Blick in die Prüfabteilung der Firma Studer, ca. 1970

Sammlung von Richard Zepf

»Sämtliche vorgefertigten Bauteile werden der Endmontage für den Zusammenbau angeliefert und haben anschließend, hier im Prüffeld, eine umfassende Kontrolle zu bestehen.« So lautet die Bildbeschriftung dieses Fotos, das Mitarbeiter*innen der Firma Studer in der Prüfabteilung des Löffinger Werks zeigt. Das Foto ist einer Firmenbroschüre entnommen.

Am 3. Oktober 1964 gründete der Schweizer Unternehmer Willi Studer (1912-1996) in Löffingen seine erste Betriebsstätte in Deutschland. Im August 1966 konnte der Fabrikneubau in der Talstraße eingeweiht und der Betrieb darin aufgenommen werden. Zunächst wurde das Tonbandgerät G36 gefertigt. Nach insgesamt über 80.000 gebauten Tonbandgeräten dieser Serie lief 1967 das letzte G36 in Löffingen vom Band. Es folgte die A-Serie mit dem Tonbandgerät A77.

Standort des Fotografen: 47.884158, 8.351932

Blick vom Reichberg auf das Städtchen, ca. 1925

Verlag Huber & Comp. G.m.b.H., Achern / Sammlung Familie Waßmer

Einen »Gruß aus Löffingen« übermittelt diese Ansichtskarte aus der Mitte der 1920er Jahre.  Noch sind Farbaufnahmen eine Rarität, sie werden erst ab den 1930er Jahren kommerziell genutzt und finden erst dann rasche Verbreitung. In den 1920er Jahren werden Ansichtskarte noch manuell coloriert, so auch bei dieser schwarz-weiß Aufnahme des Städtchens.

Sehr naturalistisch mutet das Ergebnis nicht an. Offenbar standen bei dem Verfahren nur drei Farben zur Verfügung: Ein saftiges Grün für die Wiese in der Bildmitte, ein türkisenes Blau, das sowohl für die Wiese im Vordergrund als auch für einzelne Dächer und die Fassaden des katholischen Pfarrhauses und des Gasthauses »Linde« verwendet wurde, und schließlich ein Magentarot, mit dem die meisten Dächer des Städtchens eingefärbt wurden.

Der Fotograf steht unterhalb des Reichbergs im Gewann »Im kleinen Brühl«. Sein Blick fällt über die Bahnlinie in Richtung Städtchen. Die Göschweiler Straße mit ihrer Baumallee teilt die türkisene von der grünen Wiese. Häuser stehen diesseits der Bahnlinie noch keine, weder im Bereich der Göschweiler noch der Bonndorfer Straße. Zwei einsame Holzschopfs sind die einzige Bebauung.

Standort des Fotografen: 47.880065, 8.343601

Werkskantine der Firma Studer, ca. 1970

Sammlung Richard Zepf

»Mahlzeit!« Es ist 12 Uhr und in der Firma Studer ist Mittagspause. Die Mitarbeiter*innen sitzen in die Werkskantine und essen zu Mittag. Nach der (viel zu kurzen) Pause geht es dann zurück an den Arbeitsplatz.

Am 3. Oktober 1964 gründete der Schweizer Unternehmer Willi Studer (1912-1996) in Löffingen seine erste Betriebsstätte in Deutschland. Im August 1966 konnte der Fabrikneubau in der Talstraße eingeweiht und der Betrieb darin aufgenommen werden. Zunächst wurde das Tonbandgerät G36 gefertigt. Nach insgesamt über 80.000 gebauten Tonbandgeräten dieser Serie lief 1967 das letzte G36 in Löffingen vom Band. Es folgte die A-Serie mit dem Tonbandgerät A77.

Standort des Fotografen: 47.884158, 8.351932

Kinderfasnacht auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1966

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rene Egle zur Verfügung.

Verkleidete Kinder tümmeln sich auf dem unteren Rathausplatz. Es ist Fasnacht, vor dem Café Fuß ragt der Narrenbaum der 20-Jährigen in die Höhe. Eine Hexe beugt sich gerade runter zu einem kleinen Fasnachtsnarren. Vielleicht sagt er gerade eines der Fasnachtssprüchle auf, wie z. B.: »’S isch en Beck am Rothuus-Eck, / ma sait im nu de Fueßebeck. / Er streckt de A… zum Fenster us / und sait es isch ein Weck. / ‚S isch kon Weck , ’s isch kon Weck, / ’s isch de A… vom Fueßebeck. / Narro! «

Standort des Fotografen: 47.883951, 8.343921

Oberer Rathausplatz mit Blick zum »Stadtbau«, 1976

Stadtarchiv

Am linken Bildrand ist das Postamt (Rathausplatz 2) zu sehen. An der Fassade hängt ein Schild mit dem Bundesadler, der das Postamt als untere Bundesbehörde ausweist. Noch ist die Post staatlich und nicht privatisiert.  Darunter hängt ein Briefkasten und ein Briefmarken-Automat. An der Einmündung zur Demetrisstraße steht ein gelbes Telefonhäuschen, das aber schon wenig später aus dem Stadtbild verschwinden wird. Infolge der flächendeckenden Einführung privater Haushaltstelefone verlieren öffentliche Telefonhäuschen an Bedeutung. Dahinter ist eine Litfaßsäule zu sehen, an der Werbung der Brauerei »Fürstenberg« und Zigarettenwerbung angebracht ist. Bereits seit 1974 durften Zigaretten im Hörfunk und Fernsehen der Bundesrepublik nicht mehr beworben werden.

Der Blick geht hinüber zum »Stadtbau« (Demetriusstr. 1), jenem stattlichen Gebäude, das nach dem Brand von 1907 errichtet wurde. Vor der repräsentativen Freitreppe steht eine Informationstafel mit dem Stadtplan des Städtchens. Daneben hängt an der Wand ein Anschlagskasten mit allerlei Ankündigungen der Stadtgemeinde. Im Erdgeschoss befindet sich der Friseursalon Studer, wie das Werbeschild unterhalb des Erkers verkündet.

Standort des Fotografen: 47.884042, 8.344801

Kinder neben dem Bahndamm an der »Hasle«, ca. 1967

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rene Egle zur Verfügung.

Unterhalb der »Hasle« stehen neben dem Bahndamm vier Kinder. Es ist Frühling und die Kinderschar stellt sich zu einem Erinnerungsfoto auf. Folgt man der Bahnlinie Richtung Städtchen fällt der Blick auf das Haus Schreiber (Seppenhofer Str. 19), das 1975 abbrennen wird.

Standort des Fotografen: 47.878682, 8.349748

Montagehalle der Firma Studer, ca. 1970

Sammlung von Richard Zepf

In der Abteilung Endmontage der Firma Studer sitzen die Arbeitnehmer*innen an ihren Plätzen. Rechts im Bild unterhalten sich zwei Personen: Rudolf Höpker und Heinz Herzog. Durch das Fenster sieht man den Parkplatz, der mit Autos zugeparkt ist. Es ist Winter, draußen ist alles weiß verschneit.

Am 3. Oktober 1964 gründete der Schweizer Unternehmer Willi Studer (1912-1996) in Löffingen seine erste Betriebsstätte in Deutschland. Im August 1966 konnte der Fabrikneubau in der Talstraße eingeweiht und der Betrieb darin aufgenommen werden. Zunächst wurde das Tonbandgerät G36 gefertigt. Nach insgesamt über 80.000 gebauten Tonbandgeräten dieser Serie lief 1967 das letzte G36 in Löffingen vom Band. Es folgte die A-Serie mit dem Tonbandgerät A77.

Standort des Fotografen: 47.884158, 8.351932

Mehrbildkarte vom Gästehaus Guth in der Gartenstraße, ca. 1960-1965

Sammlung Familie Waßmer

Drei von vier Ansichten dieser Mehrbildkarte zeigen das Gästehaus Guth in der Gartenstraße 21. Die Karte diente zu Werbezwecken. Auf der Rückseite ist gedruckt, dass die Zimmer »mit fließend warmem und kaltem Wasser« ausgestattet seien, über einen »Balkon« verfügten und eine »Liegewiese in Waldesnähe und sonniger Lage« zum Erholen einlade. Betrieben wurde das Gästehaus von Maria Guth. Das Gebäude wurde 1935 vom Schreinermeister Josef Guth erbaut.

Standort des Fotografen: 47.879798, 8.345472

Blick über die Bittenwiesen in Richtung Städtchen, Winter 1968

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rene Egle zur Verfügung.

Die Bittenwiesen sind zugeschneit. Ein paar Skispuren schlängeln sich durch die weiße Pracht. Es ist ein kalter Wintertag, die Sonne scheint an einem wolkenlosen blauen Himmel. Der Blick wandert über die Wiesen und den Bittenbach hinüber zum Städtchen. Drei »Türme« ragen in den Himmel: der Schornstein vom Sägewerk Benz, der Kirchturm der Pfarrkirche St. Michael und der Rathausturm.

Die beiden Mietshäuser »Bei der Kirche« 1 und 2 stehen noch nicht, ebenso ist die DRK-Rettungswache noch nicht gebaut. Deutlich zu erkennen ist hingegen der 1957 eingeweihte Erweiterungsbau des Krankenhauses sowie der Farrenstall und der Bauhof. Weiter oben in der Bittengasse steht noch nicht das Postamt. An seiner Stelle steht noch ein Trafohäuschen.

Standort des Fotografen: 47.879939, 8.349066

Blick von der »Breiten« auf das Städtchen, ca. 1923-1929

Verlag A. Rebholz
Stadtarchiv / Sammlung Familie Waßmer
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Im Bereich der heutigen Hebelstraße steht der Fotograf, um diese Gesamtansicht des Städtchens aufzunehmen. Noch ist das Gewann »Breiten« vollkommen unbebaut. Der Blick geht über Wiesen und Felder zur Rötenbacher Straße, wo er auf die ersten Häuser trifft: Die Villa Benz (Rötenbacher Str. 12), das Haus von Landwirt Josef Benz II (Rötenbacher Str. 10), das Forstamt (Rötenbacher Str. 8) und schließlich das Haus von Schreinermeister August Limb (Rötenbacher Str. 5).

Dahinter beginnt die Dächerlandschaft des Städtchens. Oben auf dem Alenberg sind die Häuser deutlich zu erkennen. Das Foto entstand zweifelsohne nach dem Großbrand 1921 und dem Wiederaufbau: Das Haus Benitz, aber auch die anderen Häuser bis hinauf zum Haus Kuster und zum Haus Jonner, sind allesamt neu gebaut. Die Aufnahme lässt sich aber zeitlich auch dahingehend eingrenzen, dass sie vor 1929 entstanden sein muss. Denn neben der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist in der damaligen Hafnergasse der Giebel des Hauses von Sattlermeister Ernst Geisinger (Kirchstr. 21) auszumachen. Das Gebäude brannte aber zusammen mit den Nachbarhäusern beim Brand am 20. April 1929 ab.

Standort des Fotografen: 47.881611, 8.339160

Umzug beim Volksturnfest, 24. Juli 1921

Sammlung Familie Waßmer

Wenn die Beschriftung auf der Rückseite dieser Fotografie stimmt, dann wird dieses Foto am Sonntag, den 24. Juli 1921, aufgenommen, nur vier Tage vor dem Großbrand, der das halbe Städtchen in Schutt und Asche legt. Zu sehen ist ein Festumzug anlässlich des Volksturnfestes. Gerade geht der Schnitter-Reigen mit seinen glänzenden Sensen durch das Bild. Alles ist friedlich. Unvorstellbar in diesem Moment, welche Brandkatastrophe die Einwohner kurze Zeit später heimsuchen wird.

Vorne ganz rechts mit Sense schreitet gerade August Zepf (1900-?). Vorne links ist Jakob Schreiber zu sehen.

Der Festumzug bahnt sich seinen Weg durch die Tordurchfahrt des Mailänder Tores und biegt dann neben dem Haus von Schmiedemeister Emil Fürst (Rathausplatz 5) in die Landstraße ein. An der Seitenmauer des Hauses sind zwei Wegweiser angebracht: Rechts geht es nach Donaueschingen, links geht es nach Neustadt. Neben dem Mailänder Tor sind die Häuser von Flaschnermeister Ferdinand Wilmann (Demetriusstr. 13) und von Korbmacher August Egle (Demetriusstr. 14) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883935, 8.344102

Narrenumzug mit den Dittishauser Geißen, Fasnacht 1968

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rene Egle zur Verfügung.

Kleine und große Fasnachtsnarren säumen den Weg des Narrenumzuges. Die Geißenzunft Dittishausen, 1968 gegründet, marschiert gerade die Untere Hauptstraße entlang. Hinter den Geißen ist die Einzelfigur des »Geißentöter« zu erkennen, der den kalten Ostwind symbolisiert.

Im Hintergrund ist neben dem Mailänder Tor das Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13) zu sehen. Die alte hölzerne Gaube ist durch eine moderne Schleppgaube ersetzt. Kurze Zeit später brennt das Haus am 17. Oktober 1969 ab. An seiner Stelle wird 1970 ein Neubau der Bezirkssparkasse Neustadt erbaut.

Standort des Fotografen: 47.883742, 8.343976