3 Fotos: Prozession mit Primizant Franz Benitz vom Bahnhof zur Pfarrkirche, 6. April 1935

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ein »großer Bahnhof« wird Franz Benitz (1908-1944) bei seiner Ankunft in Löffingen bereitet. Ministranten, Geistliche, Familienangehörige und zahlreiche Gemeindemitglieder holen den Neupriester am Bahnhof ab und begleiten ihn in feierlicher Prozession zur katholischen Pfarrkirche St. Michael. Franz Benitz ist erst wenige Tage zuvor, am 31. März 1935, durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht worden. Am folgenden Tag wird er in seiner Heimatgemeinde die Primiz feiern.

Obwohl es bereits April ist, liegt noch Schneematsch auf dem Boden. Die Häuser entlang des Weges sind festlich herausgeputzt: Reisiggirlanden und Fahnen schmücken die Fassaden. Kurz vor der Pfarrkirche entstehen mehrere Aufnahmen. Zu sehen sind das katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) und der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8). Am rechten Bildrand fällt der Blick auf die weniger repräsentative Rückseite der Ökonomie des Gasthauses »Sonne« (Kirchstr. 29). Vor dieser Kulisse ziehen Ministranten und Geistliche vorüber – ein feierlicher kirchlicher Zug mitten durch das vertraute Straßenbild.

Am Vorabend der eigentlichen Primiz findet in der katholischen Pfarrkirche St. Michael zunächst eine Andacht statt. Erst am nächsten Tag steht Franz Benitz selbst am Altar, zelebriert erstmals in seiner Heimatgemeinde die Messe und erteilt den Primizsegen. Nicht nur für ihn, sondern auch für seine Familie und die katholische Gemeinde ist dies ein besonderes Ereignis – und die große Beteiligung beim Einzug zeigt, welche Bedeutung eine Heimatprimiz besitzt.

Bei den Zuschauer*innen am Straßenrand sind u.a. zu erkennen: Hilda Schultheiß (verh. Vögtle), Josefa Roth (verh. Rappenegger)

Standort des Fotografen: 47.882660, 8.343996

Gläubige vor der Kirche Witterschneekreuz, 19. September 1937

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Dicht gedrängt stehen die Gläubigen vor der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz. So viele Menschen sind gekommen, dass längst nicht alle im Kircheninneren Platz finden. Vor allem Männer und »Jungmänner« aus Löffingen und der Umgebung nehmen an der Wallfahrt teil, dazwischen sind auch einige Frauen zu erkennen. Am rechten Bildrand steht eine große Limousine – mit ihr ist Erzbischof Conrad Gröber (1872-1948) zur Kirche gefahren.

Der Freiburger Erzbischof ist an diesem Sonntag zu Gast in Löffingen. Am Vormittag spendete er in der Pfarrkirche St. Michael das Sakrament der Firmung. Am Nachmittag begann um 14.30 Uhr eine weitere große kirchliche Veranstaltung: die Wallfahrt der Männer und »Jungmänner« zum Witterschneekreuz. Gröber hielt zunächst in der Pfarrkirche die Wallfahrtspredigt. Anschließend setzte sich die Prozession in Bewegung. Während die Gläubigen zu Fuß durch das Städtchen und das Maienland hinauszogen, legte der Erzbischof den Weg mit dem Auto zurück.

An der Wallfahrtskirche angekommen, kann die Menschenmenge nicht vollständig aufgenommen werden. Es findet aber ohnehin nur eine kurze Segensandacht statt. Das Foto vermittelt eindrucksvoll, welche Anziehungskraft das Witterschneekreuz als Wallfahrtsort besitzt und welche Bedeutung der Besuch eines Erzbischofs für die katholische Gemeinde hat.

Stadtpfarrer Robert Winkel (1897-1972) mahnte seine Pfarrangehörigen vor dem Besuch des Erzbischofs ausdrücklich: »Nicht öhmden!« Mit »Öhmd« ist der zweite Grasschnitt des Jahres gemeint. Er forderte sie auf, an diesem besonderen Sonntag die Feldarbeit ruhen zu lassen. Wenn der Erzbischof durch Löffingen zieht, soll sich die Pfarrgemeinde offenbar von ihrer besten katholischen Seite zeigen – arbeitende Bauern auf den Wiesen hätten da ein denkbar schlechtes Bild abgegeben.

Standort des Fotografen: 47.893117, 8.337014

4 Fotos: Abholung von Primizant Franz Benitz am Bahnhof, 6. April 1935

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Feierlich zieht eine große Prozession vom Bahnhof in Richtung Städtchen. Vorneweg gehen die Ministranten in ihren weißen Chorhemden, dahinter folgt eine Gruppe von Geistlichen. In ihrer Mitte steht derjenige, dem an diesem Tag die besondere Aufmerksamkeit gilt: Franz Benitz (1908-1944) in schwarzer Soutane. Am Vorabend seiner Heimatprimiz wird der Neupriester am Bahnhof abgeholt und von Familie, Geistlichkeit und Gemeinde zu einer Andacht in der katholische Pfarrkirche St. Michael begleitet.

Zahlreiche Löffinger*innen säumen die Bahnhofstraße. Auch aus den geöffneten Fenstern des »neuen Benzbaus« (Ringstr. 8) verfolgen Bewohner*innen den vorbeiziehenden Zug. Die Angehörigen der Familie Benitz haben sich festlich gekleidet.

Frühlingshaft ist das Wetter an diesem Apriltag allerdings nicht. Die Bäume sind noch kahl, auf der Straße liegt Schneematsch. Festtagskleidung, Chorhemden und Soutanen treffen auf nasses, kaltes Aprilwetter. Dennoch haben sich viele Menschen eingefunden, denn eine Primiz ist für eine katholisch geprägte Gemeinde ein besonderes Ereignis – auch in der NS-Zeit.

Franz Benitz wurde am 31. März 1935 durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht. Am 7. April feiert er in seiner Heimatgemeinde Löffingen seine erste Messe. Geboren wurde er am 2. April 1908 als Sohn des Weinhändlers Joseph Benitz und dessen Ehefrau Anna Benitz (geb. Glunk). Er wuchs in einer tief im katholischen Milieu verwurzelten Familie auf. Nach der Priesterweihe wirkt er als Vikar in Sinzheim bei Rastatt, Weingarten bei Karlsruhe, Schwetzingen und Mannheim. Am 5. Dezember 1940 wird Franz Benitz zur Wehrmacht eingezogen und verbringt als Sanitäts-Obergefreiter rund drei Jahre an der Ostfront in der Sowjetunion. Dort erkrankt er an Fleckfieber. Während eines Heimaturlaubs in Löffingen bricht die Krankheit aus. Er wird in das Lazarett nach Donaueschingen gebracht, wo er am 30. März 1944 stirbt – nur wenige Tage vor seinem 36. Geburtstag. Beigesetzt wird er auf dem Friedhof seiner Heimatgemeinde.

Bei den Familienangehörigen sind Joseph Benitz (1897-1981), Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), Paul Benitz (1899-1979) und Albert Benitz (1905-1996) zu erkennen.

Unter den Zuschauer*innen am Straßenrand stehen u.a. Hilda Schultheiß (verh. Schulz) und Josepha Roth (verh. Rappenegger, 1915-1993).

Standort des Fotografen: 47.883737, 8.342193

Andachtsbild mit der Kirche Witterschneekreuz, ca. 1900

Kunstanstalt Franz Schemm, Nürnberg | Sammlung Familie Waßmer

Wie ein kleiner Altar lässt sich das Andachtsbild aufklappen. Auf der Vorderseite sitzt das farbig dargestellte Jesuskind, das eine blaue Weltkugel in der Hand hält und die Rechte zum Segen erhebt. Erst beim Öffnen wird das eigentliche Erinnerungsbild sichtbar: In der Mitte des Triptychon erscheint die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz, darüber schwebt das verehrte Gnadenkreuz, von Engeln flankiert.

»Andenken an das hl. Schneekreuz b. Löffingen« lautet die Aufschrift. Gut möglich, dass solche Andachtsbilder in einer der Verkaufsbuden bei der Wallfahrtskirche angeboten werden. Pilger*innen können damit ein kleines, leicht mitzunehmendes Erinnerungsstück von ihrem Besuch mit nach Hause nehmen. Gedruckt wurde die Klappkarte von der Kunstanstalt Franz Schemm in Nürnberg – ausdrücklich »mit oberhirtlicher Druckerlaubnis«.

Auch die Texte dienen der persönlichen Andacht. Neben Engeldarstellungen stehen kurze Gebete an Jesus und Maria, die jeweils mit einem »100 Tage Ablass« verbunden sind. Gemeint ist damit nach katholischem Verständnis nicht die Vergebung von Sünden selbst, sondern ein Erlass zeitlicher Sündenstrafen. Auf der Rückseite ist ein längeres Gebet zum leidenden Christus abgedruckt.

Das kleine Faltbild verbindet damit mehrere Funktionen: Es ist Wallfahrtsandenken, Gebetszettel und zugleich ein kleines Bild der Kirche Witterschneekreuz. Zusammengefaltet passt es problemlos in ein Gebetbuch – und erinnert auch zu Hause noch an den Besuch des Wallfahrtsortes.

Standort des Fotografen: 47.893208, 8.336679

3 Fotos: Konfirmanden mit Pfarrer Waßmer, 1977

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Festlich gekleidet stehen die 14 Konfirmand*innen vor dem Altar der evangelischen Johannes-Kirche. Dunkle Samtsakkos, Fliegen, Rollkragenpullover und knielange Kleider verraten unübersehbar den Zeitgeist der 1970er Jahre. In den Händen halten einige ihre Konfirmationsbibeln oder Mappen mit Erinnerungsfotos. Neben ihnen steht Pfarrer Dieter Waßmer (1940-2021), der die Jugendlichen auf ihrem Weg begleitet hat.

Die Konfirmation markiert für die Jugendlichen einen wichtigen Übergang: Im Gottesdienst bekennen sie sich öffentlich zum christlichen Glauben und bestätigen ihr Taufversprechen, das einst stellvertretend von ihren Eltern und Pat*innen abgelegt wurde. Jede*r von ihnen erhält einen persönlichen Konfirmationsspruch – ein Bibelvers, der Orientierung und Begleitung für den weiteren Lebensweg geben soll.

Nach dem feierlichen Gottesdienst versammelt sich die Gruppe noch einmal vor dem Altar zum Erinnerungsfoto – ein Moment zwischen Kindheit und Erwachsenwerden, festgehalten für das Familienalbum.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ??? Letz, 4 Pfarrer Dieter Waßmer,
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ??? Könnecke, 2 Sven Egle, 3 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ??? Jabs
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ??? Renz, 3 Rene Egle, 4 ???, 5 ???

Standort des Fotografen: 47.881398, 8.348664

Fronleichnamsschmuck vor dem Haus Adrion in der Alenbergstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Vor dem Haus Adrion (Alenbergstr. 21) ist zur Fronleichnamsprozession ein besonders aufwändiger Schmuck aufgebaut. Vor Birkenzweigen erhebt sich ein großes Kreuz, an das sich eine menschliche Figur klammert. Fast scheint es, als halte sich ein Schiffbrüchiger an einem rettenden Felsen fest. Das Kreuz erscheint hier nicht nur als religiöses Symbol, sondern als letzter Halt und Rettung in existenzieller Not.

Rund um die Figur sind zahlreiche Kalk- und Tuffsteine aufgebaut, die wie eine felsige Landschaft wirken. Dahinter hängt an der Hausfassade ein Sinnspruch, eingerahmt von einer Reisiggirlande. Der Text ist nur teilweise lesbar: »Wer ist Gott – außer Go[tt] / Fels und Rettung ohne Kre[uz] / Dein Name sei gepriesen in E[wigkeit]«. Vermutlich handelt es sich um eine freie religiöse Dichtung, die das Motiv von Gott als »Fels« und »Rettung« aufgreift.

Die Prozession selbst macht hier keinen Halt. Es handelt sich nicht um einen offiziellen Stationenaltar, sondern um eine private, mit großer Mühe gestaltete Dekoration entlang der Prozessionsstrecke.

Standort des Fotografen: 47.886485, 8.343054

Geschwister Rebholz in der Alenbergstraße, Fronleichnam 1958

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Es ist Fronleichnam. Ein kunstvoll gelegter Blumenteppich zieht sich scheinbar endlos die Prozessionsstrecke entlang. Auch durch die Alenbergstraße verläuft das bunte Band aus Blütenblättern, die zu Ornamenten und Mustern gelegt sind. Am Straßenrand stecken junge Zweige im Pflaster. Sie rahmen den Weg der Prozession ein und verdecken zugleich manches, was man dem »Herrgott« lieber nicht zeigen will – etwa Misthaufen oder unaufgeräumte Hofecken.

Auch das Haus Rebholz (Alenbergstr. 14) ist festlich geschmückt. An der Fassade hängt eine selbstgebundene Reisiggirlande, darüber flattert eine Kirchenfahne in den Farben Weiß und Gelb im Wind. Die ganze Straße scheint sich für den hohen Feiertag herausgeputzt zu haben.

Neben dem Blumenteppich stehen die Geschwister Klemens Rebholz (geb. 1949) und Cäcilie Rebholz (verh. Runge, geb. 1953). Die beiden rücken eng zusammen und posieren stolz für die Kamera. Klemens trägt einen dunklen Anzug, vermutlich denselben, den er zu seiner Erstkommunion getragen hat. Cäcilie erscheint dagegen ganz in Weiß: Sommerkleid, Kniestrümpfe, helle Schuhe und ein Kranz im Haar. In der Hand hält sie ein kleines Körbchen mit Blütenblättern, die sie während der Prozession auf den Weg streut.

Die Aufnahme zeigt nicht nur zwei Kinder an einem Sommertag, sondern auch, wie viel Mühe und Gemeinschaftssinn in die Vorbereitung des Fronleichnamsfestes gesteckt wird. Stundenlang werden Blüten gesammelt, Zweige geschnitten und Girlanden gebunden, damit sich die Straßen des Städtchens für einen Tag in einen festlichen Prozessionsweg verwandeln.

Standort des Fotografen: 47.885696, 8.343741

Prozession der Stadtmusik und Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, ca. 1942

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich zieht die Prozession durch die Seppenhofer Straße. Vorneweg marschiert die Stadtmusik in dunklen Anzügen und mit Zylindern. Der Klang der Musikinstrumente hallt zwischen den Häusern wider. An der Spitze wird der prächtige Schellenbaum getragen, der um 1870 von den Löffinger Handwerkern gestiftet worden war. Mit seinen Verzierungen, Quasten und kleinen Glöckchen ist er der stolze Blickfang des Zuges. Bei den Musiker ist u.a. Konrad Sibold (Piccoloflöte) zu sehen.

Hinter der Stadtmusik folgen die Ministranten. Zwar sind sie auf dem Foto nicht zu erkennen, doch ihre Kirchenfahnen und das Prozessionskreuz ragen deutlich über den Zug hinaus. Dahinter schreiten die Kommunionkinder, die nach dem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael gemeinsam zur Kaplanei ziehen. Den Abschluss bildet der Stadtpfarrer.

Die Prozession wirkt auffallend zurückhaltend. Keine Menschenmengen säumen die Straße. Nur vereinzelt stehen Zuschauer*innen am Rand und beobachten den Zug. Es ist Kriegszeit. Zudem ist das öffentliche Bekenntnis zum katholischen Glauben im nationalsozialistischen Staat nicht erwünscht. Vielleicht erklärt das auch, weshalb vergleichsweise wenige Kinder zur Erstkommunion gehen.

Der Blick fällt zugleich auf die Bebauung am unteren Ende der Seppenhofer Straße an der Einmündung zur Unteren Hauptstraße. Dort steht noch das Haus Zepf (Untere Hauptstr. 9). 1945 wird es bei einem Bombenangriff vollständig zerstört. Der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) bleibt hingegen unbeschädigt.

Standort des Fotografen: 47.882303, 8.344076

7 Fotos: Prozession der Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, 1988

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es ist »Weißer Sonntag«. Die Kommunionkinder versammeln sich in der Kaplanei in der Seppenhofer Straße, bevor sie gemeinsam zur katholischen Pfarrkirche St. Michael ziehen. Für die Kinder ist es ein großer Festtag. Herausgeputzt stehen sie bereit: die Jungen in dunklen Anzügen mit Fliege oder Krawatte, die Mädchen in weißen Kleidern mit Schleiern, Spitzenhandschuhen. Sie alle tragen ihre Gebetbücher und kunstvoll verzierte Kommunionkerzen.

Angeführt wird die Prozession von der Stadtmusik. Dahinter marschieren die Ministranten in ihren roten Messgewändern. Mädchen als Ministrantinnen gibt es noch nicht. Die Kommunionkinder folgen paarweise und nach Geschlechtern getrennt. Für viele ist es der erste große öffentliche Auftritt im kirchlichen Leben. In diesem Jahr sind die Jungs klar in der Überzahl: 13 Jungs, aber nur acht Mädchen gehen heute zur ersten heiligen Kommunion.

Auffällig leer wirkt die Prozessionsstrecke. Nur wenige Passanten und einige Fotografen säumen die Seppenhofer Straße. Die meisten Angehörigen haben ihre Plätze bereits in der Kirche eingenommen und warten dort auf den feierlichen Einzug. So gehört die Straße für einen kurzen Moment ganz den Kindern, den Ministranten und den Klängen der Stadtmusik.

Am Ende des Zuges folgt Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013). In der Pfarrkirche wird er den Kindern später zum ersten Mal die heilige Kommunion spenden. Für die Familien ist es ein bedeutender Tag, der mit Festessen, Kaffee und Kuchen weitergehen wird. Viele der weißen Kleider und kleinen Anzüge werden danach sorgfältig aufbewahrt – als Andenken an einen Tag zwischen kindlicher Aufregung und katholischer Festtradition.

Bild 1
Bei der Stadtmusik sind u.a. Dirigent Bernhard Holzer (Bräunlingen), Bernhard Adrion (Trommel), ??? (Trommel), ??? Birkenberger (Trommel), Joe Kuttruff (Trommel), Mathias von Dungen, Paul Wolber zu sehen.

Bild 2
Bei den Ministranten sind u.a. Christoph Käfer zu sehen.

Bild 3
Zu sehen sind u.a. Thorsten Zahn, Matthias Effinger

Bild 4
Zu sehen sind u.a. Björn Wölfle, Frank Thoma, Andreas Köpfer, Nils Frei

Bild 5
Zu sehen sind u.a. Michael Bader, Volker Knöpfle

Bild 6
Zusehen sind u.a. Julia Willmann, Karin Bausch, Claudia Knöbel (verh. Oschwald).
Bei den Ministranten sind Andreas Feser und Sascha Knöpfle zu sehen.

Bild 7
Bei den Ministranten sind Michael Köpfer, Philipp Krämer, Konrad Isele und Christoph Wehrle zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882282, 8.344141

2 Fotos: Konfirmanden mit Pfarrer Waßmer, 1972

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der Kirche haben sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden zu einem Gruppenfoto versammelt. Gemeinsam mit ihrem Pfarrer Dieter Waßmer (1940-2021) stehen sie im Altarraum und blicken in die Kamera. Die Jugendlichen tragen ihre festliche Kleidung: dunkle Anzüge mit Hemd und Krawatte bei den Jungen, schlichte Kleider bei den Mädchen. Viele halten ihre Gesangbücher oder Bibeln in den Händen, einige tragen ein Kreuz um den Hals.

Die Konfirmation markiert für die evangelischen Jugendlichen den Übergang ins kirchliche Erwachsenenleben. Nach der Einsegnung dürfen sie am Abendmahl teilnehmen und gelten fortan als vollwertige Mitglieder der Gemeinde.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Gabriele Studer, 2 Petra Letz (verh. Nobs), 3 Corneria Bürklin, 4 Jutta Schopferer, 5 Dorothea Ludwig (verh. Pfister)
2.Reihe: 1 Rüdiger Schmidt (Bachheim)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Barbara Ludwig (verh. Schuster), 2 Alwin Kirmeier, 3 Walter Kessler (Göschweiler), 4 Andreas Schopferer (Seppenhofen), 5 Kurt Dominke
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Pfarrer Dieter Waßmer (1940-2021)

Standort des Fotografen: 47.881352, 8.348744

Festzug anlässlich der Einweihung der evangelischen Kirche, 27. Mai 1954

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Irmela und Fritz Herrenbrück zur Verfügung.

Am Himmelfahrtstag 1954 erlebt Löffingen ein besonderes Ereignis: Die neu erbaute evangelische Johanneskirche wird eingeweiht. Vom Städtchen aus setzt sich die Festgemeinde in Bewegung. Voran gehen die Schulkinder, dahinter folgt ein langer Zug von Gläubigen, der sich durch die Obere Hauptstraße und die Festhallenstraße zieht.

Die Feierlichkeiten haben bereits am frühen Nachmittag begonnen. Im bisherigen provisorischen Kirchenraum hält Pfarrer Herbert Wäldin (1912-1988) aus Bonndorf den Gottesdienst. Gegen 15 Uhr bricht die Gemeinde schließlich auf zur neuen Kirche, deren Grundstein erst im Juli 1953 gelegt worden war. Der Festzug wird vom Geläut der Glocken der katholischen Pfarrkirche St. Michael begleitet – ein schönes Zeichen des Miteinanders der Konfessionen. Gerade ziehen die Kinder am Haus Selb (Obere Hauptstr. 12) vorbei. Im Vordergrund ist die Miste des landwirtschaftlichen Anwesens zu sehen. Links öffnet sich die »Linden«-Wiese beim Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10).

Vor der Johanneskirche angekommen, findet die Schlüsselübergabe an Pfarrer Wäldin statt. Die Einweihung wird feierlich begleitet von der Stadtmusik, dem Männergesangsverein »Eintracht« und sogar dem katholischen Kirchenchor – keine Selbstverständlichkeit im mehrheitlich katholisch geprägten Städtchen. Die Festpredigt hält Oberkirchenrat Dr. Hans-Wolfgang Heidland (1912-1992) aus Karlsruhe. Damit auch die vielen Teilnehmer außerhalb des Kirchenraums folgen können, wird die Feier über Lautsprecher übertragen.

Ein Tag, der nicht nur für die evangelische Gemeinde, sondern für das ganze Städtchen von Bedeutung ist.

Standort des Fotografen: 47.884215, 8.347622

2 Fotos: Kommunionkinder mit Palmen am Palmsonntag, 4. April 1993

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Es ist Palmsonntag, der Beginn der Karwoche. Die katholische Kirche erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Der Überlieferung nach ritt Jesus auf einem Esel in die Stadt ein. Die Menschen begrüßten ihn wie einen König: Sie breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus und schwenkten Palmzweige. Auch in unseren Breiten hat sich dieser Brauch erhalten – nur wachsen hier keine Palmen. Stattdessen werden kunstvoll geschmückte »Palmen« aus Tannenreisig und bunten Bändern gefertigt und z.B. mit Äpfeln verziert.

Früher waren diese »Palmen« nicht selten mehrere Meter hoch. Es entwickelte sich ein regelrechter Wettstreit darum, wer den größten und schönsten »Palmen« tragen konnte. Heute ist das seltener geworden. Die katholische Pfarrgemeinde hat die Tradition in die Hände der Erstkommunionkinder aus Löffingen und den Filialgemeinden Seppenhofen und Dittishausen gelegt, die ihre »Palmen« gemeinsam gestalten – kleiner, aber nicht weniger festlich. Hinter der Pfarrkirche St. Michael haben sich die Kinder mit ihren »Palmen« aufgestellt. Gleich werden sie – angeführt von Ministrant*innen – in einer Prozession in die Kirche einziehen. Dort werden die »Palmen« gesegnet und dann zu Hause aufgestellt.

Hat jemand ältere Fotos vom Palmsonntag, vielleicht aus den 1950er oder 1960er Jahren? Gerade die großen, selbst gefertigten »Palmen« wären eine spannende Ergänzung für unsere Sammlung!

Zu sehen sind u.a. Micha Bächle (geb. 1985)

Standort des Fotografen: 47.882367, 8.344491