Untere Hauptstraße mit Blick zum Mailänder Tor, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Frau überquert mit ihrer Einkaufstasche die Untere Hauptstraße. Es ist ein sonniger Sommertag, vermutlich um die Mittagszeit, wie am Schattenwurf zu erkennen ist. Auf der linken Straßenseite steht ein Auto geparkt. Es handelt sich um ein Chevrolet Bel Air, Jahrgang 1954 mit 115 PS und knapp 4 Litern Hubraum aus 6 Zylindern. Ansonsten ist weit und breit kein Auto zu sehen. Der Verkehr im Städtchen ist Mitte der 1950er Jahre noch überschaubar.

Vor dem Friseursalon von Julius Limb (Untere Hauptstr. 4) befindet sich seine »Esso«-Tankstelle. Daneben steht das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2), in dessen Erdgeschoss eine Filiale der »Sparkasse« eingerichtet ist. Auf dem unteren Rathausplatz ist der 1954 geschaffene neue Demetriusbrunnen zu sehen. Der alte Brunnen wurde im Zweiten Weltkrieg durch eine Bombe zerstört. Auch am geflickten Dach des Mailänder Tores sind die Spuren der Bombenangriffe noch sichtbar.

Standort des Fotografen: 47.883346, 8.343864

Geschwister Meßmer mit Freunden, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Die Kinder der »Linden«-Wirte stellen sich mit ein paar Freunden zu einem Gruppenfoto auf. Sie stehen aber nicht vor dem Gasthaus »Linde«, der seit Generationen im Familienbesitz ist, sondern vor einem anderen Hauseingang. Der Verputz an der Fassade bröckelt.

Über der Tür prankt die Hausnummer »17«, die zum Haus Benz (Kirchstr. 12) gehört, in dem die Witwe Josefine Benz geb. Beha (1900-1958) eine Waschmittelhandlung betreibt. (Um welche Tür es sich handelt, ist allerdings unklar, da die Türen des »Soapfesieders«-Hauses eigentlich Rundbögen und Sandsteingewände aufweisen. Vielleicht ist es eine Hintertür?) Am Fensterladen links hängt Werbung für den Schweizer Tabakwarenkonzern Burger.

1.Reihe, v.l.n.r.: Angela Meßmer verh. Hölderle (geb. 1934), Rolf Meßmer (geb. 1940), Josef Kaltenbrunner (1930-1966), Annemarie Meßmer verh. Kaltenbrunner (1930-2010)
2.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, Ernst Mayer (1933-2009)

Standort des Fotografen: ???

Festhalle und Volksschule, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auf der Suche nach winterlichen Postkartenmotiven bezieht der Fotograf auch Position in der Seppenhofer Straße beim Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7). Sein Blick fällt in Richtung »Hasle«: Schön zu sehen sind die Festhalle, der Mitteltrakt mit dem Heimatmuseum und die Volksschule. Alles ist weiß verschneit. Durch den Holzzaun im Vordergrund wirkt das Foto aber nicht leer. Schneeverwehungen sind an den Holzlatten links zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.881864, 8.344891

Maienlandstraße mit viel Schnee, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es hat geschneit. Die Maienlandstraße ist noch nicht geräumt. Die Fahrbahn ist zugeschneit und auch am Straßenrand ist für Fußgänger kein Durchkommen. Eine Schar Kinder ist deshalb auf die Straße ausgewichen und zieht, vom Mailänder Tor kommend, in Richtung Maienland.

Auf der linken Straßenseite sind das Haus Honold (Maienlandstr. 2) und das Haus Fritsche (Ringstr. 6) zu sehen. Beide wurden nach dem Großbrand 1921 neu gebaut. Auf der rechten Straßenseite stehen das Haus Guth (Weberweg 2) und das Haus Strobel (Maienlandstr. 3). Die beiden Häuser, die rechts an das Mailänder Tor angebaut sind, werden bei einem Brand 1969 zerstört.

Standort des Fotografen: 47.884828, 8.342971

Unterer Rathausplatz mit Mailänder Tor, ca. 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es ist erst rund 30 Jahre her, dass das Mailänder Tor und die rechts angrenzenden Häuser der Demetriusstraße erbaut wurden. Entsprechend der Pläne der Wiederaufbaukommission unter Führung des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938) wurden nach dem verheerenden Großbrand von 1921 ein breiteres Torgebäude errichtet und die neuen Häuser des Stadtrings mit Staffelgiebel versehen. So entstand ein neues Stadtbild, das sich auch bei Fotografen großer Beliebtheit erfreut.

Hier ist der Buchdrucker Albert Rebholz (1907-1962) auf der Suche nach einem neuen Postkartenmotiv. Der Zweite Weltkrieg ist vorüber, wie an der reparierten Dacheindeckung des Mailänder Tores zu erkennen ist. Es wurde in den letzten Kriegstagen bei einem Bombenangriff beschädigt. Jetzt rollt die Reisewelle in der Bundesrepublik an: Urlauber kommen auch in das Baarstädtchen und wollen einen Kartengruß nach Hause versenden.

Standort des Fotografen: 47.883841, 8.343893

Kinder mit Regenschirm, ca. 1958

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Stark zu regnen scheint es nicht, aber nieseln tut es offenbar schon. Der Junge rechts hat stolz seinen Regenschirm aufgespannt, während die beiden anderen Kinder im Regen stehen. Das Mädchen in der Mitte streckt die Zunge heraus. Vielleicht fängt sie gerade einen Regentropfen auf?

V.l.n.r.: Manfred Kaltenbrunner, Marianne Kaltenbrunner (geb. 1954), Franz Müller (geb. 1952)

Die drei stehen vor dem Gasthaus »Linde« in der Oberen Hauptstraße. Gut zu erkennen ist, dass der Gehweg noch nicht asphaltiert ist, sondern nur eine schmale Rinne gepflastert.

Standort des Fotografen: 47.884343, 8.346709

Kirchstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ruhig liegt sie da, die Kirchstraße, die damals noch »Hafnergasse« genannt wird. Drei Frauen stehen vor dem Haus Benz (Kirchstr. 12) zusammen und halten ein Schwätzchen. Ansonsten wirkt die Straße fast wie ausgestorben. Von hektischem Verkehr ist nichts zu sehen.

In der Straßenmitte steht noch der alte Laufbrunnen, der später zu den Aussiedlerhöfen nach Stettholz versetzt wird. Eine Holzbiege, ein Karren, ein paar Holzfässer und ein Misthaufen stehen auf der linken Seite im Straßenraum, der zur Hofreite gehört.

Man sieht es den Häusern auf der linken Straßenseite an, dass es sich um alte Bausubstanz handelt, die seit Jahrzehnten kaum verändert wurde. Das Aussehen der rechten Straßenseite hingegen hat sich nach dem Großbrand 1929 stark verändert: Drei neue Häuser wurden damals erbaut und alle mit Staffelgiebeln versehen. Das angrenzende Haus Walz (Kirchstr. 15), das seit 1951 dem Kaufmann Theo Walz gehört, ist im Erdgeschoss bereits modernisiert und verfügt über breite Schaufenster. Das 1. und 2. Obergeschoss ist aber noch nicht umgebaut. Beim Haus Schelling (Kirchstr. 11) ist im Dachgeschoss eine neue Schleppgaube herausgezogen. Ein Scheunentor ist noch dort zu sehen, wo später der Durchbruch zur Bittengasse, das »Postbögle« geschaffen wird.

Im Verlauf der nächsten Jahrzehnte werden durch Abbruch und Brand weitere Gebäude des Straßenzuges unwiederbringlich aus dem Stadtbild verschwinden.

Standort des Fotografen: 47.883017, 8.344256

Traktor mit Güllewagen, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Adolf Benz zur Verfügung.

Die technische Ausstattung der Landwirtschaft wird immer moderner. Stolz sitzt Emil Benz (geb. 1936) auf seinem Traktor der Marke »Kramer«, der von der 1925 gegründeten Firma »Gebrüder Kramer« mit Sitz in Gutmadingen produziert wurde. Vermutlich handelt es sich um einen »Kramer KL 11«, der von 1953 bis 1956 gebaut wurde.

Er zieht einen alten Karren mit Holzrädern hinter sich her, auf den ein Güllefass montiert ist. Adolf Benz bringt auf den Feldern im Gewann »Stettholz« Gülle als Dünger aus. Noch liegt zwar teilweise Schnee, aber es scheint zu tauen und der Boden nicht mehr tiefengefroren zu sein.

Standort des Fotografen: ???

Unterer Rathausplatz mit viel Schnee, ca. 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es liegt eine Menge Schnee im Städtchen. Eine Frau mit zwei Einkaufstaschen läuft über den unteren Rathausplatz. Sie geht auf der Straße, da sich auf dem Gehweg die Schneeberge türmen und dort kein Durchkommen möglich ist. Neben ihr fährt ein Schlittengespann, das von zwei Pferden gezogen wird.

Zu sehen sind die Häuser der Demetriusstraße mit ihren Staffelgiebeln und daneben die Bäckerei und das Café von Viktor Fuß (Rathausplatz 5). Am rechten Bildrand steht das Rathaus mit dem Kriegerdenkmal davor.

Standort des Fotografen: 47.883710, 8.343726

Brautpaar Jordan / Köpfler vor dem Kirchenportal, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Renate Fehrenbach zur Verfügung.

Frisch getraut treten sie aus dem Kirchenportal: Der Bräutigam Hans Jordan (1923-2002) und die Braut Agathe geb. Köpfler (1922-1982). Ihre Verwandtschaft begleitet das Paar, vornweg ein paar Blumenmädchen. Zu sehen sind u.a. Manuela Köpfler, Marianne Zepf (verh. Grieshaber, geb. 1949), die zur Feier des Tages ihr Kommunionkleid trägt, Edeltraud Köpfler und hinter der Braut ist »Ochsen«-Wirtin Anna Köpfler zu erkennen.

Draußen wird das Ehepaar von Mitgliedern des Turnerbundes erwartet, die Spalier stehen. Zu sehen sind Hans Streit (geb. 1938) und Willi Fehrenbach (1941-2018).

Hans Jordan ist Schreiner von Beruf. Agathe Jordan stammt aus dem Gasthaus »Ochsen« und wird selbst Gastwirtin: Die Jordans betreiben zusammen das Café Alenberg (Alenbergstr. 28).

Standort des Fotografen: 47.882671, 8.343943

Kommunionkind Willi Fehrenbach mit Familie, 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Renate Fehrenbach zur Verfügung.

Vor seinem Elternhaus in der Bahnhofstraße hat sich der Erstkommunionkant Willi Fehrenbach (1941-2018) mit seinen Festgästen zu einem Erinnerungsfoto aufgestellt. Er wird von seiner Familie in die Mitte genommen. Sein Vater fehlt, weil er 1943 als Soldat gefallen ist. In seiner linken Hand hält das Kommunionkind die Kommunionkerze, in seiner rechten das Magnificat und den Rosenkranz.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Josef Fehrenbach (genannt »Postseppel«, 1868-1950), 3 Willi Fehrenbach, 4 Frieda Fehrenbach (geb. Blattert)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Else Bader (geb. Fehrenbach, 1915-?), 2 Tochter Rosemarie Bader (geb. 1949), 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ??? (ein »Kriegshelfer«)
3.Reihe, vl.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Monika Bader, 4 ???, 5 ???

Standort des Fotografen: 47.884085, 8.342043

Kinder im Kindergarten, ca. 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

»Tschu tschu tschu die Eisenbahn, wer will mit in die Kita fahr’n…« Dieses beliebte Kinderlied gibt es Mitte der 1950er Jahre noch nicht. Die Kinder, die den Kindergarten in der Bahnhofstraße besuchen, formieren sich selber als Eisenbahn. Ganz vorne ist die Lokomotive, an ihrem schwarzen Schornstein zu erkennen. Dahinter befinden sich die Waggons, gut gefüllt mit Fahrgästen und jeder Menge Gepäck.

V.l.n.r.: 1 Bernhard Adrion, 2 Walter Hauser (mit Paket), 3 Alex Rogg, 4 Werner Mayer (1951-2019), 5 Ernst Effinger, 6 Klaus Effinger (1953-2015), 7 Ottmar Heiler, 8 ???, 9 Manfred Kienzler, 10 ??? (mit Paket)

Im Hintergrund bei den Zuschauern ist u.a. Walter Pfeifer zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.885596, 8.341060