Narrengruppe in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1931

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Drei Mädchen haben sich Hand in Hand vor dem Haus Krauß (Demetriusstr. 2) aufgestellt. Es ist Fasnacht und der Ernst in ihren Gesichtern steht in einem reizvollen Kontrast zu ihren Kostümen.

Links trägt das älteste der drei Mädchen ein fröhlich gemustertes Kleid mit Luftballons in den Farben weinrot, flieder und hellgrün, darüber eine dunkle Weste mit Zierborten und ein Stirnband im Haar. Der Rock fällt weit, darunter weiße Strümpfe und geschnürte Halbschuhe. In der Mitte steht ein jüngeres Mädchen, die Kleinste der Gruppe. Sie trägt ein Kleid mit geschnürtem Mieder, darüber eine helle Schürze mit Spitzenbesatz. Ganz rechts schließlich steht ein Mädchen in Löffinger Tracht mit der charakteristischer Haube. In der Hand hält sie ein kleines Körbchen – ein liebevolles Detail, das die Tracht vervollständigt.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Standort des Fotografen: 47.884294, 8.344938

Narrengruppe vor dem Haus Engesser in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1931

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Vor der Haustür des Hauses Engesser (Demetriusstr. 4) hat sich diese Narrengruppe für ein Erinnerungsfoto aufgestellt. Zwei Cowboys stehen breitbeinig links und rechts, wie aus einem Westernfilm entnommen. Mit ihren großen Hüten, Halstüchern, breiten Gürteln und den auffälligen Fellhosen wirken sie kampfbereit und selbstbewusst. In ihren Händen halten sie »Käpselepistolen« – fest umklammert, als müssten sie jeden Moment zum Duell antreten.

Zwischen ihnen haben sich zwei junge Frauen eingehakt. Sie tragen Kostüme, die einer Pfadfinder-Kluft ähneln und wohl Cowgirls darstellen sollen: dunkle Kleider, Hüte und dekorative Halstücher. Die Vier posieren lässig vor der Hauswand, Schulter an Schulter, als gehörten sie zusammen zu einer eingeschworenen Bande.

V.l.n.r.: 1 [Ernst Geisinger (1909-1988)?], 2 ???, 3 Ida Schultheiß (verh. Maier, 1909-2001), 4 Wilhelm Fehrenbach (1908-1943)

Standort des Fotografen: 47.884361, 8.344722

Musikgruppe bei der »Wieberfasnet« im Gasthaus »Linde«, Fasnacht ca. 1954

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gaby Vogt zur Verfügung.

Dicht gedrängt stehen die Frauen um das Klavier, Musikinstrumente in den Händen, die Gesichter dem Notenblatt zugewandt. Im Gasthaus »Linde« wird musiziert – von Frauen für Frauen. Denn zum ersten Mal organisieren die Frauen des katholischen Müttervereins, der späteren Frauengemeinschaft, die sogenannte »Wieberfasnet«. An diesem Abend gehört das Gasthaus ganz ihnen. Frauen sitzen im Publikum und Frauen gestalten das Programm auf der Bühne, sie führen Sketche und Tänze auf und sorgen für Musik. Männer sind nicht zugelassen.

Am Klavier sitzt Johanna Rebholz (geb. Ganter, 1913-2003). Sie spielt nicht nur hier, sondern ist auch als Organistin in der katholischen Pfarrgemeinde tätig. Sicher begleitet sie die Mitspielerinnen routiniert, aufmerksam, den Blick zwischen Tasten und Noten wechselnd. Die Musikgruppe wirkt vertraut miteinander, voller Freude am gemeinsamen Musizieren.

V.l.n.r.: 1 Hedwig Vogt (geb. Limb, 1919-2010), 2 Luise Bader (geb. Straub, 1914-2009), 3 Hedwig Fieger (geb. Butsch, 1912-1989), 4 Gertrud Geisinger (geb. Limb, 1923-2011), 5 Johanna Rebholz (geb. Ganter, 1913-2003)

Standort des Fotografen: 47.884177, 8.346517

Narrengruppe in der Dittishauser Straße, Fasnacht ca. 1952

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Felle hängen schwer über Schultern und Hüften, Speere werden fest umklammert. In der Dittishauser Straße hat sich eine Narrengruppe im Schnee aufgestellt, bereit für ein gemeinsames Foto. Die Kostüme wirken archaisch. Tierfelle, pelzige Mützen und improvisierte Waffen lassen an eine ferne Vorzeit denken. Vielleicht sind es Germanen? Schließlich lautet das Fasnachtsmotto 1952 »Als die Römer frech geworden«.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Roland Laufer, 5 ???, 6 ???. 7 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 [Johanna Egle (verh. Theiler)?], 5 ???, 6 ???. 7 ???, 8 ??? (verdeckt)

Standort des Fotografen: 47.885270, 8.349014

Weibliche Narrenpolizei auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht ca. 1949

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Die weibliche Narrenpolizei, 1936 gegründet, bereichert als weibliches Pendant zur traditionellen Narrenpolizei das närrische Treiben und sorgt schon mit ihrer bloßen Existenz für Aufsehen. Weibliche Polizistinnen konnte es nur an Fasnacht geben! In der Wirklichkeit bestand die Polizei ausschließlich aus Männern, sodass der Anblick uniformierter Frauen auf den Straßen eine kleine Sensation war. Da es für Frauen in den 1930er Jahren noch sehr ungewöhnlich war, Hosen zu tragen, griff man anfangs auf weiße Hosen des Turnerbunds zurück. Mit großer Begeisterung und Mut zur Kostümierung stellten sich die Frauen in Uniform dem närrischen Geschehen.

Während des Zweiten Weltkrieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit musste die Fasnacht zunächst ruhen. Erst 1948 finden wieder närrische Veranstaltungen statt. Die weibliche Narrenpolizei ist mit von der Partie und setzt ein starkes Zeichen für den Neuanfang und den Wunsch nach unbeschwertem Frohsinn.

V.l.n.r.: 1 ??? (maskiert), 2 Irma Schmid (verh. Adrion, 1927-2019), 3 Margarete Zepf (verh. Senn, 1932-2021), 4 Hildegard Münzer (1927/28-?), 5 ???, 6 ???

Im Hintergrund des Fotos ist das Zigarrengeschäft Vogt (Rathausplatz 13) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884151, 8.345150

Zwei Narren, Fasnacht ca. 1920-1925

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zwei kostümierte Narren stehen vor einer kahlen Mauer und einem Spalierbaum, der seine knorrigen Äste ausbreitet. Am Boden liegen welke Blätter. Die Frau trägt ein schlichtes Harlekin-Kostüm mit übergroßem, weißem Kragen und angedeuteten Pumphosen. Ein kleines Hütchen sitzt schräg auf ihrem Kopf. In der Hand hält sie einen zusammengefalteten Fächer. Ihr Gesichtsausdruck wirkt ernst, fast ein wenig skeptisch. Der Mann neben ihr trägt einen breitkrempigen Hut und einen mit zahllosen Papierrosen besetzten Anzug. Sein Arm liegt locker um die Schulter seiner Begleiterin. Er schaut selbstbewusst in die Kamera.

Die beiden Narren sind Anna Bader (verh. Isele, 1903-1959) und Adolf Isele (1903-1961). Die beiden heiraten 1929.

Standort des Fotografen: ???

Narrengruppe »Schneewittchen und die 7 Zwerge«, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Beim Narrenumzug zieht eine fröhliche Narrengruppe in bunten Kostümen über den oberen Rathausplatz. Vorneweg marschieren kleine Zwerge mit bemalten Gesichtern, wallenden Bärten, Zipfelmützen und Schürzen. Einer trägt sogar einen Werkzeugkasten – ganz wie es sich für einen fleißigen Zwerg gehört. Hinter ihnen wird ein Leiterwagen gezogen, auf dem weitere Zwerge eng beisammen sitzen. Dahinter schreitet Schneewittchen in weißem Kleid.

Die Häuserkulisse mit dem charakteristischen Eckerker vom Stadtbau (Demetriusstr. 1) im Hintergrund verrät: Die Szene spielt sich auf dem oberen Rathausplatz ab, wo sich Jahr für Jahr das närrische Treiben sammelt. Das Foto wird vermutlich an Fasnacht 1961 aufgenommen. Das Motto in diesem Jahr lautet: »Kleine Gruppen – viel Grund zum Gucken«.

Standort des Fotografen: 47.884106, 8.345051

Narren auf der Bühne in der Festhalle, Fasnacht ca. 1961/62

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

In der Festhalle drängen sich Närrinnen und Narren auf der Bühne. Die Szene wirkt übervoll – im besten Sinne: Menschen, Masken, Kostüme, Farben und Rollen prallen aufeinander und verschmelzen zu einem dichten, närrischen Bild.

Im Vordergrund hocken vier »Hexen« der Hexengruppe breitbeinig auf ihren Besen. Ihre karierten Röcke und gestreiften Strümpfe verrutschen dabei so weit, dass bei der einen oder anderen die Unterhose zum Vorschein kommt – ein augenzwinkernder Verstoß gegen die bürgerliche Ordnung, wie er zur Fasnacht gehört. Das »Häs« ist in seiner Grundform seit 1956 einheitlich mit karierten Stoffen gestaltet. Seit 1958 tragen die Hexen auch aus Holz geschnitzte Masken. Sie sind individuell gestaltet, denn jede Hexe schnitzt ihre Maske selbst und trägt ihr ganz eigenes Gesicht.

Hinter den Hexen stehen zwei junge Frauen in Uniform – Mitglieder der weiblichen Narrenpolizei, die hier für närrische Ordnung sorgen. Neben ihnen sind drei »Hansele« zu sehen, Vertreter der sogenannten Baaremer Weißnarren, mit Holzmasken und Geschellriemen. Sie tragen Masken aus Bräunlingen und Donaueschingen, die aus dem Fundus von Friseurmeister Julius Limb stammen, der 1923/24 Masken und »Häser« auf der Baar aufkaufte und an Fasnacht auslieh. Die typische Löffinger »Hansele«-Maske, die einen freundlicheren Gesichtsausdruck zeigt, entstand 1936 nach einer Vorlage von Lehrer Karl Ehret.

Am linken Bildrand sind mehrere Mitglieder der »Laternenbrüder« zu erkennen. Sie tragen traditionelle blaue Fuhrmannskittel und schwarze Rundhüte. Einer von ihnen scheint gerade eine Ansprache zu halten: Konzentriert blickt er auf das Blatt in seiner Hand. Es ist Karl Guth, der 1961/62 Narrenvater ist. Dazwischen stehen mehrere Ehrennarren, zu erkennen an ihren weißen Zipfelmützen und dem Zylinder.

Der Bühnenhintergrund zeigt ein gemaltes Bild mit angedeuteter Häuserkulisse. Zu sehen sind die Häuser beim Mailänder Tor.

V.l.n.r.: 1 Karl Guth, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Hugo Schropp, 6 Gerda Bader (geb. 1934), 7 Lore Isele (geb. 1933)

Standort des Fotografen: 47.882911, 8.347815

Narrengruppe »Schotten« auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Eine Gruppe Fasnachtsnarren zieht als »Schotten« verkleidet beim Narrenumzug über den unteren Rathausplatz. Unter dem Motto »Kleine Gruppen – viel Grund zum Gucken« marschieren die kostümierten Männer im Kilt und mit karierten Kniestrümpfen durch die Stadt. Der vorderste Teilnehmer trägt einen langen Stecken als Zeichen der Anführung. Es sind Mitglieder des Männergesangsvereins »Eintracht«, die sich hier als Narrengruppe zusammengefunden haben. Willy Siefert, der vorneweg marschiert, ist Vorsitzender des Vereins.

V.l.n.r.: 1 Karl Beha (1901-?), 2 ???, 3 Ernst Göhry, 4 ???, 5 ???, 6 Fitz Strobel (1906-1997), 7 Hermann Schilling (1914-1998), 8 ???, 9 Willy Siefert (?-1968)

Im Hintergrund erkennt man das Mailänder Tor und das Haus Müller (Demetriusstr. 13) mit der Aufschrift »Mechanische Rep. Werkstätte« sowie das Haus Egle (Demetriusstr. 14), an dessen Fassade »K. Egle Modewaren« zu lesen ist. Trotz des ungemütlichen Wetters – die Straße ist nass, am Rand liegt noch etwas Schneematsch – säumen viele neugierige Zuschauer*innen die Straße. Erwachsene und Kinder stehen dicht gedrängt, warm eingepackt in Mäntel. Sie beobachten die fantasievoll verkleideten Narren mit sichtlicher Freude.

Standort des Fotografen: 47.883866, 8.344088

2 Fotos: Umzugswagen mit Esel auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht ca. 1959

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Christa Egle und Alexandra Scholl zur Verfügung.

Diese Gruppe Narren hat sich als »fahrendes Volk« oder Marketender verkleidet und zieht mit zwei aneinandergehängten Planwagen durch die Straßen des Städtchens. Die liebevoll gestalteten Wagen, gezogen von einem kleinen Esel, erinnern an frühere Zeiten, als Händler von Ort zu Ort zogen und ihre Waren verkauften. Ob es sich um eine klischeehafte Darstellung von Sinti und Roma oder einfach um eine Hommage an das »fahrende Volk« vergangener Jahrhunderte handelt, bleibt offen.

Musiker*innen mit Akkordeons begleiten den Umzug mit fröhlichen Klängen. Kinder müssen die Umzugstrecke nicht mitlaufen, sondern sitzen bequem auf den beiden Wagen. Die Zuschauer*innen stehen dicht gedrängt am Straßenrand und genießen den Anblick – manche neugierig, andere lachend, während die Narren mit viel Elan durch die Straßen ziehen.

Unter den Narren sind u.a. zu erkennen: Karl Krieg (1927-2021), Otto Schweizer, Friedhilde Wörner (geb. Rosenstiel), Hedwig Egle (verh. Hepting, 1932-2020), Henriette Laufer (geb. Metz, 1922-2004)

Standort des Fotografen: 47.883574, 8.343873

2 Fotos: Narrentreiben im Schnee, ca. 1930

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Es sind ganz offensichtlich Närrinnen und Narren, die hier in Aktion zu sehen sind. Aber sie ziehen nicht etwa durch die Straßen des Städtchens, sondern sind in einem Waldstück unterwegs. Sind sie in der »Hasle« oder auf dem Weg in einen der Nachbarorte? Eine Musikkapelle ist dabei und spielt auf. Und auch ein uniformierer Narrenpolizist ist mit von der Partie.

Wer erkennt die Närrinnen und Narren?

Standort des Fotografen: ???

Närrinnengruppe im Café Fuß, Fasnacht ca. 1995

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Eugen Mayer zur Verfügung.

»… dass ich, solange ich lebe und Atem habe, mit allen Fasern meines Lebens, treu zur Laternenbrüder-Narrenfreiheit stehe«. So lautet die Eidesformel, die die 20-Jährigen am »Schmutzigen Dunschdig« bei ihrer Vereidigung am Narrenbaum leisten. Diese vier Närrinnen scheinen den Eid zu beherzigen. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters ist es für sie undenkbar, an Fasnacht ruhig zu Hause zu sitzen. Sie mischen sich unter das närrische Volk und sind mittendrin beim Narrentreiben in den Wirtschaften. Im Café Fuß lässt es sich bei einem Viertele Wein gut sitzen.

V.l.n.r.: 1 Hermine Baumgart (geb. Zürcher, 1907-1998), 2 Josepha Rappenegger (geb. Roth, 1915-1998), 3 Maria Heiler (geb. Dettling, 1922-2003), 4 Theresia Schreiber (geb. Straub, 1929-2018)

Standort des Fotografen: 47.884010, 8.344080