Rene Egle und Jeanette Egle in den Bittenwiesen, 1980

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rene Egle zur Verfügung.

Die Geschwister Rene Egle und Jeanette Egle (1965-1981) werden in einem unbeschwerten Moment fotografiert. Jeanette sitzt lachend auf Renes Schultern, während er mit herausgestreckter Zunge in die Kamera schaut. Die Geschwister albern auf der »Bittenwiese« hinter ihrem Elternhaus (Seppenhofer Str. 15) herum. Ein Jahr später wird Jeanette Egle bei einem Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen. Sie wird nur 16 Jahre alt.

Im Hintergrund ist eine weitere Person zu erkennen, die die Wiese recht. Es ist vermutlich die Mutter der beiden: Helga Egle (geb. Klaiber) stammt aus dem bayerischen Erbendorf. Vor der »Hasle« steht das 1969/70 erbaute evangelische Pfarrhaus.

Standort des Fotografen: 47.881269, 8.346553

2 Fotos: Schlittschuhlaufen im Nebel, 1997

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Dichter Nebel hängt über der Eisbahn. Die evangelische Kirche und das evangelische Pfarrhaus im Hintergrund muten seltsam entrückt an, wie sie vor der »Hasle« aus der Nebelsuppe hervortreten. Die Kombination aus Nebel und Frost hat auch den Maschendrahtzaun, der die Eisbahn einfasst, in ein bizarres Gebilde verwandelt. Das tut der Freude der Schlittschuhläufer*innen freilich keinen Abbruch. Zwei kleine Kinder sind offensichtlich dabei, Schlittschuhfahren zu lernen. An der Hand der Erwachsenen machen sie ihre ersten Schritte auf dem Eis. Und bei dem unwirklichen Wetter scheint es auf der Eisbahn auch recht leer zu sein. Es herrschen also ideale Bedingungen, um in Ruhe das Schlittschuhfahren zu üben und mit niemandem zu kollidieren.

Standort des Fotografen: 47.882287, 8.346733

2 Fotos: Mähaktion des Gemeinderats in den »Bittenwiesen«, 1971

Diese Fotos stellten dankenswerterweise M. und R. Rosenstiel zur Verfügung.

Zu einem nicht ganz alltäglichen Treffen kommen die Gemeinderäte zusammen. Sie versammeln sich nicht etwa im Sitzungssaal des Rathauses, sondern auf den »Bittenwiesen«, die zwischen Löffingen und Seppenhofen liegen. Der Hintergrund ist eine Wette mit Bürgermeister Edmund Laufer (1922-1990). Diesen störte der Zustand der ehemaligen Pfarrwiese, da sie zugewuchert ist und »paradiesisch« (O-Ton Laufer) anmutet. Er versprach gegenüber dem Gemeinderat eine Kiste Sekt, falls die Wiese in diesem Jahr gemäht würde.

Als der Bürgermeister im Urlaub weilt, schreiten die Gemeinderäte fraktionsübergreifend zur Tat. Frühmorgens um 4 Uhr rücken 12 Gemeinderäte sowie Oberinspektor Stefan Reiser vom Rechnungsamt zur Aktion »Saubere Landschaft« aus. Gemeinderat Paul Bugger (1916-1990) stößt etwas später dazu, als er vom Nachtdienst nach Hause kommt. Gemeinsam schwingen die Gemeinderäte die Sense. Darüber hinaus kommen zwei Schlepper und ein Einachser zum Einsatz. Gemeinderat Karl Kuntz, der aus beruflichen Gründen verhindert ist, stiftet eine Flasche Schnaps, die während der schweißtreibenden Arbeit Zuspruch findet. Gegen 8 Uhr ist das etwa zwei Hektar große Gelände gemäht. Und die Gemeinderäte kehren zum Abschluss im Gasthaus »Hirschen« in Seppenhofen ein, das von Gemeinderat Paul Benz betrieben wird. Dort gibt es Schinken und Sauerkraut.

In der Lokalpresse wird das obere Foto abgedruckt und mit der Bildunterschrift versehen: »In breiter Front gingen die stadträtlichen ‚Sensenmänner‘ dem wild wuchernden Gras zu Leibe.«

oberes Foto
V.l.n.r.:
1 Erwin Benz (Seppenhofen), 2 Johann Rosenstiel (1917-2007), 3 Walter Maier, 4 Stefan Reiser, 5 ???, 6 Joseph Benitz (1928-2012)

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 Erwin Benz (Seppenhofen), 2 Johann Rosenstiel (1917-2007), 3 Paul Bugger (1916-1990)

Standort des Fotografen: 47.878807, 8.347867

Kurgäste in der Festhallenstraße, ca. 1955

Sammlung Familie Waßmer

Zu Besuch in Löffingen weilt diese dreiköpfige Familie. Das Ehepaar mit Kind verbringt den Urlaub im Baarstädtchen. In der Festhallenstraße stellen sie sich für ein Erinnerungsfoto auf. Der Blick fällt hinter ihnen über die »Linden«-Wiese und die »Bittenwiesen« hinüber zum Altstadtring und zur katholischen Pfarrkirche St. Michael. Davor ist in der Bittengasse der Farrenstall und das Schlachthaus zu erkennen. Der Bauhof ist noch nicht gebaut.

In der Ferne ist der Schornstein des Sägewerk Benz zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883445, 8.347908

Festhalle und Volksschule an der »Hasle«, ca. 1950

Cramers Kunstanstalt K.G. Dortmund / Stadtarchiv

»Museum, Schule und Festhalle«: So lautet die Beschriftung dieses Fotos, das der in Dortmund ansässige Verlag Cramers Kunstanstalt als Ansichtskarte vertreibt. Der Blick fällt vom Krankenhaus in der Seppenhofer Straße hinüber zum 1936 fertiggestellten Gebäudekomplex an der »Hasle«, in dessen linken Hälfte die Festhalle (Festhallenstr. 3) und rechten Hälfte die Volksschule (Festhallenstr. 7) untergebracht sind. Im Mitteltrakt befindet sich das Heimatmuseum. 1923 war mit dem Bau des Komplexes begonnen worden, aber Inflation und Wirtschaftskrise verhinderten, dass der Neubau zügig fertiggestellt wurde.

Die Bäume, die an der Böschung stehen, sind noch jung. Das Foto ist vermutlich in den frühen 1950er Jahren aufgenommen. Der Zaun, der das Bild nach unten hin begrenzt, befindet sich neben dem Städtischen Krankenhaus. Dahinter liegen die Gärten in den »Bittenwiesen«. Die Wolken im Himmel sind in das Bild hineinretuschiert.

Standort des Fotografen: 47.882000, 8.345139

Klara Zepf in den Bittengärten, ca. 1936-1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Lydia Zepf zur Verfügung.

Eine junge Frau steht in einem der Gärten in der Bittenwiese. Es ist Frühling. Noch ist alles kahl, aber der Schnee ist weggeschmolzen und die Sonne scheint. Die Gartenarbeit kann also für diese Saison beginnen! Die junge Frau ist Klara Zepf (geb. Fehrenbach). Sie wurde am 4. Dezember 1902 geboren. Verheiratet ist sie mit dem Landwirt August Zepf (1900-1982), mit dem sie die Kinder Elisabeth (verh. Isele, 1930-2012), Margret (verh. Senn, 1932-2021), Albin (1934-2009) und Irma (verh. Hasenfratz, geb. 1937) hat.

Die Fassade der Volksschule an der »Hasle«, die im Hintergrund zu sehen ist, erstrahlt in neuem Glanz. Offensichtlich liegt die Einweihung des Gebäudekomplexes 1936 noch nicht lange zurück. Auch die Böschung, die zum Schulhof hinaufführt, ist noch nicht bewachsen. Vor der Treppe, die zum Heimatmuseum im Mitteltrakt hinaufführt, ist ein Fahnenmast zu erkennen, an dem im Schulalltag während der NS-Zeit die Hakenkreuzfahne gehisst wird.

Standort des Fotografen: 47.882000, 8.346417

Festhalle und Schule mit viel Schnee, 1979

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Von den »Bittenwiesen« fällt der Blick in Richtung der Festhalle und der Grund- und Hauptschule. Der Gebäudekomplex wurde ab 1923 erbaut und 1936 fertiggestellt. Neben dem Schuleingang ist an der Fassade noch ein heller Fleck zu erkennen, der aus dem Zweiten Weltkrieg stammt, als hier ein Lager für »Volksdeutsche« und auch ein Lazarett untergebracht waren.

Im Vordergrund ist die Minigolfplatzanlage zu sehen, die über die Wintermonate eingemottet ist.

Standort des Fotografen: 47.882261, 8.346087

Eisenbahn mit Dampflok bei der »Hasle«, 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Es ist ein kalter Wintertag: Die Sonne scheint von einem blauen Himmel. Von der Bonndorfer Straße aus fällt der Blick auf die verschneite Winterlandschaft. Im »Bittenbach«-Tal liegt Schnee. Und auch auf den Bäumen der »Hasle« liegt eine dünne weiße Zuckerschicht.

Der Fotograf nimmt das Foto in dem Moment auf, als eine Eisenbahn unterhalb des kleinen Wäldchens vorüberfährt. Vorneweg bahnt sich eine Dampflokomotive den Weg, eine weiße Dampfwolke ausstoßend. Der Lokführer hat am Vorsignal die Leistung weggenommen und läßt den Zug rollen. Am Bahnübergang der Seppenhofer Straße wird er den Bremsvorgang einleiten, damit der Zug am Bahnsteig zum stehen kommt.

Standort des Fotografen: 47.879461, 8.346351

Wettkampf am Bittenbach beim Kreisfeuerwehrfest, 6./7. Juni 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Anlässlich des 90. Gründungsjubiläums der Feuerwehr findet in Löffingen das Kreisfeuerwehrfest statt. Eine Reihe von Wettkämpfen wird abgehalten. Dazu wird auch der Bittenbach gestaut. Dieser Feuerwehrmann gibt offensichtlich alles: Klatschnass, mit verrutschtem Helm, entsteigt er dem Wasser. Schaulustige stehen auf der anderen Seite des Baches und feuern ihn an.

Unter den Zuschauer*innen sind u.a. Josef Bayer, Luise Bader (geb. Straub), Ferdinand Hasenfratz, Maria Rappenegger (verh. Fischer) und Hugo Schropp.

Die Jugendmannschaft von Löffingen belegt bei den Wettkämpfen mit 352 Punkten den 2. Platz und erhält eine Ehrenurkunde.

Standort des Fotografen: 47.881931, 8.346742

2 Fotos: Minigolfanlage in den »Bittenwiesen«, 1999

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die erste Minigolfanlage in Deutschland wurde 1955 eröffnet. Seit Anfang der 1960er Jahre gibt es – unterhalb der Festhalle und der Schule an der »Hasle« gelegen – auch in Löffingen eine entsprechende Anlage. Sie verfügt über 12 Bahnen. Die Pisten sind aus Beton gefertigt und werden durch Flacheisenbanden begrenzt. Schläger und Bälle werden in dem kleinen Hüttchen ausgeliehen, das auch als Kiosk dient. Die zweite Hütte, die am rechten Bildrand zu sehen ist, stammt aus dem einstigen Kurbad Bad Boll. Sie wurde dort abgebaut und direkt neben der Minigolfanlage bei der Eisbahn wieder errichtet, um sie der Nachwelt zu erhalten.

Betrieben wird die Minigolfanlage viele Jahre hindurch durch Hans-Jörg und Helga Brossmer, die in der Gartenstraße wohnen. Die Minigolfanlage weicht schließlich dem 2006 neu gebauten Café Naschwerk (Bei der Kirche 8) und einer GoDi-Golf-Anlage.

Standort des Fotografen: 47.882366, 8.346555

2 Fotos: Personengruppe mit Hund vor einem Gartenhaus, ca. 1910-1920

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auf den ersten Blick ist unklar, wo diese beiden Fotos aufgenommen werden. Zunächst sieht man einen Garten mit Gemüsebeeten und ordentlich geharkten Kieswegen. In einem Rondell steht ein holzverschindeltes Gartenhaus. Davor haben sich zwei Frauen mit drei Kindern und einem Hund niedergelassen, um fotografiert zu werden. Der Kleidung nach zu urteilen, entstehen die Fotos in den 1910er Jahren.

Der Garten wird von einem Staketenzaun begrenzt. Im Hintergrund geht es einen Hang hoch, auf dem ein Wäldchen steht. Von der Form des Geländes her könnte es sich um die »Hasle« handeln, bevor dort 1923 mit dem Bau der Festhalle und der Volksschule begonnen wird. Der Garten befände sich demnach beim heutigen Schulweg. Und tatsächlich ist auf der ersten Luftaufnahme des Städtchens, die aus den Jahren 1925-1928 datiert, ein Gartenhaus in diesem Bereich zu erkennen.

Erkennt jemand die Frauen und Kinder?
V.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.883446, 8.346145

Luftbild auf das Städtchen, ca. 1933/34

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.

Das Luftbild zeigt »Löffingen im badischen Schwarzwald« Anfang der 1930er Jahre. Das Städtchen ist längst über seinen historischen Altstadtring hinausgewachsen. Die Häuser im Maienland und auf dem Alenberg, in der Vorstadt, im »Schlempental« und in der Seppenhofer Straße übersteigen zahlenmäßig die Häuser der Altstadt. Neu war zu diesem Zeitpunkt das Gebäude der Turn- und Festhalle sowie der Schule, das am rechten Bildrand zu sehen ist. Mit dem Bau war bereits 1923 begonnen worden, fertiggestellt und eingeweiht wird das Gebäude an der »Hasle« aber erst 1936.

Dass das Städtchen im Begriff ist, sich auch jenseits der Bahnlinie weiter auszudehnen, zeigt sich an der Bebauung in der Bonndorfer Straße. Die beiden Villen rechts entstanden bereits Anfang der 1920er Jahre. Das Haus von Postschaffner Karl Kuster (Bonndorfer Str. 3) ist gerade neu gebaut. Wenige Jahre später werden weitere Häuser folgen: 1935 baut Bauunternehmer Heinrich Wider an der Einmündung zur Göschweiler Straße sein Wohnhaus (Göschweiler Str. 1). Ein Jahr später errichtet die Gemeinnützige Baugenossenschaft ein Beamtenwohnhaus (Bonndorfer Str. 6), in das Bürgermeister Heinrich Andris mit seiner Familie und Lehrer Lipps einziehen.