2 Fotos: Schulausflug zum Feldberg mit Lehrer Schlachter, 1949

Sammlung Familie Waßmer

Auf einer Wiese am Feldberg rücken die Schüler*innen für die Erinnerungsfotos eng zusammen. Einige sitzen im Gras, andere suchen weiter oben am Hang noch einen Platz. Mittendrin sind Lehrer Emil Schlachter und weitere erwachsene Begleitpersonen zu sehen. Die große Zahl der Kinder und ihre unterschiedlichen Altersstufen lassen vermuten, dass mehrere Schulklassen gemeinsam unterwegs sind.

Für die Mädchen und Jungen ist der Ausflug in den Hochschwarzwald sicherlich ein besonderes Erlebnis. Gemeinsam geht es hinauf auf den Feldberg, wo Zeit zum Wandern, Spielen und Ausruhen bleibt. Dass beim Gruppenfoto nicht alle stillhalten, versteht sich beinahe von selbst: Manche blicken ernst in die Kamera, andere lachen, reden miteinander oder schneiden Grimassen.

Wo genau die beiden Aufnahmen entstehen, ist nicht sicher. Das geschindelte Gebäude im Hintergrund ist weder der »Feldberger Hof« noch das Caritas-Haus. Fest steht nur: Für einen Augenblick versammelt sich hier eine große Löffinger Schülerschar – und bewahrt die Erinnerung an einen gemeinsamen Ausflugstag im Sommer 1949.

oberes Bild
Zu sehen sind u.a.

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1.Reihe, v.l.n.r.:
2.Reihe, v.l.n.r.:
3.Reihe, v.l.n.r.:
4.Reihe, v.l.n.r.:
5.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: Feldberg

Ausflug des Kirchenchores zum Feldberg, 1. August 1937

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Eng gedrängt stellt sich der katholische Kirchenchor vor dem Bismarckdenkmal auf dem Feldberg zum Erinnerungsfoto auf. Das aus Bruchsteinen errichtete Monument mit dem Bildnismedaillon Bismarcks stammt aus den Jahren 1895/96. Für einen Augenblick halten alle still – nach dem Aufstieg und vor dem gemeinsamen Rückweg.

Der Ausflug beginnt am Morgen um 9 Uhr mit der Bahnfahrt nach Bärental. Von dort wandert die Gruppe hinauf zum »Feldberger Hof«. Die Chronik des Kirchenchores schwärmt vom »sommerfrohen Wandern«, von blühenden Wiesen, einsamen Bauernhöfen und dem Wechselspiel zwischen bunten Blumen und dunklen Tannen. Im Gasthaus wartet bereits ein reichliches Mittagessen, dessen Kosten vom Stadtpfarrer und der Kirchenkasse übernommen werden.

Nach dem Essen singt das Löffinger Quartett bestehend aus Julius Limb, Hermann Ganter, Fritz Seilnacht und Albert Benitz, anschließend stimmt der ganze Chor ein. Danach geht es weiter zum Aussichtsturm und zum Bismarckdenkmal. Auf dem Berggrat eröffnet sich ein weiter Blick über den Schwarzwald.

Für einige gestaltet sich der Rückweg besonders bequem: Sie ergattern in einem Lastwagen einen, wie es die Chronik scherzhaft nennt, »feudalen Stehplatz«. Am Abend klingt der Ausflug im Gasthaus »Adler« bei Chormitglied Fritz Seilnacht aus.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Johanna Ganter (verh. Rebholz), 3 Hermann Ganter, 4 ???, 5 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 August Limb, 11 ???
3.Reihe: 1 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 Albert Benitz, 10 ???, 11 ???

Standort des Fotografen: Feldberg

Narrengruppe vor dem Gasthaus »Löwe«, Fasnacht 1934

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Am »Fasnet Mändig«, dem 12. Februar 1934, stellt sich eine bunt zusammengewürfelte Narrengruppe vor dem Gasthaus »Löwe« zum Erinnerungsfoto auf. Die Fasnacht steht in diesem Jahr unter dem Motto »Internationaler Zirkus«. Dazu passen die drei Clowns, die vorne in gemusterten Gewändern mit großen weißen Rüschenkragen hocken.

Dahinter stehen vier erwachsene Männer. Zwei von ihnen tragen Frauenkleidung – ein bei der Fasnacht beliebtes Spiel mit Rollen und Geschlechterbildern, das man heute als »Cross-Dressing« bezeichnen würde. Auch zwei Kinder gehören zur Gruppe: Eines sitzt auf einem Schaukelpferd, das andere schiebt einen Kinderwagen.

1.Reihe, hockend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ??? (Kind), 4 ???, 5 ??? (Kind), 6 ???

Am linken Bildrand lehnt ein abenteuerlich anmutendes Gefährt mit zwei großen Rädern an der Hauswand. Vielleicht wurde es eigens für eine akrobatische Darbietung im »Internationalen Zirkus« gebaut. Welche Kunststücke damit vorgeführt werden, ist leider nicht überliefert.

Standort des Fotografen: 47.883856, 8.344957

2 Fotos: Kindergruppe auf der Fasnachtsbühne, Fasnacht 1965

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Mitten auf der Fasnachtsbühne ist eine Schar Kinder in die Hocke gegangen. Offenbar führen sie gerade einen Tanz oder ein kleines Spiel auf. Auf dem oberen Rathausplatz wird heute »Kinderfasnet« gefeiert. Hinter der Bühne verfolgen erwachsene Närrinnen und Narren in ihren Kostümen die Darbietung. Über allem wacht die »große Hexe«. Der Hexenwagen ist neben der Bühne abgestellt. Für die Kinder dürfte sie zugleich furchteinflößend und faszinierend wirken.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???

Am linken Bildrand ist die »alte Sonne« zu erkennen. Das frühere Gasthaus ist zum Rathausplatz hin eingerüstet, seine Fassade wird gerade renoviert. Doch das Gebäude hat keine lange Zukunft mehr: Wenige Jahre später fällt die Entscheidung für den Abbruch. Im Januar 1973 wird die »alte Sonne« abgerissen.

Standort des Fotografen: 47.883873, 8.344745

Teilnehmerinnen eines VHS-Kurses in der Touristinformation, 1991

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Stolz stellen sich die Hobbykünstlerinnen zwischen ihren Arbeiten zum Gruppenfoto auf. An den Wänden hängen selbst gefertigte Kleidungsstücke, Bilder und weitere Werke, die im Rahmen mehrerer Kurse der Volkshochschule entstehen. Eine Teilnehmerin hält eine Puppe in den Händen. Mit dabei sind die Kursleiterinnen Gabi Koberski und Maria Büchele.

Die Ausstellung in den Räumen der Touristinformation findet großen Anklang: Mehr als 700 Besucher*innen kommen, um die Arbeiten zu betrachten. Damit zeigt sich, wie viel Kreativität in den VHS-Kursen freigesetzt wird – und wie groß das Interesse an den Ergebnissen ist.

Die Ausstellung dient zugleich einem guten Zweck. Schwester Ingeborg nimmt eine Spende für die Missionsarbeit in Brasilien entgegen. So verbindet sich die Freude am gemeinsamen Gestalten mit der Unterstützung eines sozialen Projekts.

V.l.n.r.: 1 Rosmarie Jarvers, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 Luise Winkler (1930-2010), 12 Schwester Ingeborg, 13 Maria Büchele, 14 Gabi Koberski

Standort des Fotografen: 47.884069, 8.345665

Johanna Ganter mit drei Mädchen in der Alenbergstraße, Fronleichnam 1943

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Festlich gekleidet stehen Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003) und drei Mädchen in der Alenbergstraße. Hinter ihnen ist der Blumenteppich zu erkennen, der anlässlich der Fronleichnamsfeier gelegt wird. Für das Erinnerungsfoto haben sich die vier am Straßenrand aufgestellt.

Die Mädchen tragen helle Kleider. Bei den beiden älteren könnte es sich um Erstkommunikantinnen handeln, die an der Prozession teilnehmen. Es sind Kinder aus der Nachbarschaft.

V.l.n.r.: 1 Luise Vogelbacher (verh. Winkler, 1930-2010) mit 2 ???, 3 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), 4 Maria Vogelbacher (verh. Kaufmann, 1931-2022)

Standort des Fotografen: 47.885877, 8.343557

Stadtmusik im Gasthaus XXX, ca. 1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Die Instrumente sind beiseitegelegt, nun wird angestoßen. Musiker der Stadtmusik sitzen in ihren Uniformen an langen Tischen und stärken sich bei Bier und anderen Getränken. Die Gaststube ist holzvertäfelt. Gerahmte Bilder schmücken die Wände; eines zeigt eine Frau in Schwarzwaldtracht. Es handelt sich um Werbung der Brauerei Rothaus. Bierflaschen, Gläser und Aschenbecher stehen auf den Tischen.

Wo die Aufnahme entsteht, ist nicht bekannt. Vielleicht kehren die Musiker nach einem Auftritt in einem Löffinger Gasthaus ein. Möglich ist aber auch, dass das Foto auswärts aufgenommen wird und man sich vor der Rückfahrt nach Hause noch einmal gemeinsam stärkt.

Zu sehen sind u.a. August Limb, Franz Rappenegger, Edmund Jordan, Johann Fehrenbach (»Veri Johann«), Konrad Sibold, Johann Beha.

Standort des Fotografen: ???

Jugendspieler des Fußballclub auf dem oberen Rathausplatz, 1993

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Dicht gedrängt stellen sich die Jugendspieler des Fußballclubs mit ihren Trainern auf dem oberen Rathausplatz zum Gruppenfoto auf. Statt Fußballtrikots tragen sie Freizeitkleidung. Sporttaschen sind keine zu sehen. Im Hintergrund steht das Gasthaus »Ochse«.

Offenbar geht es heute nicht auf den grünen Rasen, sondern auf Reisen. Die Jungen warten auf die Busse, die sie zu einer gemeinsamen Ausflugsfahrt abholen. Für viele gehört eine solche Unternehmung zu den Höhepunkten des Vereinsjahres: Gemeinsam unterwegs zu sein, stärkt den Zusammenhalt mindestens ebenso wie Training und Wettkampf. Wohin die Reise führt, ist leider nicht überliefert.

1.Reihe, hockend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Nils Frei, 4 ??? Ganter, 5 Torsten Zahn, 6 ???, 7 ???, 8 Konrad Krämer, 9 ???, 10 Fritz Autenrieth (Dittishausen)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Thomas Pfaff, 3 ???, 4 Dominik Ikic, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Daniel Egy, 9 Denis Leber, 10 Martin Lauble (Reiselfingen), 11 ???, 12 Bertil Weißenberger, 13 Volker Egy
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.883917, 8.344833

Fronleichnamsprozession in der Demetriusstraße, 1939

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Der Kirchenchor biegt beim Haus Fürst (Demetriusstr. 5) in die Demetriusstraße ein. Frauen und Männer gehen in festlicher Kleidung, die Frauen tragen Hüte, die Männer schwarze Anzüge. Hinter ihnen folgen die Ministranten mit Kreuz und Fahnen sowie die Erstkommunikantinnen in ihren weißen Gewändern. Gemeinsam tragen sie eine Girlande aus Reisig.

Ende der 1930er Jahre ist die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession keine Selbstverständlichkeit mehr. Die kirchenfeindliche Haltung des NS-Regimes macht sich auch in Löffingen bemerkbar. Zwischen der katholischen Kirchengemeinde und der Stadtverwaltung kommt es zu Auseinandersetzungen über die Streckenführung. Die Prozession darf nicht mehr wie früher durch die Hauptstraße ziehen und wird auf Seitenstraßen verwiesen. Zugleich nimmt die Zahl der Teilnehmer*innen ab. Wer mitgeht, bekennt sich sichtbar zum katholischen Glauben und zum katholischen Milieu.

Auffällig ist, dass vor dem Haus Fürst jeder Festschmuck fehlt. Keine »Maien« sind in das Hofpflaster gesteckt, um den Weg der Prozession mit jungem Grün zu säumen. Das dürfte kein Zufall sein: Schmiedemeister Otto Fürst gilt als »alter Kämpfer« der nationalsozialistischen Bewegung. Bereits am 1. November 1930 trat er der Löffinger NSDAP-Ortsgruppe bei (Mitgliedsnummer 358.280). Aus seiner antiklerikalen Haltung macht Fürst keinen Hehl. Schon 1928 warf er die Fensterscheiben des Pfarrhauses ein. 1934 beteiligte er sich an der Vertreibung von Stadtpfarrer Guido Andris. Aus der katholischen Kirche trat er aus.

Bei den Mitgliedern des Kirchenchores sind u.a. zu sehen: Julius Limb, Hermann Ganter, Ernst Meßmer, Albert Benitz.

Standort des Fotografen: 47.884332, 8.344581

2 Fotos: Handharmonikaspielring im Gasthaus »Traube«, 1993

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Mitglieder des Handharmonikaspielrings sind zur Generalversammlung im Gasthaus »Traube« zusammengekommen. Nach der Sitzung stellt sich eine Gruppe für den Fotografen auf – vermutlich der Vorstand oder ein Teil der besonders aktiven Vereinsmitglieder. Man sitzt und steht dicht beieinander in der Gaststube, zwischen gedeckten Tischen und gemusterten Vorhängen. Im Hintergrund ist ein Zigarettenautomat zu erkennen.

Der Handharmonika-Spielring blickt inzwischen auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Bereits 1936 wurde in Löffingen erstmals ein Verein gegründet. Nach Krieg und finanziellen Schwierigkeiten kam es 1957 im Gasthaus »Hirschen« in Seppenhofen zur Wiedergründung als »Handharmonika-Spielring Löffingen, Seppenhofen und Reiselfingen«. Seit 1968 trägt der Verein den Namen »Handharmonika-Spielring Löffingen und Umgebung«.

1993 ist der Verein breit aufgestellt. Es gibt ein Konzertorchester, ein Seniorenorchester und ein Jugendorchester. Damit reicht das musikalische Leben von den älteren Spieler*innen bis zum Nachwuchs. Erster Vorsitzender des Vereins ist Heinrich Wider und Dirigent des Orchesters ist Egon Oschwald. Die beiden prägen den Verein seit Jahrzehnten und sind auch auf diesem Foto zu sehen.

Die Aufnahme erzählt weniger von einem großen Bühnenauftritt als vom Vereinsalltag: von Sitzungen, Wahlen, Probenarbeit und den vielen Menschen, die im Hintergrund Verantwortung übernehmen. Ohne solche Abende gäbe es keine Konzerte, keine Jugendarbeit und keinen Applaus des Publikums.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Marianne Brugger, 2 Bernadette Furtwängler, 3 ???, 4 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Erster Vorsitzender Heinrich Wider, 2 Achim Schropp, 3 Steffen Hofmann, 4 Franz Scholz, 5 ???, 6 Dirigent Egon Oschwald

Standort des Fotografen: Seppenhofen

Familie Glunk bei der Heuernte im »Breitenfeld«, 1962

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Glunk zur Verfügung.

Die Heuernte ist in vollem Gang. Auf dem Feld im Gewann »Breitenfeld« wird das getrocknete Gras zusammengerecht und auf den Wagen geladen. Ein Traktor steht bereit, dahinter türmt sich das Heu bereits hoch auf. Oben auf dem Wagen steht jemand und verteilt die Ladung, damit möglichst viel darauf passt und nichts herunterfällt.

Alle helfen mit. Mit Rechen und Heugabeln wird das Heu zusammengetragen, aufgeladen und festgestampft. Die Arbeit ist mühsam und schweißtreibend, zumal das Feld nicht gerade vor der Haustür liegt. Das landwirtschaftliche Anwesen der Familie Glunk befindet sich im Maienland, das »Breitenfeld« dagegen am anderen Ende der Löffinger Gemarkung.

Am Rand steht eine Kurgästin mit Fotoapparat und schaut zu. Für sie ist die Heuernte offenbar ein interessantes Motiv, vielleicht sogar ein Stück ländlicher Idylle. Für Familie Glunk hingegen ist es vor allem Arbeit, bei der jede helfende Hand gebraucht wird. Das Foto selbst wird von einem anderen Zuschauer aufgenommen – vielleicht ebenfalls einem Kurgast? Private Farbfotografien sind Anfang der 1960er Jahre noch eine Seltenheit.

Standort des Fotografen: 47.871834, 8.369776

Kirchenchor bei einem Ausflug in St. Blasien, 17. August 1947

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Zwei Jahre nach Kriegsende unternimmt der Kirchenchor der katholischen Pfarrgemeinde einen gemeinsamen Ausflug. Ziel ist St. Blasien. Vor der mächtigen Fassade des Doms stellt sich die Gruppe auf den Treppenstufen zum Erinnerungsfoto auf. Zwischen den hohen Säulen wirken die Sänger*innen beinahe klein. Vor der eindrucksvolle Kulisse stehen sie dicht gedrängt beieinander, vorne die Frauen in hellen Sommerkleidern und Schürzen, dahinter die Männer in Anzügen. Zwei Fahnen ragen über die Gruppe hinaus.

Noch ist die Nachkriegszeit überall spürbar. Vieles ist knapp, Reisen sind keineswegs selbstverständlich. Umso besonderer dürfte dieser Ausflug für die Chormitglieder sein: einmal herauskommen aus dem Alltag, gemeinsam unterwegs sein, singen, beten, miteinander Zeit verbringen.

Über dem Portal hängt ein festlich geschmücktes Banner mit Reisiggirlanden: »Gott segne das ehrbare Handwerk«. Darüber prangt die Zahl »25«. Offenbar findet in St. Blasien zur gleichen Zeit eine Feier des Handwerks statt. Welches Jubiläum damit genau gemeint ist, lässt sich dem Foto nicht entnehmen.

Standort des Fotografen: St. Blasien