4 Fotos: Erste-Hilfe-Kurs beim Roten Kreuz, 1989

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Im Saal des DRK-Hauses (Bei der Kirche 3) findet ein Erste-Hilfe-Kurs statt. Die meisten Menschen in Deutschland beschäftigen sich mit Themen wie stabiler Seitenlage, Druckverband oder Herzdruckmassage nur im Zusammenhang mit der Führerscheinprüfung – und selbst dann oft eher als lästige Pflicht, um den erforderlichen Nachweis für den Führerschein zu erhalten.

Hier werden neun Frauen deutlich intensiver geschult – wobei die neunte gerade die Patientin mimt und im Krankenbett liegt. Ihr Bein wird fachgerecht verbunden, während die Kursleiterin, die mit dem Rücken zum Fotografen steht, die einzelnen Handgriffe erklärt. Dass eine solche Fortbildung nicht nur lehrreich, sondern auch unterhaltsam sein kann, ist den Frauen anzusehen: Es wird konzentriert gearbeitet, aber auch herzlich gelacht.

Wer erkennt die Frauen?
V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Burgel Gauger, 6 ???, 7 Kerstin Beck, 8 ???
Im Krankenbett liegt ???.

Und wann hast Du Deinen letzten Erste-Hilfe-Kurs gemacht? Statistisch gesehen leisten die meisten Menschen Erste Hilfe nicht irgendwo auf der Straße bei Fremden, sondern im eigenen privaten Umfeld – in der Familie, im Freundeskreis oder in der unmittelbaren Nachbarschaft. Auch deshalb kann es nicht schaden, das Wissen regelmäßig aufzufrischen.

Standort des Fotografen: 47.882379, 8.344979

Jugendspieler des Fußballclub auf dem oberen Rathausplatz, 1990

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Jugendspieler des Fußballclubs haben sich auf dem oberen Rathausplatz mit ihren Trainern und Betreuer*innen versammelt. Vor einem Reisebus posieren sie gemeinsam für ein Erinnerungsfoto, bevor es losgeht. Das Ziel des Vereinsausflugs ist heute nicht mehr bekannt. Besonders ins Auge fällt ein Jugendlicher in der zweiten Reihe, der das Heimtrikot des DFB trägt. Dieses Trikot trägt die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien, als sie den WM-Titel für Deutschland holt.

Vielleicht ist die Fußballbegeisterung jenes Sommers auch unter den Löffinger Nachwuchskickern besonders groß. Der WM-Sieg von Franz Beckenbauers Mannschaft ist auf dem Bolzplatz sicherlich Gesprächsthema Nummer 1. Wer weiß – vielleicht träumt auf diesem Foto der eine oder andere schon von der ganz großen Fußballkarriere.

1.Reihe, hockend, v.l.n.r.: 1 Annette Burgbacher, 2 ???, 3 ???, 4 Thomas Hofmeier, 5 ???, 6 Vinzenco De Rosa, 7 ???, 8 Michael Faller, 9 ???, 10 Robert Ravic, 11 Dejan Schönfeld, 12 Kevin Wiedensohler, 13 ???
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Bertil Weißenberger, 2 Guido Hensler, 3 ???, 4 ???, 5 Bernd Burgbacher, 6 Andreas Weißenberger, 7 ???, 8 Wilhelm Pütz, 9 ???, 10 Daniel Schätzle, 11 ???, 12 ???, 13 ???, 14 Stefan Knöpfle, 15 ???, 16 ???, 17 Torsten Kringe, 18 Thomas Sawetzki, 19 ???, 20 Umit Bilgi, 21 ???, 22 ???

Standort des Fotografen: 47.883814, 8.344831

Ehrung im Clubhaus des Fußballclub, 1973

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Im Clubhaus des Fußballclubs herrscht an diesem Tag geselliges Treiben. Die Mitglieder des Vereins sind dicht zusammengerückt, man sitzt an Tischen, plaudert und verfolgt gespannt das Geschehen in der Mitte des Raumes. An den Wänden hängen Wimpel, Medaillen und Erinnerungsstücke aus der Vereinsgeschichte. Besonders ins Auge fällt ein Bilderrahmen mit Fotografien aus »50 Jahre FC Löffingen« – sichtbarer Ausdruck des stolzen Vereinslebens. Das Clubhaus selbst ist 1960 erbaut und 1968 erweitert worden; längst ist es nicht nur Treffpunkt für Spieler, sondern auch sozialer Mittelpunkt des Vereins.

Seit dem 1. April 1973 gibt es auch neue Pächter in der Clubhaus-Gaststätte: Heinrich und Liesel Scholl haben nach siebenjähriger Tätigkeit an die beiden alten FCLer Franz und Luise Braun übergeben. Im Mittelpunkt des Fotos steht Liesel Scholl (geb. 1925), flankiert von den beiden Vorstandsmitgliedern Norbert Brugger und Gerold Bächle. Ein Präsentkorb und ein Blumenstrauß werden überreicht – ganz offensichtlich wird sie als »gute Seele« des Clubhauses geehrt.

Auf dem Foto sind außerdem u.a. zu sehen: Panagiotis Karvounaris, Helmut Gromann

Standort des Fotografen: 47.883221, 8.350560

5 Fotos: Blutspendeaktion des Roten Kreuzes in der Grund- und Hauptschule, 1982

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Im Klassenzimmer der Grund- und Hauptschule herrscht reger Betrieb. Liege an Liege steht bereit, Helferinnen des Roten Kreuzes kümmern sich routiniert um die Spender*innen, während Ärzte die Untersuchungen und Blutabnahmen durchführen. Nebenan befindet sich das Vesperzimmer, in dem sich die Spender nach der Blutabnahme stärken können. Im Flur ist weiteres medizinisches Equipment untergebracht. Alles ist auf einen reibungslosen Ablauf ausgelegt.

Der Blutspendetermin der Blutspendezentrale Baden-Baden stößt in Löffingen auf große Resonanz. Insgesamt melden sich 212 Personen zur Untersuchung an, 206 werden schließlich zur Blutspende zugelassen. Darunter befinden sich 66 Frauen. Besonders erfreulich: 17 Männer und Frauen spenden an diesem Tag zum ersten Mal Blut.

Wie bei jedem Blutspendetermin ist das Deutsche Rote Kreuz in Löffingen stark gefordert. Unter der Leitung von Bereitschaftsführer Peter Kaiser sind 42 Helfer*innen im Einsatz, darunter auch Mitglieder des Jugendrotkreuzes. Für das leibliche Wohl nach der Spende sorgen Wolfgang Walz und Richard Lehmann. Die Ärzte Gebhard Hecht, ??? Walter, Utz Kraiss und Ayhan Dursunoglu übernehmen die medizinischen Voruntersuchungen.

Standort des Fotografen: 47.882447, 8.347951

8 Fotos: Einschulung der Erstklässler mit Lehrerin Denkel, 1991

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Ernst des Lebens beginnt – doch von Ernst ist auf diesem Foto zunächst wenig zu spüren. Stolz und voller Vorfreude präsentieren die ABC-Schütz*innen ihre bunten Schultüten und nagelneuen Schulranzen. Viele können es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Die Schultüten fallen besonders ins Auge: prall gefüllt mit Süßigkeiten, kleinen Geschenken und nützlichen Dingen für den Schulalltag.

Soeben fand in der Festhalle die Einschulungsfeier statt. Jetzt treten die Kinder auf die Treppenstufen vor der Festhalle – fast wie ein neugewählter Papst auf die Loggia des Petersdoms. Habemus primam classem! Zum ersten Mal präsentieren sie sich der Öffentlichkeit und natürlich dem Fotografen als frischgebackene Erstklässler*innen. Die Kinder des Einschulungsjahrgangs wurden auf zwei erste Klassen aufgeteilt. Hier posiert eine der beiden Gruppen mit ihrer Klassenlehrerin Edith Denkel.

Gleich geht es hinüber zur Grundschule. Dort wartet das Klassenzimmer, der erste Sitzplatz – und der*die neue Tischnachbar*in. Für die Kinder beginnt ein neuer Lebensabschnitt.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???
2.Reihe: 1 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???
6.Reihe: 1 Edith Denkel

Standort des Fotografen: 47.883003, 8.347701

2 Fotos: Mitarbeiter*innen der Volksbank, Fasnacht 1981

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Volksbank am Rathausplatz ist am »Schmutzigen Dunschdig« fest in närrischer Hand. Die Mitarbeiter*innen haben die Schalterhalle mit Luftballons, Girlanden und bunten Papierketten geschmückt und sich selbst ebenfalls ordentlich in Schale geworfen. Von nüchterner Bankatmosphäre ist an diesem Tag wenig zu spüren.

Die Kostüme ergeben ein herrlich buntes Bild: Einige tragen Lederhosen und karierte Hemden, andere erscheinen im Dirndl oder mit Trachtenjanker, Filzhut und Kniestrümpfen. Insgesamt erinnert die Gruppe weniger an Bankangestellte als an eine fröhliche Wandertruppe irgendwo zwischen Schwarzwald und Alpenhütte. Sogar Bankvorstand Walter Kromer (1935-2020) verzichtet heute auf Anzug und Krawatte und schlüpft stattdessen in rustikale Wanderkluft.

erstes Bild
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
2.Reihe, knieend, v.l.n.r.: 1 Alfons Beha (1930-2015), 2 ???, 3 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Jutta Pfefferkorn (1947-2021), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Agnes Beha (geb. Zirlewagen, 1931-1993), 9 Walter Kromer (1935-2020)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Günter Scherer, 2 ???, 3 ???

zweites Bild
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???
2.Reihe, knieend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Walter Kromer (1935-2020)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Jutta Pfefferkorn (1947-2021), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Agnes Beha (geb. Zirlewagen, 1931-1993), 8 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Günter Scherer, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.883691, 8.344817

Stadtmusik, ca. 1920-1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Die Stadtmusik marschiert in geschlossener Formation die Straße entlang. Vorneweg schreiten zwei Männer: links ein Uniformierter mit Mütze, daneben ein Herr im dunklen Frack und mit schwarzem Zylinder. Vermutlich handelt es sich bei ihm um den Dirigenten oder einen offiziellen Vertreter des Vereins. Dahinter folgen die Musiker mit ihren Blechblasinstrumenten. Mitten im Zug ragt der reich geschmückte Schellenbaum empor, der um 1870 von Löffinger Handwerkern gestiftet wurde und bis heute zu den traditionsreichsten Symbolen der Stadtmusik zählt.

Die Musiker tragen einheitliche Uniformen mit Schirmmützen. Die Aufnahme dürfte deshalb nach der Neugründung der Stadtmusik im Jahr 1920 entstanden sein. Ob der Umzug in Löffingen oder auswärts stattfindet, lässt sich nicht eindeutig klären. Die beiden Gebäude im Hintergrund bieten kaum Anhaltspunkte.

Auffällig ist der ernste und disziplinierte Eindruck der Gruppe. Die Musiker marschieren dicht geschlossen, beinahe militärisch geordnet. Darin spiegelt sich noch deutlich die Herkunft des Musikvereins aus Bürgerwehr und Feuerwehrkapelle wider.

Dirigent ist zwischen 1910 und 1933 Rupert Wehrle.

Standort des Fotografen: ???

Stadtmusik, 1884

Stadtarchiv

Streng blickt die Stadtmusik in die Kamera. Die Musiker haben sich ordentlich auf drei Reihen aufgeteilt und präsentieren ihre Instrumente. Vorne sitzen die älteren Mitglieder, dahinter stehen die Bläser mit ihren mächtigen Tuben und Hörnern. In der Mitte ragt der reich verzierte Schellenbaum empor, geschmückt mit Quasten und Metallaufsätzen. Gestiftet wurde er um 1870 von Löffinger Handwerkern.

Die Aufnahme entsteht 1884 – zu einer Zeit also, als es die »Stadtmusik Löffingen« im heutigen Sinne noch gar nicht gibt. Streng genommen zeigt das Foto nicht die Stadtmusik, sondern die Feuerwehrkapelle. Die eigentliche Stadtmusik wird erst am 7. Februar 1920 als eigenständiger Verein gegründet.

Die Wurzeln der Löffinger Musikkapelle reichen jedoch weit zurück. Schon 1608 werden in einem Dokument der Fürstenbergischen Herrschaft Trommler und Pfeifer erwähnt, die dem Aufgebot der Löffinger nach Landsknechtsart voranzogen. 1748 ist bei einer Parade in Donaueschingen erstmals ein Löffinger Musikkorps urkundlich erwähnt. Es bestand aus Musikanten zu Pferd und zu Fuß. Der 6. Juni 1748 gilt deshalb als frühester sicherer Nachweis einer Musikkapelle in Löffingen.

Im Vormärz gründete Bürgermeister Lorenz Ketterer 1829 das Bürgermilitärcorps mit eigener Musikkapelle neu. Weil die Musiker zunächst keine Uniformen besaßen, verweigerten sie sogar die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession. Daraufhin ließ die Stadt kurzerhand 24 blaue Röcke anfertigen. Bereits ein Jahr später erhielten die Musiker Tschakos, weiße Fangschnüre und weitere Uniformteile nach dem Vorbild des Hüfinger Bürgermilitärs. 1849 endete mit der badischen Revolution auch die Geschichte des Bürgermilitärs und der Musikkapelle. Die Musik lebte jedoch weiter: 1863 gründete sich die freiwillige Feuerwehr, deren Kapelle die Tradition fortführte. Genau diese Feuerwehrkapelle ist auf dem Foto zu sehen.

Die Fotografie zeigt eindrucksvoll den Stolz und das Selbstverständnis der Musiker. Fast alle tragen dunkle Anzüge, manche halten ihre Instrumente beinahe wie Trophäen. Zwischen den erwachsenen Männern stehen auch ein paar Jungen – ein früher musikalischer Nachwuchs.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ??? Götz, 2 Josef Sibold, 3 Karl Kuster, 4 Mathias Sibold, 5 Rupert Wehrle, 6 Jakob Fehrenbach, 7 Karl Selb, 8 Johann Beha
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Heizmann, 2 Peter Beha, 3 Karl Zahn, 4 ??? Schaller, 5 Johann Beha, 6 Rupert Hepting, 7 Heinrich Ganter, 8 Justus Benz, 9 Georg Drescher
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Guth, 2 Adolf Limb, 3 Wilhelm Schultheiß, 4 Robert Bausch, 5 Josef Schwörer, 6 Josef Göhry, 7 Josef Selb, 8 Josef Bader

Standort des Fotografen: ???

3 Fotos: Narrengruppe »Weibliche Narrenpolizei« auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1997

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Da reibt sich wohl manch einer die Augen: Man muss schon genau hinschauen, um zu merken, dass hier gar nicht die echte »Weibliche Narrenpolizei« über den oberen Rathausplatz marschiert. Die Kostüme sind perfekt nachgeschneidert, das Auftreten bis ins Detail kopiert. Doch hinter den roten Uniformen, den Lockenperücken und den weißen Handschuhen stecken in Wahrheit Männer.

Eine Narrengruppe hat sich als »Weibliche Narrenpolizei« verkleidet – und nimmt damit augenzwinkernd die seit 1936 existierende Gruppe aufs Korn. Crossdressing gehört schließlich seit jeher zur närrischen Tradition. Ganz perfekt gelingt die Tarnung dann aber doch nicht: Spätestens der eine oder andere Schnurrbart und Bartschatten verrät die Narren.

Standort des Fotografen: 47.884143, 8.345168

Prozession der Stadtmusik und Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, ca. 1942

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich zieht die Prozession durch die Seppenhofer Straße. Vorneweg marschiert die Stadtmusik in dunklen Anzügen und mit Zylindern. Der Klang der Musikinstrumente hallt zwischen den Häusern wider. An der Spitze wird der prächtige Schellenbaum getragen, der um 1870 von den Löffinger Handwerkern gestiftet worden war. Mit seinen Verzierungen, Quasten und kleinen Glöckchen ist er der stolze Blickfang des Zuges.

Hinter der Stadtmusik folgen die Ministranten. Zwar sind sie auf dem Foto nicht zu erkennen, doch ihre Kirchenfahnen und das Prozessionskreuz ragen deutlich über den Zug hinaus. Dahinter schreiten die Kommunionkinder, die nach dem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael gemeinsam zur Kaplanei ziehen. Den Abschluss bildet der Stadtpfarrer.

Die Prozession wirkt auffallend zurückhaltend. Keine Menschenmengen säumen die Straße. Nur vereinzelt stehen Zuschauer*innen am Rand und beobachten den Zug. Es ist Kriegszeit. Zudem ist das öffentliche Bekenntnis zum katholischen Glauben im nationalsozialistischen Staat nicht erwünscht. Vielleicht erklärt das auch, weshalb vergleichsweise wenige Kinder zur Erstkommunion gehen.

Der Blick fällt zugleich auf die Bebauung am unteren Ende der Seppenhofer Straße an der Einmündung zur Unteren Hauptstraße. Dort steht noch das Haus Zepf (Untere Hauptstr. 9). 1945 wird es bei einem Bombenangriff vollständig zerstört. Der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) bleibt hingegen unbeschädigt.

Standort des Fotografen: 47.882303, 8.344076

Narr beim Schießen, Fasnacht ca. 1950-1960

Stadtarchiv

Wenn da mal nicht scharfe Munition drin ist! Ein Fasnachtsnarr ist übermütig geworden und zielt mit seinem Revolver auf eine Kaffeetasse, die er mit ausgestrecktem Arm festhält. Natürlich handelt es sich nur um einen närrischen Spaß – aber die Szene ist so inszeniert, als gehe es um Leben und Tod. Der Mann grinst verschmitzt unter seinem angeklebten Schnurrbart hervor. Zur Verkleidung gehören außerdem eine künstliche Nase, eine auffällige Brille und eine karierte Schirmmütze.

Auf der Rückseite des Fotos steht handschriftlich notiert: »Noch ein Fasnetgruß. Eben schieß ich mit Revolver auf meine Kaffeeschüssel.« Die humorvolle Aufnahme entsteht in einer Gaststube oder einem Wohnzimmer. Vielleicht handelt es sich bei dem Mann um Lehrer Karl Ehret (1897-1974), der 23 Jahre lang als Pädagoge in Löffingen wirkte? Ganz sicher scheint nur: Zur Fasnacht darf man für einen Augenblick jemand anderes sein: auch ein Revolverheld.

Standort des Fotografen: ???

7 Fotos: Prozession der Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, 1988

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es ist »Weißer Sonntag«. Die Kommunionkinder versammeln sich in der Kaplanei in der Seppenhofer Straße, bevor sie gemeinsam zur katholischen Pfarrkirche St. Michael ziehen. Für die Kinder ist es ein großer Festtag. Herausgeputzt stehen sie bereit: die Jungen in dunklen Anzügen mit Fliege oder Krawatte, die Mädchen in weißen Kleidern mit Schleiern, Spitzenhandschuhen. Sie alle tragen ihre Gebetbücher und kunstvoll verzierte Kommunionkerzen.

Angeführt wird die Prozession von der Stadtmusik. Dahinter marschieren die Ministranten in ihren roten Messgewändern. Mädchen als Ministrantinnen gibt es noch nicht. Die Kommunionkinder folgen paarweise und nach Geschlechtern getrennt. Für viele ist es der erste große öffentliche Auftritt im kirchlichen Leben. In diesem Jahr sind die Jungs klar in der Überzahl: 13 Jungs, aber nur acht Mädchen gehen heute zur ersten heiligen Kommunion.

Auffällig leer wirkt die Prozessionsstrecke. Nur wenige Passanten und einige Fotografen säumen die Seppenhofer Straße. Die meisten Angehörigen haben ihre Plätze bereits in der Kirche eingenommen und warten dort auf den feierlichen Einzug. So gehört die Straße für einen kurzen Moment ganz den Kindern, den Ministranten und den Klängen der Stadtmusik.

Am Ende des Zuges folgt Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013). In der Pfarrkirche wird er den Kindern später zum ersten Mal die heilige Kommunion spenden. Für die Familien ist es ein bedeutender Tag, der mit Festessen, Kaffee und Kuchen weitergehen wird. Viele der weißen Kleider und kleinen Anzüge werden danach sorgfältig aufbewahrt – als Andenken an einen Tag zwischen kindlicher Aufregung und katholischer Festtradition.

Bild 1
Bei der Stadtmusik sind u.a. Dirigent Bernhard Holzer (Bräunlingen), Bernhard Adrion (Trommel), ??? (Trommel), ??? Birkenberger (Trommel), Joe Kuttruff (Trommel), Mathias von Dungen, Paul Wolber zu sehen.

Bild 2
Bei den Ministranten sind u.a. Christoph Käfer zu sehen.

Bild 3
Zu sehen sind u.a. Thorsten Zahn, Matthias Effinger

Bild 4
Zu sehen sind u.a. Björn Wölfle, Frank Thoma, Andreas Köpfer, Nils Frei

Bild 5
Zu sehen sind u.a. Michael Bader, Volker Knöpfle

Bild 6
Zusehen sind u.a. Julia Willmann, Karin Bausch, Claudia Knöbel (verh. Oschwald).
Bei den Ministranten sind Andreas Feser und Sascha Knöpfle zu sehen.

Bild 7
Bei den Ministranten sind Michael Köpfer, Philipp Krämer, Konrad Isele und Christoph Wehrle zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882282, 8.344141