Hochzeitsgesellschaft Wiedemann/Benitz hinter der Festhalle, 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Feierlich hat sich die Hochzeitsgesellschaft hinter dem Mitteltrakt zwischen Festhalle und Volksschule zum Erinnerungsfoto versammelt. Im Mittelpunkt stehen Maria Benitz (1911-?) und Eduard Wiedemann (1904-?), die an diesem Tag heiraten. Die Braut trägt ein helles Kleid mit Schleier und hält ihren Brautstrauß vor sich, der Bräutigam steht dicht an ihrer Seite. Rundherum haben sich zahlreiche Verwandte beider Familien aufgestellt – Erwachsene, ältere Familienangehörige und auch einige Kinder.

Mit auf dem Foto ist Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), der das Paar zuvor in der katholischen Pfarrkirche St. Michael getraut hat. Für das Gruppenbild nutzt man die Treppe und den Platz hinter der Festhalle, sodass auch die große Zahl der Hochzeitsgäste gut ins Bild passt. Rechts im Hintergrund ist das Heimatmuseum zu erkennen. In seinen Fenstern hängen verschiedene Wappen als Glasmalereien.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 4 ???, 5 Franz Benitz (1945-2005), 6 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 ???, 14 ???, 15 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Pfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), 8 Wilhelm Vogt (1880-1964), 9 Braut Maria Wiedemann (geb. Benitz, 1911-?), 10 Bräutigam Eduard Wiedemann (1904-?), 11 ???, 12 Paul Benitz (1899-1979), 13 ???, 14 ???, 15 Albert Benitz (1905-1996), 16 ???, 17 ???, 18 ???, 19 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.882660, 8.347995

Schulklasse mit Lehrer Ehret und Pferden, ca. 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Für dieses Klassenfoto hat Gewerbelehrer Karl Ehret (1897-1974) mit seinen Schülern das Schulhaus verlassen. Die Gruppe steht auf dem Hof eines landwirtschaftlichen Anwesens. Zwei Pferde gehören selbstverständlich mit aufs Bild: ein helles Tier und ein dunkleres Jungpferd stehen zwischen den Schülern und ihrem Lehrer. Offenbar findet gerade eine Exkursion statt, bei der praktische Anschauung wichtiger ist als Unterricht an der Tafel.

Bei den Jugendlichen handelt es sich vermutlich um Schüler der Gewerblichen Fortbildungsschule. Karl Ehret steht in Mantel und Hut in der Mitte der Gruppe und wirkt fast wie der Leiter einer kleinen Expedition. Der Pädagoge ist bei seinen Schülern äußerst beliebt. Nicht zuletzt wohl deshalb, weil er den Unterricht gerne aus dem Klassenzimmer hinaus verlegt und anschaulich vor Ort unterrichtet. Ob auf dem Anwesen gezielt Pferde gezüchtet werden oder ob die Tiere einfach zum landwirtschaftlichen Betrieb gehören, ist nicht bekannt.

Karl Ehret ist seit 1919 als Lehrer in Löffingen tätig. Zunächst unterrichtete er an der Volksschule, ab 1923 auch an der Gewerblichen Fortbildungsschule.

Ganz rechts steht ein Mann in der Tür des Anwesens und beobachtet die Gruppe. Wer erkennt ihn – und vielleicht sogar den Hof, auf dem das Foto aufgenommen wird?

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Karl Ehret (1897-1974), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 ???

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Zwanzigjährige im Gasthaus »XXX«, Fasnacht 1956

Sammlung Familie Waßmer

Die 20-Jährigen haben allen Grund zu feiern – schließlich stehen sie in dieser Fasnacht ganz besonders im Mittelpunkt. In einem Gasthaus sitzt der Jahrgang dicht gedrängt an einer langen Tafel. Auf dem Tisch stehen Kaffeetassen, Gläser und Flaschen, dazu Teller mit Kuchen und Gebäck. Die Wände sind närrisch geschmückt. Doch lange hält es offenbar niemand auf seinem Platz: Man hakt sich unter, singt und schunkelt ausgelassen.

Um den Hals tragen die 20-Jährigen kleine Täfelchen. Darauf ist deutlich die Zahl »20« zu erkennen, darunter eine Laterne – das Symbol der »Laternenbrüder«. Damit ist für jeden sichtbar, wer an diesem Tag zum besonderen Narrenjahrgang gehört. Denn die 20-Jährigen spielen in der Löffinger Fasnacht traditionell eine besondere Rolle. Nach dem Stellen des Narrenbaums werden sie auf die Laterne des Narrenrats und damit gewissermaßen auf die Fasnacht vereidigt. Von nun an gehören sie offiziell zum Kreis der erwachsenen Narren.

In den beiden Fotos wird die ausgelassene Seite der Fasnacht fotografisch eingefangen: Es wird gegessen, getrunken, gesungen und geschunkelt – als gäbe es kein Morgen.

erstes Bild
v.l.n.r.
: 1 Lisbeth van den Heuvel (verh. Laule), 2 ??? Fehrenbach, 3 ???, 4 Irma Zepf (verh. Hasenfratz, geb. 1937), 5 ???, 6 Vroni Krauss (verh. Klose), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 Manfred Wagner

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Stadtmusik beim »Städtlefest« in der Kirchstraße, 1998

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Mitten in der Kirchstraße hat die Stadtmusik Aufstellung genommen und spielt beim »Städtlefest« auf. Die Musiker*innen stehen beim Hexenbrunnen, vor ihnen hat sich das Publikum in einem lockeren Halbkreis versammelt. Im Rücken der Kapelle ist die Eisdiele im Haus Stephanie (Kirchstr. 21) zu erkennen.

Ganz still geht es unter den Zuhörer*innen allerdings nicht zu. Während die Erwachsenen dem Konzert folgen, haben einige Kinder offenbar genug vom ruhigen Zuhören und nutzen den Platz lieber zum Herumtoben. Weiter hinten zieht sich die Kirchstraße mit ihren Verkaufsständen und Buden entlang. Dort gibt es Essen und Getränke, Menschen schlendern durch die Straße und bleiben immer wieder stehen.

Das Foto fängt damit sehr schön die Atmosphäre des »Städtlefests« ein: Musik, Begegnungen und der Duft von allerlei Kulinarischem mitten im historischen Ortskern.

Standort des Fotografen: 47.882994, 8.344369

Kommunionkinder des Jahrgangs 1885/86 vor der Kirche, ca. 1895-1900

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Nägele zur Verfügung.

Heute ist ein besonderer Tag. Zehn Mädchen und dreizehn Jungen haben sich vor der katholischen Pfarrkirche St. Michael für ein Erinnerungsfoto aufgestellt. Sie empfangen zum ersten Mal die heilige Kommunion. Ernst und feierlich blicken die Kinder in die Kamera – für viele dürfte es eines der ersten Male sein, dass überhaupt ein Fotograf ein Bild von ihnen anfertigt.

Die Kleidung unterstreicht den festlichen Anlass. Die Mädchen tragen weiße Kleider und Blumenkränze im Haar. Die Jungen sind in dunkle Anzüge gekleidet. Alle Kinder halten Kommunionkerzen in den Händen, die reich mit Blumen, Schleifen und Bändern geschmückt sind.

Die Aufnahme wirkt deutlich älter als die bekannten Kommunionfotos der 1920er-Jahre. Kleidung, Frisuren und auch die Qualität der Fotografie sprechen dafür, dass die Aufnahme bereits um die Jahrhundertwende entstanden ist. Vielleicht ist hier der Jahrgang 1885 (oder 1885/86) zu sehen und das Foto wird Mitte der 1890er-Jahre aufgenommen?

Zum Geburtsjahrgang 1885 (ab 1. April 1885) gehören: Alfons Fürst, Bertha Laufer (später Schwester Leokadia, 1885-1965), Johann Frei, Anna Benz, August Strobel, Rosina Benz, Maria Feser, Johann Baumann, Louise Schreiber, Konrad Nägele (20.05.1885-1960), Anna Mannes, Johann Braun, Ernst Ratzer, Katharina Bausch, Anton Fehrenbach, Augustin Ritter, Bertha Schlenker, Maria Reichart, Johann Frei, Maria Benz, Karl Thoma, Viktor Wölfle, Julius Schmutz, Maria Zepf (geb. Hilpert), Johann Faller, Johann Benz, Eugen Carl Schmelcher, Josefa Juliana Meßmer

Zum Geburtsjahrgang 1886 (bis 1. April 1886) gehören: Bertha Heizmann, Agathe Brugger, Ernst Eugen Schönle, Josef Anton Sauter, Anton Frei, Maria Benz, Amalia Kienzler

Standort des Fotografen: 47.882629, 8.344646

Haus Nägele in der Oberen Hauptstraße, ca. 1922

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Nägele zur Verfügung.

Vor dem Haus Nägele (Obere Hauptstr. 43) hat sich die Familie für ein Erinnerungsfoto versammelt. Auf der Treppe stehen der Landwirt und Steinbruchbesitzer Konrad Nägele (1885-1960) und seine Ehefrau Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-1975). Vier ihrer Kinder sind ebenfalls mit auf dem Bild: Sofie Nägele hält das jüngste Kind auf dem Arm. Insgesamt bringt sie elf Kinder zur Welt. Im Türrahmen steht die Mutter und Großmutter Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853-1932), die seit 1910 verwitwet ist. Einer der älteren Söhne hat sich mit seinem Fahrrad neben der Treppe postiert.

Das Haus befindet sich gerade mitten im Umbau. Ursprünglich ist das Anwesen nur einstöckig. Bereits 1912 wird laut einer im Stadtarchiv erhaltenen Baugenehmigung eine Räucherkammer eingerichtet und über der Wohnstube im Erdgeschoss ein »Frontispiz« aufgebaut. Zehn Jahre später folgt eine wesentlich umfassendere Baumaßnahme: Der bisherige Ökonomiebereich in der rechten Gebäudehälfte wird zu Wohnraum ausgebaut und das gesamte Haus um ein Stockwerk erhöht.

Noch ist die Baustelle deutlich zu erkennen. Große Teile der Fassade sind unverputzt, das Mauerwerk liegt offen. Balken, Gefache und unbehauene Steine zeigen, wie unterschiedlich das Gebäude konstruiert ist. Vielleicht stammt sogar ein Teil der Steine aus dem Nägele’schen Steinbruch.

Zwischen all dem Baustellencharakter gibt es bereits ein Zeichen für das künftige Zuhause: An der Fassade wächst ein frisch gepflanzter Spalierbaum empor. Das Foto hält damit einen Übergang fest – vom alten, einstöckigen Anwesen zu dem vergrößerten Wohnhaus, das für die stetig wachsende Familie dringend mehr Platz bietet.

V.l.n.r.: 1 Konrad Nägele (1885-1960), 2 ???, 3 Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-1975), 4 ???, 5 Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853-1932), 6 ???, 7 ???

Standort des Fotografen: 47.885203, 8.352625

Haus Nägele in der Oberen Hauptstraße, ca. 1912

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Nägele zur Verfügung.

Das Haus Nägele (Obere Hauptstr. 43) trägt noch um die Jahrhundertwende die Adresse »Bei des Mahlers Kreuz« – der Straßenname »Obere Hauptstraße« wird erst später eingeführt. Eine steile Steintreppe führt hinauf zur Haustür. Im Dach sorgt eine kleine Gaube für etwas Licht im Dachgeschoss. Fotografiert ist nur der Wohnteil des Anwesens; rechts schließt sich der Ökonomiebereich mit Scheune, Stall und Schopf an, der auf der Aufnahme nur angeschnitten ist und offenbar mit Holzschindeln versehen ist.

Auf der Treppe steht eine junge Frau, vermutlich Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-1975). Über ihrem dunklen Kleid trägt sie eine helle Schürze. Offenbar hält das Foto einen Moment im Arbeitsalltag fest. Sofie Nägele hatte 1911 Konrad Nägele (1885-1960) geheiratet, der als Landwirt und Steinbruchbesitzer tätig ist. Das Haus ist sein Elternhaus. Nach dem Tod seines Vaters Peter Nägele (1850-1910) am 14. September 1910 und der Heirat wird Konrad Nägele als neuer Eigentümer eingetragen.

Für die junge Familie wird es in dem kleinen Haus bald eng. Denn Konrad und Sofie Nägele bekommen insgesamt elf Kinder. Am 16. Oktober 1912 stellen die Nägeles einen Bauantrag zum Aufbau eines »Frontispitzes« über der Wohnstube. 1922 wird das Gebäude dann grundlegend verändert und um ein durchgehendes weiteres Stockwerk erhöht. Aus dem niedrigen Wohnhaus, das auf diesem Foto noch seinen ursprünglichen Charakter zeigt, entsteht nur zehn Jahre später ein deutlich größeres Anwesen.

Standort des Fotografen: 47.885246, 8.352411

Personengruppe im Gasthaus »Linde«, ca. 1955

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hans-Peter Hepting und Christa Egle zur Verfügung.

In der Gaststube der »Linde« (Obere Hauptstr. 10) ist eine Personengruppe an einem langen Tisch zusammengerückt. Männer und Frauen sitzen beieinander, vor ihnen stehen Bier- und Weingläser sowie Teller. Die Männer tragen Anzug und Krawatte. Man lacht oder schaut erwartungsvoll in die Kamera.

Rechts im Hintergrund befindet sich die Theke. Dort wird »Fürstenberg«-Bier ausgeschenkt. Daneben steht ein Mitarbeiter hinter dem Tresen. Auch der Kachelofen ist zu sehen und vermittelt etwas von der behaglichen Atmosphäre der Gaststube.

V.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Karl Hepting (1893-1973), 3 Josef Bader (1880-1959), 4 Heinrich Kaltenbrunner (1892-1976), 5 Rosa Kaltenbrunner (geb. Fehrenbach, 1896-1977), 6 ???, 7 ???

Standort des Fotografen: 47.884268, 8.346580

Mitarbeiter des Sägewerk Benz vor dem Bürogebäude in der Rötenbacher Straße, ca. 1970

Stadtarchiv

Für das Gruppenfoto haben sich die Mitarbeiter des Sägewerks Benz vor dem Bürogebäude (Rötenbacher Str. 12) versammelt. Man steht dicht gedrängt vor dem Eingang, manche haben auf der Außentreppe Platz genommen. Mit dabei ist auch Firmenchef Peter Benz (1939-2000). Der Aufgang ist mit Blumenkästen geschmückt. Viele Männer tragen Anzug oder Jackett. Nur eine Frau steht mitten unter den Beschäftigten.

Unbeschwert sind diese Jahre für den Betrieb allerdings nicht. Am 24. Juli 1970 zerstört ein Großbrand die Platten- und Kistenfabrikation. Zwei Jahre später, im Herbst 1972, wird die Produktion vollständig eingestellt. Damit endet die Geschichte der Josef Benz A.G., die über Jahrzehnte zu den wichtigsten Arbeitgebern in Löffingen und der Umgebung gehört. Das Foto hält damit eine Belegschaft fest kurz vor dem Ende eines Unternehmens, das das Wirtschaftsleben des Städtchens lange geprägt hat.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Peter Benz, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???
4.Reihe, auf der Treppe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Standort des Fotografen: 47.882484, 8.339865

Mitglieder des Schwarzwaldvereins, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Eine Personengruppe hat es sich im Gasthaus gemütlich gemacht und ist offenbar bester Laune. Man rückt eng zusammen, legt sich gegenseitig die Arme um die Schultern und lacht in die Kamera. Kurios sind die aufgespannten Regenschirme, denn die Männer und Frauen befinden sich in der Gaststube und damit im Trockenen. Jedenfalls sorgen die Schirme sichtbar für Heiterkeit.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Alfred Köpfler, 2 Albert Kienzler (1921-?)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Marta Adrion (geb. Fehrenbach, 1928-2019), 2 Joseph Benitz jun. (1928-2012), 3 Engelbert Straetker (1923-2017), 4 ???, 5 Theo Hasenfratz, 6 Gerhard Maier

Das Foto zeigt eventuell Mitglieder des Schwarzwaldvereins. Seine Aktivitäten bestehen nicht nur aus Wanderungen, dem Erneuern von Wegmarkierungen und dem gemeinsamen Naturerlebnis. Mindestens ebenso wichtig ist das gesellige Beisammensein nach einer Tour oder bei Vereinsabenden. Und wenn die Stimmung stimmt, wird aus dem Wanderverein schnell eine fröhliche Runde.

Das Foto wird vermutlich im Gasthaus »Ochsen« aufgenommen.

Standort des Fotografen: 47.883998, 8.345311

Holzhauer im Wald, 1927

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Für einen Moment ruht die Arbeit im Stadtwald. Die Holzhauer haben sich zwischen den gefällten Stämmen aufgestellt und präsentieren sich dem Fotografen mit ihren Werkzeugen. Äxte, Beile und lange Sägen bestimmen das Bild. Einer der Männer hält ein Sägeblatt in die Kamera. Zwei andere Männer geben gerade vor, zu sägen. Auf ihrem Sägeblatt ist mit heller Farbe zu lesen: »Holzhauer G.W. Löffingen 1927«.

Ganz offensichtlich ist die Szene arrangiert. Die Männer stehen und sitzen so verteilt, dass möglichst jeder gut zu sehen ist. Einige lehnen auf ihren Werkzeugen, andere haben sich auf Baumstämmen niedergelassen. Im Vordergrund kniet ein Waldarbeiter an einer kleinen Kochstelle. Vielleicht wird dort gerade Kaffee gekocht oder eine Mahlzeit warm gemacht – auch die Pause gehört schließlich zum langen Arbeitstag im Wald.

Der Fotograf hat die Umgebung bewusst mit ins Bild genommen. Links ragt ein mächtiger Baum ins Foto, in dessen Stamm ein Beil eingeschlagen ist. Überall liegen Holzreste, Äste und bereits gefällte Stämme. So entsteht nicht nur ein Gruppenporträt der Männer, sondern zugleich ein anschauliches Bild ihres Arbeitsplatzes. Die Aufnahme zeigt eine Arbeitswelt, in der fast alles mit Muskelkraft geschieht. Motorsägen gibt es noch nicht; gefällt, entastet und zerteilt wird mit Axt und Handsäge. Umso stolzer wirken die Holzhauer, als sie für einen Augenblick die Arbeit niederlegen und sich mit ihrem Handwerkszeug ablichten lassen.

1.Reihe: 1 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???
4.Reihe: 1 ???

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Abtransport der Holzkohle im Stadtwald, 1911

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Meiler ist abgebrannt, die Holzkohle ausgekühlt – nun beginnt der Abtransport. Männer stehen auf den hoch beladenen Fuhrwerken und schichten die schwarzen, unregelmäßig gebrochenen Holzkohlestücke möglichst platzsparend auf. Mit Körben wird weiteres Material hinaufgereicht. Die hohen hölzernen Aufbauten der Wagen sorgen dafür, dass von der leichten, aber sperrigen Ladung möglichst viel mitgenommen werden kann.

Nach Tagen der Arbeit am rauchenden Kohlenmeiler ist damit der letzte Abschnitt erreicht. Die Holzkohle staubt und färbt Hände und Kleidung schwarz; beim Umladen knirschen und brechen die spröden Stücke. Vom Kohlplatz im Stadtwald geht es mit den Fuhrwerken zum Löffinger Bahnhof. Dort wird die Ladung erneut umgeschlagen und in Eisenbahnwaggons verladen, um weitertransportiert zu werden.

Über mehrere Generationen betreibt Familie Nägele das Köhlerhandwerk und ist deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Konrad Nägele (1885-1960) gilt als letzter Köhler der Familie. Die beiden Fotos gehören zu einer ganzen Serie, die der Löffinger Buchbinder Anton Rebholz 1911 von der Köhlerei im Stadtwald aufnimmt. Auf den Abzügen sind sie handschriftlich mit den Nummern XIV und XVI bezeichnet. Gerade durch diese Bildfolge lässt sich anschaulich nachvollziehen, wie viel Arbeitsschritte nötig sind, bis aus Holz schließlich verkaufsfertige Holzkohle wird.

Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702