Haus »Schönblick«, ca. 1930

Stadtarchiv

Am Rande der »Hasle«, hoch über dem Städtchen, steht das Haus »Schönblick« (Stadionstr. 6). Der Blick von hier oben kann sich tatsächlich sehen lassen und wird seinem Namen gerecht! Das Café und die Pension werden seit 1929 von Ernst Wurster und seiner Frau betrieben.

Der aus Böblingen gebürtige Wurster ist eigentlich Schlossermeister von Beruf. 1925 zog er von Spielberg nach Löffingen zu. Zunächst wohnte er in einer Werkswohnung der Firma Benz. 1929 baute er das Haus, ein Jahr später folgte der Anbau, der auf dem Foto zu sehen ist.

Später übernimmt die Tochter, »Wurster Liesel« genannt, das Café und die Pension. 1976 kaufen das Anwesen die »Linden«-Wirte Rolf Meßmer und Ingrid Meßmer geb. Beck.

Standort des Fotografen: 47.883272, 8.349651

Luftbild auf das Städtchen, ca. 1933/34

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.

Das Luftbild zeigt »Löffingen im badischen Schwarzwald« Anfang der 1930er Jahre. Das Städtchen ist längst über seinen historischen Altstadtring hinausgewachsen. Die Häuser im Maienland und auf dem Alenberg, in der Vorstadt, im »Schlempental« und in der Seppenhofer Straße übersteigen zahlenmäßig die Häuser der Altstadt. Neu war zu diesem Zeitpunkt das Gebäude der Turn- und Festhalle sowie der Schule, das am rechten Bildrand zu sehen ist. Mit dem Bau war bereits 1923 begonnen worden, fertiggestellt und eingeweiht wird das Gebäude an der »Hasle« aber erst 1936.

Dass das Städtchen im Begriff ist, sich auch jenseits der Bahnlinie weiter auszudehnen, zeigt sich an der Bebauung in der Bonndorfer Straße. Die beiden Villen rechts entstanden bereits Anfang der 1920er Jahre. Das Haus von Postschaffner Karl Kuster (Bonndorfer Str. 3) ist gerade neu gebaut. Wenige Jahre später werden weitere Häuser folgen: 1935 baut Bauunternehmer Heinrich Wider an der Einmündung zur Göschweiler Straße sein Wohnhaus (Göschweiler Str. 1). Ein Jahr später errichtet die Gemeinnützige Baugenossenschaft ein Beamtenwohnhaus (Bonndorfer Str. 6), in das Bürgermeister Heinrich Andris mit seiner Familie und Lehrer Lipps einziehen.

Personengruppe in der »Hasle«, ca. 1930-1933

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Vermutlich in der »Hasle« wird dieses Gruppenfoto aufgenommen. Auf einer hölzernen Sitzbank hat sich das Ehepaar Rappenegger niedergelassen. Dahinter stehen vier Männer, jeder in einen Anzug gekleidet und – der Mode der Zeit entsprechend – mit einem Hut auf dem Kopf.

Warum lässt sich die Gruppe zusammen fotografieren?

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Luise Rappengger geb. Heizmann (1902-?) und Forstwart Johann Rappenegger (1901-1933)  
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Franz Bader, ???, August Zepf, [Leonhard Vergut? (1902-?)]

Standort des Fotografen: ???

Kinder im Schnee, ca. 1932

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Es liegt richtig viel Schnee, wie auf der zugeschneiten Holzbiege am rechten Bildrand und an den weißen Fensterbrettern im Hintergrund zu erkennen ist. Die Kinder haben zusätzlich ganze Arbeit geleistet und einen riesigen Schneeberg aufgehäuft. Stolz stehen sie auf dem Gipfel. Die beiden Kinder ganz vorne sitzen auf einem Schlitten. Offenbar eignet sich der Schneeberg hervorragend als Rodelpiste.

Weiß jemand, wer die Kinder sind? Das Kind ganz vorne auf dem Schlitten ist vermutlich Ursula Fürst (verh. Nobs, geb. 1930). Dahinter steht eventuell Agathe Köpfler (verh. Jordan, 1922-1982). 
Und hat jemand eine Idee, vor welchem Haus in welcher Straße das Foto aufgenommen wurde?

Standort des Fotografen: ???

Kinder vor dem Haus Rosenstiel in der Oberen Hauptstraße, ca. 1934

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Vor dem Haus Rosenstiel (Obere Hauptstr. 45) hat es sich eine Schar Kinder auf der Treppe gemütlich gemacht. Franz Rosenstiel (1927-2006), der Sohn der Hausbesitzer, sitzt eingerahmt von seinen gleichaltrigen Spielkameradinnen Friedel Schmutz (verh. Ortlieb, geb. 1928) und Rosa Nägele. Der ältere Junge ist Albert Henzler (1923-1943), der am 6. September 1943 im Alter von 20 Jahren im Lazarett in Smolensk stirbt.

Die Erwachsenen im Hintergrund sind Franz Rosenstiels Großeltern Robert Winterhalder (1871-1940) und Sofie geb. Widmann (1870-1945). Das Haus Rosenstiel brannte wenige Jahre zuvor, nämlich am Ostersamstag 1930, bis auf die Grundmauern nieder und wurde dann neu erbaut.

Standort des Fotografen: 47.885255, 8.352737

Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Der Narrenumzug bewegt sich durch das Städtchen. Eine Schar uniformierter »Polizisten« oder »Soldaten« marschiert über den oberen Rathausplatz, vorbei an den Schaulustigen, die rechts und links der Umzugsstrecke stehen und allesamt nicht kostümiert sind.

Im Hintergrund sind der »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) und das Haus Vogt (Rathausplatz 13) zu sehen. Letzteres ist frisch renoviert. Der Blick fällt auch in die Obere Hauptstraße bis zum »Scharfen Eck«.

Das Foto wird in den frühen 1930er Jahren aufgenommen. Da 1931 und 1932 keine Fasnacht veranstaltet wird, scheint Fasnacht 1930 plausibel. Auch das Motto passt: »Generalmusterung und Besuch Seiner Majestät des Kaisers«.

Standort des Fotografen: 47.884129, 8.345066

Narren vor der Schule, Fasnacht ca. 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Diese elf unifomierten Fasnachtsnarren haben sich vor dem Eingang der 1936 fertiggestellten Volksschule (Festhallenstr. 7) für ein Gruppenfoto aufgestellt. Sie sind mit Kniestrümpfen, kurzen Hosen und Hemden bekleidet und tragen Tschakos als Kopfbedeckung. Die Gewehre sind geschultert. Einer von ihnen trägt statt der Waffe eine Fahne. Am rechten Bildrand hat sich eine Hexe mit Kopftuch auf das Foto gemogelt.

Vielleicht sind die elf Narren Mitglieder des FC Löffingen?

Vermutlich entsteht das Foto anlässlich der Fasnacht 1937, als das Motto lautet: »Schützengildenfest im 15. Jahrhundert«. Mit viel Phantasie können die elf Uniformierten Mitglieder einer Schützengilde im Spätmittelalter bzw. in der Frühen Neuzeit darstellen.

Standort des Fotografen: 47.882345, 8.347756

2 Fotos: Lustige Runde bei einer Geburtstagsfeier, ca. 1937

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Offensichtlich hat sich diese lustige Runde zu einer Geburtstagsfeier zusammengefunden. Der Herr vorne, im schwarzen Anzug und mit Zylinder, scheint der Jubilar zu sein. Denn vor ihm ragt die Zahl »67« ins Bild, die vermutlich als Dekoration beim Tischschmuck dient. Die versammelten Gäste machen sich einen Spaß und tragen alle Hüte. Für die beiden Fotos wechseln sich Julius Limb und Fritz Seilnacht als Fotografen ab, sodass mal der eine, mal der andere mit auf dem Foto zu sehen ist.

Aber wer ist das Geburtstagskind, das hier sein 67. Wiegenfest feiert? Ist es vielleicht Ernst Limb (1872-?), der älteste Bruder von Julius Limb? Dann wäre das Bild allerdings von 1939 und nicht von 1937. Und in welcher Wohnung steigt die Party? Und wie heißen die versammelten Gäste?

Oberes Foto:
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Hedwig Limb (verh. Vogt, 1919-2010), [Ernst Limb, 1872-?)], ???, Gertrud Limb
2.Reihe, v.l.n.r.: Friseurmeister Julius Limb (1883-1968), Maria Limb geb. Nägele, Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), Anna Ganter geb. Hepting (1899-?), Kaufmann Albert Benitz (1905-1996)

Auf dem unteren Foto steht ganz rechts Metzgermeister Fritz Seilnacht (1901-1987).

Albert Benitz, Hermann Ganter, Julius Limb und Fritz Seilnacht sind die vier Sänger des »Baaremer Quartett«. Vielleicht haben sie die Feier musikalisch umrahmt?

Standort des Fotografen: ?

Trachtengruppe im Garten von Familie Ganter, ca. 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Die Mitglieder der neu gegründeten Trachtengruppe posieren an verschiedenen Orten im Städtchen für Gruppenfotos. Für dieses Bild wählen sie den Garten von Familie Ganter als Kulisse. Sie stehen auf dem Gartenweg, die Blumen- und Gemüsebeete sind von Buchshecken eingefasst. Im Hintergrund ist ein hölzernes Gartentürchen zu erkennen, das zur Rötengasse führt.

V.l.n.r.: Maria Faller (verh. Selb, 1919-1967), Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), Helene Häusler (verh. Krauß, 1912-2006), Landwirt Johann Laufer (1888-1951), Alma Egle

Das Bild ist Teil einer Fotoserie. Weitere Fotos werden u.a. in der Stube von Familie Ganter am Kachelofen aufgenommen.

Standort des Fotografen: 47.885198, 8.342985

NS-Aufmarsch in der Unteren Hauptstraße, ca. 1937

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Zwischen all den Hakenkreuzfahnen und der schwarz-weiß-roten Reichskriegsflagge, die in der Unteren Hauptstraße im Wind flattern, sticht ein Transparent ins Auge, das über die Straße gespannt ist. Es handelt sich dabei nicht um NS-Propaganda mit einer politischen Losung, sondern um ein Werbebanner der Tankstelle von Julius Limb: »Essolub« ist in großen Buchstaben darauf zu lesen und wirbt für ein bekannte Motoröl.

Derweil marschiert eine Kolonne des »Bund deutscher Mädel« (BdM) durch die Straße und passiert gerade das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Am »Adler« sind noch keine Fensterläden zu sehen, sie werden erst in der Nachkriegszeit angebracht. Im Hintergrund marschiert eine Musikkapelle heran. Am linken Bildrand ist ein Gendarmeriebeamter zu sehen.

An welchem nationalsozialistischen Feiertag das Foto aufgenommen wird, ist unbekannt. Die Passanten, die am Straßenrand stehen, tragen warme Mäntel und Mützen. Die Straße ist nass vom Regen. Denkbar wäre daher der »Heldengedenktag«, der im Februar/März begangen wurde, oder der »Gedenktag für die Bewegung«, an dem alljährlich am 9. November des gescheiterten Hitler-Putsches von 1923 gedacht wurde.

Standort des Fotografen: 47.883726, 8.343856

Trachtengruppe vor dem Gasthaus »Gebert«, ca. 1935

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

»Schwarzwaldtrachten« lautet der Titel dieser Ansichtskarte, die in den 1930er Jahren entsteht und postalisch Verbreitung findet. Zu sehen sind fünf Angehörige der Trachtengruppe, die sich zu einem Gruppenfoto vor dem Gasthaus »Gebert« (Obere Hauptstr. 9) versammelt haben. Das Foto ist gestellt und Teil einer Serie: Weitere Bilder werden am Demetriusbrunnen im Städtchen und im Maienland aufgenommen.

V.l.n.r.: Helene Häusler (verh. Krauß, 1912-2006), Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), Maria Faller (verh. Selb, 1919-1967), Landwirt Johann Laufer (1888-1951), Alma Egle

Betrieben wird das Gasthaus von dem Gast- und Landwirt Karl Gebert (1888-1961) und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Benz (1897-1958). Hinter den Mitgliedern der Trachtengruppe ist an der Hauswand ein Schild angebracht, auf dem zu lesen ist, dass das Gasthaus Gebert als »Verkehrs-Lokal der N.S.D.A.P.«, also als Parteilokal dient. Bereits am Ende der Weimarer Republik hatten NSDAP-Veranstaltungen meist im »Gebert« stattgefunden.

Über dem Schild hängt ein weiteres Schild, diesmal eine Werbung der »Fürstenberg«-Brauerei. Sie verrät, dass im »Gebert« dieses Bier ausgeschenkt wird.

Standort des Fotografen: 47.884405, 8.346893

»Baaremer Quartett« vor dem Schuleingang, ca. 1936

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Endlich ist die Volksschule an der »Hasle« fertiggestellt, die Wand verputzt und frisch gestrichen. Die Mitglieder des »Baaremer Quartett« stellen sich vor dem Schuleingang für ein Gruppenfoto auf. Reizvoll als Hintergrund scheint ihnen wohl der Rundbogen zu sein, der das Foto mit den vier Männern einrahmt. Sie treten in den 1930er Jahren als Sänger-Quartett auf und sind weit über die Grenzen Löffingens hinaus bekannt. 1939 löst sich das Quartett auf.

V.l.n.r.: 1 Albert Benitz (1905-1996), 2 Hermann Ganter (1895-1957), 3 Julius Limb (1883-1968), 4 Fritz Seilnacht (1901-1987)

Standort des Fotografen: 47.882382, 8.347722