Hilde Selb vor ihrem Haus in der Vorstadtstraße, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Lachend schaut Hilde Selb geb. Laufer (1887-1969) zum Fotografen hinüber. Sie trägt ihre Kittelschürze und hält eine Einkaufstasche in der Hand. Mit der rechten Hand scheint sie nach dem Haustürschlüssel zu fingern. Denn sie steht auf dem Treppchen, das zu ihrem Haus (Vorstadtstr. 8) hinaufführt. Vor ihr auf der Straße steht ein Kinderwagen, in dem ein Kleinkind zu sehen ist. Sie selbst ist kinderlos, aber sehr kinderlieb und kümmert sich gerne um ihre Großnichten und -neffen.

Hilde Selb, geboren am 1. November 1887 in Löffingen, ist die Ehefrau von Uhrmacher Fritz (Friedrich Wilhelm) Selb (1875-1956). Sie stirbt am 14. März 1969 im Krankenhaus Neustadt im Alter von 81 Jahren. Ihre letzte Ruhe findet sie auf dem Friedhof in Löffingen. Der Weg dorthin führt direkt an ihrem Haus und Garten vorbei.

Standort des Fotografen: 47.884700, 8.346254

3 Fotos: Blick durch das Mailänder Tor zum unteren Rathausplatz, ca. 1953

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Hübsch eingerahmt durch den Torbogen des Mailänder Tores fällt der Blick auf den unteren Rathausplatz und in die Untere Hauptstraße – bis hin zum Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael.

Vis-à-vis des Tores ist das 1911 erbaute Haus Siefert (Rathausplatz 6) zu sehen, in dessen Erdgeschoss sich eine Filiale des Lebensmittelgeschäfts »Gottlieb« befindet: Vor dem Eingang werden Waren präsentiert, über den Schaufenstern sind Markisen herausgefahren. In dem Vorgärtchen steht eine Tanne, die bis über das Dach hinausragt.

Daneben steht das – ebenfalls 1911 erbaute – Haus Guth (Rathausplatz 7), das 1953 vom Kaufmann Karl Guth erworben wurde. Noch ist kein breites Schaufenster in die Fassade gebrochen. Das Erdgeschoss gliedert sich noch in den Ladeneingang und zwei schmale Fenster. »Bekleidung – Aussteuer« steht auf dem Werbeschild, das darüber angebracht ist.

Auf dem Rathausplatz parkt ein Auto. Noch ist der neue Demetriusbrunnen nicht gebaut, sodass die Fläche zum Parken genutzt werden kann.

Standort des Fotogrfen: 47.884001, 8.343655

2 Fotos: Pavillon im Kurpark, ca. 1957

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Von zwei Seiten wird der 1956/57 gebaute Pavillon am Kurpark fotografiert. Elegant wirkt er, wie er auf dem Alenberg thront. Es bietet sich ein grandioser Blick in Richtung »Hasle« mit der Festhalle, Volksschule und der 1953/54 erbauten evangelischen Kirche, aber auch auf die Häuser des Städtchens und auf die katholische Pfarrkirche.

Der alte hölzerne Pavillon, der bis vor Kurzem hier stand, ist abgebaut und an das Gewann »Wanne« versetzt. Der neue Pavillon ist aus Steinmauern gebaut, sein Dach ist mit richtigen Dachziegeln eingedeckt, gekrönt wird er von einer Wetterfahne, die das Löffinger Wappen enthält und die Himmelsrichtung Nord-Süd anzeigt.

Löffingen ist als Luftkurort anerkannt und wirbt um Kurgäste. Da darf ein richtiger Kurpark mit Pavillon, in dem bei schlechtem Wetter Konzerte dargeboten werden können, nicht fehlen.

Standort des Fotografen: 47.885775, 8.344579

3 Fotos: Hexengruppe mit großer Hexe beim Narrenumzug in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht ca. 1958

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Neuheit in der Löffinger Fasnacht ist der Hexenwagen mit der »großen Hexe«, der 1958 erstmals beim Narrenumzug mitgeführt wird. Noch wird der Wagen nicht von einem Traktor gezogen, sondern von einem eingespannten Stier. Die Hexen tragen ihr erstes einheitliches, mit Karos übersätes »Häs«. Es wird wenige Jahre später durch das von Schneider Hans Kaufmann gestaltetete »Häs« ersetzt.

Bei regnerischem Schmuddelwetter zieht die Hexengruppe durch die Obere Hauptstraße, gerade am Haus von Franz Heizmann (Obere Hauptstr. 15) und dem »Gebertsaal« vorüber. Auf der rechten Straßenseite ist im Hintergrund eine »BP«-Tankstelle (Obere Hauptstr. 16) zu erkennen. Sie wurde zunächst von Leopold Berger und mittlerweile in zweiter Generation von Familie Laufer betrieben.

Auf den Fotos ist u.a. Emil Schmid zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884401, 8.347137

Untere Hauptstraße mit viel Schnee, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ein einsamer Fußgänger spaziert die Untere Hauptstraße entlang. Weil sich auf den Gehwegen die Schneeberge türmen, ist er auf die Fahrbahn ausgewichen. Ein Glück, dass die Straße Mitte der 1950er Jahre noch nicht so stark befahren ist. Die Hände in den Hosentaschen, geht er gemütlich seines Weges.

Schön zu sehen sind die Häuser auf der linken Straßenseite: die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6), den Friseursalon von Julius Limb (Untere Hauptstr. 4) mit einer »Esso«-Tankstelle davor und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2), in dessen Erdgeschoss sich eine Filale der Sparkasse befindet. Im Hintergrund des Fotos öffnet sich die Straße zum unteren Rathausplatz: Der 1954 neu erbaute Demetriussbrunnen ist zu sehen – und natürlich das Mailänder Tor mit seinen Nachbarhäusern. Die meisten Dächer sind noch schneebedeckt und nur die Staffelgiebel ragen aus der weißen Pracht heraus.

Standort des Fotografen: 47.883315, 8.343867

Unterer Rathausplatz mit Demetriusbrunnen und viel Schnee, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Hoch türmen sich die Schneeberge auf dem unteren Rathausplatz. Der 1954 neu geschaffene Demetriusbrunnen thront Mitten in der weißen Pracht. Im Haus Siefert (Rathausplatz 6) befindet sich eine Filiale des Lebensmittelgeschäfts »Gottlieb«. Ein paar Lebensmittel stehen links und rechts vor der Tür. Bei den eisigen Temperaturen dient die Außenfläche wohl zugleich als Kühlschrank. Die Tanne, die vor dem Haus steht, verleiht dem Foto gleich eine weihnachtliche Note.

Der Blick fällt die Untere Hauptstraße entlang bis zur katholischen Pfarrkirche St. Michael, deren Kirchturm über dem verschneiten Dach des Kaufhauses A. Zimmermann (Untere Hauptstr. 7) emporragt. Begrenzt wird das Foto auf der rechten Seite durch das Gasthaus »Adler«, das angeschnitten ist. Aber das schmiedeeiserne Wirtshausschild ist komplett zu sehen und kommt vor dem weißen Hintergrund schön zur Geltung.

Standort des Fotografen: 47.883800, 8.343713

Alemannenstraße mit viel Schnee, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Tief eingeschneit sind die Häuser in der Alemannenstraße, die noch Friedhofstraße heißt. Schließlich führt sie geradewegs zum Friedhof, wie an der 1862 erbauten Friedhofskapelle zu erkennen ist, die über den Dächern emporragt.

Auf der rechten Straßenseite stehen die Häuser von Maurer Josef Schropp (Alemannenstr. 27), von Zimmermann August Fehrenbach (Alemannenstr. 25), von Maurermeister Josef Kuttruff (Alemannenstr. 23), von Landwirt Wilhelm Brugger (Alemannenstr. 21), von Malermeister Karl Hepting (Alemannenstr. 19) und von Sägearbeiter Heinrich Kaltenbrunner (Alemannenstr. 17). Alle Häuser wurden erst ab 1920 erbaut, die meisten von der Baugenossenschaft errichtet.

Standort des Fotografen: 47.886605, 8.350641

Unterer Rathausplatz im Winter mit Radfahrer, ca. 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Buchbinder Albert Rebholz (1907-1962) ist auf der Suche nach schönen Ansichtskartenmotiven. Er zieht deshalb mit seinem Fotoapparat los und fotografiert an einem sonnigen Wintertag das Städtchen. Natürlich darf in der Fotoserie keine Ansicht des unteren Rathausplatzes fehlen.

In der Mitte ist das Mailänder Tor zu sehen, halb verdeckt durch das Kriegerdenkmal. Zu seiner Linken stehen das Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13) und das Modewaregeschäft Egle (Demetriusstr. 14). Zu seiner Rechten grenzt das Haus von Metzger Wilhelm Werne (Demetriusstr. 11) an. Der Schnee auf den Dächern schmilzt im Sonnenlicht dahin. Die weiße Pracht wird wohl nur von kurzer Dauer sein. Damit die Ansicht belebt ist, löst Albert Rebholz in dem Moment aus, als ein Junge auf seinem Fahrrad vorüberfahrt.

Standort des Fotografen: 47.883672, 8.344196

Haus Selb und Haus Sibold in der Öle, ca. 1950

Sammlung Familie Waßmer

Fernab vom Städtchen, an der Mauchach gelegen, neben der Straße nach Dittishausen, stehen einsam zwei Häuser. »Öle« heißt das Gewann, bezeichnet nach einer Ölmühle, die erstmalig im 13. Jahrhundert erwähnt wurde und ab 1688 kontinuierlich nachweisbar ist. Aus den Samen des Mohnes und einer Rapsart wurde Speiseöl geschlagen. Später wurde das Anwesen aufgegeben. Doch 1815 kehrte wieder Leben in die »Öle« ein.

Damals wurde das rechte Haus (Öle 1) von dem Öler und Müller Alois Faller erbaut. Über 100 Jahre später gehört es dem Landwirt Josef Sibold (1901-1995) und dessen Ehefrau Maria Sibold geb. Dreher (1910-1992). Die Kinder des Ehepaares haben wohl den längsten Schulweg, denn sie müssen jeden Tag zu Fuß zur Volksschule nach Löffingen laufen.

Das linke Haus (Öle 2) ist ein paar Jahre jünger, es wurde 1823/24 erbaut und gehört dem Landwirt Julius Selb (1880-1962) und dessen Ehefrau Maria Selb geb. Eckert (1884-1968).

Im Vordergrund ist die Straße nach Dittishausen zu sehen. Unter einer kleinen Brücke fließt die Mauchach hindurch.

Standort des Fotografen: 47.896448, 8.350200

Drei Jungen im Mitteltrakt der Volksschule, ca. 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Oben auf der Galerie zwischen Volksschule und Festhalle haben sich diese drei Jungen aufgestellt. Natürlich stehen sie nicht hinter dem Geländer, sondern davor. Sonst würden ja auch ihre Anzüge nicht zur Geltung kommen. Wer so aus dem Ei gepellt ist, der feiert zweifelsohne einen besonderen Anlass! Die drei werden heute aus der Volksschule entlassen.

V.l.n.r.: Klaus Tschiggfrei, Peter Vierlinger (1942-1990), Hans-Jürgen (Hansi) Schweizer (1941-2021)

Standort des Fotografen: 47.882654, 8.347668

Erster-Mai-Streich in der Seppenhofer Straße, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Über Nacht wurde die Seppenhofer Straße still und heimlich in »Vollmilch-Strasse« umbenannt. Unübersehbar hängt das Straßenschild mit dem neuen Straßennamen an der Kreuzung von Seppenhofer Straße und Pfarrweg.

Welcher Witzbold mag da wem einen Streich gespielt haben? Schließlich ist 1. Mai! Ein weiteres Schild, das kein Scherz ist, weist den Weg zum städtischen Krankenhaus.

Am linken Bildrand sind die Häuser Heiler und Fieger zu sehen. Das neue katholische Pfarrhaus ist noch nicht gebaut. Am Ende der Straße überspannt eine Eisenkonstruktion die Bahnlinie, die als Rohr- oder Leitungsüberführung dient. Jenseits der Bahnlinie sind das Haus Beha (Göschweiler Str. 2) und das Haus Frey (Bonndorfer Str. 3) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882073, 8.344377

Frau mit Fahrrad vor dem Haus Fehrenbach in der Alemannenstraße, ca. 1950

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

Das Haus im Hintergrund gehört dem Zimmermann August Fehrenbach (1906-2000) und dessen Ehefrau Anna geb. Mayer (1914-2009). Es ist das vorletzte Haus in der Alemannenstraße und neu gebaut. Noch fehlt der Windfang vor der Haustür. Rechts daneben steht als letztes Haus der Straße das Haus Schropp (Alemannenstr. 27).

Die junge Frau im Vordergrund ist Elisabeth Zepf (verh. Isele, 1930-2012). Sie steht hinter ihrem Elternhaus (Dittishauser Str. 21), das nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut wurde. Es ist Frühling. Elisabeth Zepf steht neben ihrem Damenfahrrad und scheint gleich zu einem Ausflug aufzubrechen.

Standort des Fotografen: 47.883785, 8.348435