»Laternenbrüder« in Freiburg, 28. Januar 1928

Foto Kühn, Freiburg | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Conrad Bader sowie Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Da stehen sie, die »Laternenbrüder«, in ihren blauen Kitteln, mit Zipfelmützen bzw. Rundhut und Tabakspfeifen – und natürlich mit ihrem Markenzeichen, den Laternen! 1889 wurde der Verein gegründet bzw. wiedergegründet, denn bereits 1840 gab es schon einmal einen Narrenverein. Die Jahreszahl »1840« steht denn auch auf der großen Laterne, die die »Laternenbrüder« auf dem Foto mit sich führen. Das Foto wird in Freiburg aufgenommen, wo die »Laternenbrüder« am Narrentreffen teilnehmen.

V.l.n.r.: 1 Josef Fritschi, 2 Paul Benitz, 3 Konrad Bader, 4 Heinrich Wider, 5 Julius Limb, 6 Fritz Seilnacht, 7 Ernst Meßmer, 8 Ernst Ritter, 9 Joseph Benitz

Standort des Fotografen: Freiburg

»Laternenbrüder« vor Limbs Laden in der Unteren Hauptstraße, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gaby Vogt zur Verfügung.

Vor dem Friseursalon von Julius Limb (Untere Hauptstr. 4) stehen vier Laternenbrüder. Sie sind nicht nur an der Laterne zu erkennen, die sie bei sich führen, sondern auch an ihrem Kittel und ihrem schwarzen Rundhut. Alle vier nuckeln an Tabakpfeifen.

Im Hintergrund ist der Eingang zum Friseusalon und das Schaufenster zu erkennen, das mit Fasnachtsmasken dekoriert ist. Die Ölsäule links mit dem Schritzug »Das Vollschutz Motor-Öl« verweist darauf, dass Julius Limb auch eine »Esso«-Tankstelle betreibt.

V.l.n.r.: 1 Walter Ratzer, 2 Willy Vogt, 3 Josef Heiler, 4 Julius Limb (1883-1968)

Standort des Fotografen: 47.883467, 8.343782

Fünf Männer vor einem Auto, ca. 1925

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Wider zur Verfügung.

Ein Auto hat am Straßenrand geparkt. Noch sind motorisierte Fahrzeuge im Städtchen eine Seltenheit, denn Durchgangsverkehr gibt es kaum und nur wenige Löffinger besitzen ein Auto. Einer der ersten ist Friseurmeister Julius Limb (1883-1968), der in der Bildmitte steht.

Der Heimatchronist Leo Ratzer (1881-1948) erinnert sich 1938 in seinen Aufzeichnungen an die ersten Autos, die ab 1910 nach Löffingen kamen: »Natürlich war die Durchfahrt eines Autos lange Zeit ein Ereignis für das ganze Städtchen. Die Sache machte noch kurz vor dem Kriege [Erster Weltkrieg] auf einen kleinen Jungen einen solchen Eindruck, dass er sich in seiner Freizeit stets an der Landstraße aufhielt und sobald er ein Auto auf der Höhe gegen Unadingen kommen hörte, seine Kameraden mit dem Schreckensruf alarmierte: ‚Kummet bigott ihr Buebe, es kunnt en Sokomatiev.’«

Wer weiß, vor welchem Gebäude das Auto parkt?

V.l.n.r.: 1 Heinrich Wider, 2 ???, 3 Julius Limb, 4 Joseph Benitz, 5 Hermann Ganter

Standort des Fotografen: ???

Fronleichnamsprozession auf dem oberen Rathausplatz, 31. Mai 1934

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia Durst sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Es ist Fronleichnam 1934. Der katholische Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974) trägt die Monstranz mit dem Allerheiligsten bei der Prozession durch die Straßen des Städtchens. Eben zieht der Festzug am Rathaus vorüber. Die Monstranz wird von einem »Himmel« genannten Stoffbaldachin beschirmt, der von vier Männern getragen wird, die dem katholischen Stiftungsrat angehören (u.a. Wilhelm Maier, Ernst Meßmer). Rechts und links marschiert ein Ehrengeleit von uniformierten Feuerwehrmännern.

Es ist kein Fronleichnam wie jedes andere. Man muss genau hinschauen, um zu erkennen, dass im zweiten Jahr der nationalsozialistischen Herrschaft eine neue Zeit Einzug gehalten hat. Ein Mitglied des Kirchenchores trägt statt eines Anzugs eine braune SA-Uniform. Doch täuscht das Foto leicht darüber hinweg, wie weit der Konflikt zwischen Stadtpfarrer Andris und der NSDAP-Ortsgruppe zu diesem Zeitpunkt eskaliert war. Nur drei Wochen später wird er am 23. Juni 1934 gewaltsam aus Löffingen vertrieben. 16 Bürger, die sich zu dem Geistlichen öffentlich bekennen, werden verhaftet. Einer davon, Albert Benitz (1905-1996), der dem Kirchenchor angehört, läuft in der Prozession mit und ist auf dem Foto zu sehen.

Beim Kirchenchor sind u.a. zu erkennen: Friseurmeister Julius Limb, Fritz Seilnacht, Hans Guth und Oberlehrer Eugen Steidlinger.

Standort des Fotografen: 47.883823, 8.344949

Kirchenchor bei einem Ausflug, ca. 1933

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Der Kirchenchor der katholischen Pfarrgemeinde kommt nicht nur zu Gesangsproben und zu Auftritten bei Festgottesdiensten zusammen, sondern pflegt auch ein geselliges Vereinsleben. Mit dem Dirigenten des Chores, Oberlehrer Eugen Steidlinger (1873-1939), unternehmen die Chormitglieder einen gemeinsamen Ausflug. Steidlinger, gebürtig aus Stuttgart und seit 1905 in Löffingen als Lehrer tätig, übt sein Dirigentenamt bereits seit 1914 aus.

Auf dem Gruppenfoto sind u.a. zu sehen (in alphabetischer Reihenfolge): Else Bader, Landwirt Konrad Bader, Sophie Bader (verh. Gremper, 1905-1984), Albert Benitz, Maria Benitz, Klara Egle (später Sr. Confirmata), Else Fehrenbach (verh. Bader), Mathilde Fehrenbach (verh. Schlenker), Schneidermeister Hermann Ganter, Johanna Ganter (verh. Rebholz), ??? Guth, Hans Guth, Karl Guth, Maria Hummel, ??? Jordan, Anna Kopp (1917-2010), Friseurmeister Julius Limb, Fritz Seilnacht, Oberlehrer Eugen Steidlinger, Josefa Sibold, Maria Straub (verh. Willmann), Paul Straub (1905-?), Hermine Strobel (verh. von Dungen, 1917-1998)

Wer erkennt die anderen Personen?

Standort des Fotografen: ???

Kirchenchor vor der Festhalle, Pfingsten 1932

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Luzia Bader, Klemens Rebholz und Cäcilia Runge sowie Georg Willmann zur Verfügung.

Die Mitglieder des Kirchenchores haben sich nach dem feierlichen Pfingstgottesdienst vor der Festhalle zu einem Gruppenfoto versammelt. Vorne in der Mitte sitzt Stadtpfarrer Guido Andris, der von 1929 bis zu seiner gewaltsamen Vertreibung 1934 in Löffingen wirkt. Neben ihm links sitzt der Dirigent des Chores, Lehrer Eugen Steidlinger.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ??? geb. Guth, 3 Eugen Steidlinger (1873-1939), 4 Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974), 5 Vikar [Friedrich Kornwachs (1907-2001)], 6 ???, 7 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Maria Straub (verh. Willmann), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Hermine Strobel (verh. von Dungen, 1917-1998), 6 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Friseurmeister Julius Limb, 2 Sophie Bader (verh. Gremper, 1905-1984), 3 ???, 4 Else Fehrenbach (verh. Bader), 5 Anna Kopp (1917-2010), 6 ??? Jordan, 7 ???, 8 August Ganter (1907-1970)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Maria Hummel, 3 Mathilde Fehrenbach (verh. Schlenker, 1907-1980), 4 ???, 5 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 6 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003)
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 Albert Benitz (1905-1996), 2 Paul Benitz (1899-1979)
6.Reihe, v.l.n.r.: 1 ??? Geisinger, 2 ???, 3 Hans Guth, 4 Fritz Seilnacht (1901-1987), 5 ???, 6 Schreinermeister August Limb (1884-1976)
7.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Wölfle, 2 Konrad Bader (1868-1958), 3 Blechnermeister Otto Ganter (1881-1960), 4 Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957)

Einer Auflistung von Pfarrer Guido Andris gehören 1930 folgende Personen dem Kirchenchor an: Konrad Bader, Sophie Bader, Johann Beha, Friedrich Beha, Katharina Beha, Albert Benitz, Paul Benitz, Anna Benz, Hedwig Butsch, Klara Egle, Fanny Faller, Mathilde Fehrenbach, Else Fehrenbach, Rosina Fehrenbach, Otto Ganter, Johanna Ganter, Josef Guth (Seppenhofen), Johann Guth (Seppenhofen), Mathilde Heiler, Else Häusle, Maria Heizmann, Rupert Hepting, Maria Hummel, Mathilde Keller, Wilhelm Krauß, Ernst Krauß, Hilda Leppert, August Limb, Julius Limb, Emma Limb, Luise Nägele, Alfred Oschwald (Seppenhofen), Mathilde Rosenstiel, Hedwig Roth, Elly Schäfer, Otto Schmitt, Maria Schmutz, Christine Schweitzer, Johann Satler (Seppenhofen), Fritz Seilnacht, Else Seilnacht, Elisabeth Sibold, Maria Straub, Hermine Strobel, Josef Wölfle, Marie Wöfle.

Standort des Fotografen: 47.883056, 8.347694

Julius Limb in seiner Drogerie, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Hofmeier zur Verfügung.

Friseurmeister Julius Limb (1883-1968) verkauft auch »Drogen«, also Produkte zur Körperpflege, ätherische Öle und Parfume und Heilmittel. Das Foto zeigt, dass in der Drogerie Flaschen, Glasbehälter und Dosen mit den verschiedensten Substanzen wohlsortiert bereitstehen.

Standort des Fotografen: 47.883497, 8.343687

Limbs Tankstelle in der Unteren Hauptstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

Zu sehen sind Friseurmeister Julius Limb (1883-1968) und seine Ehefrau Maria (geb. Nägele). Julius Limb betreibt vor seinem Friseursalon auch eine Tankstelle. Der Tankwagen ist vorgefahren und Julius Limb ist voll in Aktion für die Übernahme das Benzins. Interessant ist das Kennzeichen »IVB« des Tankwagens und der seitliche Aufdruck »STANDARD« des Benzinherstellers.

Standort des Fotografen: 47.883418, 8.343822

Motorisierte Narrengruppe auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1925

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Mitte der 1920er Jahre hat es Seltenheitswert, wenn an Fasnacht eine Narrengruppe motorisiert unterwegs ist. Hier fahren gerade sechs kostümierte Narren auf einem Kraftfahrzeug am früheren Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9-10) vorbei. Drei von ihnen musizieren auf Musikinstrumenten. Im Hintergrund ist das Rathaus mit seinem hölzernen Eingangsportal zu erkennen. Offiziell findet 1925 gar keine Fasnacht statt, aber diese Vollblut-Narren lassen es sich offensichtlich trotzdem nicht nehmen, sich ins »Häs« zu werfen. Es erklärt aber, warum die Passanten nicht verkleidet sind. Das Foto findet als Ansichtskarte Verbreitung. Der Titel lautet: »Schmutzige Dunnstig z’Löffingen«.

V.l.n.r.: 1 Hermann Berger (?-?), 2 Schlossermeister Leopold Berger (1878-1952), 3 Friseurmeister Julius Limb (1883-1968), 4 Schmiedemeister Otto Fürst, 5 Steinmetzmeister Karl Häusle (1878-1956), 6 Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957)

Der Junge, der vorne auf der Kühlerhaube sitzt, ist Karl Berger.

Standort des Fotografen: 47.883805, 8.344747