Kommunionkinder des Jahrgangs 1919/20 vor dem Kirchenportal, 27. April 1930

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Vor dem Kirchenportal haben sich die Kommunionkinder am »Weißen Sonntag« für ein Gruppenfoto versammelt. 25 Mädchen in weißen Kleidern und 33 Jungs in schwarzen Anzügen drängen sich dicht an dicht. Und obwohl alle Kommunionkinder ihre Kerzen in den Händen halten, gelingt es tatsächlich, dass kein Kind verdeckt wird. Eingerahmt werden die Erstkommunionkant*innen von Vikar Alfred Heinzler (links, 1898-1973) und von Stadtpfarrer Guido Andris (rechts, 1879-1974), der am 21. April 1929 investitiert wurde.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1. ???, 2. ???, 3. ???, 4. ???, 5. ???, 6. Hedwig Limb (verh. Vogt, 1919-2010), 7. Maria Ganter (verh. Fehrenbach, 1920-1998), 8. ???, 9. ???, 10. ???, 11. ???, 12. ???, 13. ???, 14. ???, 15. Maria Nägele, 16. Maria Kopp, 17. ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1. Ernst Göhry, 2. Johann Kirner, 3. ???, 4. ???, 5. ???, 6. ???, 7. ???, 8. Maria Faller (verh. Selb, 1919-1967), 9. ???, 10. Martha Brugger (verh. Trenkle, 1919-2013), 11. Anna Kuster, 12. ???, 13. ???, 14. ???, 15. ???, 16. Friedrich Trenkle, 17. ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1. Vikar Alfred Heinzler, 2. ???, 3. ???, 4. ???, 5. ???, 6. Fritz Adrion, 7. ???, 8. Anton Selb, 9. ???, 10. Albert Fehrenbach (1919-2008), 11. ???, 12. ???, 13. ???, 14. ???, 15. ???, 16. ???, 17. Stadtpfarrer Guido Andris
4.Reihe, v.l.n.r.: 1. Eugen Strobel, 2. [Hugo Schmid (1920-1941)]

Standort des Fotografen: 47.882764, 8.344294

Aufführung auf der Bühne auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Auf dem oberen Rathausplatz ist die Fasnachtsbühne aufgebaut. Die Zuschauer auf dem Platz stehen eng an eng und recken ihre Köpfe, um der Darbietung auf der Bühne folgen zu können. Eine Gruppe Uniformierter steht auf den Bühnenbrettern, sie tragen unterschiedliche Soldatenuniformen, auch eine Pickelhaube ist zu erkennen. Schließlich lautet das Fasnachtsmotto in diesem Jahr: »Generalmusterung und Besuch seiner Majestät des Kaisers«. Der musste zwar vor 12 Jahren nach dem verlorenen Krieg in der Novemberrevolution abdanken und ging ins Exil in die Niederlande. Aber heute ist Wilhelm II. zurück in Löffingen!

Im Hintergrund ist das Rathaus zu sehen. Das Erdgeschoss ist noch nicht umgebaut, denn noch sind die alten Türen vorhanden, die einst in die Markthalle führten. Wenige Jahre später wird die Vorschussbank in die Räumlichkeiten einziehen und die Türen werden durch Fensteröffnungen ersetzt. In den Häusern dahinter befindet sich rechts das Postamt und das Geschäft von Buchbinder Anton Rebholz (Rathausplatz 3) und links die Metzgerei von Johann Riegger (Rathausplatz 4). Das letztere Gebäude wurde nach dem Großbrand 1921 neu erbaut.

Standort des Fotografen: 47.883937, 8.344948

Narrengruppe vor dem Gasthaus »Ganterbräu«, Fasnacht 1930

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Die Straßenfasnacht am »Fasnet Mändig«, den 3. März 1930, ist in vollem Gange. Die Narren ziehen von Lokal zu Lokal. Diese drei uniformierten Möchtegern-Polizisten verhaften gerade einen Mann, der nicht verkleidet ist, sondern einen Anzug mit Mantel und Hut trägt. Was sein Vergehen ist, ist unbekannt. Aber da das Fasnachts-Motto eine »Generalmusterung« ankündigt, liegt nahe, mit welcher Begründung der Mann verhaftet wird.

Der Polizist ganz rechts trägt eine originelle Uniform: Seine Hose ist zweifarbig: ein helles und ein dunkles Bein. Dazu trägt er Ledergamaschen. Seine Schulterklappen bestehen aus zwei Mausefallen. Am Gürtel hängt etwas, das aussieht wie eine Fahrradklingel und ein alter Telefonhörer, die Kordel scheint die Telefonschnur zu sein.

Wer weiß, wer die Narren und der Mann in Zivil sind?
V.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, ???

Standort des Fotografen: 47.884429, 8.345494

Bürgerwehrmusik vor dem Gasthaus »Gebert«, Fasnacht 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

An Fasnacht ist die Bürgerwehrmusik unter Leitung von Tambourmajor Karl Beha (1874-1941) vor dem Gasthaus »Gebert« (Obere Hauptstr. 9) aufmarschiert. Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Generalmusterung und Besuch seiner Majestät des Kaisers«. Zwölf Jahre nach der Abdankung von Kaiser Wilhelm II. erinnert man sich wohl auch wehmütig der vermeintlich »guten alten Zeit« in der Monarchie. Rechts im Bild steht Karl Bader (1902-1971) im Anzug mit Zylinder.

Ansonsten zu sehen sind in alphabetischer Reihenfolge u.a.: Johann Beha, Karl Beha (1874-1941), Landwirt Wilhelm Brugger (1887-1955), Malermeister Karl Hepting (mit Piccoloflöte), Rupert Hepting (mit Klarinette), Schreinermeister August Limb, Franz Rosenstiel, Franz Zepf

Standort des Fotografen: 47.884418, 8.346623

Helene Krauß in Tracht, ca. 1935

Verlag A. Rebholz

Helene Krauß sitzt in Tracht vor dem Haus Fehrenbach in der Maienlandstraße. Sie ist Mitglied der 1935 gegründeten Trachtengruppe. Die Porträtaufnahme ist Teil einer Fotoserie, die verschiedene Mitglieder des Trachtenvereins, entweder alleine oder als Gruppe, zeigt. Als Kulisse wird das holzverschindelte Haus Fehrenbach gewählt, vor dem eine Holzbiege aufgeschichtet ist, weil es so urig aussieht.

Standort des Fotografen: 47.887761, 8.341504

Fußballmannschaft im Tor, 1930

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Hilda und Walter Köpfler sowie Alexandra Scholl zur Verfügung.

Der Fußballclub Löffingen wurde am 29. Januar 1921 im Gasthaus »zur Linde« gegründet. Als Vereinsfarben legte man die Farben Rot-Weiß fest. Zunächst wurde auf den umliegenden Wiesen gespielt, da es noch keinen Fußballplatz gab. Ab 1924 nutzte der FC Löffingen dann das Gelände oberhalb des Wäldchen »Hasle«. Auf dem Gruppenfoto ist die erste Mannschaft von 1930 zu sehen, die vor dem Tor steht. Auf ihren weißen Hemden tragen die Spieler das Logo des FCL.

V.l.n.r.: ???, Anton Geisinger (1911-1978), Karl Berger, Eugen Kienzler, Albert Trenkle (1910-1960), Torwart August Mösch, Willy Eggert, Josef Armbruster (1910-?), Hermann Trenkle (1912-1989), [Hans Rettich (?-1942 vermisst)] , ???

Standort des Fotografen: 47.882757, 8.350019

Brandruine vom Haus Rosenstiel in der Oberen Hauptstraße, 19. April 1930

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Franz und Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

In der Nacht vom Karfreitag zum Ostersamstag 1930 bricht nachts im Haus Nr. 201, das dem Landwirt Robert Rosenstiel (1900-?) und seiner Ehefrau Cäcilie geb. Winterhalder (1901-?) gehört, ein Feuer aus. Das Anwesen brennt völlig nieder. Familie Rosenstiel kann sich gerade noch aus den Betten auf die Straße retten. Der Gebäudeschaden beläuft sich auf 20.000 Mark, der Fahrnisschaden auf etwa 8.000 Mark. Ein Kurzschluss soll den Brand verursacht haben. Auf dem Foto ist das eingeäscherte Haus zu sehen. Nur der Baum vor dem Haus scheint das Feuer einigermaßen unbeschadet überstanden zu haben.

Standort des Fotografen: 47.885224, 8.352677

Kirchstraße, 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ulrike Rheiner zur Verfügung.

Neu erbaut sind die drei Häuser auf der rechten Straßenseite. Sie waren allesamt beim Großbrand am 20. April 1929 abgebrannt. Das Feuer war im Anwesen von Sattlermeister Ernst Geisinger (Kichstr. 21) ausgebrochen und hatte auf die Nachbarhäuser übergegriffen. Beim Wiederaufbau erstand die Stadtgemeinde einen Teil des Brandplatzes, um eine breitere Zufahrt zum Farrenstall in der Bittengasse zu ermöglichen.

Vorne rechts steht das Haus von Ernst Geisinger, an dessen Fassade »Möbelhandlung«, »Sattlerei und Tapezier.« geschrieben steht. Wie auch die anderen Neubauten hat es Staffelgiebel, um eine erneute Brandkatastrophe zu verhindern. Ernst Geisinger (1876-1930) stirbt am 13. März 1930 kurz nach dem Weideraufbau im Alter von nur 54 Jahren. Das Gebäude wird daraufhin von Sattlermeister Karl Koch erworben, der das Erdgeschoss umbaut und den Ökononmiebereich entfernt. Die Stalltür und die beiden kleinen Stallfenster werden durch ein weiteres Rundbogenfenster ersetzt.

Im Hintergrund rechts ist der Rohbau der Festhalle zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883022, 8.344050

2 Fotos: Narrengruppen mit Militär und Kaiser Wilhelm II., Fasnacht 1930

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Carola Hannes, Petra Nobs und Paula Veith zur Verfügung.

Zwei Fasnachtsgruppen stehen in einem Garten, vermutlich auf dem Grundstück von Dr. Gugelberger in der Maienlandstraße. Schnee ist weit und breit nicht zu entdecken, dafür aber auffallend viel Militär, in Uniformen gekleidet, mit Militärorden dekoriert, mit Säbeln bewaffnet, mit Uniformmützen und sogar Pickelhauben gekrönt. Schnell wird klar, dass hier das Militär, insbesondere das preußische, auf die Schippe genommen wird. Die beiden Fotos sind gegen Ende der Weimarer Republik entstanden, als das Kaiserreich schon etliche Jahre untergegangen war und auch der Schrecken des Ersten Weltkrieges zu verblassen begonnen hatte. Vor der Novemberrevolution 1918 hätte eine solche Fasnachtsgruppe wohl den Straftatbestand der Majestätsbeleidigung erfüllt. 1930 lautet das Fasnachtsmotto: »Generalmusterung und Besuch seiner Majestät des Kaisers«.

Das obere Gruppenfoto ist mit dem Titel »Der abgedankte Kaiser Wilhelm mit wenig Gefolge« beschriftet. Der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. (1859-1941), der im Zuge der Revolution am 9. November 1918 abdanken musste, ist an seinem sprichwörtlichen »Kaiser-Wilhelm-Bart« zu erkennen. Er trägt natürlich Uniform, schließlich wurde ihm ein ausgesprochener Faible für die unterschiedlichsten Uniformen nachgesagt, und eine Pickelhaube. Wilhelm II. hat sich bei einem holländischen Mädchen eingehakt, wodurch symbolisiert wird, dass er im niederländischen Exil lebt. Sein Gefolge ist auf vier Personen zusammengeschrumpft. Von seiner einstigen Machtfülle als deutscher Kaiser und König von Preußen ist nichts mehr geblieben.

Das untere Gruppenfoto ist nicht betitelt, sodass offen bleiben muss, welche Szene die neun Fasnachtsnarren darstellen. Acht von ihnen sind in Uniformen gekleidet, sie tragen Militärmützen bzw. eine Pickelhaube, nur einer scheint in zivil gekleidet zu sein, er trägt einen Zylinder.

Wer weiß wie die Fasnachtsnarren auf den beiden Fotos heißen?

Oberes Foto, v.l.n.r.: ???, Hermann Ganter, ???, Otto Fürst, Hermann Auer

Unteres Foto, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, Josef Benitz (mit Pickelhaube), ??? Strobel, Franz Schweizer, Karl Bader (in Zivil), Franz Bader

Standort des Fotografen: 47.885078, 8.342961

Kommunionkind Hedwig Limb, 1930

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Daniela Scherzinger und Gaby Vogt zur Verfügung.

Hinter ihrem Elternhaus (Untere Hauptstr. 4) steht die 10-jährige Hedwig Limb (1919-2010). Stolz lächelt sie in die Kamera. Sie trägt ein weißes Kleid und einen Blumenkranz im Haar, in der rechten Hand hält sie ihre Kommunionkerze, in ihrer linken ein Gebetsbuch. Es ist ein aufregender Tag für sie, denn sie empfängt heute zum ersten Mal die heilige Kommunion!

Hedwig Limb heiratet später den Kaufmann Wilhelm Vogt jr. (1910-1990).

Standort des Fotografen: 47.883481, 8.343602

Familie Mayer vom Gasthaus »Engel«, Neujahr 1930

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Erika und Norbert Freudenberg zur Verfügung.

In ihrem Wohnzimmer im Gasthaus »zum Engel« sitzt Familie Mayer zusammen. »Prost Neujahr 1930« steht mit Kreide auf eine Schiefertafel geschrieben, die in die Kamera gehalten wird. Im Hintergrund ist der geschmückte Christbaum und eine Weihnachtskrippe zu sehen. Sechs Personen haben sich zum Gruppenfoto versammelt, selbst der Hund darf mit auf das Erinnerungsbild.

Seit 1924 betreiben der Gast- und Landwirt Heinrich Mayer (1891-1985) und seine Ehefrau Sophie Maria geb. Markstahler (1884-1963) das Gasthaus »Engel«, das bei der Witterschneekirche gelegen ist.

  1. Reihe, v.l.n.r.: Gottfried Mayer, ???, ???, Hedwig Mayer
  2. Reihe: ???

Standort des Fotografen: 47.891828, 8.336279 

    Narrengruppe der Stadtmusik vor dem »Ochsen«, Fasnacht 1930

    Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hilde Adrion und Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

    Neun Narren der Stadtmusik stellen sich vor dem Gasthaus »Ochsen« zu einem Gruppenfoto auf. Sie haben Notenblätter bei sich. Welches Fasnachtslied sie gleich spielen werden, wissen wir nicht.

    Den Narrenmarsch »Alt und jung gon uff d’Stroß« können sie jedenfalls nicht spielen, denn das Lied entsteht erst 30 Jahre später, 1961. Die Melodie komponiert Dr. Hermann Regner (1928-2008), der Dozent an der Hochschule für Musik in Trossingen ist. Den Text schreibt Josef Bayer.

    V.l.n.r.: 1 Ernst Heiler, 2 Wilhelm Brugger (1887-1955), 3 Franz Zepf (1905-?), 4 Josef Hasenfratz (1899-1967), 5 Karl Sibold, 6 Timotheus Schmid (1903-1984), 7 Rupert Hepting (1905-?), 8 Edmund Jordan (»Bartli«, 1907-1970), 9 Johann Beha (1907-1991)

    Standort des Fotografen: 47.884049, 8.345088