Sägehalle des Sägewerk Benz, ca. 1930

Stadtarchiv

Nach dem Wiederaufbau des Sägewerkes Benz erscheint 1930 in der Zeitschrift »Holz-Zentralblatt« ein Artikel, in dem unter der Überschrift »Ein mechanisiertes Sägewerk!« die »neuzeitliche Anlage« der Holzindustriewerke Josef Benz AG gerühmt wird. Der Artikel ist mit einer Serie von Fotos illustriert, darunter diese Ansicht. Zu sehen ist ein Blick in die Sägehalle. Das Foto zeigt laut Bildunterschrift »einen Stamm auf dem Transporteur liegend neben dem Gatter 1 des Werkes«.

Standort des Fotografen: 47.883399, 8.339448

Rundholz vor der Sägehalle des Sägewerk Benz, ca. 1930

Stadtarchiv

Vor der Sägehalle der Holzindustriewerke Josef Benz AG liegt jede Menge Rundholz bereit, um zugesägt zu werden. Der Firmendirektor inspiziert mit Mitarbeitern das gelagerte Holz.

Die Sägehalle wurde nach den beiden verheerenden Sägebränden 1928 neu gebaut. Auf dem Foto ist die Halle noch nicht verputzt und das Mauerwerk noch erkennbar. Links daneben ist das aus Holz erbaute Maschinen- und Kesselhaus zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883399, 8.339485

2 Fotos: Einsatz der Wurzelstöcke-Rodungsmaschine im Wald, ca. 1930

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Rudi Jordan und Rita Willmann zur Verfügung.

Der Schmiedemeister Josef Göhry (1893-?), der rechts unten steht, ist der Erfinder dieser Rodungsmaschine. Die Bevölkerung nennt sie »Waldteufel« oder »Höllenzwang«. Mit der Maschine Marke Eigenbau lassen sich innerhalb kurzer Zeit selbst die größten Würzelstöcke heben. Josef Göhry verbessert seine Maschine nach und nach und veranstaltet sogar öffentliche Vorführungen, z. B. vor Forsträten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es zur Einstellung des Rodungsmaschinenbaus.

Auf dem Foto ist Josef Göhry zusammen mit Franz Göhry (rechts oben, 1914-2002) und Kraftfahrer Albert Kaufmann (links unten) zu sehen.

Standort des Fotografen: ???

Luftbild mit Sägewerk Benz, ca. 1935

Luftbildabteilung der Badisch-Pfälzischen Luft-Hansa A.G., Mannheim
Stadtarchiv

Wie wichtig die Holzindustriewerke Josef Benz AG für das Städtchen und seine Einwohner ist, lässt sich beim Betrachten dieses Luftbildes aus den 1930er Jahren erahnen. Nur wenige Jahre nach den beiden verheerenden Großbränden im Juli 1928 ist das Werk zu neuer Blüte herangewachsen. Es erstreckt sich über ein 10 Hektar großes Areal zwischen Rötenbacher Straße und Hohlgasse und verfügt sogar über einen direkten Bahnanschluss. Wie deutlich zu sehen ist, liegt das Firmengelände außerhalb des Städtchens, denn noch ist das Gewann »Breite« komplett unbebaut.

1945 werden Teile des Werks bei Fliegerangriffen zerstört. Doch der Wiederaufbau schreitet nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schnell voran. Aber 1972 ist es mit dem Sägewerk vorbei: Der Betrieb wird stillgelegt. Der Schornstein, 1928/29 gebaut, wird 1984 gespengt. Zwei Jahre später wird auch der Sägespäne-Turm an der Rötenbacher Straße gesprengt.

NS-Kundgebung auf dem Oberen Rathausplatz, ca. 1935-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zu Verfügung.

Aus einem Rathausfenster fällt der Blick auf den oberen Rathausplatz, auf dem gerade eine Kundgebung der NSDAP-Ortsgruppe Löffingen abgehalten wird. Vor der Freitreppe des früheren Fürstenbergischen Amtshaus (Rathausplatz 2) ist die Rednertribüne aufgebaut, die mit Hakenkreuzfahnen geschmückt ist. Wer der Redner ist, ist nicht zu erkennen.

NS-Formationen sind auf dem Platz angetreten, aber auch eine große Menschenmenge hat sich in einem Halbkreis versammelt. Die Menge ist »gleichgeschaltet«, alle haben den rechten Arm zum »Hitler-Gruß« hochgerissen. Sogar die Kinder auf dem Foto tun es den Erwachsenen gleich und entbieten ebenfalls den »Deutschen Gruß«. Er war zunächst nur der Gruß der NSDAP-Mitglieder, wurde aber nach 1933 zum offiziellen Gruß der »Volksgenossen« und zu einem tagtäglich wiederholten aktiven Bekenntnis zum Nationalsozialismus.

Standort des Fotografen: 47.883855, 8.344622

Familie Brugger vor ihrem Haus in der Maienlandstraße, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Heitzmann zur Verfügung.

Familie Brugger sitzt vor ihrem Haus im Maienland auf einem Bänkchen. Karl Brugger (1890-1947) hatte das Haus 1917 gekauft. Er ist Schreiner von Beruf und verdient sich ein Zubrot als Rechner des Elektrizitätswerkes. Auf dem Foto trägt er seine Schreinerschürze. Zweimal ist er verheiratet, doch beide Ehefrauen sterben bereits in jungen Jahren. Die erste Ehefrau Karolina Brugger geb. Burkard (1890-1923) starb im Alter von 32 Jahren. 1924 heiratete der Witwer daraufhin Maria Brugger geb. Mayer (1890-1935), die auf dem Foto links zu sehen ist.

Zwischen dem Ehepaar sitzen die beiden Töchter aus der ersten Ehe: Martha Brugger (verh. Trenkle, 1919-2013), die später das Elternhaus übernehmen wird, und Gertrud Brugger (verh. Heitzmann, 1921-2006), die später im Haus gegenüber wohnen wird. Der Junge im Bildvordergrund ist der gemeinsame Sohn Karl Brugger jr. (1925-?). Er trägt ein Matrosenhemd und hält ein großes Kuscheltier im Arm.

Standort des Fotografen: 47.885894, 8.341759

Feuerwehrübung auf dem Rathausplatz, ca. 1935

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

Die Feuerwehr ist im Einsatz. Die 1927 angeschaffte Automobilfeuerspritze ist Mitten auf dem oberen Rathausplatz geparkt. Schläuche sind ausgerollt. Das Wasser wird aus dem Rathausbrunnen gepumpt. Die mechanische Schiebeleiter von 1923 ist an die Rathausfassade angelegt und ausgefahren. Was wie ein Ernstfall aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine Feuerwehrübung. Der Löschwagen und die Leiter sind mit Tannenreisig geschmückt. »Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr«: Der Leitspruch der Feuerwehr ist auf ein Schild geschrieben, das auf der Automobilfeuerspritze angebracht ist. 

Noch ist das Erdgeschoss zur Platzseite nicht umgebaut. Kurze Zeit später verschwinden zwei der alten Kaufhaustüren, die auf dem Bild mit Holzläden geschlossen sind. Sie werden zu Fenstern umgebaut. 1935 eröffnet die Vorschussbank in den Räumlichkeiten dahinter ihre Geschäftsräume.

Standort des Fotografen: 47.884005, 8.345149

Ewald Hepting am ersten Schultag in der Dittishauser Straße, ca. 1939

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

Der große Tag ist da! Für Ewald Hepting (1933-2010) beginnt der Ernst des Lebens, denn er wird in die Volksschule eingeschult. An der Hand seiner Mutter Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) macht er sich auf den Weg. Die beiden gehen die Dittishauser Straße entland.

Im Hintergrund sind das Haus Hepting (Dittishauser Str. 7), das Haus Sperer (Dittishauser Str. 9), das Doppelhaus Nr. 13/15, das Haus Geisinger (Dittishauser Str. 17) und das Haus Zepf (Dittishauser Str. 19) zu erkennen. Letztere Häuser wurden von der Gemeinnützigen Baugenossenschaft errichtet. Das Haus Nr. 21 fehlt noch, es wird erst nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut.

Standort des Fotografen: 47.885187, 8.348848

Trachtengruppe vor dem Haus Fehrenbach in der Maienlandstraße, ca. 1935

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise 
Helene Krauß zur Verfügung.

1935 wird die Löffinger Trachtengruppe gegründet. Kurze Zeit nach der Gründung entsteht eine Fotoserie, die Vereinsmitglieder vor dem Haus Fehrenbach im Maienland zeigt, sowohl in Einzelporträts, als auch in Gruppenaufnahmen. Das Haus Fehrenbach wird als Kulisse für das Fotoshooting gewählt, weil es mit seiner holzverschindelten Fassade und dem kleinen Balkon mit holzgeschnitztem Geländer sehr urig aussieht. Die Zeit scheint hier stehen geblieben.

Auf dem Foto sind Helene Krauß (?-?), Alma Egle (?-?), Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), Maria Faller (1919-1967) und Landwirt Johann Laufer (?-?) zu sehen. 

Standort des Fotografen: 47.887787, 8.341421

Feuerwehr vor dem Rathausbrunnen, ca. 1935

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

»Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr« ist der Leitspruch der Feuerwehr. Er ist auf ein Schild geschrieben, das von Tannenreisig geschmückt über der 1927 angeschafften Automobilfeuerspritze angebracht ist. Die Feuerwehr versammelt sich nach einer Feuerwehrübung auf dem Rathausplatz zu einem Gruppenfoto vor dem Rathausbrunnen. Die Schnitterin ragt über dem Fahrzeug und den Feuerwehrhelmen herraus.

Wer erkennt die Feuerwehrmänner?

Vor dem Auto stehend, v.l.n.r.: 1 Ernst Krauß, 2 August Limb, 3 ??? Zepf, 4 Hermann Ganter, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 Fritz Seilnacht, 12 ???, 13 ???
Auf dem Auto, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.884003, 8.344781

Maria Faller in Tracht, ca. 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle, Aloisia Huber und Monika Huber zur Verfügung.

Maria Faller (1919-1967) steht in Tracht vor dem Haus Fehrenbach in der Maienlandstraße. Die junge Frau ist Mitglied der 1935 gegründeten Trachtengruppe. Die Porträtaufnahme ist Teil einer Fotoserie, die verschiedene Mitglieder des Trachtenvereins, entweder alleine oder als Gruppe, zeigt. Als Kulisse wird das holzverschindelte Haus Fehrenbach gewählt, vor dem eine Holzbiege aufgeschichtet ist, weil es so urig aussieht. Maria Faller heiratet später den Zugführer Ferdinand Selb (1911-1966).

Standort des Fotografen: 47.887761, 8.341504

Hochzeitsgesellschaft Nägele / Jordan vor dem Rathaus, ca. 1938

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Eine Hochzeitsgesellschaft steht auf dem oberen Rathausplatz. Die Braut Lydia Nägele geb. Jordan (1910-2004) trägt ein schwarzes Kleid mit einem weißen Brautschleier. Der Bräutigam Franz Nägele (1906-1981) ist in einen schwarzen Anzug gekleidet. Hinter dem Brautpaar und seinen Familienangehörigen ist der Eingang zur Vorschussbank und zur Sparkasse zu sehen, die seit 1935 Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Rathauses nutzen.

1.Reihe, v.l.n.r.: Rosa Kuster, Maria Ganter geb. Bader (1881-1962), ???, Braut Lydia Nägele geb. Jordan, Bräutigam Franz Nägele, Frieda Jordan geb. Bader (1882-1964), Farrenwärter Albert Jordan (1876-1943), Hans Jordan
2.Reihe, v.l.n.r.: ??? Nägele (Bruder des Bräutigams?), ???, ???, ??? Nägele, Hafnermeister Josef Bader (1880-1959), ??? Jordan (Schwester der Braut?)
3.Reihe, v.l.n.r.: ??? Jordan (Onkel der Braut?), ??? Jordan, ??? Bader

Standort des Fotografen: 47.883900, 8.344669