Fliesenleger Walter Ratzer bei der Arbeit, 1983

Sammlung Familie Waßmer

Es ist zwar nicht nett, andere bei der Arbeit zu fotografieren, aber der Fotograf tut es trotzdem. Schließlich soll dokumentiert werden, wie schön die neu geflieste Küche wird. Der Fliesenleger Walter Ratzer (1928-1998), der in der Dittishauser Str. 1 wohnt, ist bei der Arbeit, seine Zigarette hängt im Mundwinkel.

Standort des Fotografen: 47.885496, 8.342535

Narrenbaum vor dem Café Fuß, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Vor der Bäckerei und dem Café von Viktor Fuss (Rathausplatz 5) wird am Schmutigen Dunschdig der Narrenbaum aufgestellt. Seit 1914 ist es das Vorrecht der Zwanzigjährigen, den über 20 Meter hohen Baum aufzustellen. Anschließend werden sie auf die Laterne der Laternenbrüder vereidigt und schwören ihre Treue zur Löffinger Fasnacht.

Das Haus Fuss ist nicht nur alljährliche Kulisse dieser Zeremonie, sondern es kommt auch in einem der bekannteren Fasnachtssprüche vor: »’S isch en Beck am Rothuus-Eck, / ma sait im nu de Fuessebeck. / Er streckt de A… zum Fenster us und sait es isch ein Weck. / ‚S isch kon Weck , ’s isch kon Weck, / ’s isch de A… vom Fuessebeck.«

Standort des Fotografen: 47.883910, 8.343825

Narrentreiben in der Kirchstraße, Fasnacht ca. 1960-1963

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

»Alt und jung gon uff d’Stroß, z’Leffinge isch jetzt d’Fasnet do!« So lautet der Anfang des Narrenmarsches von 1961 – und wie sehr die Worte stimmen, ist auf dem Foto zu sehen. Dicht gedrängt stehen Jung und Alt in der Kirchstraße. Der Text des Narrenmarsches stammt von Josef Bayer (1930-2005), komponiert wurde die Melodie von Dr. Hermann Regner. 

In der Kirchstraße ist die Fasnachtsbühne aufgebaut. Die Stadtmusik spielt auf, vielleicht wird gerade der Narrenmarsch uraufgeführt? Dahinter ist der Hexenwagen zu erkennen mit der großen Hexe. Neben dem Haus von Maschinenarbeiter Erich Freund (Kirchstr. 12) ist am linken Bildrand der Ökonomieteil vom Haus Kuster (Kirchstr. 14) zu sehen, der 1963 abgerissen wird. Schön zu erkennen sind auch die Häuser Funk und Heiler, die ebenfalls später abgerissen werden und einem Neubau des Arztes Dr. Gebhard Hecht (1920-2008) weichen.

Standort des Fotografen: 47.882954, 8.344283

2 Fotos: »Wieberfasnet« im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker und Rita Willmann zur Verfügung.

»Wieberfasnet« bedeutet, dass Dienstag vor dem »Schmutzigen Dunschdig« ist. Der Saal im Gasthaus »Linde« ist proppenvoll. Das Publikum ist weiblich, denn es sind nur Frauen zugelassen. Auch auf der Bühne stehen nur Frauen. Sie spielen Theater, musizieren, tanzen, ziehen die Männer durch den Kakao und fühlen dem Stadtpfarrer auf den Zahn.

V.l.n.r.: 1 Olga Streit, 2 Luise Kienzler (1924-2014), 3 Mathilde Schlenker (geb. Fehrenbach, 1907-1980), 4 Maria Hall (1924-2014), 5 Paula Müller, 6 ???, 7 ???

Aus der Taufe gehoben wird die »Wieberfasnet« am 23. Februar 1954. 64 Jahre lang findet die Veranstaltung statt und ist fester Bestandteil der Löffinger Fasnacht. 2019 sah es zunächst so aus, als ob die Veranstaltung erstmalig abgesagt werden muss, weil es im Vorfeld leider an Akteurinnen für das Bühnenprogramm fehlt. Erfreulicherweise findet sie aber dann doch Dank tatkräftiger Unterstützung aus Bachheim und Reiselfingen statt.

Standort des Fotografen: 47.884261, 8.346526

Fasnachtsbändel in der Kirchstraße, Fasnacht 1984

Sammlung Familie Waßmer

Die »Löffinger Hexen« feiern Geburtstag, seit 50 Jahren gibt es sie. Klar fällt die Fasnachtsdekoration in diesem Jahr üppiger als sonst aus. Schließlich wird der Geburtstag mit einem großen Narrentreffen gefeiert. Aus dem Wirrwarr an Girlanden mit Bändeln und Fransen ragt die Hexe auf dem Hexenbrunnen heraus.

Standort des Fotografen: 47.883034, 8.344032

Sägewerk Fritsche nach der Modernisierung, ca. 1974

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.

Die Stadtgemeinde verkauft die Stadtsäge im Welschland 1974 an Ernst Fritsche (1937-2005). Er baut sie um und modernsiert sie. Fast 30 Jahre lang wird er die Säge betreiben, bis er sie aus Altersgründen Ende der 1990er Jahre aufgibt.

Nach einem Eigentümerwechsel gelingt es tatsächlich, dass der Sägebetrieb 2001 wieder aufgenommen wird. Doch bald folgt das endgültige Aus für das Sägewerk. Danach steht das Areal mehrere Jahre leer. 2015 eröffnet hier vorübergehend ein Raubtierhof mit 15 Großkatzen.

Standort des Fotografen: 47.898969, 8.334755

Ökonomiegebäude vom Haus Benitz in der Alenbergstraße, ca. 1930-1935

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Ein Wagen mit Weinfässern steht im Hof der Weinhandlung Benitz.  Aus einem Fenster fällt der Blick über den Hof hinüber zum Ökonomiegebäude (Alenbergstr. 8), das ebenfalls nach dem Großbrand 1921 neu erbaut wurde.

Standort des Fotografen: 47.885328, 8.343914

2 Fotos: »Tännlewieber« im Stadtwald, ca. 1952-1954

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

Aus der Nachkriegszeit stammen diese beiden Gruppenfotos mit »Tännlewieber«. Die Mädchen und jungen Frauen sind mit der Aufgabe betraut, im Wald junge Bäume zu pflanzen und andere leichtere Forstarbeiten zu übernehmen. Sie tragen Arbeitskleidung, Kittelschürzen und Kopftücher. Wie die Fotos zeigen, scheint der Spass während der Arbeit nicht ganz zu kurz zu kommen.

Der Mann auf dem Foto ist der Forstwart Adolf Heizmann (1909-1960), der in der Haslachstraße wohnt. Im Adressbuch wird sein Beruf als »Waldmeister« bezeichnet.

Oberes Foto:
1.Reihe, v.l.n.r.:
2.Reihe, v.l.n.r.:
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: ???, Brunhilde Hofmaier (verh. Heiler, 1931-2004), ???, ???, Maria Zimmermann, ???, Hilda Fehrenbach (verh. Hepting), Frieda Welte (geb. Effinger, 1910-?)

Unteres Foto:
1.Reihe, v.l.n.r.: ? Selb, ???, Hans Streit, ???
2.Reihe, v.l.n.r.: ???, Maria Rappenegger (verh. Fischer)
3.Reihe, v.l.n.r.: ???, Maria Honold (verh. Göhry), Maria Zimmermann, ???, Adolf Heizmann (1909-1960), Hilda Fehrenbach (verh. Hepting), Irma Zepf (verh. Hasenfratz, geb. 1937), Frieda Welte (geb. Effinger, 1910-?), ???

Standort des Fotografen: ???

Aufführung auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Andrea Wörner-Schießel und Klaus-Peter Wörner zur Verfügung.

Fünf Paare sind auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße angetreten. Die Männer sind wie richtige Gentlemen gekleidet, im Anzug, mit Glacéehandschuhen und mit Zylinder, die Frauen so richtig aufgebretzelt, in Kleidern und mit ausladenden Damenhüten.

Wer weiß, wie die Fasnachts-Paare heißen?
V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???

Im Hintergrund ist das Wohn- und Geschäftshaus Koch (Kirchstr. 21) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883058, 8.344463

Kaufhaus Henzler in der Kirchstraße, ca. 1970

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Andrea Wörner-Schießel und Klaus-Peter Wörner zur Verfügung.

Das Erdgeschoss vom Kaufhaus Henzler ist modernisiert. Die früheren rundbogigen Schaufenster sind einer einheitlichen Glasfront gewichen, die vor die Fassade gehängt wurde. Dadurch ist auch der Mittelerker, der sich über das erste und zweite Obergeschoss erstreckt, kaum mehr zu erkennen. Die einstige Gemischwarenhandlung ist nun ein moderner Supermarkt der Kette »EDEKA«, wie über dem Eingang steht. Vor dem Kaufhaus ist ein VW Käfer geparkt.

Rechts neben dem Haus Henzler ist die städtische Brunnenstube (Kirchstr. 27) zu sehen. Das Mauerwerk ist offensichtlich ziemlich feucht, was bei einem Wasserpumpwerk wohl kaum überraschen kann.

Standort des Fotografen: 47.882952, 8.344242

3 Fotos: Narrenumzug auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1960

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Der Narrenumzug am »Fasnet Mändig« bewegt sich durch das Städtchen. Von einem Fenster in der Demetriusstraße lässt sich aus erhöhter Perspektive das närrische Treiben verfolgen. Der Blick fällt auf das schräg gegenüberliegende Eckhaus mit dem Geschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 6). Es sieht so aus, als ob der Laden zur Zeit leer steht. Die Fichte, die Jahrzehntelang vor dem Haus wuchs, ist aus dem Stadtbild verschwunden. Das Nachbarhaus Guth (Rathausplatz 7) ist modernisiert, ein großes Schaufenster erstreckt sich über das gesamte Erdgeschoss. Das Haus von Buchbinder Albert Rebholz (Rathausplatz 8) wird gerade umgebaut.

Doch dem Fotografen geht es nicht um die Häuser im Hintergrund, sondern vielmehr um den Narrenumzug. Die Stadtmusik marschiert zu den Klängen des Narrenmarsches durch das Städtchen, gefolgt von den Hexen, die ihren Hexenwagen mit der großen Hexe mitführen. Ein »Cirkus«-Wagen mit dem Phantasienamen »Kaplunder« fährt über den Rathausplatz, dahinter folgt ein Wagen mit dem Namen »Mühlenzunder«. Der Umzug findet 1960 statt, denn in diesem Jahr lautet das Motto: »Alter Plunder – Wirtschaftswunder – Blauer Zunder«.

Mit sicherem Abstand lässt sich vom Fenster aus das Treiben unten auf der Straße beobachten, ohne dass man fürchten muss, dass gleich die Hexen zu einem kommen und ihr Unwesen treiben.

Standort des Fotografen: 47.883816, 8.343615

Sägearbeiter in der Stadtsäge, ca. 1960-1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.

Während sich die einen im Nahe gelegenen Waldbad vergnügen und im kühlen Nass erfrischen, arbeiten die anderen in der Stadtsäge. Auf dem Foto sind die Sägearbeiter Franz Guth (1907-1970), Ernst Fritsche (1895-1968) und sein Sohn Ernst Fritsche junior (1937-2005) zu erkennen. 

1974 wird die Stadtgemeinde die Säge an Ernst Fritsche junior verkaufen. Er wird sie bis 2002 betreiben und erst dann aus Altersgründen aufgeben.

Standort des Fotografen: 47.898532, 8.334364