Vier Frauen in Tracht vor dem Haus Beha in der Vorstadtstraße, ca. 1930

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Walter und Johanna Nägele sowie Petra Nobs zur Verfügung.

Vor dem Haus Beha (Vorstadtstr. 5) stehen vier Frauen, die in Tracht gekleidet sind. Sie gehören verschiedenen Generationen an. Drei der Frauen sind Schwestern: Agathe Hepting geb. Bader (1865-1939), Josefa Fürst geb. Bader (1867-1952) und Luise Beha geb. Bader (1874-1958).

Die drei Frauen sind die Töchter des Landwirts Anton Bader (1832-1906) und dessen Ehefrau Maria Anna geb. Benz (1835-1900). Agathe Hepting ist die Witwe des 1932 verstorbenen Drechslers Rupert Hepting und wohnt in der Dittishauser Straße; Josefa Fürst ist mit dem Schmiedemeister Viktor Fürst (1862-1934) verheiratet und wohnt in der Demetriusstraße; Luise Beha mit dem Postschaffner Karl Beha und wohnt in dem Haus, vor dem sie steht.

V.l.n.r.: Josefa Fürst geb. Bader, Maria Maier geb. Beha, Agathe Hepting geb. Bader, Luise Beha geb. Bader

Im ersten Stock schaut Agathe Geisinger geb. Beha zum Fenster raus.

Links ist ein Spalierbaum zu erkennen, der seinen Schatten auf die Hausfassade wirft. Rechts ist ein großer Holzhaufen zu erkennen. Offenbar rückt die kalte Jahreszeit näher. Außerdem wird für den Herd in der Küche ohnehin das ganze Jahr über Brennholz benötigt.

Standort des Fotografen: 47.884725, 8.345793

Frau mit Kinderwagen in der Demetriusstraße, ca. 1931

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Vorbei am Haus Götz (Demetriusstr. 4) schiebt eine Frau einen Kinderwagen, in dem ein kleines Kind drin sitzt. Die Demetriusstraße ist noch nicht asphaltiert und das Kind wird sicherlich ordentlich durchgeschüttelt. Die Frau ist vermutlich Johanna Fürst geb. Biethinger (1907-1955). Das Kleinkind ist ihre Tochter Ursula Fürst (verh. Nobs, geb. 1930).

Im Hintergrund ist die Einmündung der Ringstraße mit dem Haus von Landwirt Gustav Egle (Ringstr. 1), dem Haus von Wagnermeister Andreas Maier (Ringstr. 2) und dem Haus von Landwirt Martin Mayer (Ringstr. 3) zu erkennen. Weiter den Alenberg hinauf thront das Haus Benitz (Alenbergstr. 7-9).

Standort des Fotografen: 47.884399, 8.344611

Frau mit Kinderwagen vor dem Haus Fürst in der Demetriusstraße, ca. 1931

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Eine Frau schiebt stolz den Kinderwagen durch die Demetriusstraße. Im Hintergrund steht das Haus des Schmiedemeisters Otto Fürst (Demetriusstr. 5), das – zusammen mit den Nachbarhäusern – nach dem Großbrand 1921 neu erbaut wurde. Im Erdgeschoss befindet sich die Schmiede.

Die Frau ist vermutlich Johanna Fürst geb. Biethinger (1907-1955). Das Kleinkind im Kinderwagen ist ihre Tochter Ursula Fürst (verh. Nobs, geb. 1930).

Standort des Fotografen: 47.884393, 8.344633

Betriebsfeuerwehr vom Sägewerk Benz, ca. 1932

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Lore Sibold zur Verfügung.

Nachdem die Holzindustriewerke Josef Benz AG im Juli 1928 gleich zweimal von verheerenden Großbränden heimgesucht und dabei das gesamte Werksgelände zerstört worden war, gründet man 1930 eine Betriebsfeuerwehr. Sie bezieht ihr Löschwasser aus Quellen, die sich noch heute auf dem Areal befinden. Die Mitglieder der Betriebsfeuerwehr sind von der städtischen Feuerwehrabgabe befreit.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hermann Auer, 2 ??? Kunz, 3 Johann Sibold, 4 Josef Kopp, 5 Wilhelm Peter, 6 ??? Baumann, 7 Albert Veith, 8 Josef Greuter, 9 Martin Nobs
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karl Gross, 2 Wilhelm Grohmann, 3 Karl Berger, 4 Heinrich Ganter, 5 Josef Vogelbacher, 6 August Mösch, 7 ??? Vogelbacher, 8 Franz Kaltenbrunner, 9 Paul Schonhardt
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Wilhelm Berger, 2 ???, 3 Xaver Sperrer, 4 Karl Schwanz

Standort des Fotografen: 47.883360, 8.340659

2 Fotos: Narrengruppe auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht ca. 1934

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Hermann Egle sowie Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Ein Automobil kommt die Untere Hauptstraße entlang gefahren. Es parkt auf dem unteren Rathausplatz. Im Hintergrund sind die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6), das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) sowie die ehemalige »Adler«-Scheune (Demetriusstr. 16-17) zu erkennen. Am rechten Bildrand ist der (alte) Demetriusbrunnen zu sehen, der beim Bombenangriff 1945 zerstört wird.

In dem Automobil sitzen mehrere Narren. Sie werden von Neugierigen umringt. An die Beifahrertür ist ein Flugblatt geklebt. Ein Mann mit Zylinder erhebt sich und verliest eine Bekanntmachtung. Möglicherweise ist er der »Zirkusdirektor«, denn das Fasnachtsmotto 1934 lautet »Internationaler Zirkus«. Kündigt er an, dass der Zirkus in das Städtchen kommt und welche Darbietungen es geben wird?

Das Auto gehört Friseumeister Julius Limb. Vermutlich ist er auch der Fahrer.

Standort des Fotografen: 47.883794, 8.343753

Klara Egle als junge Frau, ca. 1932

Fotograf: Willi Schwarz, Donaueschingen
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Klara Egle, 1910 als Tochter von Maurermeister Karl Egle und dessen Ehefrau Frieda geb. Klotz geboren und in der Rötengasse aufgewachsen, entscheidet sich als junge Frau für den Ordensberuf. Sie tritt in den Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz ein und nimmt den Namen Schwester Confirmata an. Bis zu ihrem Tod 1991 lebt sie im Kloster Hegne am Bodensee.

Standort des Fotografen: Donaueschingen.

Rohbau der Festhalle und Volksschule, ca. 1933

Universitätsarchiv der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Der Rohbau von Festhalle und Volksschule an der »Hasle« sind fertig, aber noch wartet der Gebäudekomplex auf seine Vollendung. Im August 1923 war mit dem Bau begonnen worden, aber infolge der Inflation war das Geld bald aufgebraucht. Erst 1925 konnte der Rohbau fertiggestellt werden.

Das Foto wird ca. 1933 von der »Bittenwiese« aus aufgenommen, als die Universität Freiburg ein Studentenlager in Löffingen plant und hierfür die Gegebenheiten vor Ort in Augenschein nimmt. Fertiggestellt und eröffnet wird der Bau schließlich erst im August 1936.

Standort des Fotografen: 47.882710, 8.346137

Erwin Egle als junger Mann, ca. 1935-1940

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Nur 33 Jahre alt wird Erwin Egle. Zur Welt kam er am 7. Mai 1915. Seine Eltern waren der Maurermeister Karl Egle und dessen Ehefrau Frieda geb. Klotz. Während des Zweiten Weltkrieges ist er Soldat, sein letzter Dienstgrad ist Obergefreiter. Erwin Egle gerät in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach Aussage eines Kameraden, der aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrt, erkrankt er am 12. Mai 1948 schwer. Er wird ins Lazarett nach Saratow (Саратов) verbracht, wo er wenig später nach einer Operation verstirbt.

Standort des Fotografen: Neustadt

Emma Limb mit Hund vor ihrem Elternhaus, ca. 1932

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Vor dem Haus von Schreinermeister August Limb (Rötenbacher Str. 6) steht eine junge Frau. Es ist die Tochter Emma Limb (verh. Binder, 1913-2005). Ein Schäferhund sitzt zu ihren Füßen und spitzt seine Ohren.

Am linken Bildrand ist vor dem Fenster vermutlich ein Einkochkessel zu sehen. Auf der Fensterbank dahinter sind diverse Flaschen mit Gummikappen zu erkennen. Vermutlich wird bei Limbs gerade Saft eingekocht.

Standort des Fotografen: 47.882184, 8.341713

Hausschlachtung eines Schweines in der Rötengasse, ca. 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Das Foto wird vermutlich kurz vor dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen. Denn während des Krieges sind Lebensmittel rationiert und nur über Bezugsscheine (Lebensmittelkarten) erhältlich. Gerne greift man daher auf die Möglichkeit der Hausschlachtung zurück, um den eigenen Haushalt mit Fleisch und Wurst zu versorgen. »Schwarzschlachten« ist strengstens verboten, denn natürlich wird das geschlachtete Fleisch auf die zustehenden Rationen angerechnet.

Familie Egle in der Rötengasse ist gerade dabei, ein Schwein zu schlachten. Das Scheunentor ihres Anwesens ist weit geöffnet. Alfred Egle (1920-2001) und Erwin Egle (1915-1948) stehen mit dem Tier am Zuber. Im Hintergrund steht Fritz Egle (1929-2017). Mit deutlichem Abstand beobachtet am rechten Bildrand die 7-jährige Hedwig Egle (1932-2020) das blutige Schauspiel.

Erwin Egle stirbt 1948 im Alter von 33 Jahren in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Alfred Egle kehrt wohlbehalten aus dem Krieg in die Heimat zurück.

Standort des Fotografen: 47.885325, 8.341479

Untere Hauptstraße, ca. 1938/39

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Würde nicht eine Person mitten auf der Straße spazieren, hätte die Szene fast was gespenstisches. Wie ausgestorben liegt die Untere Hauptstraße da. Vorne links ist der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) zu sehen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist der Ökonomiebereich des Gasthauses »Sonne« (Kirchstr. 29) zu sehen, der über zwei Scheunentore verfügt.

Im Hintergrund sind das Kaufhaus von Alfred Zimmermann (Untere Hauptstr. 7), das Uhrengeschäft von Wilhelm Maier (Untere Hauptstr. 5), die Metzgerei von Friedrich Seilnacht (Untere Hauptstr. 3) und das Ladengeschäft von Franz Xaver Geiger (Untere Hauptstr. 1) zu erkennen.

Das Foto wird in der Zeit des Nationalsozialismus aufgenommen. Denn an dem hölzernen Masten, der auf der linken Straßenseite steht, ist ein antisemitisches Schild angebracht: »Juden sind hier nicht erwünscht«, ist darauf zu lesen. Auch wenn in Löffingen in den 1930er Jahren keine jüdischen Einwohner leben, so ist die öffentliche Diskriminierung von Juden doch unübersehbar.

Standort des Fotografen: 47.882680, 8.343532

Transport des Maibaums durch die Maienlandstraße, ca. 1935-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zu Verfügung.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wandelt sich die lokale Festkultur innerhalb kurzer Zeit. Zu den neuen Festen, die zur NS-Propaganda und zur Formierung der NS-»Volksgemeinschaft« dienen, zählt der »Tag der Arbeit« am 1. Mai. Bereits 1934 wird auf dem – zur altgermanischen Kultstätte stilisierten – Alenberg erstmalig ein Maibaum aufgestellt. Die Hitlerjugend versammelt sich bei Einbruch der Dunkelheit und veranstaltet ein Höhenfeuer.

Das Foto zeigt, wie der Maibaum durch das Maienland in Richtung Alenberg transportiert wird. Die Hitlerjugend ist mit den kleinsten Pimpfen in Reih und Glied angetreten. Sie stehen vor dem Haus Maienlandstr. 32. Es gehört der Witwe Elisa Maier geb. Stadler. Ihr Ehemann Ferdinand Maier war im Ersten Weltkrieg gefallen.

Standort des Fotografen: 47.888820, 8.341936