Arbeiter im Sägewerk Benz, ca. 1929-1935

Fotograf: Foto Jung, Neustadt
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

In den Holzindustriewerken Josef Benz AG sind kurz vor dem Großbrand 1928 rund 350 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Zwei von ihnen sind auf diesem Foto im Vordergrund zu sehen. Die beiden Männer stehen in einem der Maschinenhäuser. Im Hintergrund sind weitere Arbeiter zu sehen.

Vorne stehen August Vogelbacher (?-1942 vermisst), der von der »Bleiche« stammt, und Albert Veith (1895-1960), der in Kappelwindeck geboren wurde.

Im Hintergrund steht rechts Wilhelm Maier (1896-?), der Sohn des Zieglers Joseph Anton Maier und dessen Ehefrau Franziska Maier (geb. Zimmermann). Er wuchs in der »Ziegelhütte« auf.

Im Adressbuch von 1937 steht, dass beide »Säger« von Beruf sind und im Haus Nr. »112« wohnen, also im »neuen Benzbau« (Ringstr. 8), das als Wohnhaus für Arbeiter des Sägewerks und ihre Familien erbaut wurde.

Vermutlich entsteht das Foto nach dem Wiederaufbau des 1928 gleich zweimal abgebrannten Sägewerks, um die neuen technischen Anlagen fotografisch zu dokumentieren.

Standort des Fotografen: 47.883428, 8.339509

Ansichtskarte vom Gasthaus »Ochsen«, ca. 1930

Verlag: Lübecker Foto-Versand B. Uebelhack, Lübeck
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Matthias von Dungen zur Verfügung.

1927 wurde das Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) umgebaut. Der Ökonomiebereich verschwand. An seine Stelle trat der »Saalbau« und eine »Autogarage«. Das Gasthaus gehört zu diesem Zeitpunkt dem Gastwirt Alfred Köpfler (1880-1939) und dessen Ehefrau Anna Köpfler (geb. Gromann, 1897-1991). Sie hatten 1920 geheiratet und dann das Gasthaus von ihren Eltern übernommen.

Nach dem Abschluss des Umbaus wird eine Werbepostkarte gedruckt, auf der zwei Ansichten zu sehen sind: Zum einen eine Außenansicht vom Gasthaus »Ochsen«, zum anderen eine Gesamtansicht des Städtchens, die vom Reichberg aus aufgenommen wird. Am rechten Bildrand ist die Festhalle und Schule an der »Hasle« zu sehen, die sich noch im Rohbau befinden. Für den »Ochsen« wird mit folgender Kurzbeschreibung geworben: »Guter Mittagstisch, schöne Fremdenzimmer, Autogarage«.

Stadtmusik vor dem Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, ca. 1935/36

Archiv der Stadtmusik Löffingen

Die Stadtmusik ist vor dem katholischen Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) aufmarschiert. Die Mitglieder tragen schwarze Anzüge und Zylinder. Rupert Hepting (1905-1990), der seit 1933 als Dirigent amtiert, und Leo Münzer (1871-1952), der den Schellenbaum trägt, führen die Musiker an. Ein paar Kinder stehen am Wegrand. Neben den Treppenstufen, die zum Pfarrhaus hinaufführen, steht ein geschmücktes Tännchen. Offenbar wird ein Fest der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael begangen, sei es eine Investitur oder die Primiz eines Neupriesters.

Gut möglich, dass Robert Winkel (1897-1972) als neuer Pfarrerverweser begrüßt oder als Stadtpfarrer investiert wird. Nach der gewaltsamen Vertreibung von Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974) durch die Nationalsozialisten am 23. Juni 1934 war die Pfarrei zunächst verwaist, bis sie im Januar 1935 nachbesetzt wird. Am 17. Januar 1935 nimmt Robert Winkel seine Tätigkeit als Pfarrverweser auf. Winkel, 1897 in Gernsbach bei Rastatt geboren, wurde 1922 zum Priester geweiht. Am 26. April 1936 wird er schließlich vom Erzbischof als Stadtpfarrer eingesetzt.

Bei den Musikern der Stadtmusik sind zu sehen: Robert Rosenstiel, Franz Faller (1916-1986), August Limb, Heinrich (Heiner) Thoma, Franz Zepf, Konrad Sibold, Karl Heizmann, Josef Kienzler, Wilhelm Brugger und Franz Rappenegger.

Das Mädchen links mit dem karierten Kleid ist Irma Schmid (verh. Adrion, 1927-2019).

Standort des Fotografen: 47.882627, 8.343422

Waldbad mit Hakenkreuzfahnen, ca. 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Am 27. Juni 1935 (Peter und Paul) wird das Waldbad eröffnet. Ein Jahr zuvor war mit dem Bau der Anlage begonnen worden. Das Schwimmbecken ist 45 Meter lang, 25 Meter breit und bis zu 3 Metern tief. Es fasst beinahe 1,8 Millionen Liter Wasser, das filtriert und auf bis zu 20° Celsius erwärmt wird. In der Lokalzeitung wird das Bad in höchsten Tönen gepriesen: »Die herrliche Lage des Bades am dunklen Tannenwald, das klare aus einer Waldquelle fließende Wasser, die prächtigen Badekabinen und Anlagen werden dem ersten öffentlichen Bad unserer Gemeinde viel Besucher von hier und auswärts sichern.«

Das Bad dient der NSDAP-Ortsgruppe und dem nationalsozialistischen Bürgermeister Heinrich Andris auch als Beweis für die Aufbauleistung im »Dritten Reich«. Am Eingangsgebäude sind Hakenkreuzfahnen gehisst.

Standort des Fotografen: 47.899760, 8.332327

Ski-Ausflug im Schwarzwald, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Der Schwarzwaldhof im Hintergrund mit dem Walmdach zeigt es an: Die acht Skifahrer*innen (zwei sind Frauen!) sind nicht in Löffingen unterwegs, sondern irgendwo in der Umgebung, vielleicht sogar im Schwarzwald. Es liegt richtig viel Schnee. Für das Foto setzt sich einer der Wintersportler in den Schnee – lang wird er da nicht sitzen, denn so wasserabweisend ist seine Skikleidung nicht…

1.Reihe, sitzend: 1 ???
2.Reihe. stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Otto Schweizer (1906-1992)

Standort des Fotografen: ???

Personengruppe beim Feiern, ca. 1932

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Kein Zweifel! Die Stimmung auf dem Foto ist gut – sehr gut sogar! Einige Mitglieder des katholischen Kirchenchores sind zu einer privaten Feier zusammengekommen. Man albert so richtig rum, zum Spaß von Jung und Alt! Kuscheltiere kommen mit auf das Bild. Feuerwehrhelme und ein Horn dienen als Requisite.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anna Ganter (geb. Hepting), 2 Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), 3 Lore Ganter (verh. Echtle, 1926-2014), 4 Elisabeth Bader (verh. Obert, 1909-1997), 5 Metzgermeister Fritz Seilnacht (1901-1987)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Sophie Bader (verh. Gremper, 1905-1984), 2 Friseurmeister Julius Limb (1883-1968)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), 2 ???, 3 Kaufmann Albert Benitz (1905-1996), 4 Agnes Bader (verh. Vetter, 1907-1998)

Die Feier findet vermutlich im Haus Ganter (Maienlandstr. 8) statt. Darauf deutet hin, dass die beiden Ganter-Töchter als einzige Kinder bei den Erwachsenen dabeisein und mitfeiern dürfen.

Standort des Fotografen: 47.885154, 8.342793

2 Fotos: Unterer Rathausplatz und Untere Hauptstraße, ca. 1932-1935

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Von einem Fenster des Mailänder Tores aus entstehen diese beiden Fotografien, die kurz hintereinander aufgenommen werden. Sie zeigen den kompletten Straßenzug vom Rathaus bis hinunter zum Gasthaus »Sonne«. Die Wolken im oberen Foto sind hineinretuschiert. Das untere Foto zeigt den Himmel ohne Retusche. Außerdem unterscheidet sich der Ausschnitt der beiden Bilder. Auf beiden sind Menschen zu sehen, aber mal stehen sie vor dem Haus Schilling, mal vor dem Haus Geiger.

Hinter dem Kriegerdenkmal mit seinem schmiedeeisernen Gitter steht das Haus des Landwirt August Sibold (Rathausplatz 8). Daran angebaut sind die Gebäude des Schuhmachermeisters Demeter Schilling (Rathausplatz 7) und des Kaufmanns Paul Guth (Rathausplatz 6). Neben einer »Gottlieb«-Filiale betreibt er eine kleine Tankstelle. Die Zapfsäule steht in dem Vorgärtchen neben der Fichte.

In der Aufnahme folgen im Bereich der Unteren Hauptstraße das »Warengeschäft Franz X. Geiger« (Untere Hauptstr. 1),  die »Metzgerei & Wursterei Friedrich Seilnacht« (Untere Hauptstr. 3), das Geschäft von Uhrmachermeister Wilhelm Maier (Untere Hauptstr. 5) und das Kaufhaus von Alfred Zimmermann (Untere Hauptstr. 7). Den Abschluss bildet das Gasthaus »Sonne«, das bis 1932 »Lamm« hieß. Hier hängt bereits das schmiedeiserne Wirtshausschild, das von der »alten Sonne« am Rathausplatz hierher umgehängt wurde.

Auf dem oberen Bild ist am rechten Bildrand auch der alte Demetriusbrunnen zu erkennen, der 1945 beim Bombenangriff zerstört wird.

Standort des Fotografen: 47.883971, 8.343686

Schlittenfahren in der Bittengasse, ca. 1936

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

In der Bittengasse, hinter dem Gasthaus »Ganterbräu« (Obere Hauptstr. 4), lässt sich’s gut Rodeln! Die Straße führt bergab und Durchgangsverkehr gibt es keinen. Also nichts wie auf den Schlitten und rein ins Vergnügen!

V.l.n.r.: 1. Franziska Fritsche (verh. Heiler, 1925-2021), 2. Fritz Fritsche, 3. Maria Ganter (verh. Fehrenbach, 1920-1998), 4. Marlies Fritsche (verh. Kaiser, geb. 1932)

Standort des Fotografen: 47.884159, 8.345869

Rosalie Egle mit ihren Brüdern am Demetriusbrunnen, ca. 1934

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

Die Modistin Rosalie Egle (verh. Konhäuser, 1917-2014) sitzt vergnügt mit drei Jungs auf dem Brunnentrog des Demetriusbrunnens. Es sind ihre jüngeren Brüder Ferdinand Egle (1919-2010), Hans Egle (1926-1951) und Rudolf Egle (1927-1992).

Es ist Sommer, das Wasser plätschert und die vier lächeln in die Kamera. Die Egles wohnen direkt nebenan am unteren Rathausplatz. Im Hintergrund ist das Café und die Bäckerei von Ernst Ritter (Rathausplatz 5) zu sehen. Das Haus wurde nach dem Großbrand 1921 erbaut. Der Eingang wird von zwei Bäumchen eingerahmt, an der Seitenwand zum Rathaus wächst eine Kletterpflanze, die mittlerweile bis unter das Dach reicht.

Vor dem Rathaus ist das Kriegerdenkmal zur Erinnerung des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 zu sehen. Es ist noch durch ein schmiedeeisernes Gitter eingefasst, das im Zweiten Weltkrieg für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen wird. Davor ist ein zweites Denkmal zu erkennen: Ein pyramidenförmiges Gebilde, auf dessen Spitze das Abzeichen der NS-Volkswohlfahrt prangt. Der Demetriusbrunnen, 1912 eingeweiht, wird 1945 durch einen Bombentreffer zerstört.

Standort des Fotografen: 47.883751, 8.343710

Frauengruppe bei einem Ausflug, ca. 1938

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

13 junge Frauen unternehmen gemeinsam einen Ausflug ins Grüne. Begleitet werden sie von einer schon etwas älteren Dame. Ist es vielleicht ihre Lehrerin in der Nähschule? Die Frauen tragen leichte Sommerkleider, viele einen Hut oder ein Kopftuch.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1. Else Fehrenbach (verh. Bader, 1915-?), 2. [Luise Straub (verh. Bader)?], 3. ???, 4. ???, 5. ???, 6. ???
2.Reihe, stehend und sitzend, v.l.n.r.: 1. Anna Kuster (verh. Schelling, 1919-2010), 2. Margaretha Kaltenbrunner (verh. Schneider, 1921-2017), 3. Alma Egle, 4. ???, 5. ???, 6. ???, 7. Maria Ganter (verh. Fehrenbach, 1920-1998), 8. ???

Standort des Fotografen: ???

Fußballmannschaft im Tor, ca. 1934

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Weiße Hemden, rote kurze Hosen und lange Socken: Keine Frage, hier ist eine Mannschaft des FC Löffingen angetreten! Zehn Mann und ein Torwart, der den Lederball hält, posieren auf dem 1932 erweiterten Sportplatz im Tor. Neben ihnen steht im Anzug ihr Trainer (?). Vielleicht ist es Lehrer Robert Leppert?

1.Reihe, v.l.n.r.: 1. Friedrich Trenkle, 2. Torwart ???, 3. Ferdinand Trenkle
2.Reihe, v.l.n.r.: 1. [Robert Leppert?] (im Anzug), 2. ???, 3. ???, 4. ???, 5. Alfred Egle (1920-2001), 6. ???, 7. ???, 8. Albert Fehrenbach (1919-2008), 9. ???

Außerhalb des Fußballfeldes stehen hinter der Absperrung ein paar neugierige Zaungäste.

Standort des Fotografen: 47.882813, 8.351319

Fahrzeuge der Feuerwehr auf dem Rathausplatz, ca. 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Stolz präsentiert die Feuerwehr ihre Löschfahrzeuge und -geräte auf dem oberen Rathausplatz. Direkt neben dem Rathausbrunnen parkt die 1927 angeschaffte Automobilfeuerspritze. Sie ist mit Tannenreisig geschmückt. »Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr«: Der Leitspruch der Feuerwehr ist auf ein Schild geschrieben, das auf der Automobilfeuerspritze angebracht ist. Auf ihrer Kühlerhaube ist außerdem ein kleiner Hakenkreuzwimpel zu sehen.

Ein paar Feuerwehrmänner stehen neben dem Löschfahrzeug. Neugierige Passanten, darunter drei Frauen mit Kinderwagen und eine Schar Kinder, sind stehen geblieben und beobachten das Schauspiel, das hier vor sich geht: eine Feuerwehrübung – mit teils historischen Löschgeräten.

Im Hintergrund ist das frühere Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9-10) zu sehen, in dessen linke Gebäudehälfte sich die Stadtmühle befindet. Daneben steht das Gasthaus »Löwe« (Rathausplatz 11), an dessen Fassade »Fremdenzimmer« geschrieben ist. Noch befindet sich kein kleines Vorgärtchen vor dem »Löwen«.

Standort des Fotografen: 47.884074, 8.344574