Umzugswagen in der Unteren Hauptstraße, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Müller zur Verfügung.

Bei strahlendem Sonnenschein liegt plötzlich ein »Schiff« in der Unteren Hauptstraße vor Anker. Der Umzugswagen, von einem Traktor gezogen, ist mit einer hohen Bordwand, Bullaugen und einem großen Anker als Schiff gestaltet. Ob er gerade langsam durch die Straße fährt oder vor dem Geschäft »Konsum« (Untere Hauptstr. 7) einen kurzen Halt einlegt, lässt sich nicht erkennen.

An Bord drängt sich eine Schar Narren. Es sind Mitglieder des Fußballclubs, die für ihren Auftritt in Frauenkleider geschlüpft sind. Einer sitzt auf der Reling und lässt die Beine über die Bordwand baumeln, die anderen stehen dicht gedrängt dahinter. Auch der Mann vor dem Wagen gehört zur Inszenierung und gibt sich mit seiner Schirmmütze als Kapitän oder Steuermann zu erkennen.

Die Untere Hauptstraße bildet die Kulisse für das närrische Spektakel. Zu sehen sind der »Konsum«, das Gasthaus »Sonne«, die Brunnenstube und der Seitengiebel vom Kaufhaus Henzler – und mitten hindurch zieht das ungewöhnliche Narrenschiff. Welches Motto die Fußballer ihrem Wagen geben und wohin die närrische Seereise führen soll, ist leider nicht überliefert.

Standort des Fotografen: 47.883254, 8.343815

Badende Kinder im Waldbad, ca. 1942

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Die Kinder stehen im flachen Wasser und haben sich für ein Erinnerungsfoto versammelt. Vorne sitzt Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) als einzige Erwachsene im Wasser. Sie trägt einen Badeanzug und eine Badekappe. Bei ihr sind mehrere Kinder, darunter ihre kleine Tochter Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939) und ihr Sohn Ewald Hepting (1933-2010).

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lisel Vogt, 2 Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939), 3 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Ewald Hepting (1933-2010), 3 ???

Das Wasserbecken des Waldbades wirkt auf der Aufnahme erstaunlich groß. Das dürfte an der Perspektive liegen: Der Fotograf befindet sich dicht über der Wasseroberfläche, während sich das Becken weit in den Hintergrund erstreckt. Dahinter beginnt unmittelbar die offene Landschaft mit Wiesen und dem Waldrand am Horizont.

So unbeschwert die sommerliche Szene erscheint, entsteht sie mitten im Zweiten Weltkrieg. Für Sofie Hepting und ihre Kinder gehört die Trennung von ihrem Ehemann und Vater zum Alltag, denn Rupert Hepting (1905-1990) ist Soldat bei der Wehrmacht. Auf dem Foto ist davon jedoch nichts zu spüren: Für einen Moment zählen nur Wasser, Sonne und ein gemeinsamer Sommertag im Waldbad.

Standort des Fotografen: 47.899667, 8.332308

Familie Hepting mit Verwandten vor dem Haus Benz in der Oberen Hauptstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Hepting zur Verfügung.

Für das Familienfoto rücken mehrere Generationen zusammen. Rupert und Sofie Hepting stehen mit ihren Kindern Ewald und Inge vor dem Haus Benz in der Oberen Hauptstraße. Mit dabei sind Sofies Mutter Katharina Jonner sowie weitere Verwandte.

Dass inzwischen Krieg herrscht, ist auf dem Familienbild unübersehbar. Rupert Hepting (links) trägt ebenso wie der rechts stehende Hermann ??? Wehrmachtsuniform. Zwischen den beiden Soldaten stehen die Frauen und Kinder in ihrer Alltags- und Sonntagskleidung – eine familiäre Momentaufnahme, in die der Zweite Weltkrieg hineinragt.

Zu Besuch ist auch die Nichte Margret Bammert, Tochter von Adolf Bammert und Agathe Bammert (geb. Jonner), die mit ihrer Familie in Neustadt lebt. Noch nicht identifiziert sind Else ??? und Hermann ???.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Margret Bammert, 2 Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939), 3 Ewald Hepting (1933-2010)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rupert Hepting (1905-1990), 2 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), 3 Katharina Jonner (geb. Thoma, 1875-1955), 4 Else ???, 5 Hermann ???

Im Hintergrund steht das Anwesen des Landwirts Otto Benz (Obere Hauptstr. 14). Bis 1929 bewirtschaftet er einen Hof in der Bittengasse. Nachdem dieser beim Großbrand in der Kirchstraße zerstört worden ist, errichtet er hier in der Oberen Hauptstraße einen Neubau. Links daneben ist das Haus Berger (Obere Hauptstr. 16) zu erkennen. Ein großes Werbeschild an der Fassade wirbt für Autoreifen – ein kleines Detail, das auf das Geschäft von Schlossermeister und Automechaniker Leopold Berger hinweist.

Standort des Fotografen: 47.884618, 8.348240

Neo Vetter, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Ernst blickt der junge Mann in die Kamera. Er trägt einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine gestreifte Krawatte. Mit leicht gespreizten Beinen steht er vor einer gemalten Atelierkulisse, die einen See und eine idyllische Uferlandschaft zeigt. In beiden Händen hält er einen Gehstock, auf den er sich stützt.

Die sorgfältig arrangierte Aufnahme entsteht in einem Fotostudio. Der elegante Anzug und die romantische Landschaftskulisse verleihen dem Porträt einen feierlichen Charakter. Zugleich werden die beiden Gehstöcke nicht verborgen, sondern selbstverständlich in die Komposition einbezogen.

Unklar ist bislang, wer der junge Mann ist. Überliefert ist lediglich sein Familienname (Vetter) und sein Spitzname (»Neo«). Zu welcher Löffinger Familie Vetter er gehört, wissen wir nicht. Wer erkennt den jungen Mann und kann etwas über ihn erzählen?

Standort des Fotografen: ???

Familie Hepting beim Gräberbesuch auf dem Friedhof, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Still stehen drei Angehörige der Familie Hepting vor einem Grab. Der Mann links hat seinen Hut abgenommen und hält ihn vor sich in den Händen, die Frau in der Mitte blickt zu Boden. Auch der jüngere Mann rechts verharrt schweigend. Für einen Moment wird ein sehr persönlicher Augenblick des Gedenkens fotografisch festgehalten – Aufnahmen auf dem Friedhof sind eher selten.

Um welches Grab es sich handelt und wem der Besuch gilt, ist bislang nicht bekannt. Frisch angelegt scheint es nicht zu sein. Auch an Allerheiligen entsteht das Foto nicht: Die Bäume tragen noch dichtes Laub, und auf den Gräbern blühen Blumen. Alle drei sind dunkel gekleidet. Ob dies Ausdruck der Trauer ist oder ihrer gewöhnlichen sonntäglichen Kleidung entspricht, lässt sich nicht entscheiden.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Im Hintergrund steht die Friedhofskapelle. Sie wurde 1862 errichtet – als Ersatz der Antoniuskapelle an der Landstraße nach Rötenbach, die bereits 1842 abgebrochen worden war. Sogar deren Glöcklein fand in der neuen Kapelle eine weitere Verwendung.

Standort des Fotografen: 47.885312, 8.347165

5 Fotos: »Wieberfasnet« im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1962

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Für einen Abend verwandelt sich die Wirtsstube des Gasthauses »Linde« in ein Klassenzimmer. Sechs »Schülerinnen« haben auf einfachen Bänken Platz genommen und breiten ihre Hefte und Bücher vor sich aus. Dann betritt die »Lehrerin« den Raum – heute in Gestalt von Maria Hall. Die Klasse erhebt sich und der Unterricht kann beginnen.

Doch mit einer gewöhnlichen Schulstunde hat das Ganze natürlich wenig zu tun. Die Frauen führen einen Sketch bei der »Wieberfasnet« auf, die seit 1954 stattfindet und damit bereits zum neunten Mal gefeiert wird. Das Programm wird von Frauen für Frauen gestaltet. Der Mimik der Lehrerin nach zu urteilen, erweist sich ihre Klasse als ausgesprochen anstrengend: Mal scheinen die Schülerinnen begriffsstutzig, mal bringen sie ihre Lehrerin mit Fragen an den Rand des Nervenzusammenbruchs.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Marta Adrion, 2 Ursula Kopp, 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Margret Adrion, 2 Luise? Kienzler, 3 Olga Streit

Auch die Ausstattung der Wirtsstube fällt ins Auge. In der Ecke stehen ein großer Radioapparat und darüber ein Fernsehgerät. Radio und Fernsehen halten damit längst Einzug in die Gaststube – zu einer Zeit, in der noch keineswegs jeder Haushalt einen eigenen Fernseher besitzt. Bei besonderen Übertragungen kann das Gasthaus so zum gemeinschaftlichen Fernsehraum werden. Fußballspiele, Unterhaltungssendungen oder aktuelle Nachrichten lassen sich gemeinsam verfolgen. Ob auf diesem Bildschirm im Jahr zuvor etwa die Bilder vom Bau der Berliner Mauer zu sehen waren, wissen wir nicht – möglich wäre es jedenfalls.

Für die »Wieberfasnet« bleibt der Fernseher an diesem Abend jedoch dunkel. Das Unterhaltungsprogramm findet unmittelbar davor statt – und wird von den Frauen selbst bestritten.

Standort des Fotografen: 47.884277, 8.346539

Hochzeitszug beim Rathausportal, ca. 1951

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph Müller und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Eine festlich gekleidete Hochzeitsgesellschaft zieht am Rathaus entlang in Richtung unterer Rathausplatz. Am Portal steht ein geschmücktes Tännchen – ein sichtbares Zeichen dafür, dass im Rathaus eine standesamtliche Trauung stattfindet. Braut und Bräutigam befinden sich außerhalb des Bildausschnitts, sodass sich nur schwer bestimmen lässt, welches Paar hier heiratet.

Vielleicht ist die Gesellschaft auf dem Weg zur kirchlichen Trauung, vielleicht geht es bereits zum Gasthaus, in dem gefeiert wird. Neben dem Hochzeitszug läuft eine ganze Schar Kinder mit. Sie wollen einen Blick auf das Brautpaar erhaschen – und hoffen womöglich darauf, den Weg mit einem Seil versperren zu können. Erst gegen die Zahlung eines kleinen »Wegezolls« darf der Hochzeitszug dann weiterziehen.

Fast ebenso auffällig wie die Festgesellschaft sind die vier großen Zifferblätter, die an der Rathauswand lehnen. Offenbar wird die Rathausuhr gerade renoviert. Die Zeit steht gerade still.

Standort des Fotografen: 47.883718, 8.344233

20-Jährige, Fasnacht 1947

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph Müller und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Dicht gedrängt stellen sich die jungen Frauen und Männer des Jahrgangs 1927 zum Gruppenfoto auf. In der Mitte sitzt ein junger Mann mit dem Akkordeon. Schnee liegt auf der Straße, doch die Stimmung ist fröhlich. Die 20-Jährigen feiern, obwohl die Fasnacht von der französischen Besatzungsmacht noch nicht wieder erlaubt ist.

Nach den Kriegsjahren wollen die 20-Jährigen nicht länger auf das närrische Treiben verzichten. Statt bei der französischen Kommandantur um Erlaubnis zu bitten, suchen sie Stadtpfarrer Karl Weickhardt auf. Der Geistliche gibt ihnen seinen Segen und beruhigt sie: Sollten die Franzosen Schwierigkeiten machen, könnten sie diese zu ihm schicken.

Ganz ohne politischen Spott geht es nicht. Die Gruppe schmückt einen Leiterwagen mit Heu und einem Holzfass und nimmt damit den verbreiteten Tauschhandel sowie das Ernährungsamt aufs Korn. Dessen Mitarbeiter sollen nach einer feuchtfröhlichen Dienstfahrt mit ihrem Opel an mehreren Hausecken angeeckt und schließlich im Bombentrichter auf dem unteren Rathausplatz gelandet sein. Auf dem Wagen steht der doppeldeutige Spruch: »Helfet und schmieret, hilft es nicht bei den Karren, so hilft es bei den Herren.«

Am »alten Fasnetsuntig« ziehen die 20-Jährigen außerdem mit einem Heuwagen durch das Städtchen und sammeln Stroh für den Fasnetfunken. Ihr Ruf lautet: »Strauh, Strauh, Fasnetkiechle au!« Stroh bekommen sie reichlich, Fasnetküchle dagegen kaum. Am Abend feiern sie gemeinsam im Gasthaus »Hirschen« in Seppenhofen – heimlich hinter zugezogenen Vorhängen. Wie es der Löffinger Brauch verlangt, werden sie als 20-Jährige vereidigt.

Erst 1948 erlaubt die französische Besatzungsmacht wieder offiziell närrische Aktivitäten und die Wiedergründung der Narrenzunft.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Walter Maier (1927-?), 3 Theo Walz (1927-2015), 4 ???, 5 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Berthold Ganter (1928-2006), 2 Irma Schmid (verh. Adrion, 1927-2019), 3 Eugen Schreiber, 4 ???, 5 Lina Kirner (verh. Hörner), 6 Maria Benz (verh. Benz), 7 Lore Hahn (verh. Sibold, 1928-2022)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Eugen Mayer, 2 ??? Längin, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Zum Jahrgang gehören u.a. Otto Selb (1927-2021), Elisabeth Egle (verh. Müller, 1927-2020)

Standort des Fotografen: evtl. Seppenhofen

Darbietung von vier Turnern beim »Bunten Abend«, Fasnacht ca. 1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Renate Fehrenbach zur Verfügung.

Vier Turner*innen stehen in weißen Kellnerjacken auf der Bühne und halten große Flaschen in die Höhe. Mit schwarzen Fliegen, dunklen Hosen und Turnschuhen wirken sie wie eine ungewöhnliche Bedienungsmannschaft. Auf den Tischen im Hintergrund stehen weitere Flaschen bereit.

Was die vier Mitglieder des Turnerbundes beim »Bunten Abend« in der Festhalle aufführen, ist nicht überliefert. Vielleicht handelt es sich um einen kurzen Theatersketch, bei dem der Wirtshausbetrieb gehörig durcheinandergerät. Ebenso denkbar ist eine akrobatische Einlage, bei der die Flaschen als Requisiten dienen. Ihre weit auseinanderstehenden Beine und die gleichförmige Haltung lassen jedenfalls vermuten, dass gleich Bewegung in die Szene kommt.

V.l.n.r.: 1 [Paula Schweizer (verh. Veith)?], 2 Elke Bleuel (geb. ???), 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.882868, 8.347843

Narrengruppe auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1992

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ein Mann sitzt mitten auf dem unteren Rathausplatz auf einem Stuhl und lässt die närrische Behandlung über sich ergehen. Es ist Ehrennarrenrat Hugo Schropp (1925-1998). Eine Frau legt ihm ein Tuch um den Hals, eine andere kniet zu seinen Füßen. Vor ihm steht ein kleiner Schemel, daneben liegen Bürsten und weiteres Handwerkszeug bereit. Offenbar sollen ihm zunächst die Schuhe geputzt werden – doch dabei wird es wohl nicht bleiben.

Es ist »Schmutziger Dunschdig«, und eine Gruppe Närrinnen des Turnerbundes zieht mit einem Kinderwagen durch das Städtchen. Daran verkündet ein Schild selbstbewusst: »Mir machet alles – mir fanget ganz unne aaah!« Tatsächlich scheint das Angebot von der Schuhpflege bis zur Körperpflege zu reichen. Ob Hugo Schropp noch rasiert, gewaschen oder auf andere Weise herausgeputzt wird, bleibt der Fantasie der Närrinnen überlassen.

Die Gruppe hat sichtlich Freude an ihrer Darbietung. Auch der unfreiwillige Kunde nimmt die Behandlung gelassen hin und macht gute Mine zum bösen Spiel.

V.l.n.r.: Maria Jaschke, Hella Schreiber, Renate Fehrenbach, Waltraud Knöpfle, Lydia Kaiser
Im Hintergrund ist Willi Fehrenbach (1941-2018) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883742, 8.343876

2 Fotos: Schulausflug zum Feldberg mit Lehrer Schlachter, 1949

Sammlung Familie Waßmer

Auf einer Wiese am Feldberg rücken die Schüler*innen für die Erinnerungsfotos eng zusammen. Einige sitzen im Gras, andere suchen weiter oben am Hang noch einen Platz. Mittendrin sind Lehrer Emil Schlachter und weitere erwachsene Begleitpersonen zu sehen. Die große Zahl der Kinder und ihre unterschiedlichen Altersstufen lassen vermuten, dass mehrere Schulklassen gemeinsam unterwegs sind. Mit dabei ist der Jahrgang 1936/37.

Für die Mädchen und Jungen ist der Ausflug in den Hochschwarzwald sicherlich ein besonderes Erlebnis. Gemeinsam geht es hinauf auf den Feldberg, wo Zeit zum Wandern, Spielen und Ausruhen bleibt. Dass beim Gruppenfoto nicht alle stillhalten, versteht sich beinahe von selbst: Manche blicken ernst in die Kamera, andere lachen, reden miteinander oder schneiden Grimassen.

Wo genau die beiden Aufnahmen entstehen, ist nicht sicher. Das geschindelte Gebäude im Hintergrund ist weder der »Feldberger Hof« noch das Caritas-Haus. Fest steht nur: Für einen Augenblick versammelt sich hier eine große Löffinger Schülerschar – und bewahrt die Erinnerung an einen gemeinsamen Ausflugstag im Sommer 1949.

oberes Bild
Zu sehen sind u.a.

unteres Bild
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Inge Sauter (verh. Benitz), 2 Lotte Seilnacht (verh. Smith), 3 Elisabeth van den Heuvel (verh. Laule), 4 Irmgard Guth (verh. Zepf)
2.Reihe, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 Vroni Krauß (verh. Klose), 4 Irma Zepf (verh. Hasenfratz, 1937-2026), 5 Anneliese Heizmann (verh. Scholl), 6 Helga Fuß, 7 ???, 8 Ernst Fritsche (1937-2005)
3.Reihe, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 Bruno Schwanz (1936-2918)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hermann Beha (1937-2021), 2 Karl Sibold (1937-2016), 3 Bruno Nägele (1937-2010), 4 Hermann Zahn
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ferdi Hasenfratz (1937-2018), 2 ??? Glunk, 3 Waldemar Zepf (1937-2024), 4 Bernd Schmid (1937-2022)

Zum Jahrgang 1936/37 gehören auch u.a. Helga Fuss, Irmgard Stolzer, Friedegard Faller (verh. Sibold), Manuela Werne, Alban Keller, Alfons Schlenker, Gottfried Dorer, Berthold Fehrenbach, Emil Benz, Paul Straub, Egon Voigt, Siegfried Nüssle und Ernst Messmer

Standort des Fotografen: Feldberg


Ausflug des Kirchenchores zum Feldberg, 1. August 1937

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Eng gedrängt stellt sich der katholische Kirchenchor vor dem Bismarckdenkmal auf dem Feldberg zum Erinnerungsfoto auf. Das aus Bruchsteinen errichtete Monument mit dem Bildnismedaillon Bismarcks stammt aus den Jahren 1895/96. Für einen Augenblick halten alle still – nach dem Aufstieg und vor dem gemeinsamen Rückweg.

Der Ausflug beginnt am Morgen um 9 Uhr mit der Bahnfahrt nach Bärental. Von dort wandert die Gruppe hinauf zum »Feldberger Hof«. Die Chronik des Kirchenchores schwärmt vom »sommerfrohen Wandern«, von blühenden Wiesen, einsamen Bauernhöfen und dem Wechselspiel zwischen bunten Blumen und dunklen Tannen. Im Gasthaus wartet bereits ein reichliches Mittagessen, dessen Kosten vom Stadtpfarrer und der Kirchenkasse übernommen werden.

Nach dem Essen singt das Löffinger Quartett bestehend aus Julius Limb, Hermann Ganter, Fritz Seilnacht und Albert Benitz, anschließend stimmt der ganze Chor ein. Danach geht es weiter zum Aussichtsturm und zum Bismarckdenkmal. Auf dem Berggrat eröffnet sich ein weiter Blick über den Schwarzwald.

Für einige gestaltet sich der Rückweg besonders bequem: Sie ergattern in einem Lastwagen einen, wie es die Chronik scherzhaft nennt, »feudalen Stehplatz«. Am Abend klingt der Ausflug im Gasthaus »Adler« bei Chormitglied Fritz Seilnacht aus.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Fritz Seilnacht (1901-1987), 2 Johanna Ganter (verh. Rebholz), 3 Hermann Ganter, 4 ???, 5 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Anna Kuster (verh. Schelling, 1919-2010), 6 ???, 7 Johanna Fehrenbach (verh. Bernauer, 1912-?), 8 ???, 9 ???, 10 August Limb, 11 Luise Strobel (verh. Trescher, 1914-?)
3.Reihe: 1 Hedwig Fieger (geb. Butsch 1912-1989), Maria Kopp (verh. Kiefer, 1919-1978)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Martha Brugger (verh. Trenkle, 1919-2013), 5 ???, 6 Maria Faller (verh. Selb), 7 ???, 8 ???, 9 Albert Benitz, 10 ???, 11 ???

Standort des Fotografen: Feldberg