Männergesangsverein in der Festhalle, August 1984

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Bühne der Festhalle ist festlich geschmückt. Vorne ein Blumenmeer, darin kleine Fähnchen mit dem Roten Kreuz – ein deutlicher Hinweis auf den Anlass: 75 Jahre DRK-Ortsgruppe Löffingen. Darüber spannt sich ein großes Banner, das das Jubiläum weithin sichtbar macht.

In Reih und Glied stehen die Sänger des Männergesangsvereins »Eintracht«. Dunkle Sakkos, weiße Hemden, in den Händen die Notenblätter. Der Dirigent wendet dem Publikum den Rücken zu, hebt die Arme – ein Einsatz, und der Chor setzt ein. Die Männer schauen konzentriert auf ihre Blätter oder zum Dirigenten.

Das Festbankett in der Festhalle wird vom Männergesangsverein musikalisch umrahmt. Unter der Leitung von Dirigent Berthold Ganter erklingen Lieder wie die »Waldandacht«, »Brüder reicht die Hand zum Bunde« und der »Slowenische Weintanz«. Besonders glänzt dabei Solosänger Josef Beha. Es werden Lieder dargeboten, die Gemeinschaft beschwören – passend zu einem Jubiläum, das ganz im Zeichen des Ehrenamts und des Zusammenhalts steht.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Bruno Schwanz, 2 Josef Wölfle, 3 Erich Meier, 4 Hans-Jürgen Schweizer (1941-2021), 5 Josef Willmann, 6 Fritz Strobel, 7 Wilhelm Willmann, 8 Josef Beha
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Gerhard Scholz (verdeckt), 3 Gerhard Meier, 4 Ewald Sibold, 5 Walter Nägele, 6 Adolf Gnädinger, 7 ???, 8 ???

Standort des Fotografen: 47.882932, 8.347874

2 Fotos: Training beim Fußballclub auf dem Sportplatz, 1974

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Ein Kreis aus Spielern, (fast) jeder mit einem Ball vor den Füßen. Die Hände in die Hüften gestützt, die Blicke auf den Mann in der Mitte gerichtet. Es ist Trainingszeit auf dem Sportplatz – vermutlich an einem gewöhnlichen Wochentag, vielleicht am Abend, wenn die Arbeit getan ist. Der Trainer erklärt eine Übung. Noch wird nicht gespielt, noch wird zugehört. Die Spieler stehen locker im Kreis, in Trainingsanzügen, kurzen Hosen und Stutzen. Im Hintergrund ein Tor, dahinter die noch jungen Bäume und vereinzelte Häuser. Der Platz wirkt gepflegt, vielleicht sogar frisch hergerichtet.

Das Bild stammt von einem Lokalreporter – es muss also einen Anlass geben, dass heute fotografiert wird. Wurde der Rasenplatz saniert? Steht ein wichtiges Spiel bevor? Oder soll einfach die Mannschaft einmal für die Zeitung festgehalten werden?

Wer sind die Spieler, die hier im Kreis stehen? Welche Mannschaft trainiert hier? Wer ist der Trainer in der Mitte? Ist es vielleicht Rudi Daubner?

Standort des Fotografen: 47.882773, 8.350708

Trauerfeier in der Pfarrkirche, 1942

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

In der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist der Altarraum in ein dichtes Blumenmeer verwandelt. Zahlreiche Gestecke umgeben eine erhöhte Mitte, aus der Kerzen und ein Kruzifix aufragen. Zwischen den Blumen ist das Porträt eines jungen Mannes aufgestellt – im Zentrum des stillen Gedenkens.

Es handelt sich um ein Seelenamt, eine feierliche Totenmesse. Ob sich unter dem Blumenschmuck ein Sarg befindet oder lediglich eine Tumba (eine Sargattrappe) aufgebaut ist, lässt sich auf der Aufnahme nicht eindeutig erkennen. Auffällig ist, dass der Mann auf dem Foto Zivilkleidung und keine Soldatenuniform trägt. Auch die Gestaltung der Trauerfeier entspricht nicht den üblichen Formen für Kriegsgefallene, die fern der Heimat bestattet werden und denen oft mit schlichteren Symbolen – etwa einem einfachen Feldkreuz – gedacht wird. Alles spricht dafür, dass es sich um einen zivilen Todesfall handelt.

Möglicherweise wird hier Karl Friedrich Meßmer (1903-1942) betrauert. Geboren wurde er am 28. Mai 1903 als Sohn des »Linde«-Gastwirts Ernst Meßmer und dessen Ehefrau Josefine Meßmer (geb. Benitz). Seit Kindertagen litt er an Rachitis, der »englischen Krankheit«, wie es damals heißt. Als lediger Sohn arbeitet er im elterlichen Betrieb mit. Nach einer schweren Verletzung, die ihm ein Ochse zufügt, stirbt er am 10. August 1942 im Alter von 39 Jahren.

Ob es sich tatsächlich um die Trauerfeier für Karl Friedrich Meßmer handelt, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Das Foto hält einen Moment intensiver Anteilnahme fest – eine Gemeinde, die sich inmitten des Kriegsjahres 1942 versammelt, um einem ihrer Angehörigen die letzte Ehre zu erweisen.

Standort des Fotografen: 47.882539, 8.344539

Frühjahrsfest im Kindergarten, ca. 1957

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Im Kindergarten (Bahnhofstr. 9) wird ein Frühlingsfest gefeiert. Die Tische sind liebevoll dekoriert: Kleine bemalte Ostereier, aus denen zarte Zweige mit ersten Blüten herausragen, schmücken die Mitte. Alles deutet darauf hin, dass Ostern kurz bevorsteht.

Die Kinder sitzen dicht an den Tischen und tragen verschiedene Kostüme – vielleicht führten sie zuvor ein kleines Theaterstück auf. Zu den Kindern hinunter beugt sich Schwester Ediltrudis (1914–2004). Die Ordensfrau ist an ihrer Spitzhaube gut zu erkennen. Sie gehört dem Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul an, den sogenannten Vinzentinerinnen.

Schwester Ediltrudis wurde am 26. Mai 1954 nach Löffingen versetzt und arbeitet seitdem im Kindergarten in der Bahnhofstraße. Für zahlreiche Kinder des Städtchens gehört sie zum festen Bestandteil ihrer frühen Kindheit.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Karin Empel, 4 ???, 5 Renate Adrion (verh. Schelb, geb. 1952), 6 Schwester Ediltrudis (1914-2004), 7 Anni Kühn (verh. Hauger, geb. 1952), 8 Otmar Heiler (geb.1952)

Standort des Fotografen: 47.885578, 8.341115

3 Fotos: »Bunter Abend« in der Festhalle, Fasnacht 1982

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zur Fasnacht 1982 lädt der Turnerbund in die Festhalle zum traditionellen »Bunten Abend« ein. Unter dem Motto »Talent-Schuppen« erwartet die Besucher*innen ein rund dreieinhalbstündiges Programm, das mit Musik, Tanz und humorvollen Einlagen für beste Unterhaltung sorgt.

Auf der Bühne wechseln sich verschiedene Gruppen mit ihren Darbietungen ab. Zu sehen sind hier (vermutlich) Turnerinnen unter der Leitung von Ute Kaiser. Sie präsentieren eine »Skigymnastik nach herkömmlicher und moderner Art, à la Rock’n’Roll«, wie es später in der Lokalpresse heißt. In bunten Kostümen und mit schwungvollen Bewegungen tanzen sie über die Bühne und sorgen für viel Applaus im Saal.

Für die passende musikalische Begleitung sorgt eine Rockband, die ordentlich Stimmung macht. Mit Sonnenbrillen, Jeans- und Lederjacken geben sich die Musiker betont lässig und liefern den Soundtrack zu den Tanzeinlagen.

Wer erkennt die Musiker der Rockband? Und wer sind die Turnerinnen?

erstes Bild
V.l.n.r.:
1 Clemens Jordan, 2 Johannes Winkler, 3 Ferdinand Riegger, 4 Rainer Zepf

Standort des Fotografen: 47.882924, 8.347869

4 Fotos: Klassentreffen des Jahrganges 1937/38 im Gasthaus »Ganterbräu«, 1981

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

30 Jahre nach ihrer Schulentlassung aus der Volksschule kommt der Jahrgang 1937/38 zu einem Klassentreffen zusammen. Treffpunkt ist das Gasthaus »Ganterbräu«, dessen gemütliche Stube an diesem Abend ganz im Zeichen der Erinnerung steht. An den zusammengestellten Tischen sitzen die ehemaligen Klassenkamerad*innen beisammen, vor sich Bier oder Wein.

Die Stimmung ist gelöst. Man lacht, erzählt und versucht, die vielen gemeinsamen Erinnerungen wieder hervorzuholen: Schulstreiche, Anekdoten von Lehrer*innen, der erste Arbeitsplatz oder die Jugendjahre. Einige haben sich seit Jahren nicht mehr gesehen, andere treffen sich häufiger. Heute versucht man, aus vielen einzelnen Lebenswegen wieder eine gemeinsame Geschichte zu stricken.

erstes Bild
V.l.n.r.:
1 Klaus Benitz (1938-2015), 2 Walter Zeller, 3 Heinz Egle (1937-2025), 4 ??? (verdeckt), 5 ???, 6 Marianne Guth, 7 Fritz Wohlfarth (»s’Gäule«), 8 ??? Wohlfarth, 9 Rita Willmann, 10 Christel Jahndel (geb. Werne), 11 Irma Fritsche (geb. Benz)

zweites Bild
V.l.n.r.:
1 Klaus Benitz (1938-2015), 2 Heinz Egle, 3 Fritz Wohlfarht (»s’Gäule«), 4 ??? Wohlfarth, 6 Rita Willmann, 7 Marianne Guth, 8 Christel Jahndel (geb. Werne)
Neben dem Tisch steht Paul Bugger, der nicht zum Jahrgang gehört, aber gerade im »Ganterbräu« ist.

drittes Bild
V.l.n.r.:
1 Christel Jahndel (geb. Werne), 2 Rolf Fehrenbach, 3 Irma Fritsche (geb. Benz), 4 Anni Zumstein (geb. Fehrenbach), 5 ???, 6 Eugen Beha (1938-2003), 7 Adolf Heiler

viertes Bild
V.l.n.r.:
1 Irma Fritsche (geb. Benz), 2 Anna Zumstein (geb. Fehrenbach), 3 Eugen Beha (1938-2003), 4 Adolf Heiler, 5 ???

Standort des Fotografen: 47.884365, 8.345635

Fußball-Grümpelturnier der BSG Studer-Revox, Juni 1981

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Betriebssportgemeinschaft (BSG) der Firma Studer-Revox richtet ihr 7. Fußball-Grümpelturnier aus. Das Turnier entwickelt sich zu einem großen Ereignis: 35 Mannschaften, darunter auch vier Damenmannschaften, treten an. Gespielt wird über drei Tage hinweg auf den Sportflächen der Firmen Studer-Revox und Hogg. Mehr als 200 Zuschauer*innen verfolgen die Spiele und feuern ihre Mannschaften an.

Auf dem Foto posieren nach dem Turnier die beiden bestplatzierten Mannschaften der nichtaktiven Spieler für ein Erinnerungsbild. In der hinteren Reihe stehen die Sieger vom Automobilclub Löffingen (ACL), die sogenannten »ACL-Kicker«. In der vorderen Reihe knien die Zweitplatzierten von der Papierfabrik Neustadt. Das Finale der beiden Mannschaften war spannend: Erst in der Verlängerung fiel die Entscheidung. Mit einem 1:0-Sieg sicherten sich die »ACL-Kicker« den Wanderpokal.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hans Waldvogel, 2 Mario Haselwander, 3 Mike ???, 4 A. Rashiti, 5 Heinrich Braun, 6 Wilfried Tröndle (1946-2017), 7 Wolfgang Dieterle, 8 Subhi Ibrahim (?-2013)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Richard Kaltenbach (1951-2012), 2 Willi Fürderer (Dittishausen), 3 Konrad Benz, 4 Horst Sibold, 5 Herbert Kienzler, 6 Wolfgang Benz, 7 Bertil Weißenberger

Nach den Spielen verlagert sich das Geschehen in die Werkskantine, die bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Bei der anschließenden Siegerehrung werden Preise im Gesamtwert von 905 DM vergeben

Standort des Fotografen: 47.885009, 8.354101

Kommunionkind Joachim Laufer mit seiner Familie, 1941

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Vor dem Hauseingang hat sich eine Familie dicht gedrängt für ein Erinnerungsfoto versammelt. Mittig in der vorderen Reihe steht das Kommunionkind, dessen großer Tag hier im Kreis der Familie festgehalten wird. Der Junge trägt einen dunklen Anzug mit weißem Hemdkragen und hält seine Kommunionkerze in der Hand.

Das Kommunionkind ist Joachim (»Jockele«) Laufer (1932-2014), Sohn von Wilhelm Laufer (1897-1958) und Emilie Laufer (geb. Berger, 1904-?). Hinter den Jungen haben sich Eltern, Verwandte und Nachbarn aufgestellt. In der zweiten Reihe fällt ein Mann mit Zylinderhut auf. Am rechten Bildrand steht ein kleiner Junge etwas abseits, als hätte er sich im letzten Moment noch ins Bild geschoben.

Das Haus ist noch unverputzt, das Mauerwerk liegt offen. Der Eingangsbereich mit Holztür und Nebengebäude bildet eine schlichte Kulisse für das Familienfoto. Trotz der Kriegsjahre ist die Erstkommunion für die Familie ein bedeutendes Ereignis geblieben. Das Gruppenfoto zeigt einen Moment des Zusammenhalts: Die Familie versammelt sich, um den festlichen Tag gemeinsam zu begehen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hilde Selb (geb. Laufer, 1887-1969), 2 Egon Bader (1933-1999), 3 Joachim (»Jockele«) Laufer (1932-2014), 4 ???, 5 ???, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.884642, 8.348550

2 Fotos: Kleider- und Wäschefabrik »Sultan Konfektion« in der Bahnhofstraße, 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

In den ehemaligen Prause-Gebäuden in der Bahnhofstraße eröffnet der Unternehmer Ahmad Waseem die deutsche Filiale seiner Firma »Sultan Konfektion«. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Izmir in der Türkei. Waseem, ein gebürtiger Pakistani, der in Deutschland aufgewachsen ist, betreibt dort bereits seit den 1970er Jahren ein Textilunternehmen. Der Kontakt nach Löffingen kommt eher zufällig zustande. Während eines Aufenthalts in Deutschland trifft Waseem auf Ekkehard Marx (1928-2026), den stellvertretenden Ortsvorsteher von Unadingen. Aus diesem Gespräch entwickelt sich schließlich die Idee, einen Betrieb im Städtchen anzusiedeln.

Zum Zeitpunkt der Eröffnung arbeiten zunächst acht Beschäftigte in der Löffinger Filiale, mittelfristig sollen bis zu 15 Arbeitsplätze entstehen. In der Werkstatt werden Modelle entworfen und Stoffe zugeschnitten. Die eigentliche Produktion erfolgt anschließend in der Türkei. Die fertigen Kleidungsstücke kommen danach zurück nach Löffingen, wo sie gebügelt, verpackt und für den Versand vorbereitet werden. Hergestellt wird Oberbekleidung für Damen, Herren und Kinder. Die Produkte sind vor allem für Versandhäuser bestimmt.

oberes Foto
V.l.n.r.:
1 Doris Schneider, 2 ???, 3 Charlotte Weißer, 4 Ahmad Waseem, 5 ???

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 Charlotte Weißer, 2 Ahmad Waseem, 3 Senta Ritzi

Standort des Fotografen: 47.886030, 8.340842

2 Fotos: Kindergartenfest, ca. 1985

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Renate Meder zur Verfügung.

Im Kindergarten wird gefeiert. Auf einer kleinen Holzbühne tanzen Kinder im Kreis um ein Geflecht aus Seilen – ein Bändertanz, bei dem sich die Stränge nach und nach umeinander winden. Die Kinder heben die Arme, drehen sich und folgen aufmerksam den Anweisungen der Erzieherin. Sie halten konzentriert die Seile fest und bewegen sich im Rhythmus. Noch ist das Geflecht ungeordnet, doch mit jeder Runde entsteht langsam ein Muster.

Die Bühne ist liebevoll geschmückt: Rote und gelbe Papiergirlanden spannen sich entlang des Geländers, daneben steht ein großer Sonnenschirm aus Bast – fast wie aus einem Urlaubsort. Im Hintergrund sitzen Eltern und Gäste im Gras oder auf Bänken und verfolgen das Programm.

Wochenlang wurde für das Kindergartenfest geübt: Lieder, kleine Tänze und Spiele. Für die Kinder bedeutet der Auftritt vor Publikum ein großes Abenteuer – und für die Eltern einen Moment, den man gern fotografisch festhält.

Zu sehen sind u.a. Birte Meder.

Standort des Fotografen: 47.883181, 8.346912

2 Fotos: Kinder mit Rehkitz im Stettholz, 1971

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Sommer 1971 im »Stettholz«. Die Sonne steht hoch, das Gras ist trocken, hinter der Hecke blitzt ein weiß verputztes Wohnhaus (Stettholz 2) mit braunen Fensterläden hervor. Eigentlich prägen Kühe, Stallgeruch und landwirtschaftliche Maschinen den Alltag auf den Aussiedlerhöfen – doch an diesem Tag sorgt ein ganz anderes Tier für Aufregung.

Mitten im Gras steht ein kleines Rehkitz. Sein geflecktes Fell leuchtet im Sonnenlicht, die dünnen Beine wirken noch etwas wackelig. Und doch scheint es keine Angst zu haben. Neugierig streckt es den Kopf nach oben, während eine junge Frau ihm vorsichtig ein Fläschchen hinhält. Offenbar wird es mit der Hand aufgezogen.

Vier Kinder haben sich um das Tier geschart. Ein Junge mit Brille und karierten Kniestrümpfen beobachtet das Geschehen aufmerksam. Zwei Mädchen im Sommerkleid streicheln behutsam über das weiche Fell. Ein weiterer Junge schaut halb verborgen hinter ihnen hervor. Ein Rehkitz auf einem Bauernhof ist keine Alltäglichkeit – deswegen ist auch schnell ein Fotoapparat zur Hand, um den besonderen Moment festzuhalten.

Der Aussiedlerhof gehört Adolf Heiler, der auch Tierpfleger im »Wildpark« ist. Hin und wieder nimmt er ein besonders pflegebedürftiges Tier für einige Zeit mit auf seinen Hof, um es rund um die Uhr zu pflegen. 

V.l.n.r.: 1 Rudolf Heiler, 2 ???, 3 Petra Zepf, 4 ???, 5 Cäcilia Rebholz (verh. Runge)

Standort des Fotografen: 47.895790, 8.326115

Personengruppe am Waldrand, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Drei junge Menschen stehen am Waldrand. Hinter ihnen ragen dunkle Tannen auf. Im Mittelpunkt des Fotos: Mathilde Keller (1911-?). Sie trägt ein helles Kleid mit feinem Strickjäckchen, dazu weiße Strümpfe und Riemchenschuhe. Eingerahmt wird sie von zwei jungen Männern.

Links von ihr steht ein junger Mann im zweireihigen Anzug mit Krawatte. Die Frisur ist geschniegelt, die Haltung aufrecht. Es ist ihr Bruder Ernst Keller (1912-1985), der selbstverständlich an ihrer Seite steht. Rechts hingegen ein weiterer junger Mann, ebenfalls im Anzug, mit Einstecktuch und Blume am Revers. Mathilde Keller legt ihm die Hand auf die Schulter – eine kleine, aber deutliche Geste der Vertrautheit. Ist es ihr Freund?

Mathilde Keller ist die Tochter des Taglöhners und Leichenschauers Josef Keller (1881-1955) und seiner Ehefrau Rosalie (geb. Schmid, 1884-1962). Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf.

V.l.n.r.: 1 Ernst Keller (1912-1985), 2 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?), 3 ???

Standort des Fotografen: ???