotos bemerkbar.

Standort des Fotografen: 47.882916, 8.347877

Hochzeitsgesellschaft Wiedemann/Benitz hinter der Festhalle, 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Feierlich hat sich die Hochzeitsgesellschaft hinter dem Mitteltrakt zwischen Festhalle und Volksschule zum Erinnerungsfoto versammelt. Im Mittelpunkt stehen Maria Benitz (1911-?) und Eduard Wiedemann (1904-?), die an diesem Tag heiraten. Die Braut trägt ein helles Kleid mit Schleier und hält ihren Brautstrauß vor sich, der Bräutigam steht dicht an ihrer Seite. Rundherum haben sich zahlreiche Verwandte beider Familien aufgestellt – Erwachsene, ältere Familienangehörige und auch einige Kinder.

Mit auf dem Foto ist Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), der das Paar zuvor in der katholischen Pfarrkirche St. Michael getraut hat. Für das Gruppenbild nutzt man die Treppe und den Platz hinter der Festhalle, sodass auch die große Zahl der Hochzeitsgäste gut ins Bild passt. Rechts im Hintergrund ist das Heimatmuseum zu erkennen. In seinen Fenstern hängen verschiedene Wappen als Glasmalereien.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 4 ???, 5 Franz Benitz (1945-2005), 6 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 Anna Benitz (geb. Manz, 1910-1974), 14 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Pfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), 8 Wilhelm Vogt (1880-1964), 9 Braut Maria Wiedemann (geb. Benitz, 1911-?), 10 Bräutigam Eduard Wiedemann (1904-?), 11 ???, 12 Paul Benitz (1899-1979), 13 ???, 14 ???, 15 Albert Benitz (1905-1996), 16 ???, 17 ???, 18 ???, 19 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Margarete Benitz (geb. Nober, 1924-2016), 4 Joseph Benitz jr. (1928-2012)

Standort des Fotografen: 47.882660, 8.347995

Schulklasse mit Lehrer Ehret und Pferden, ca. 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Für dieses Klassenfoto hat Gewerbelehrer Karl Ehret (1897-1974) mit seinen Schülern das Schulhaus verlassen. Die Gruppe steht auf dem Hof eines landwirtschaftlichen Anwesens. Zwei Pferde gehören selbstverständlich mit aufs Bild: ein helles Tier und ein dunkleres Jungpferd stehen zwischen den Schülern und ihrem Lehrer. Offenbar findet gerade eine Exkursion statt, bei der praktische Anschauung wichtiger ist als Unterricht an der Tafel.

Bei den Jugendlichen handelt es sich vermutlich um Schüler der Gewerblichen Fortbildungsschule. Karl Ehret steht in Mantel und Hut in der Mitte der Gruppe und wirkt fast wie der Leiter einer kleinen Expedition. Der Pädagoge ist bei seinen Schülern äußerst beliebt. Nicht zuletzt wohl deshalb, weil er den Unterricht gerne aus dem Klassenzimmer hinaus verlegt und anschaulich vor Ort unterrichtet. Ob auf dem Anwesen gezielt Pferde gezüchtet werden oder ob die Tiere einfach zum landwirtschaftlichen Betrieb gehören, ist nicht bekannt.

Karl Ehret ist seit 1919 als Lehrer in Löffingen tätig. Zunächst unterrichtete er an der Volksschule, ab 1923 auch an der Gewerblichen Fortbildungsschule.

Ganz rechts steht ein Mann in der Tür des Anwesens und beobachtet die Gruppe. Wer erkennt ihn – und vielleicht sogar den Hof, auf dem das Foto aufgenommen wird?

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Karl Ehret (1897-1974), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 ???

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Zwanzigjährige im Gasthaus »XXX«, Fasnacht 1956

Sammlung Familie Waßmer

Die 20-Jährigen haben allen Grund zu feiern – schließlich stehen sie in dieser Fasnacht ganz besonders im Mittelpunkt. In einem Gasthaus sitzt der Jahrgang dicht gedrängt an einer langen Tafel. Auf dem Tisch stehen Kaffeetassen, Gläser und Flaschen, dazu Teller mit Kuchen und Gebäck. Die Wände sind närrisch geschmückt. Doch lange hält es offenbar niemand auf seinem Platz: Man hakt sich unter, singt und schunkelt ausgelassen.

Um den Hals tragen die 20-Jährigen kleine Täfelchen. Darauf ist deutlich die Zahl »20« zu erkennen, darunter eine Laterne – das Symbol der »Laternenbrüder«. Damit ist für jeden sichtbar, wer an diesem Tag zum besonderen Narrenjahrgang gehört. Denn die 20-Jährigen spielen in der Löffinger Fasnacht traditionell eine besondere Rolle. Nach dem Stellen des Narrenbaums werden sie auf die Laterne des Narrenrats und damit gewissermaßen auf die Fasnacht vereidigt. Von nun an gehören sie offiziell zum Kreis der erwachsenen Narren.

In den beiden Fotos wird die ausgelassene Seite der Fasnacht fotografisch eingefangen: Es wird gegessen, getrunken, gesungen und geschunkelt – als gäbe es kein Morgen.

erstes Bild
v.l.n.r.
: 1 Lisbeth van den Heuvel (verh. Laule), 2 ??? Fehrenbach, 3 ???, 4 Irma Zepf (verh. Hasenfratz, geb. 1937), 5 ???, 6 Vroni Krauss (verh. Klose), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 Manfred Wagner

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Stadtmusik beim »Städtlefest« in der Kirchstraße, 1998

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Mitten in der Kirchstraße hat die Stadtmusik Aufstellung genommen und spielt beim »Städtlefest« auf. Die Musiker*innen stehen beim Hexenbrunnen, vor ihnen hat sich das Publikum in einem lockeren Halbkreis versammelt. Im Rücken der Kapelle ist die Eisdiele im Haus Stephanie (Kirchstr. 21) zu erkennen.

Ganz still geht es unter den Zuhörer*innen allerdings nicht zu. Während die Erwachsenen dem Konzert folgen, haben einige Kinder offenbar genug vom ruhigen Zuhören und nutzen den Platz lieber zum Herumtoben. Weiter hinten zieht sich die Kirchstraße mit ihren Verkaufsständen und Buden entlang. Dort gibt es Essen und Getränke, Menschen schlendern durch die Straße und bleiben immer wieder stehen.

Das Foto fängt damit sehr schön die Atmosphäre des »Städtlefests« ein: Musik, Begegnungen und der Duft von allerlei Kulinarischem mitten im historischen Ortskern.

Standort des Fotografen: 47.882994, 8.344369