Pflästerer Timotheus Schmid in Göschweiler, ca. 1958-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Pflästerer Timotheus Schmid (1903-1984) ist mit seinen Arbeitern, darunter seinem Sohn Bernd Schmid (1937-2021), in Göschweiler im Einsatz. Sie pflastern in der Bergstraße. In ihrem Karren liegt ihr Werkzeug. Jetzt werden die Ärmel aufgekrempelt und losgelegt!

Timotheus Schmid wohnt mit seiner Familie im »neuen Benzbau« (Ringstr. 8). Nach dem Feierabend heißt es dann, den Heimweg antreten.

V.l.n.r.: 1 Dieter Gauger, 2 Walter Ganter, 3 Bernd Schmid (1937-2021), 4 Timotheus Schmid (1903-1984)

Standort des Fotografen: 47.857842, 8.310679

Dittishauser Straße mit viel Schnee, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das Augenmerk des Fotografen gilt der Winterlandschaft. Er unternimmt einen ausgiebigen Spaziergang durch das verschneite Städtchen und fotografiert dabei eifrig. Erfreulicherweise hält er dabei auch Straßenzüge fotografisch fest, von denen es sonst eher wenig Bilder gibt. Dies gilt auch für den oberen Teil der Dittishauser Straße, der hier zu sehen ist.

Fangen wir auf der rechten Straßenseite mit den am weitesten entfernten Häusern an: Zu sehen ist das 1921 von der Baugenossenschaft errichtete Doppelhaus (Dittishauser Str. 13/15), das als Gendameriegebäude dient. Darin wohnen 1952 der Gendarmerieoberwachtmeister Max Thoma (1903-?) und der Gendarmeriewachtmeister Wilhelm Allinger (1898-1958) mit ihren Familien. Es folgt das Haus Geisinger (Dittishauser Str. 17), das dem Landwirt Otto Geisinger (1878-1967) und seiner Ehefrau Pauline (geb. Dutty, 1882-1974) gehört. Daran schließt sich das Haus Zepf (Dittishauser Str. 19) an, dessen Eigentümer der Waldwegwart Julius Zepf (1889-?) und seine Ehefrau Sofie Zepf (geb. Eickhorn, 1897-?) sind.

Neu erbaut ist das benachbarte Haus Zepf (Dittishauser Str. 21), das die 1945 in der Unteren Hauptstraße ausgebombte Familie Zepf nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete. Darin wohnen der Landwirt August Zepf (1900-?) und seine Ehefrau Klara Zepf (geb. Fehrenbach, 1902-?). Das letzte Haus (Dittishauser Str. 23) ist ebenfalls neu erbaut. Es gehört dem Stadtaufseher Hermann Kirner (1903-1971), der aus Lenzkirch stammt, und seiner Ehefrau Maria Kirner (geb. Geissbüttner).

Wenden wir uns nun der linken Straßenseite zu, auf der zwei weitere Häuser (Dittishauser Str. 6 und Dittishauser Str. 8) stehen. Im Haus Nr. 6, das zweistöckig ist, wohnen 1952 mehrere Familien zur Miete: Der Revierförster Otto Blumert, der Friedhofaufseher Karl Guth (1876-1955), der Kraftfahrer Johann Streit (1901-1981), der Versicherungsinspektor Georg Tschiggfrei (1913-1996) und Anna Vierlinger (geb. Nägele, 1912-2004), deren Ehemann Ulrich Vierlinger vermisst ist. Das Nachbarhaus Nr. 8 ist einstöckig. Wer weiß, wem das Haus gehört?

1953 wird daneben durch die Baugenossenschaft ein Mehrfamilienhaus (Dittishauser Str. 10) errichtet, das vor allem als Wohnraum für Flüchtlinge und Vertriebene dient.

Standort des Fotografen: 47.886396, 8.350854

Untere Hauptstraße mit viel Schnee, ca. 1957-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Mailänder Tor fällt der Blick auf den unteren Rathausplatz und die Untere Hauptstraße entlang. Der Blick fängt sich am Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) am Ende der Straße und am schlank in den Himmel aufragenden Kirchturm der katholischen Pfarrkirche. Doch das Interesse des Fotografen gilt nicht den Häusern und Straßenzügen. Aufgenommen wird das Foto vor allem, um die prächtige Winterlandschaft im Städtchen fotografisch festzuhalten. Auf der kleinen Verkehrsinsel im Vordergrund und entlang der Straßenränder türmen sich die Schneeberge.

Am linken Bildrand ist das Haus Guth (Rathausplatz 7) zu sehen. Das Geschäft ist modernisiert und verfügt über ein breites Schaufenster. Es wird 1962 an Schuhmachermeister Emil Schmid und seine Ehefrau Mathilde (geb. Geisinger) verkauft. Neben dem Haus Guth steht das Haus Siefert (Rathausplatz 6), in dessen Erdgeschoss sich das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« befindet. Am rechten Bildrand ist der Demetriusbrunnen zu sehen, der 1954 neu geschaffen wurde. Dahinter steht das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Sein schmiedeeisernes Wirtshausschild ragt über die Straße. Es folgt das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4), das aus dieser Perspektive weitgehend verdeckt ist. Nur die »Esso«-Tankstelle davor ist aus diesem Blickwinkel zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883944, 8.343806

Maienlandstraße mit viel Schnee, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Maienlandstraße ist fest in Kinderhand. Mit zwei Schlitten tummeln sie sich Mitten auf der Fahrbahn. Überall liegt Schnee! Ein richtiges Wintersportgelände!

Am Ende der Straße ist die Rückseite des Mailänder Tores zu sehen, das in Richtung Maienland zeigt. Auf der rechten Straßenseite sind das Haus Strobel (Maienlandstr. 3) und das Haus Schultheiß (Maienlandstr. 1) zu sehen. Letzteres ist rückseitig an die Häuser des Stadtrings angebaut. Über den Dächern ragt der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche empor.

Standort des Fotografen: 47.884528, 8.343278

Brautpaar Müller / Bausch vor dem Kirchenportal, ca. 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Die Trauung in der katholische Pfarrkirche St. Michael ist vorüber. Das frischvermählte Ehepaar tritt mit der Hochzeitsgesellschaft vor das Kirchenportal. Ernst blicken der Bräutigam Walter Müller (1923-2009) und die Braut Paula Müller (geb. Bausch, 1928-1978) in die Kamera. Ganz offensichtlich ist die Anspannung von den beiden noch nicht abgefallen!

Die Blumenkinder neben ihnen sind Rosemarie Jester (verh. Steurenthaler, geb. 1942) und Manfred Gaede (1946-2022). Daneben stehen die Brautjungfern Rita Gaede (verh. Podlech, 1933-1990), Anita Gaede (verh. Hoitz, geb. 1935), Ilse Vogel (verh. Seibold) und Agnes Bausch (verh. Duttlinger). Im Hintergrund zu sehen sind v.l.n.r.: 1 Luise Müller (geb. Vogel, 1901-1982), die Mutter des Bräutigams, 2 ???, 3 Hans Müller (1926-2014), der Bruder des Bräutigams, und 4 ???.

Standort des Fotografen: 47.882667, 8.343944

Ortsschild an der Rötenbacher Straße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nur gut, dass im Sägewerk Benz im Hintergrund gerade nicht Hochbetrieb herrscht und aus dem Benz-Kamin schwarzer Rauch aufsteigt. Denn das würde nicht so gut mit dem Prädikat »Luft-Kurort« harmonieren, mit dem das Städtchen um Kurgäste wirbt.

Auf dem holzgeschnitzten Schild am Ortseingang steht in Fraktur-Schrift: »Stadt-Löffingen« und »Luft-Kurort«. Das Stadtwappen wird eingerahmt von einer Frau und einem Mann, die Tracht tragen, sowie von zwei Nadelbäumen, die Assoziationen zum Schwarzwald wecken sollen.

Standort des Fotografen: 47.884488, 8.334559

Haus Bader in der Oberen Hauptstraße mit viel Schnee, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der Oberen Hauptstraße türmen sich die Schneeberge. Am Himmel lacht die Sonne und strahlt die weiße Pracht an. Am Straßenrand ist kein Durchkommen mehr, Fußgänger*innen müssen auf die Fahrbahn ausweichen. In dieser Winterlandschaft reihen sich die Häuser pittoresk aneinander.

Im Vordergrund ist das Haus von Landwirt Konrad Bader (Obere Hauptstr. 17) zu sehen, das damals noch die Hausnummer 255 trägt. Die rechte Gebäudehälfte (Obere Hauptstr. 19) gehört Luise Bader (geb. Fritschi, 1883-1958), der Witwe des 1939 verstorbenen Landwirts Johann Bader (1867-1939). Es schließen sich das Haus Jordan (Obere Hauptstr. 21) und das Haus Wöfle (Obere Hauptstr. 23/25) an.

Standort des Fotografen: 47.884810, 8.348522

Hochzeitsgesellschaft Maier / Wahler vor dem Gasthaus »Ganterbräu«, ca. 1954

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Der Sägearbeiter Franz Maier (1923-2006) und Melanie Wahler (1927-2020) heiraten! Mit ein paar Hochzeitsgästen stehen sie vor dem Eingang des Gathauses »Ganterbräu« (Obere Hauptstr. 4) und lassen sich fotografieren. Hinter ihnen stehen v.l.n.r. Marlies Fritsche (verh. Kaiser, geb. 1932), Walter Maier (1927-?) und Hilde Maier (geb. Böder, 1927-1969).

Franz und Melanie Maier kaufen später das Haus Hebelstr. 11, das von der Gemeinnützigen Baugenossenschaft erbaut wird.

Standort des Fotografen: 47.884411, 8.345475

2 Fotos: Haus Siefert am Rathausplatz mit Schaufenster, ca. 1958-1960

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Bis vor Kurzem befand sich vor dem Haus Siefert (Rathausplatz 6) noch ein kleines Vorgärtchen, in dem ein Nadelbaum aufragte und Schatten spendete. Der Baum wurde aber gefällt und ein Gehweg angelegt. Dadurch haben die Passant*innen Gelegenheit, sich das moderne Schaufenster näher zu betrachten. Auf dem Emailleschild, links neben dem Hauseingang, steht: »A. Siefert I Hüte – Modewaren«. Anna Siefert (geb. Guth, 1903-?) betreibt hier seit 1924 ein Modegeschäft mit Hutsalon, während ihr Ehemann Wilhelm Siefert (?-1968) »Brennstoff« verkauft.

Das »Ladenlokal« zur Rechten ist geschlossen. Zwar steht noch »Gottlieb« an der Fassade, aber das Lebensmittelgeschäft ist 1958 zum oberen Rathausplatz umgezogen. Die Jalousien sind heruntergelassen. Ein Schild vermeldet: »Ladenlokal zu vermieten«. Davor sitzt ein Mann auf einer Sitzbank und beobachtet das Geschehen auf dem unteren Rathausplatz und den Durchgangsverkehr in der Unteren Hauptstraße.

Standort des Fotografen: 47.883681, 8.344056

Grab von Familie Fehrenbach auf dem Friedhof, ca. 1951

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

»In Gott vereint« sind auf dem Friedhof gleich mehrere Angehörige der Familie Fehrenbach im Familiengrab bestattet. In der Mitte ruht der »Ober-Postschaffner a.D.« Josef Fehrenbach (1868-1950). Er wurde am 27. Februar 1868 geboren und wohnte mit seiner Familie beim Bahnhof. Als Briefträger war er allgemein bekannt. Der Hausname lautet denn auch (bis heute): »Postseppele’s«. Am 22. Oktober 1950 starb er im Alter von 82 Jahren.

Zu seiner Linken liegt seine erste Ehefrau Maria Fehrenbach (geb. Waldvogel, 1872-1905). Die beiden hatten 1897 geheiratet. Sie starb nach wenigen Ehejahren am 13. Mai 1905 im Alter von 33 Jahren. Zu seiner Rechten ist seine zweie Ehefrau Luise Fehrenbach (geb. Rendler, 1878-1942) bestattet. Geboren wurde sie am 5. Dezember 1878 in Fützen bei Waldshut. Sie hatten 1907 geheiratet und miteinander fünf Kinder, vier Söhne und eine Tochter, bekommen. Als sie am 29. Januar 1942 im Alter von 63 Jahren starb, notierte der Stadtpfarrer im Totenbuch: »Es war ein gutes harmonisches Eheleben, sie war fromm, besuchte jeden Sonntag die Messe.«

Nicht begraben in dem Familiengrab ist der Sohn Wilhelm Fehrenbach (1908-1943), an den aber mit einer Inschrift ebenfalls erinnert wird. Der Oberschütze, geboren am 31. Oktober 1908, fiel am 5. Oktober 1943 in der fernen Sowjetunion. Durch einen »Kopfschuss« getroffen war er sofort tot. Er wurde nur 34 Jahre alt. Sein Grab befindet sich im Nordkaukasus.

Im Hintergrund ist das Holzkreuz des 1948 beerdigten Max Mogel (1876-1948) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.885321, 8.347374

Narrengruppe auf dem Rathausplatz, Fasnacht ca. 1958

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Wann das Foto wohl aufgenommen wird? Eine Narrengruppe steht auf dem – bereits asphaltierten – unteren Rathausplatz. Im Hintergrund ist das Rathaus zu sehen und der Blick fällt zum oberen Rathausplatz. Dort parkt ein Auto oder kommt gerade angefahren, das noch nicht sehr modern anmutet. Von dem Jahr, in dem das Foto aufgenommen wird, und dem dazugehörigen Fasnachtsmotto hängt es ab, wie der Auftritt dieser Narrengruppe zu bewerten ist. Das Schild mit der Aufschrift »Einikeit macht Stark«, das sie bei sich führen, kann eine durchaus politisch gemeinte Botschaft sein. Warum haben sie den Buchstaben »g« bei »Einigkeit« weggelassen? Oder geht es gar nicht um Einigkeit, sondern ist der Spruch in alemannischem Dialekt verfasst und meint das Hinfallen?

Vermutlich wird das Foto an Fasnacht 1958 aufgenommen, als das Motto lautet: »Ein Durchschnitt durch das 20. Jahrhundert mit Sensationen, Fortschritten und Errungenschaften«.

Der Narr in der Mitte, der das Schild hält, scheint das Sprachrohr der Gruppe zu sein – im wahrsten Sinne des Wortes. Er ist nach links und rechts verkabelt. Befinden sich in den beiden Köfferchen der anderen Narren etwa Lautsprecher?

Wer erkennt die Narren oder die Jungs, die neugierig im Hintergrund stehen?
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Arno Adrion (1924-1993), 2 Fritz Straub (1921-2007), 3 Erich Adrion (1926-2001), 4 Hans Jordan (1923-2002)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???

Standort des Fotografen: 47.883873, 8.344043

Franz Vogt als Rollerfahrer, Fasnacht 1952-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sonja Schwörer geb. Vogt zur Verfügung.

Man könnte fast meinen, Fred Feuerstein kommen auf einem seiner steinzeitlich anmutenden Fahrzeugen heran gerast. Aber die »Familie Feuerstein« kommt erst 1960 in das US-amerikanische Fernsehen und dieses Foto dürfte bereits einige Jahre früher entstanden sein. Zu sehen ist Franz Vogt (1920-1971), der an Fasnacht auf einem Roller (Marke Eigenbau) eine verschneite und vereiste Fahrbahn entlangfährt.

Doch wo wird das Foto aufgenommen? In Löffingen oder in einem der Ortsteile?

Franz Vogt ist Kaufmann von Beruf. Geboren wurde er am 18. Oktober 1920. 1952 heiratet er Elisabeth Vogt (geb. Hermann, 1929-1969), die bereits im Alter von 39 Jahren stirbt. Auf dem Foto trägt er den Ehering. Franz Vogt selbst stirbt zwei Jahre nach seiner Frau am 4. Oktober 1971. Er wird 50 Jahre alt.

Standort des Fotografen: ???