Mann mit Luftgewehr in der Ringstraße, ca. 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

In der Ringstraße steht hinter dem Haus Egle (Demetriusstr. 14) ein Mann, der ein Luftgewehr in den Himmel empor hält. Er hat seinen Finger am Abzug. Ob er nur so tut, als ob er gleich schießen wird?

Auf dem Grundstück von Familie Egle geht es beengt zu. Eine Holzhütte und ein Misthaufen benötigen ihren Platz. Das Haus im Hintergrund steht bereits auf der anderen Straßenseite und gehört dem Landwirt Josef Roth (Ringstr. 6).

Standort des Fotografen: 47.883992, 8.343329

Personengruppe vor dem Haus Fürst in der Demetriusstraße, ca. 1938

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Die Nr. »95« hängt über der Haustür. Ein klarer Fall: Der Eingang gehört zum Haus von Schmiedemeister Otto Fürst in der Demetriusstraße. Freilich hat sich die Hausnummer seitdem geändert, heute handelt es sich um die Nr. »5«. Erbaut wurde das Haus Fürst nach dem verheerenden Großbrand von 1921.

Vor der Haustür stehen sechs Erwachsene und zwei Kinder. Wer erkennt sie?
1.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, Karl Fürst (1932-?), Ursula Fürst (verh. Nobs, 1930-2010), ???
2.Reihe, v.l.n.r.: ???, Johanna Fürst (geb. Biethinger 1907-1955), ???

Standort des Fotografen: 47.884508, 8.344528

Vier Kinder in der Maienlandstraße, ca. 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Vier Kinder stehen in der Maienlandstraße: drei Mädchen in Sommerkleidchen und ein kleiner Junge, der an der Hand gehalten wird. Hinter ihnen sind links und rechts zwei Misthaufen zu erkennen, denn noch betreiben die meisten Anwohner zumindest eine kleine Landwirtschaft. Der Schopf im Hintergrund gehört vermutlich zum Haus Storz (Maienlandstr. 11), das ca. 1985 abgerissen wird.

Wer erkennt die Kinder?
V.l.n.r.: Paula Schweizer (verh. Veith, 1934-2020), [Hanni Sibold?], Franz Schweizer (1938-2015), [Anni Selb?]

Standort des Fotografen: 47.885767, 8.342319

2 Fotos: Mädchen vor einer Haustür in der Maienlandstraße, ca. 1936

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Ein kleines Mädchen im weißen Kleidchen und mit Schleife im Haar sitzt vor einer Haustür in der Sonne. Die Kleine hält ein Täschchen in den Händen. Hinter ihr liegt ein Teddybär, den sie mit sich herumträgt. Die beiden scheinen unzertrennlich zu sein. Paula Schweizer (verh. Veith, 1934-2020) blickt direkt in die Kamera des Fotografen. Für ein zweites Foto gesellen sich ihre Patentante Josefine Schweizer (verh. Kühn, 1913-1991) und deren Pflegesohn Florian Wendelgaß (1929-1996) mit auf das Bild. Der Junge ist kostümiert. Offenbar ist gerade Fasnacht.

Das kleine Mädchen ist die Tochter von Gipsermeister Franz Schweizer (1899-1971) und dessen Ehefrau Paula geb. Jordan (1904-1980). Geboren am 5. November 1934, wächst sie in ihrem Elternhaus (Maienlandstr. 9) auf. Auf dem Foto sitzt sie aber nicht vor dessen Haustür, sondern vis-à-vis auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Paula Schweizer hat es sich auf der Sandsteintreppe vor dem Haus des Sattlers Viktor Geisinger (1872-1941) bequem gemacht. Die linke Tür führt in den Stall, die rechte Tür, vor der sie sitzt, in den Wohnbereich. Geschnitzte Holzelemente im Jugendstil rahmen die Haustür ein. Das Haus wird nach Geisingers Tod 1941 an den Küfermeister Hermann Diesberger und dessen Ehefrau Mathilde geb. Vogt verkauft.

Standort des Fotografen: 47.885469, 8.342497

Männergruppe vor dem Haus Fürst in der Demetriusstraße, ca. 1935-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Zwölf Männer stehen lachend vor dem Haus Fürst (Demetriusstr. 10). In der letzten Reihe hat ein Mann einen Regenschirm aufgespannt. Doch das nasse Wetter scheint ihrer Stimmung keinen Abbruch zu tun. Sie tragen alle Anzüge, der Mann ganz rechts Knickerbocker. Alle sind mit Orden dekoriert.

1.Reihe, v.l.n.r.: Wilhelm Effinger (1906-1990), Johann Beha (1907-1991, »Fehri Johann«), Emil Schlenker (1907-1999), ??? Vogelbacher, ???, Adolf Sibold (1906-2000)
2.Reihe, v.l.n.r.: Albert Rebholz (1907-1962), ??? Jonner, ???, [Otto Herrenweger (1903-1945)]
3.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.884070, 8.343941

Heuwagen beim Stationenweg, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Am linken Bildrand ist einer der Stationenaltäre zu erkennen, der die Wallfahrer zur Wallfahrtskirche Witterschneekreuz führt. Der Feldweg im Vordergrund ist die heutige Straße Hinter dem Alenberg. Darauf steht ein voll beladener Heuwagen. Er wird von zwei Ochsen gezogen. Der Bauer und die Bäuerin stehen daneben und lächeln in die Kamera.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 Sophie Schlenker (geb. Dreher, 1879-1961)

Standort des Fotografen: 47.889872, 8.342065

Umzug des Luftschutzbundes vor dem »Gebertsaal«, ca. 1935-1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Noch herrscht kein Krieg. Aber die Bevölkerung wird bereits praktisch und psychologisch auf den Zweiten Weltkrieg und den dabei zu erwartenden Luftkrieg vorbereitet. Diese Aufgabe übernimmt im gesamten Deutschen Reich der Reichsluftschutzbund (RLB), in dem bei Beginn des Krieges 1939 etwa 15 Millionen Mitglieder organisiert sind. Sie sind im luftschutzmäßigen Herrichten von Häusern und Wohnungen, in der Brandbekämpfung, im Gasschutz, in der Ersten Hilfe und im Meldewesen ausgebildet. 

Dass es sich um Mitglieder des Reichsluftschutzbundes handelt, die hier durch die Obere Hauptstraße marschieren und gerade am »Saalbau Gebert« (Obere Hauptstr. 11) vorbeikommen, ist denn auch an ihren Uniformen und ihrer Ausstattung zu erkennen. Die Männer tragen eine graublaue Dienstbekleidung. Das Hohzeitszeichen des RLB ist am linken Ärmel und den Helmen angebracht. Während die Männer Löscheimer präsentieren, führen die Frauen Gasmasken mit sich.

Nachdem Deutschland im Zweiten Weltkrieg ganz Europa in Schutt und Asche legt, wird der Luftkrieg im Frühjahr 1945 schließlich auch Löffingen erreichen.

V.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.884382, 8.347110

Haus Selb in der Vorstadtstraße, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

»Fritz Selb Taschenuhrmacher« steht an die Fassade des kleinen einstöckigen Wohnhauses in der Vorstadtstraße geschrieben. Es gehört dem Uhrmacher Fritz Selb (1875-1956). 1922 hatte er es von seinen Eltern, dem Bierbrauer Hermann Selb (1840-1892) und dessen Ehefrau Sofie Selb geb. Fischer (1847-1922), geerbt, die in der nahe gelegenen Oberen Hauptstraße eine Bierbrauerei betrieben. Das Häuschen verfügt über einen gewölbten Keller, in dem ursprünglich Bier gelagert wurde. Im Zweiten Weltkrieg dient dieser Keller auch als Luftschutzkeller.

Am linken Bildrand grenzt das Nachbarhaus von Landwirt Konrad Rogg (1872-1942) und dessen Ehefrau Berta Rogg geb. Fehrenbach (1869-1952) an.

Standort des Fotografen: 47.884693, 8.346183

Radfahrerverein mit Pokal, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auch dieses Foto wirft viele Fragen auf, die vielleicht im Laufe der Zeit beantwortet werden können. Im Augenblick ist nicht einmal sicher, ob das Foto wirklich in Löffingen aufgenommen wird bzw. ob es Einwohner des Städtchens zeigt.

Zu sehen sind 16 Personen: Zehn Männer und sechs Frauen. Sie alle tragen Uniform. Weiße Hemden bzw. Blusen, dunkle Schirmmützen, dunkle Röcke bzw. kurze Hosen mit Gamaschen. Die Männer haben sich dunkle Krawatten umgebunden, die Frauen helle.

Die meisten Personen tragen an ihrer Brust einen runden Anstecker. Ein Mann (1. Reihe, 3.v.l.) ist über und über mit Orden dekoriert. In der Mitte der ersten Reihe hält ein anderer Mann einen Pokal. Offensichtlich handelt es sich um eine Vereinsmannschaft. Vielleicht sind es Mitglieder des Radfahrervereins? Auf einem Foto vom Sängerfest 1929 sind Radfahrer zu sehen, die sich in den Festumzug einreihen: Auch sie tragen weiße Hemden, kurze Hosen mit Gamaschen und dunkle Schirmmützen.

Vielleicht erkennt jemand die Frauen und Männer auf dem Gruppenfoto?
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Alfons Fuß (?-1945), 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 Rosalie Egle (verh. Konhäuser, 1917-2014) 
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 August Vogelbacher (?-1942 vermisst), 2 ???, 3 ???, 4 Karl Heizmann (1911-1947), 5 ???, 6 ???, 7 ???

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Vorstand der Jungfrauenkongregation, ca. 1932

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Luzia Bader und Christa Egle zur Verfügung.

Vor dem Haus Bader (Obere Hauptstr. 17) stehen sieben Frauen hintereinander, die linke Hand auf die Schulter der jeweiligen Vorderfrau gelegt. Sie gehören der katholischen Jungfrauenkongregation und sind auch sonst Freundinnen. Fünf von ihnen bilden auch an Fasnacht eine eingeschworene Gruppe, nämlich die »Schwere Batterie«.

V.l.n.r.: 1 Maria Straub (verh. Willmann, 1911-2001), 2 Sophie Bader (verh. Gremper, 1905-1984), 3 Maria Benitz, 4 Agnes Bader (verh. Vetter, 1907-1998), 5 Klara Egle (spätere Sr. Confirmata, 1910-1991), 6 Elisabeth Bader (verh. Obert, 1909-1997), 7 Hedwig Butsch (verh. Fieger, 1912-1989)

Aus dem Fenster im Hintergrund schaut der jüngere Bruder der Bader-Schwestern, Konrad Bader (1915-1946), heraus. Er heiratet 1939 die Schwester von Maria Straub.

Standort des Fotografen: 47.884919, 8.349097

Nikolausfeier im Gasthaus, ca. 1934

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Es ist Sankt Nikolaus. In einem Gasthaus hat sich eine große Schar Mädchen und junger Frauen zur Nikolausfeier versammelt. Sie gehören vermutlich der Jungfrauenkongregation an. Die einzigen Männer im der Wirtsstube sind der heilige Nikolaus, dessen Mitra (Bischofsmütze) aus der Menge herausragt, der Pfarrer bzw. der Vikar, der ganz links sitzt, und Oberlehrer Eugen Steidlinger (1873-1939), der ganz rechts Platz genommen hat.

Die beiden Tische sind eingedeckt und mit Tannenreisig geschmückt. Eine Girlande aus Tannenzweigen ist auch unter der Decke gespannt. Dort hängt auch ein Adventskranz. Durch die hohe Belichtungszeit sieht es so aus, als ob nicht nur die Kerzen, sondern der gesamte Kranz in Flammen steht.

Wer weiß, in welchem Gasthaus das Foto aufgenommen wird?
Wer erkennt die Mädchen und Frauen?
Zu sehen sind u.a. Johanna Fehrenbach (verh. Bernauer), Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), Josefa Gebert (1920-2010), Anna Köpfler (verh. Zepf, 1920-2010), Luise Straub (verh. Bader, 1914-2019) und Maria Strobel (verh. Hofmann)

Standort des Fotografen: ???

Brautpaar Fritz Strobel und Anna Benz, ca. 1938

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Der Schreiner Fritz Strobel (1906-1997) und Anna Benz (1906-1986) heiraten. Die beiden sind gleich alt und haben schon gemeinsam die Schulbank in der Volksschule gedrückt. Ob es schon damals zwischen den beiden gefunkt hat, ist nicht bekannt.

Das frisch vermählte Paar steht neben dem Gasthaus »Linde«, wo die Festhallenstraße beginnt. Die Strobels bekommen eine Tochter, die 1939 geboren wird.

Standort des Fotografen: 47.884319, 8.346894