Spielende Kinder beim Gasthaus »Linde«, 3. Mai 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Eine Schar Kinder spielt neben dem Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10), dort, wo die Festhallenstraße in die Obere Hauptstraße mündet. Das Holzgeländer eignet sich wunderbar, darauf herum zu klettern und dann runterzuspringen. Nur gut, dass die junge Frau auf die Kleinen aufpasst, schließlich ist sie das Kindermädchen.

Die Mädchen tragen weiße Kleidchen und zwei Mädchen sogar eine Schleife im Haar. Der Junge im Hintergrund ist in einen Matrosenanzug gekleidet. Die Kinder sind also richtig herausgeputzt. Das ist kein Zufall, denn sie sind zur Hochzeit von Sophie Bader und Max Gremper geladen.

Ganz links im weißen Kleid steht Lore Isele, der Junge auf dem Geländer ist ihr Bruder Franz Isele, vor ihm seine Cousine Annemarie Bader. Das kleine Mädchen, das gerade vom Geländer springt, ist Gerda Bader.

Standort des Fotografen: 47.884301, 8.346927

Narrengruppe vor dem Haus Wölfe in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1937

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Elke Moser und Petra Nobs zur Verfügung.

In der Festschrift der »Laternenbrüder« anlässlich ihres 100. Jubiläums im Jahr 1989 ist dieses Foto abgedruckt und mit »1937 Fahrendes Volk« betitelt. Im Hintergrund ist das Haus des Landwirts Karl Wölfle (Obere Hauptstr. 23/25) zu sehen, das nach Großbrand 1921 außerhalb des Städtchens erbaut wurde.

Davor hat sich eine Narrengruppe mit ihrem Umzugswagen aufgestellt, um sich in den Narrenumzug am »Fasnet Mändig« einzureihen. Ein Pferd ist vor einen Planwagen gespannt. Außerdem führen die Narren mehrere Kinderwagen mit sich. Sie stellen das »fahrende Volk« dar und bedienen mit ihrer Verkleidung und ihrem Auftreten mehrere Stereotypen in Bezug auf Sinti und Roma, die in der NS-Zeit als »Zigeuner« verfolgt werden.

Standort des Fotografen: 47.885118, 8.350133

Umzugswagen des Turnerbundes, Fasnacht 1937

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Beim Narrenumzug am »Fasnet Mändig« beteiligt sich auch der Turnerbund mit einem eigenen Wagen. Gerade fährt er, von der Unteren Hauptstraße kommend, in die Kirchstraße hinein.

Wer erkennt die Mitglieder der Turnerbundes?
Zu sehen sind u.a. Oberturnwart Anselm Zepf, Ernst Keller, Margaretha Kaltenbrunner (verh. Schneider 1921-2017), ??? Gebert

Im Hintergrund ist das »Kaufhaus zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7) zu sehen, das dem Kaufmann Alfred Zimmermann gehört. Durch das große Sprossenfenster am rechten Bildrand lässt sich ein kurzer Blick in die Auslage werfen.

Standort des Fotografen: 47.883059, 8.343987

Narrenumzug in der Kirchstraße, Fasnacht 1937

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Dank des Stempels »8. Feb. 1937« auf dem Foto wissen wir, dass die Ansicht den Umzug am »Fasnet Mändig« 1937 zeigt. Die Teilnehmer des Narrenumzugs biegen von der Unteren Hauptstraße kommend in die Kirchstraße ein. Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Schützengildenfest im 15. Jahrhundert«.

Die Gruppe rechts mit hellen Jacken und Koppel ist der Spielmannszug, zu erkennen an ihren Trommeln und Pfeifen. Es folgt eine Musikkapelle, vor der ein Schellenbaum getragen wird. Zuschauer säumen die Straße. Im Hintergrund sieht man von links die Häuser von Josef Benz (Untere Hauptstr. 8) und von Landwirt Johann Fehrenbach (Demetriusstr. 18). Dessen Anwesen verfügt über zwei große Scheunentore.

Standort des Fotografen: 47.883075, 8.343844

Weibliche Narrenpolizei vor dem Feuerwehrhaus, Fasnacht 1937

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Stramm gestanden, so steht die »weibliche Saalpolizei«, d.h. Narrenpolizei, vor dem Feuerwehrhaus (Florianweg 1). Es ist der 8. Februar 1937 und die weibliche Narrenpolizei ist erst ein Jahr alt. Gegründet wurde sie im Vorjahr. Die weißen Hosen sind vom Turnerbund ausgeliehen, weil es für Frauen unüblich ist, Hosen als Beinkleider zu tragen.

V.l.n.r: 1 Helene Krauß, 2 Anna Fehrenbach (geb. Mayer), 3 Sofie Hepting, 4 ???, 5 Anna Beha

Standort des Fotografen: 47.884767, 8.348007

Narrengruppe vor dem Haus Wölfle in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1937

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vor dem Haus Wölfle (Obere Hauptstr. 23/25) hat sich eine Narrengruppe mit ihrem Umzugswagen aufgestellt. Ein Pferd ist vor einen Planwagen gespannt. Außerdem führen die Narren mehrere Kinderwagen mit sich, aber auch einen »Tanzbär«, der angeseilt ist. Die Narren stellen das »fahrende Volk« dar und bedienen mit ihrer Verkleidung und ihrem Auftreten mehrere Stereotypen in Bezug auf Sinti und Roma.

Das Bild wird am 8. Februar 1937 aufgenommen, wie durch den Stempel auf dem Foto vermerkt ist. Seit zwei Jahren gelten die Nürnberger Rassengesetze, durch die – neben den Juden – auch die »Zigeuner« diskriminiert und entrechtet werden. Und im darauffolgenden Jahr gründet die nationalsozialistische Regierung die »Reichszentrale zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens«, die die rassistische Verfolgung dieser ethnischen Minderheit vorantreibt.

Das Haus Wölfle wurde von dem Landwirt Karl Wölfle nach dem Großbrand 1921 außerhalb des Städtchens erbaut. Am rechten Bildrand ist der holzverschindelte Seitengiebel des Nachbarhauses (Obere Hauptstr. 29) zu erkennen, das den beiden ledigen Schwestern Maria Meßmer (1877-1960) und Josefine Meßmer (1885-1960) gehört. Sie sind Töchter der »Linde«-Wirtsleute Karl und Pauline Meßmer.

Standort des Fotografen: 47.885198, 8.350123

Karl Egle mit Kuh in der Oberen Hauptstraße, 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Der Landwirt und Straßenwart Karl Egle (1883-1949) steht mit einer Kuh vor seinem Haus Nr. 265 (heute Obere Hauptstr. 39). Verheiratet ist er mit der sieben Jahre jüngeren Maria geb. Nusser (1890-1978).

Rechts ist die offene Stalltür zu sehen. Links daneben führt eine steile Treppe hinauf zur Haustür, die ebenfalls einen Spalt offen steht. Viel ist von dem Haus nicht zu erkennen. Es ist ein zweistöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung und Schopf. Gebaut hatte es sein Vater Leopold Egle (1842-1915), der ebenfalls Straßenwart war, und seine Mutter Rosa geb. Wehrle (1845-1917), die von Dittishausen stammte. Die beiden hatten 1872 geheiratet.

Standort des Fotografen: 47.885291, 8.351987

Blick von der »Hasle« auf das Städtchen, Gemälde, 1937

Gemälde von Karl Ehret
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.

Der Gewerbeschullehrer Karl Ehret malt 1937 diese Gesamtansicht des Städtchens. Er wählt eine Perspektive, die sich ihm vom Rande der »Hasle«, von der Anhöhe neben der neu eingeweihten »Adolf-Hitler-Schule« bietet. Der Blick schweift über die »Linden-Wiese« hinüber zum Altstadtring, aus dem das Rathaustürmchen herausragt. Vor der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist der Farrenstall und das Schlachthaus zu erkennen. Im Hintergrund ragt der Schornstein der Holzindustriewerke Josef Benz AG in den Himmel. Hoch oben ist auf einem frei schwebenden Schriftband zu lesen: »Die Stadt Löffingen in der Baar im Jahr 1937«.

Vermutlich war das Gemälde für das im Dezember 1935 eröffnete Heimatmuseum bestimmt, das Karl Ehret geschaffen hatte. Der Blick, den Ehret malte, entsprach weitgehend der Ansicht auf dem Ölgemälde von Martin Menrad aus dem Jahr 1680. Offenbar sollten die beiden Ansichten gegenüber gestellt werden.

Standort des Malers: 47.883361, 8.348644

Narrengruppe »Zigeunerprimas« auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

So sieht das Klischee von »Zigeunern« und »Zigeunerinnen« aus, wie man es sich in Löffingen vorstellt. Es ist Fasnacht, wir schreiben das Jahr 1937. Diese Narrengruppe, die auf der Fasnachtsbühne posiert, nennt sich selbst »Zigeunerprimas«, was eigentlich den ersten Geiger und Solisten einer »Zigeunerkapelle« meint. Inspiriert wurden die Narren vielleicht von der gleichnamigen Operette, die 1912 uraufgeführt worden war.  Mit den real lebenden Sinti und Roma und ihrer Situation im nationalsozialistischen Deutschland hat dieses Klischee freilich wenig zu tun.

1938 ist das Jahr, in dem der Reichsführer-SS Heinrich Himmler am 8. Dezember eine »Regelung der Zigeunerfrage aus dem Wesen dieser Rasse« ankündigt. Vier Jahre später erlässt Himmler dann am 16. Dezember 1942 den so genannten »Auschwitz-Erlaß«: Die Angehörigen der seit Jahrhunderten in Deutschland lebenden Minderheit der Sinti und Roma werden nach Auschwitz deportiert. Die meisten von ihnen werden ermordet. Was auf dem Löffinger Rathausplatz so harmlos wirkt, endet vier Jahre später im Völkermord.

1.Reihe, v.l.n.r.: Franz Bader (1901-1986), Erna Bader geb. Mutterer (1908-1969), ???, Cäcilie (Lina) Rosenstiel geb. Winterhalder (1901-?), Rosa Adrion, Anna Studer (1897-1978), ???, ???, ???, ???, Fritz Adrion

2.Reihe, v.l.n.r.: Karoline Auer geb. Greuter, ???, ??? Neuberger, ??? Mündle, Albert Henzler, Rosa Henzler geb. Winterhalder, Eugen Hepting

Standort des Fotografen: 47.883911, 8.344723

Schulklasse des Jahrgangs 1922/23 vor dem Schuleingang, 1937

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Luzia Heiler zur Verfügung.

14 Jahre alt sind die Jungen und Mädchen, als sie aus der Volksschule entlassen werden. Der Junge in der ersten Reihe hält eine Schiefertafel in den Händen, auf der geschrieben steht: »Entlassung Ostern 1937«. Das Gruppenfoto wird vor dem Eingang zur neuen Schule an der »Hasle« aufgenommen, die ein halbes Jahr zuvor eingeweiht wurde. Im Hintergrund stehen die Lehrer Eugen Katzenmayer, Emil Willig und Josef Manogg.

Wer weiß, wie die Schülerinnen und Schüler des Geburtsjahrgangs 1922/23 heißen?

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hedwig Kaltenbrunner (1922-1999), 2 ???, 3 Maria Gebert (verh. Egle, 1922-1912), 4 Mathilde Ganter (1923-2018), 5 Hildegard Heizmann (verh. Pfeifer)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Oskar Baader, 3 ??? mit Schiefertafel, 4 ???, 5 ???, 6 Hans Jordan (1923-2002), 7 Rosa Adrion (verh. Heiler, 1922-1954), 8 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Käthe Nägele (verh. Kaufmann, 1922-2013)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Irma Egle (verh. Steiger, 1922-2009), 3 ???, 4 Johann Fehrenbach (1922-2020), 5 Edmund Laufer (1922-1990, späterer Bürgermeister), 6 Eugen Laufer (1922-1943), 7 Wilhelm Mogel (1922-1942), 8 ???, 9 Walter Müller (1923-2009), 10 Albert Henzler (1923-1943), 11 ???, 12 ???, 13 ???

Standort des Fotografen: 47.882339, 8.347831

Albert Mayer mit seinem ersten Auto, 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christel Wehrle zur Verfügung.

Stolz präsentiert sich Albert Mayer mit seinem ersten Automobil. Er hat sich auf den Kotflügel gesetzt, sein linkes Bein hat er lässig auf dem Autoreifen abgestellt. Neben ihm stehen seine Schwester Maria Wider und sein Bruder Eugen Mayer (geb. 1928). Albert Mayer stirbt bereits in jungen Jahren.

Standort des Fotografen: ???

Rosel Egle auf dem Bahnsteig, 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

Aus dem abfahrtsbereiten Zug wird diese Aufnahme fotografiert: Rosel Egle (später verh. Konhäuser, 1917-2014) steht auf dem Bahnsteig, um Abschied zu nehmen. Die 20-Jährige ist elegant gekleidet, wie es sich für die Tochter einer Putzmacherin und einer angehenden Modistin gehört. Im Hintergrund ist das Bahnhofsgebäude zu erkennen, das bei einem Fliegerangriff im Februar 1945 zerstört wird.

Standort des Fotografen: 47.883496, 8.342043