2 Fotos: Kinder beim Schlittenfahren in der Ringstraße, ca. 1960

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Vor dem Haus Durst (Ringstr. 1) herrscht eine Riesengaudi. Die Ringstraße ist tief verschneit und wird kurzerhand zur Rodelbahn. Drei Kinder sausen mit dem Schlitten die abschüssige Straße hinunter, schieben sich gegenseitig an und landen schließlich lachend im Schnee. Zwei von ihnen sind Alfons »Mobby« Durst (geb. 1952) und sein jüngerer Bruder Michael Durst (1955-2025). Wie weit ihre Piste wohl reicht? Bis zum Anwesen der Familie Mayer – oder vielleicht sogar hinunter bis zur Einmündung in die Maienlandstraße?

Im Hintergrund beobachtet ihre Mutter Frieda Durst (geb. Egle, 1929.1982), das winterliche Treiben. Sie ist seit 1956 Witwe. Ihr Ehemann, der Betriebsschlosser Peter Josef Durst (1926-1956), war im Alter von nur 30 Jahren gestorben. Seitdem steht sie mit ihren beiden Söhnen allein da.

Auch das Haus erzählt etwas von ihrem Alltag. An der Fassade hängt noch das alte Schild »Gustav Egle«. Vor dem kleinen Schaufenster sind die Jalousien heruntergelassen. Den Laden betreibt inzwischen Frieda Durst. Sie verkauft dort »Textilwaren, Aussteuer, Wallfahrtsartikel« und verdient damit einen Teil des Lebensunterhalts für ihre Familie. Vor dem Haus parkt ein Auto mit Karlsruher Kennzeichen.

Standort des Fotografen: 47.884597, 8.344545

Kommunionkinder des Jahrgangs 1959 vor dem Hochalter, ca. 1969

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Feierlich haben sich die Kommunionkinder des Jahrgangs 1959 (1958/59, 1959/60?) vor dem Hochaltar der katholischen Pfarrkirche St. Michael zum Erinnerungsfoto aufgestellt. Die Mädchen tragen ausnahmslos kurze weiße Kleider, weiße Strümpfe und festlichen Haarschmuck. Die Jungen stehen in dunklen Anzügen in den hinteren Reihen. In mehreren dicht gestaffelten Reihen füllt die große Gruppe beinahe die gesamte Breite vor dem Hochaltar aus. Vorne bietet sich ein geschlossenes Bild aus Weiß, dahinter die dunklen Anzüge der Jungen.

Dass es so viele Kommunionkinder sind, ist kein Zufall. Der Jahrgang 1959 gehört zu den geburtenstarken Jahrgängen der Nachkriegszeit, der sogenannten Babyboomer-Generation. Entsprechend groß sind damit auch die Schulklassen und die Gruppen bei Erstkommunion und Firmung.

Der Hochaltar bildet einen eindrucksvollen Hintergrund. Zwischen Kerzen, Blumenschmuck und kleinen Putten steht in der Mitte das Kruzifix und der Tabernakel, in dem die konsekrierten Hostien aufbewahrt werden. Gerade für diesen Anlass ist das besonders bedeutungsvoll: Die Kinder empfangen an diesem Tag zum ersten Mal die Eucharistie. Die festliche Ausstattung des Kirchenraums unterstreicht die Bedeutung des Tages: Für die Kinder ist die Erstkommunion das große kirchliche Ereignis ihrer Kindheit.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???

Zu sehen ist u.a. Udo Burger (geb. 1959).

Standort des Fotografen: 47.882509, 8.344692

Pfarrer hinter dem Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Sechs katholische Geistliche haben sich im Garten hinter dem Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) für ein Gruppenfoto aufgestellt. Alle tragen die schwarze Soutane, einer zusätzlich einen breitkrempigen schwarzen Hut. Die Stimmung wirkt ungezwungen: Mehrere der Männer lächeln, zwei haben die Arme verschränkt. Für einen kurzen Moment scheint die Förmlichkeit des geistlichen Amtes in den Hintergrund zu treten.

Wer die sechs Männer sind und aus welchem Anlass sie sich in Löffingen aufhalten, ist bislang nicht bekannt. Auffällig ist, dass kein Löffinger Stadtpfarrer unter ihnen zu erkennen ist: weder Guido Andris, der von 1929 bis zu seiner Vertreibung 1934 in Löffingen wirkt, noch Robert Winkel, der die Pfarrei ab 1935 leitet. Vielleicht handelt es sich um Pfarrer aus anderen Gemeinden des Dekanats Neustadt. Denkbar wäre auch, dass die Geistlichen zu einem besonderen kirchlichen Ereignis nach Löffingen gekommen sind – etwa zu einer Primiz oder zu einer Wallfahrt des Dekanats zum Witterschneekreuz.

V. l. n. r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Im Hintergrund ist rechts ein Teil des katholischen Pfarrhauses zu sehen, das bei einem Bombenangriff im Frühjahr 1945 schwer beschädigt wird. Links steht der sogenannte »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8).

Standort des Fotografen: 47.882746, 8.342978

2 Fotos: Musikband »Rio Combo« im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im Gasthaus »Linde« ist an Fasnacht für Live-Musik gesorgt. Die Musiker der »Rio Combo« haben sich mit Saxophon, Kontrabass, Schlagzeug und Akkordeon in einer Ecke der Wirtsstube eingerichtet. Große Notenpulte mit dem geschwungenen Schriftzug »Rio« gehören ebenso zum Auftritt wie Mikrofone. Gespielt wird Tanz- und Unterhaltungsmusik – schließlich soll an Fasnacht nicht lange stillgesessen werden.

Die Wirtsstube ist närrisch dekoriert. Quer durch den Raum spannt sich eine Wäscheleine, an der allerlei Unterwäsche hängt: Unterhosen, Hemdchen und andere Wäschestücke baumeln über den Köpfen der Musiker. Ob diese etwas frivole Dekoration noch von der »Wieberfasnet« übrig geblieben ist oder eigens für den Fasnachtsabend aufgehängt wurde, muss offen bleiben. Für die passende närrische Atmosphäre sorgt sie jedenfalls.

Die »Rio Combo« gehört in den 1950er-Jahren zum musikalischen Leben Löffingens. Ihr Name klingt nach weiter Welt und südamerikanischem Flair – auch wenn der Auftrittsort an diesem Abend ganz bodenständig die »Linde« ist.

V.l.n.r.: 1 Ewald Hepting (1933-2010), 2 Werner Hepting (1928-2011), 3 Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), 4 Paul Siefert (geb. 1935)

Standort des Fotografen: 47.884263, 8.346568

5 Fotos: Öschmusik beim »Öschabend« in der Festhalle, Fasnacht 1982

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auf der Bühne der Festhalle sorgt die »Öschmusik« für Stimmung. In kurzen Lederhosen, grünen Westen, weißen Hemden, Kniestrümpfen und grünen Hüten präsentieren sich die Musiker in einer alpenländischen Tracht. Trompeten, Posaunen, Saxophone, Tuba und Schlagzeug sind im Einsatz, vorne stehen die auffälligen Notenpulte mit der Aufschrift »Ösch Musikanten«. Bei einzelnen Nummern wird die Blasmusik durch Gesang und Gitarre ergänzt.

Für die Öschmusik ist es erst die zweite Fasnacht. Gegründet wurde sie 1981 von den Öschzünften unter Leitung von Josef (»Jupp«) Hoitz, Paul Hasenfratz, Bruno Kramer, Fritz Koßbiel und Eugen Knöpfle. Ihren ersten Auftritt hatte die Formation beim »Öschabend« an der Fasnacht 1981. Damals kamen die Musiker als Gartenzwerge auf die Bühne. Ein Jahr später gehört also bereits ein neues Kostüm zum Programm.

Die Fotoserie vermittelt auch etwas von der Atmosphäre in der Festhalle. Über der Bühne liegt stellenweise ein deutlicher Dunstschleier. Er stammt nicht von einer Nebelmaschine: 1982 wird in der Festhalle noch ganz selbstverständlich geraucht. Im Laufe eines langen Fasnachtsabends sammelt sich entsprechend viel Zigarettenrauch in der Luft – und macht sich schließlich sogar auf den Fotos bemerkbar.

Standort des Fotografen: 47.882916, 8.347877

Hochzeitsgesellschaft Wiedemann/Benitz hinter der Festhalle, 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Feierlich hat sich die Hochzeitsgesellschaft hinter dem Mitteltrakt zwischen Festhalle und Volksschule zum Erinnerungsfoto versammelt. Im Mittelpunkt stehen Maria Benitz (1911-?) und Eduard Wiedemann (1904-?), die an diesem Tag heiraten. Die Braut trägt ein helles Kleid mit Schleier und hält ihren Brautstrauß vor sich, der Bräutigam steht dicht an ihrer Seite. Rundherum haben sich zahlreiche Verwandte beider Familien aufgestellt – Erwachsene, ältere Familienangehörige und auch einige Kinder.

Mit auf dem Foto ist Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), der das Paar zuvor in der katholischen Pfarrkirche St. Michael getraut hat. Für das Gruppenbild nutzt man die Treppe und den Platz hinter der Festhalle, sodass auch die große Zahl der Hochzeitsgäste gut ins Bild passt. Rechts im Hintergrund ist das Heimatmuseum zu erkennen. In seinen Fenstern hängen verschiedene Wappen als Glasmalereien.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 4 ???, 5 Franz Benitz (1945-2005), 6 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 Anna Benitz (geb. Manz, 1910-1974), 14 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Pfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), 8 Wilhelm Vogt (1880-1964), 9 Braut Maria Wiedemann (geb. Benitz, 1911-?), 10 Bräutigam Eduard Wiedemann (1904-?), 11 ???, 12 Paul Benitz (1899-1979), 13 ???, 14 ???, 15 Albert Benitz (1905-1996), 16 ???, 17 ???, 18 ???, 19 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Margarete Benitz (geb. Nober, 1924-2016), 4 Joseph Benitz jr. (1928-2012)

Standort des Fotografen: 47.882660, 8.347995

Schulklasse mit Lehrer Ehret und Pferden, ca. 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Für dieses Klassenfoto hat Gewerbelehrer Karl Ehret (1897-1974) mit seinen Schülern das Schulhaus verlassen. Die Gruppe steht auf dem Hof eines landwirtschaftlichen Anwesens. Zwei Pferde gehören selbstverständlich mit aufs Bild: ein helles Tier und ein dunkleres Jungpferd stehen zwischen den Schülern und ihrem Lehrer. Offenbar findet gerade eine Exkursion statt, bei der praktische Anschauung wichtiger ist als Unterricht an der Tafel.

Bei den Jugendlichen handelt es sich vermutlich um Schüler der Gewerblichen Fortbildungsschule. Karl Ehret steht in Mantel und Hut in der Mitte der Gruppe und wirkt fast wie der Leiter einer kleinen Expedition. Der Pädagoge ist bei seinen Schülern äußerst beliebt. Nicht zuletzt wohl deshalb, weil er den Unterricht gerne aus dem Klassenzimmer hinaus verlegt und anschaulich vor Ort unterrichtet. Ob auf dem Anwesen gezielt Pferde gezüchtet werden oder ob die Tiere einfach zum landwirtschaftlichen Betrieb gehören, ist nicht bekannt.

Karl Ehret ist seit 1919 als Lehrer in Löffingen tätig. Zunächst unterrichtete er an der Volksschule, ab 1923 auch an der Gewerblichen Fortbildungsschule.

Ganz rechts steht ein Mann in der Tür des Anwesens und beobachtet die Gruppe. Wer erkennt ihn – und vielleicht sogar den Hof, auf dem das Foto aufgenommen wird?

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Karl Ehret (1897-1974), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 ???

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Zwanzigjährige im Gasthaus »XXX«, Fasnacht 1956

Sammlung Familie Waßmer

Die 20-Jährigen haben allen Grund zu feiern – schließlich stehen sie in dieser Fasnacht ganz besonders im Mittelpunkt. In einem Gasthaus sitzt der Jahrgang dicht gedrängt an einer langen Tafel. Auf dem Tisch stehen Kaffeetassen, Gläser und Flaschen, dazu Teller mit Kuchen und Gebäck. Die Wände sind närrisch geschmückt. Doch lange hält es offenbar niemand auf seinem Platz: Man hakt sich unter, singt und schunkelt ausgelassen.

Um den Hals tragen die 20-Jährigen kleine Täfelchen. Darauf ist deutlich die Zahl »20« zu erkennen, darunter eine Laterne – das Symbol der »Laternenbrüder«. Damit ist für jeden sichtbar, wer an diesem Tag zum besonderen Narrenjahrgang gehört. Denn die 20-Jährigen spielen in der Löffinger Fasnacht traditionell eine besondere Rolle. Nach dem Stellen des Narrenbaums werden sie auf die Laterne des Narrenrats und damit gewissermaßen auf die Fasnacht vereidigt. Von nun an gehören sie offiziell zum Kreis der erwachsenen Narren.

In den beiden Fotos wird die ausgelassene Seite der Fasnacht fotografisch eingefangen: Es wird gegessen, getrunken, gesungen und geschunkelt – als gäbe es kein Morgen.

erstes Bild
v.l.n.r.
: 1 Lisbeth van den Heuvel (verh. Laule), 2 ??? Fehrenbach, 3 ???, 4 Irma Zepf (verh. Hasenfratz, geb. 1937), 5 ???, 6 Vroni Krauss (verh. Klose), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 Manfred Wagner

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Stadtmusik beim »Städtlefest« in der Kirchstraße, 1998

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Mitten in der Kirchstraße hat die Stadtmusik Aufstellung genommen und spielt beim »Städtlefest« auf. Die Musiker*innen stehen beim Hexenbrunnen, vor ihnen hat sich das Publikum in einem lockeren Halbkreis versammelt. Im Rücken der Kapelle ist die Eisdiele im Haus Stephanie (Kirchstr. 21) zu erkennen.

Ganz still geht es unter den Zuhörer*innen allerdings nicht zu. Während die Erwachsenen dem Konzert folgen, haben einige Kinder offenbar genug vom ruhigen Zuhören und nutzen den Platz lieber zum Herumtoben. Weiter hinten zieht sich die Kirchstraße mit ihren Verkaufsständen und Buden entlang. Dort gibt es Essen und Getränke, Menschen schlendern durch die Straße und bleiben immer wieder stehen.

Das Foto fängt damit sehr schön die Atmosphäre des »Städtlefests« ein: Musik, Begegnungen und der Duft von allerlei Kulinarischem mitten im historischen Ortskern.

Standort des Fotografen: 47.882994, 8.344369

Kommunionkinder des Jahrgangs 1885/86 vor der Kirche, ca. 1895-1900

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Nägele zur Verfügung.

Heute ist ein besonderer Tag. Zehn Mädchen und dreizehn Jungen haben sich vor der katholischen Pfarrkirche St. Michael für ein Erinnerungsfoto aufgestellt. Sie empfangen zum ersten Mal die heilige Kommunion. Ernst und feierlich blicken die Kinder in die Kamera – für viele dürfte es eines der ersten Male sein, dass überhaupt ein Fotograf ein Bild von ihnen anfertigt.

Die Kleidung unterstreicht den festlichen Anlass. Die Mädchen tragen weiße Kleider und Blumenkränze im Haar. Die Jungen sind in dunkle Anzüge gekleidet. Alle Kinder halten Kommunionkerzen in den Händen, die reich mit Blumen, Schleifen und Bändern geschmückt sind.

Die Aufnahme wirkt deutlich älter als die bekannten Kommunionfotos der 1920er-Jahre. Kleidung, Frisuren und auch die Qualität der Fotografie sprechen dafür, dass die Aufnahme bereits um die Jahrhundertwende entstanden ist. Vielleicht ist hier der Jahrgang 1885 (oder 1885/86) zu sehen und das Foto wird Mitte der 1890er-Jahre aufgenommen?

Zum Geburtsjahrgang 1885 (ab 1. April 1885) gehören: Alfons Fürst, Bertha Laufer (später Schwester Leokadia, 1885-1965), Johann Frei, Anna Benz, August Strobel, Rosina Benz, Maria Feser, Johann Baumann, Louise Schreiber, Konrad Nägele (20.05.1885-1960), Anna Mannes, Johann Braun, Ernst Ratzer, Katharina Bausch, Anton Fehrenbach, Augustin Ritter, Bertha Schlenker, Maria Reichart, Johann Frei, Maria Benz, Karl Thoma, Viktor Wölfle, Julius Schmutz, Maria Zepf (geb. Hilpert), Johann Faller, Johann Benz, Eugen Carl Schmelcher, Josefa Juliana Meßmer

Zum Geburtsjahrgang 1886 (bis 1. April 1886) gehören: Bertha Heizmann, Agathe Brugger, Ernst Eugen Schönle, Josef Anton Sauter, Anton Frei, Maria Benz, Amalia Kienzler

Standort des Fotografen: 47.882629, 8.344646

Haus Nägele in der Oberen Hauptstraße, ca. 1922

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Nägele zur Verfügung.

Vor dem Haus Nägele (Obere Hauptstr. 43) hat sich die Familie für ein Erinnerungsfoto versammelt. Auf der Treppe stehen der Landwirt und Steinbruchbesitzer Konrad Nägele (1885-1960) und seine Ehefrau Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-1975). Vier ihrer Kinder sind ebenfalls mit auf dem Bild: Sofie Nägele hält das jüngste Kind auf dem Arm. Insgesamt bringt sie elf Kinder zur Welt. Im Türrahmen steht die Mutter und Großmutter Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853-1932), die seit 1910 verwitwet ist. Einer der älteren Söhne hat sich mit seinem Fahrrad neben der Treppe postiert.

Das Haus befindet sich gerade mitten im Umbau. Ursprünglich ist das Anwesen nur einstöckig. Bereits 1912 wird laut einer im Stadtarchiv erhaltenen Baugenehmigung eine Räucherkammer eingerichtet und über der Wohnstube im Erdgeschoss ein »Frontispiz« aufgebaut. Zehn Jahre später folgt eine wesentlich umfassendere Baumaßnahme: Der bisherige Ökonomiebereich in der rechten Gebäudehälfte wird zu Wohnraum ausgebaut und das gesamte Haus um ein Stockwerk erhöht.

Noch ist die Baustelle deutlich zu erkennen. Große Teile der Fassade sind unverputzt, das Mauerwerk liegt offen. Balken, Gefache und unbehauene Steine zeigen, wie unterschiedlich das Gebäude konstruiert ist. Vielleicht stammt sogar ein Teil der Steine aus dem Nägele’schen Steinbruch.

Zwischen all dem Baustellencharakter gibt es bereits ein Zeichen für das künftige Zuhause: An der Fassade wächst ein frisch gepflanzter Spalierbaum empor. Das Foto hält damit einen Übergang fest – vom alten, einstöckigen Anwesen zu dem vergrößerten Wohnhaus, das für die stetig wachsende Familie dringend mehr Platz bietet.

V.l.n.r.: 1 Konrad Nägele (1885-1960), 2 ???, 3 Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-1975), 4 ???, 5 Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853-1932), 6 ???, 7 ???

Standort des Fotografen: 47.885203, 8.352625

Haus Nägele in der Oberen Hauptstraße, ca. 1912

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Nägele zur Verfügung.

Das Haus Nägele (Obere Hauptstr. 43) trägt noch um die Jahrhundertwende die Adresse »Bei des Mahlers Kreuz« – der Straßenname »Obere Hauptstraße« wird erst später eingeführt. Eine steile Steintreppe führt hinauf zur Haustür. Im Dach sorgt eine kleine Gaube für etwas Licht im Dachgeschoss. Fotografiert ist nur der Wohnteil des Anwesens; rechts schließt sich der Ökonomiebereich mit Scheune, Stall und Schopf an, der auf der Aufnahme nur angeschnitten ist und offenbar mit Holzschindeln versehen ist.

Auf der Treppe steht eine junge Frau, vermutlich Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-1975). Über ihrem dunklen Kleid trägt sie eine helle Schürze. Offenbar hält das Foto einen Moment im Arbeitsalltag fest. Sofie Nägele hatte 1911 Konrad Nägele (1885-1960) geheiratet, der als Landwirt und Steinbruchbesitzer tätig ist. Das Haus ist sein Elternhaus. Nach dem Tod seines Vaters Peter Nägele (1850-1910) am 14. September 1910 und der Heirat wird Konrad Nägele als neuer Eigentümer eingetragen.

Für die junge Familie wird es in dem kleinen Haus bald eng. Denn Konrad und Sofie Nägele bekommen insgesamt elf Kinder. Am 16. Oktober 1912 stellen die Nägeles einen Bauantrag zum Aufbau eines »Frontispitzes« über der Wohnstube. 1922 wird das Gebäude dann grundlegend verändert und um ein durchgehendes weiteres Stockwerk erhöht. Aus dem niedrigen Wohnhaus, das auf diesem Foto noch seinen ursprünglichen Charakter zeigt, entsteht nur zehn Jahre später ein deutlich größeres Anwesen.

Standort des Fotografen: 47.885246, 8.352411