Brandruinen im Sägewerk Benz nach dem Großfeuer, 8. Juli 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die handschriftliche Notiz in Sütterlin am oberen Bildrand ist nicht ganz korrekt: »Juni 1928 abends 1/4 10 Uhr«. Zu sehen sind Ruinen des völlig abgebrannten Sägewerk Benz, im Hintergrund sind die beiden Benz-Kamine zu erkennen.

Tatsächlich ereignete sich der Großbrand aber nicht im Juni, sondern in der Nacht vom 7./8. Juli 1928. Laut Zeitungsartikel brach das Feuer gegen »3/4 10 Uhr abends« im Späneturm aus und verbreitete sich mit rasender Geschwindigkeit auf dem gesamten Werksgelände. Innerhalb kürzester Zeit standen drei Maschinenhäuser, die Sägerei, das Hobelwerk, mehrere Schuppen mit zugeschnittenem Holz, die Kantine, die Schlosserei, die Kistenmacherei und andere Gebäude lichterloh in Flammen. »Sägewerk Benz eingeäschert«, titelten die Lokal- und Regionalzeitungen am nächsten Tag.

Standort des Fotografen: 47.883381, 8.339471

2 Fotos: Abriss der Brandruine vom Haus Köpfler in der Eggertenstraße, 1971

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der Nacht zum 18. Januar 1971 waren das Haus von Alfred Köpfler (Eggertenstr. 3) und ein Nachbarhaus vollständig abgebrannt. Einige Monate später wird die Brandruine abgerissen. Das Haus wird nicht wieder aufgebaut. Stattdessen legt man auf der Freifläche einen Parkplatz an, sodass das bis dahin eng verwinkelte »Eckeret« sein typisches Gepräge verliert. Im Hintergrund sind die Rückseiten der Häuser der Kirchstraße zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883533, 8.344320

Narrengruppe in der Maienlandstraße, Fasnacht 1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am »Schmutzigen Dunschdig« tragen die 20-Jährigen den Narrenbaum ins Städtchen. Vom Gasthaus »Pilgerhof« kommend, marschieren sie gerade am Haus der Witwe Kreszentia Honold (Maienlandstr. 2) vorbei. Dort begegnet ihnen eine Gruppe Narren, die als Bäcker verkleidet ist, darunter Herbert Kienzler und Inno Zahn.

Gleich werden die 20-Jährigen am unteren Rathausplatz ankommen. Im Hintergrund ist bereits das Mailänder Tor zu sehen. Danaben sind zwei Ruinen erkennbar: Das Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13) und das rückseitig angebaute Haus Schultheiß (Maienlandstr. 1) haben kurz zuvor gebrannt und sind völlig zerstört.

Standort des Fotografen: 47.884549, 8.343166

Abgebranntes Sägewerk Benz nach dem Großfeuer, 8. Juli 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vollkommen zerstört ist das Werksgelände der Holzindustriewerke Josef Benz AG. Nur die beiden Schornsteine ragen noch in den Himmel. Bei dem Großfeuer am 8. Juli 1928 wurden drei Maschinenhäuser, die Sägerei, das Hobelwerk, die Schlosserei, die Kistenmacherei, die Kantine und mehrere Schuppen mit zugeschnittenen Brettern sowie insgesamt große Holzvorräte vernichtet. Durch den Brand entstand eine solch große Hitze, dass die Gleisanlagen, die von der Bahnlinie aus ins Werk führen, verbogen wurden. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehrere Millionen Reichsmark.  

Der Wiederaufbau wird schnell in Angriff genommen. 1928/29 wird das Sägewerk nach modernsten technischen Erkenntnissen neu gebaut.

Standort des Fotografen: 47.884207, 8.341591

Abriss der Brandruine vom Haus Müller in der Demetriusstraße, 1971

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13), direkt neben dem Mailänder Tor gelegen, ist am 17. Oktober 1969 einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen. Endlich verschwindet die Brandruine aus dem Stadtbild, sie wird abgerissen.

Den Brandplatz kauft die Bezirkssparkasse Neustadt, die bislang im Gasthaus »Adler« eine kleine Filiale unterhält, aber dringend mehr Platz benötigt. Sie wird anstelle des abgebrannten Hauses einen Neubau mit modernen Geschäftsräumen im Erdgeschoss und mit Wohnungen in den beiden Obergeschossen errichten.

Standort des Fotografen: 47.883676, 8.344170

Brandruine vom Haus Rosenstiel in der Oberen Hauptstraße, 19. April 1930

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Franz und Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

In der Nacht vom Karfreitag zum Ostersamstag 1930 bricht nachts im Haus Nr. 201, das dem Landwirt Robert Rosenstiel (1900-?) und seiner Ehefrau Cäcilie geb. Winterhalder (1901-?) gehört, ein Feuer aus. Das Anwesen brennt völlig nieder. Familie Rosenstiel kann sich gerade noch aus den Betten auf die Straße retten. Der Gebäudeschaden beläuft sich auf 20.000 Mark, der Fahrnisschaden auf etwa 8.000 Mark. Ein Kurzschluss soll den Brand verursacht haben. Auf dem Foto ist das eingeäscherte Haus zu sehen. Nur der Baum vor dem Haus scheint das Feuer einigermaßen unbeschadet überstanden zu haben.

Standort des Fotografen: 47.885224, 8.352677

2 Fotos: Närrisches Treiben der Lehrer, Fasnacht 1970

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nicht nur die Schüler*innen werden am Schmutzigen Dunschdig befreit, sondern auch die Lehrer*innen. Sie ziehen danach durch die Straßen und kehren auch in der ein oder anderen Wirtschaft ein. Auf dem unteren Rathausplatz entstehen diese beiden Gruppenfotos, die nicht nur wegen des bunten Treibens im Vordergrund, sondern auch wegen eines Details im Hintergrund interessant sind. Das – direkt neben dem Mailänder Tor gelegene – Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13) hat kurz vorher gebrannt. Nur noch die Brandruine steht. Sie wird später abgetragen und dann der Neubau der Bezirkssparkasse Neustadt errichtet.

Auf den beiden Fotos sind zu sehen: Hannelore Cremer, Siegfried Dieterle, Gertrud Dom, Gudrun Ewert, Siegfried Ewert, Marianne Glaser, Karl Hauger, Theo Herbstritt, Gundula Hoede, Ursula Krusekamp, Günter Leber, Irmgard Noller-Fürstenberg, Sabine Reichhardt, Ulrich Venatier, Helene Waßmer, Maria Waßmer.

Standort des Fotografen: 47.883711, 8.344253

Trümmerfeld in der Ringstraße nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Der Brunnen in der Bildmitte steht an der Einmündung der Demetriusstraße (damals Hintergasse) in die Ringstraße, nämlich an der Stirnseite des Hauses von Anton Engesser (Demetriusstr. 4), zu dessen Grundstück der hölzerne Gartenzaun gehört. »Süßer Winkel« wird die Ecke im Altstadtring eigentlich genannt. Doch sie hat all ihre Süße eingebüßt, nur noch Schutt und Asche sind nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 übrig geblieben.

Der Blick geht von der Demetriusstraße, an einem schief stehenden Strommasten vorbei, in Richtung Ringstraße und Alenberg. Die Ruinen gehören zu den Häusern von Katharina Mäder (Ringstr. 1), Wagnermeister Andreas Maier (Ringstr. 2) und Landwirt Karl Diesberger (Ringstr. 2*). Beim Wiederaufbau werden die Grundstücke von Maier und Diesberger zusammengelegt.

Standort des Fotografen: 47°53’03.6″N 8°20’40.1″E

Trümmerfeld in der Ringstraße nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Wo bis zum 28. Juli 1921 dicht an dicht Häuser standen, breitet sich nun eine Trümmerwüste aus. Eingestürzte Mauern, Schutthaufen und verkohlte Gebäudereste bestimmen das Bild. Fenster und Türen sind nur noch leere Öffnungen, einzelne Mauerzüge ragen wie Kulissen aus den Ruinen. Im Vordergrund liegt ein großes Stück eingestürzter Dach- oder Deckenkonstruktion zwischen den Trümmern.

Eine Orientierung fällt zunächst schwer. Einen wichtigen Anhaltspunkt bietet der gespenstisch aufragende Giebel des Hauses Benitz (Alenbergstr. 7/9) im Hintergrund. Von dort aus lässt sich der Blick in die Ringstraße einordnen. Das ausgebrannte Haus rechts gehörte bis vor kurzem der Witwe Katharina Mäder (Ringstr. 1). Unmittelbar daneben stehen nur noch Mauerreste des Hauses von Wagner Andreas Maier (Ringstr. 2).

Das Foto macht besonders eindringlich sichtbar, wie vollständig der Brand ganze Straßenzüge verwüstet hat. Was zuvor Wohnhäuser, Werkstätten und Höfe waren, ist kaum noch voneinander zu unterscheiden. Erst beim Wiederaufbau in den folgenden Monaten erhält die Ringstraße nach und nach ein neues Gesicht.

Standort des Fotografen: 47.884504, 8.344493

Blick vom Rathaus zum Alenberg nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nach der Brandkatastrophe vom 28. Juli 1921 wird dieses Foto vom Rathaus aus aufgenommen. Der Blick fällt auf die Trümmerreste, die am unteren Rathausplatz von den Häusern von Metzgermeister Johann Riegger und von Landwirt Anton Brunner übrig geblieben sind. Mit Bleistift wurde das Foto beschriftet: »Brunner Giebel« und »Kamin Riegger« ist zu lesen. Der Giebel ganz rechts gehört zum Postamt (Rathausplatz 3), das vor dem Abbrennen gerettet werden konnte.

Im Hintergrund sind die vollkommen zerstörten Straßenzüge der Demetriusstraße und der Ringstraße zu sehen. Der Giebel des eingeäscherten Doppelhauses Benitz-Thoma (Alenbergstr. 7-9) ragt gespenstisch empor. »Thoma« wurde daneben notiert.

Standort des Fotografen: 47.883913, 8.344266

Aufräumarbeiten auf dem unteren Rathausplatz nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Inge Benitz und Franz Scholz zur Verfügung.

Nur wenige Tage zuvor standen hier noch Häuser. Jetzt bietet sich auf dem unteren Rathausplatz ein Bild der Verwüstung: eingestürzte Mauern, Berge von Schutt, verkohlte Balken und die ausgebrannten Reste ganzer Anwesen. Zwischen den Trümmern haben bereits die Aufräumarbeiten begonnen. Einsturzgefährdete Mauerreste werden abgetragen – darunter die Ruine des Hauses von Schmiedemeister Emil Fürst (Rathausplatz 5).

Der Großbrand vom 28. Juli 1921 zerstörte 36 Gebäude. Rund 200 Menschen verloren ihr Zuhause. Wie tief der Schock sitzt, beschreibt die Lokalpresse eindringlich: »Alte Leute, die Stücke ihrer geretteten Habe in den Händen trugen, oder auf einem Sack oder Kiste sitzend, traurig auf die wüste Stätte schauten, wo kurz zuvor noch ihr Heim gestanden, das Ergebnis eines langen, arbeitsamen Lebens in Trümmer lag.«

Die Brandgeschädigten kommen zunächst bei anderen Familien unter. Aus dem ganzen Land treffen Geld- und Sachspenden ein, um die Not zu lindern und den Wiederaufbau zu ermöglichen. Doch trotz des gewaltigen Verlustes muss der Alltag weitergehen. Auf dem Foto wird das besonders anschaulich: Vor dem Demetriusbrunnen steht gerettetes Vieh und wird mit Wasser versorgt. Menschen bewegen sich zwischen den Trümmern, ein Fahrrad lehnt bereit – mitten im zerstörten Städtchen kehren erste alltägliche Handgriffe zurück.

Gerade dieser Gegensatz macht die Aufnahme so eindrucksvoll: Im Hintergrund liegen ganze Häuser in Schutt und Asche, im Vordergrund wird das Vieh getränkt. Während noch abgebrochen und geräumt wird, beginnt zugleich schon der mühsame Weg zurück in einen normalen Alltag.

Standort des Fotografen: 47.883688, 8.343715

Aufräumarbeiten in der Ringstraße nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen

Zwei Kinder gesellen sich zu den Angehörigen der Gruppenpolizei V aus Müllheim, die nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 mit den Aufräumungsarbeiten betraut sind und sich zu einem Gruppenfoto aufstellen. Die Polizisten leisten große Arbeit: Sie richten das Trümmerfeld für den Wiederaufbau in nur 34 Arbeitstagen her. Dabei sortieren sie auch Rohstoffe wie verkohlte Holzbalken und Eisen. Das Material und die Trümmerteile werden über Förderbahngleise abtransportiert. Der Bauschutt wird unterhalb des Bahnhofs hingekippt.

Im Hintergrund ist das ausgebrannte Anwesen von Familie Mayer (Ringstr. 3) zu sehen. In der Alenbergstraße ist das Haus von Landwirt Konstantin Ganter (Alenbergstr. 2) zu erkennen, das unbeschädigt blieb.

Standort des Fotografen: 47.884392, 8.344238