Wagnermeister Hermann Schelling mit Skiern, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Schelling zur Verfügung.

Mehrere Generationen lang wohnten und arbeiteten im Haus Kirchstraße 11 Wagnermeister. Auf den Wagner Wilhelm Schelling folgte dessen Sohn Adolf Schelling (1890-1947), der ebenfalls Wagner war.

Nach seinem Tod übernahm Hermann Schelling (1914-1998) in dritter Generation die Wagnerwerkstatt. 1953 wurde auch das Anwesen auf ihn übertragen. Nachdem im November 1959 ein Skiclub in Löffingen gegründet worden war, stieg auch die Nachfrage nach Skiern mehr und mehr an. Hermann Schilling führt deshalb auch dieses Sportgerät in seinem Sortiment, repariert und wachst sie. Auf dem Foto betrachtet er gerade einen zerbrochenen Ski. Bald ist seine Werkstatt vor allem unter dem Namen »Ski-Schelling« bekannt.

Standort des Fotografen: 47.883497, 8.345336

Aufführung auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

Vor der großen Bühne in der Kirchstraße drängt sich die Menschenmenge. Kinder recken die Hälse, Erwachsene lachen und klatschen, als die Stadtmusik. Zwischen den Reihen treten die »Laternenbrüder« auf. Über allem thront die überlebensgroße Hexe der Hexengruppe – zugleich Furcht einflößend und komisch, eine perfekte Kulisse für das ausgelassene Spiel.

Im Hintergrund zeichnen sich auch die Häuser der Kirchstraße ab, unbeabsichtigt Teil der Szenerie. Besonders das Haus von Richard Funk (Kirchstr. 10) fällt ins Auge: Ein Haus mit Wiederkehr zur Straße, einer hohen, schmalen Dachgaube und schweren Holztüren, unter denen ein Aufzugskran angebracht ist. Wer genau hinsieht, erkennt, dass die Fenster schief stehen – ein Zeichen dafür, dass sich Teile des Gebäudes bereits gesenkt haben. Wenige Jahre später wird das Haus, zusammen mit dem Nachbarhaus Heiler (Kirchstr. 8), abgerissen. An ihrer Stelle errichtet Dr. Gebhard Hecht einen Neubau.

Standort des Fotografen: 47.883162, 8.344674

Haus Durst in der Alenbergstraße, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise August Durst zur Verfügung.

1959 war das Haus Nobs an die nächste Generation übertragen worden. Neue Eigentümer waren August Durst und seine Ehefrau Josefa Durst (geb. Nobs). Sie bauten das Gebäude um und aus, indem sie es um eine weitere Etage aufstockten. Dadurch erhielt das Gebäude seine – im Vergleich zu den Nachbargebäuden – ungewöhnliche Dachschräge. Der Spalierbaum, der Jahrzehntelang an der Fassade gewachsen war, musste weichen. Die Rundbögen über Haustür und Stalltür wurden begradigt. Die Fensterläden verschwanden.

Standort des Fotografen: 47.884914, 8.344720

Früheres Schlachthaus am Bittenbach, 1966

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

Zwei Jahre bevor das ehemalige Schlachthaus in der Bitten abgerissen wird, entsteht dieses Foto. Das Gebäude wird zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr genutzt. Das Schlachthaus steht neben dem Bittenbach, dort, wo der Bach seine Röhre verlässt und in die Bittenwiesen fließt.

Tiere, die zum Schlachten geführt wurden, standen aufgereiht angebunden am Geländer der Kirchenmauer. An Schlachttagen färbte sich das Wasser des Bachs rot. Der schmale Weg rechts am Schlachthaus führt hinauf zur Seppenhofer Straße und in Richtung Krankenhaus.

Standort des Fotografen: 47.882730, 8.344961

Abbruch der Ökonomie vom Haus Kuster in der Kirchstraße, 1963

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Kuster zur Verfügung.

Das Haus Kuster in der Kirchstraße wird von Grund auf umgebaut. Der Ökonomieteil und das Dach werden komplett abgerissen modern wieder aufgebaut. »Kolonialwaren Obst & Gemüse« ist auf der Fassade noch zu entziffern.

Standort des Fotografen: 47.882979, 8.344164

Verkaufsraum im Uhrengeschäft Maier, ca. 1962-1970

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Emilie und Heinz Albrecht zur Verfügung.

Beim »Uhren-Maier« (Untere Hauptstr. 5) gibt es nicht nur Uhren in den verschiedensten Formen und Größen, wie diese Innenaufnahme zeigt. Zum Verkauf angeboten werden auch Schmuck, Porzellan, Reiseandenken und sonstige Kunstgegenstände, darunter auch Nippes.

Das 1919 gegründete Geschäft wird 1959 umgebaut und modernisiert. Seit 1962 wird es in zweiter Generation von Tochter Emilie Albrecht geb. Maier (1922-?) und ihren 1958 geheirateten Ehemann Heinz Albrecht geführt. 

Standort des Fotografen: 47.883308, 8.343857

Musikkapelle vor dem Haus Fehrenbach, ca. 1970-1972

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl-Heinz Maier zur Verfügung.

Eine Musikkapelle, die auf einen Besuch in Löffingen weilt, hat sich anlässlich eines Festes auf dem Platz aufgestellt, an dem die Demetriusstraße in die Untere Hauptstraße einmündet. Ansonsten ist der Platz zugeparkt mit Autos.

Im Hintergrund erkennt man rechts die Giebelwand vom Haus Straub. Daneben ist das Haus Fehrenbach (Demetriusstr. 18) zu sehen. Der Wohnbereich ist mit Girlanden geschmückt. Das Ökonomiegebäude verfügt über eine Stalltür und zwei große Scheunentoren. Vermutlich entstand das Foto Anfang der 1970er Jahre, kurze Zeit vor dem Abbruch des Anwesens 1972.

Standort des Fotografen: 47.883143, 8.343705

Rückansicht des Hauses Willmann, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Dieses Foto wurde in der Eggertenstraße aufgenommen. Es zeigt die Rückansicht des Hauses Willmann (Rathausplatz 8) vor seiner Renovierung. Der bröckelnde Putz gibt den Blick frei auf sehr unterschiedliches Mauerwerk, das Rückschlüsse auf die Baugeschichte des Hauses erlaubt: Neben den fein säuberlich gemauerten Ziegelsteinen sind im Erdgeschoss auch Natursteine zu erkennen, die sicherlich weitaus älteren Datums sind. Die Holzbeuge im Vordergrund, das Bäumchen mit seiner stattlichen Krone, daneben das kleine Gärtchen mit einem hölzernen Lattenzaun und die weiße Wäsche, hoch oben auf der Leine, muten heutigen Betrachtern fast idyllisch an.

Standort des Fotografen: 47.883545, 8.344398

Schulklasse im »Filmsaal« der Volksschule, 1964

aus dem Protokollbuch der Volksschule

Im »Filmsaal« der Volksschule sitzen die Schüler*innen der Jahrgänge 1950/51 nach Geschlechtern getrennt. Links die Buben und rechts die Mädchen, getrennt durch den Mittelgang. Der Jahrgang 1951 sitzt jeweils in den drei vorderen Reihen und der Jahrgang 1950 jeweils in den drei hinteren Reihen.  

Linke Seite
1.Reihe, v.l.n.r.:
Alex Rogg
2.Reihe, v.l.n.r.: Werner Mayer, Daniel Fehrenbach, Wilfried Vogt
3.Reihe, v.l.n.r.: Peter Lux, Josef Wölfle, Klaus Heizmann, Manfred Kienzler, Bernhard Adrion
4.Reihe, v.l.n.r.: Ernst Effinger, Herbert Kienzler
5.Reihe, v.l.n.r.: Walter Pfeifer, Wolfgang Barz, Michael Kasprowicz
6.Reihe: Heinz Hauger

Rechte Seite
1.Reihe, v.l.n.r.:
Renate Trenkle, Erika Geisinger, Marietta Mürb, Priska Nickel (?)
2.Reihe, v.l.n.r.: Veronika Kaltenbrunner, Annemarie Hryzuniak, Helga Schwörer, Marlies Heizmann
3.Reihe, v.l.n.r.: ???, Karola Keller, Marlies Müller
4.Reihe, v.l.n.r.: Gisela Benz (verh.Wölfle), Roswitha Baumgart (verh. Wörwag)
5.Reihe, v.l.n.r.: Luzia Trenkle (verh. Vierlinger) und [Christine Längin?] oder [Ursula Schelling?]

Standort des Fotografen: 47.882427, 8.347895

Hebamme Emma Kienzle mit Neugeborenem, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Emma Kienzle zur Verfügung.

Ein stiller Moment nach einer Geburt: Hebamme Emma Kienzle hält ein Neugeborenes behutsam in ihren Armen. Das Baby liegt eingewickelt in ein helles Tuch, die Augen geschlossen, die winzigen Hände halb geöffnet – noch ganz versunken im ersten Schlaf. Neben ihr steht vermutlich die junge Mutter. Ihr Blick ruht voller Staunen auf dem Kind. Im Vordergrund deutet ein Blumenstrauß an, dass hier gerade ein neues Leben willkommen geheißen wird.

Emma Kienzle (geb. Geisinger, 1915-2003) ist Hebamme mit Leib und Seele. Von 1948 bis zur Schließung des Krankenhauses 1983 arbeitet sie in der Geburtsabteilung in der Seppenhofer Straße. Jahr für Jahr begleitet sie rund 150 Kinder bei ihrem ersten Atemzug. Viele Familien verbinden mit ihr einen der prägendsten Momente ihres Lebens. Und auch bei Hausgeburten ist sie zur Stelle – ruhig, erfahren, zugewandt.

Dass sie diesen Beruf ergreift, scheint fast vorgezeichnet: Sie ist die Tochter des Landwirts Leopold Geisinger (1878-1938) und der Hebamme Veronika Geisinger (geb. Mauthe, 1878-1958). Das Handwerk wird ihr gewissermaßen in die Wiege gelegt. Früh verwitwet, lebt Emma Kienzle bis zu ihrem Tod in ihrem Elternhaus in der Alenbergstraße 6 – und bleibt vielen als die Hebamme in Erinnerung, die Generationen von Löffinger Kindern ins Leben begleitet hat.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 Emma Kienzle

Standort des Fotografen: 47.881736, 8.345268