Kinder mit Schneemann in der Oberen Hauptstraße, 1980

Sammlung Familie Waßmer

Bei den Wohnblocks in der Oberen Hauptstraße, die von dem Rötenbacher Architekt Knöpfle erbaut wurden, liegt eine Menge Schnee. Die Kinder aus den Mehrfamilienhäusern strömen zusammen und bauen mit vereinten Kräften einen Schneemann. Im Hintergrund ist die Bundesstraße 31 zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884974, 8.355903

Haus Hepting in der Oberen Hauptstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

Erbaut wurde das Doppelhaus Obere Hauptstr. 17/19 im Jahre 1848. Bauherr war der Sattler und Schafhändler Johann Bader (1779-1870). 1857 übergab er das Doppelhaus an seine Söhne Demeter Bader (1820-1913) und Johann Bader junior (1815-1883). Mehrfach wurde das Anwesen seitdem weitervererbt. Während die linke Gebäudehälfte bis heute im Familienbesitz der Baders blieb, ging die rechte Hälfte 1953 an die Stadtgemeinde. Sie verkaufte das zweistöckige Wohnhaus mit Scheuer und Stallung wenig später an den Schreiner Ewald Hepting (1933-2010).

Standort des Fotografen: 47.885030, 8.349962

Vieh am Brunnen in der Alenbergstraße, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

An der Einmündung der Alenbergstraße in die Maienlandstraße steht ein Laufbrunnen. Er dient längst nicht mehr dazu, die Haushalte in der Nachbarschaft mit Trinkwasser zu versorgen. Aber seine wichtige Funktion als Viehtränke hat er behalten. Der Landwirt – und Sprengmeister – Fritz Fehrenbach (1904-1973) steht mit einem Stier am Brunnen. Mit einem Holzbengel in der Hand hält er den Stier in Schach.

Im Hintergrund ist der Seitengiebel vom Haus Walz zu sehen, das Polizeikommissar Karl Walz (1891-1969) und seiner Ehefrau Anna Walz geb. Frey (1900-1992) gehört. Fern am Horizont ist die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.888519, 8.341869

Kindergarten mit Spielplatz, ca. 1990-1992

Sammlung Familie Waßmer

1964 wurde der Kindergarten im Schulweg errichtet. Die Räumlichkeiten in der Bahnhofstraße reichten nicht mehr aus angesichts der geburtenstarken Jahrgänge und der zunehmenden Berufstätigkeit von Müttern. Außerdem waren die Räume in der alten »Kinderschule« auch nicht mehr zeitgemäß.

Das Foto entsteht kurze Zeit vor dem Umbau des Kindergartens Anfang der 1990er Jahre, als das Gebäude erweitert wird, um für zwei weitere Gruppen Platz zu schaffen. Noch gibt es keine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Der Spielplatz fristet ein eher trauriges Dasein: Außer einem Sandkasten und drei bemalten Betonröhren sind keine weiteren Spielgeräte zu sehen. Auch die Außenanlage wird später attraktiver gestaltet und erweitert.

Im Hintergrund ragt die Turnhalle hoch. Sie wird 2009 abgerissen und weicht dem Neubau der Dreifeldsporthalle.

Standort des Fotografen: 47.882990, 8.347269

Reisig und Reiswellen hinter dem Haus Fritsche in der Ringstraße, 1979

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.

Im Hof von Ernst und Erika Fritsche (Ringstr. 5) sind Reisig und Reiswellen aufgestapelt. Denn der nächste Winter kommt gewiss. Die Fritsches sorgen vor und machen Reiswellen, also Bündel aus Reisig und Tannenästen, um den Kachelofen in der kalten Jahreszeit heizen zu können.

Im Hintergrund ist das Haus Geschwill (Ringstr. 2) und das Haus Mayer (Ringstr. 3) zu sehen, vor dessen Giebel ein Spalierbaum empor wächst.

Standort des Fotografen: 47.884428, 8.343681

Blick in die Stadtsäge, 1964

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.

Im Welschland, an der Mauchach gelegen, steht die Stadtsäge. Es existieren kaum Fotos vom laufenden Betrieb, denn hier wird gearbeitet und viel Zeit zum Fotografieren gibt es nicht. Auf der Innenaufnahme ist die Klopfsäge zu sehen. Sie verfügt über nur ein Sägeblatt und wird mit einem Wasserrad angetrieben. Das Gatter wird mit Wasserkraft hochgehoben und fällt dann aufgrund des Eigengewichts nach unten und sägt dabei, daher der Name Klopfsäge. Das Zahnrad neben dem Gatter dient zum Vorschub des Stammes. 

1974 verkauft die Stadt Löffingen die Stadtsäge an den langjährigen Betreiber Ernst Fritsche (1937-2005), dessen Vater Ernst Fritsche (1895-1968) hier schon als Sägewerker gearbeitet hatte.

Standort des Fotografen: 47.898532, 8.334364

Sägearbeiter in der Stadtsäge, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.

Die drei Sägearbeiter, die in der Stadtsäge im Welschland arbeiten, unterbrechen ihre Arbeit kurz für ein Foto. Sie stehen vor dem Sägegatter und blicken in die Kamera: V.l.n.r. Ernst Fritsche (1895-1968), sein Sohn Ernst Fritsche junior (1937-2005) und Franz Guth (1907-1970)

1974 wird die Stadtgemeinde die Säge an Ernst Fritsche junior verkaufen. Er baut sie um und modernsiert sie. Fast 30 Jahre lang wird er die Säge betreiben, bis er sie aus Altersgründen aufgibt.

Standort des Fotografen: 47.898532, 8.334364

Gasthaus »Löwen« am oberen Rathausplatz, ca. 1990-1992

Sammlung Familie Waßmer

Am 7. Dezember 1991 öffnet das altehrwürdige Gasthaus »zum Löwen« wieder seine Pforten. Jürgen und Susanne Jeitler aus Offenburg sind neue Pächter. Seit Juni hatten die beiden das Gasthaus umgebaut: Das Lokal wurde renoviert und die Küche erneuert. Doch bereits zwei Jahre später steht ein erneuter Wechsel an. Am 4. Februar 1994 übernehmen das Pächterehepaar Martin und Michaela Titze das Gasthaus. Martin Tietze, ein gelernter Koch, betrieb vorher zusammen mit seiner Frau Michaela ein Wirtshaus im Bärental. Doch auch damit ist zwei Jahre später wieder Schluss: 1996 kommt der »Löwe « unter den Hammer und wird zwangsversteigert.

Standort des Fotografen: 47.883867, 8.344662

Haus Göhry in der Oberen Hauptstraße, ca. 1990-1992

Sammlung Familie Waßmer

Frisch renoviert steht es da, das Haus Göhry in der Oberen Hauptstraße. Die Fassade ist neu gestrichen, die Fensterläden erstrahlen in einem dunklen Grün, das Dach ist mit roten Ziegeln neu eingedeckt. Unverändert erhalten geblieben ist der frühere Ökonomiebereich mit seinem Scheunentor und daneben die alte Schlosserwerkstatt.

Das Haus gehörte viele Jahrzehnte dem Schlosser und KFZ-Mechaniker Franz Josef Göhry (1914-2002) und seiner Ehefrau Adele geb. Winterhalder (1912-1983). Ihr einziger Sohn, Peter (1940-1957), verunglückte am 26. Dezember 1957 auf der Bundesstraße 31 zwischen Döggingen und Hüfingen bei einem Verkehrsunfall. Er wurde nur 17 Jahre alt.

Später übernahmen der jüngere Bruder Ernst Göhry (1919-2014) zusammen mit seiner Ehefrau Maria geb. Honold (1921-1997) das Haus. Sie verunglückt beim Umbau des Ökonomiebereiches Ende der 1990er Jahre auf tragische Weise.

Standort des Fotografen: 47.885302, 8.351500

Umzug zum Erntedankfest, 30. September 1934

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.

Während auf dem Bückeberg bei Hameln das Reichserntedankfest als eine der größten Massenveranstaltungen der NSDAP inszeniert wird, finden auch in den Dörfen und Städten im Hochschwarzwald und auf der Baar Festzüge statt. Auf Grundlage der nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Ideologie soll die Bedeutung der Bauernschaft für das Reich propagiert werden.

Die »N.S. Bauernschaft Löffingen« hat diesen Wagen dekoriert, der von vier Pferden gezogen wird: Zu sehen ist das »Kaufhaus« und die »Fruchthalle«, die rund 100 Jahre zuvor im neu erbauten Rathaus eröffnet wurden. »Löffingen annno D[omini] 1832«, steht denn auch auf dem Schild. Der Wagen ist mit Hakenkreuzfahnen und einer schwarz-rot-weißen Reichskriegsflagge geschmückt.

Im Hintergrund ist das Haus von Landwirt Johann Fehrenbach (Demetriusstr. 18) zu sehen.

Wer erkennt die Männer, die vor dem Festwagen stehen?
V.l.n.r.: ???, Johann Laufer (1888-1951) in Tracht, ???, Ernst Fritsche (1895-1968), ???, ???

Standort des Fotografen: 47.883243, 8.343842

Festhalle und Schule im Rohbau, 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Bislang ist nur die Festhalle fertiggestellt, während von der Schule nur der Rohbau steht. Aber schon jetzt werden Teile des Gebäudes genutzt, wie an der geschmückten Fassade und der Menschenmenge zu erkennen ist. Denn in Löffingen findet das dreitägige Schwarzwaldgau-Sängerbundesfest statt, an dem rund 2.500 Sänger teilnehmen. Am 29. Juli 1927 findet die Begrüßungsfeier in der Festhalle statt. Am nächsten Tag werden in der Halle die Wettgesänge der Chöre ausgetragen: »In der Klasse einfacher Volksgesang beteiligten sich 20, Erschwerter Volksgesang 10, Kunstgesang 6, Schwieriger Kunstgesang 2 Vereine und in der Ehrenklasse 1 Verein, insgesamt also 39.« Die Festhalle ist bis auf den letzten Platz besetzt. Am Nachmittag ist die Festhalle Schauplatz eines Konzertes und auch Ort der Preisverleihung an die Chöre.  

Standort des Fotografen: 47.882556, 8.345269