Blick vom »Kleinen Brühl« auf das Städtchen, ca. 1935

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer

Am 30. März 1937 wird diese Ansichtskarte von Löffingen in das thüringische Meiningen versandt. »Aus dem noch sehr winterlichen Schwarzwald sende ich Dir die herzlichsten Grüße.« Mit diesen Worten beginnt die Postmitteilung.

Die Ansicht zeigt einen Blick auf das Städtchen, der vom Gewann »Im kleinen Brühl« aufgenommen ist. Auch auf dem Foto ist alles winterlich verschneit. Am linken Bildrand ist die katholische Pfarrkirche St. Michael zu sehen. Das Dach des Langhauses ist weiß, nur die Kirchturmspitze ist von der weißen Pracht befreit.

Bei den Häusern im Vordergrund handelt es sich um das 1934/35 erbaute Wohnhaus von Schreiner Josef Guth (Gartenstr. 21) und die beiden Villen der Firma Benz (Bonndorfer Str. 7-8). Rechts dahinter ist das landwirtschaftliche Anwesen von Karl Schreiber (Seppenhofer Str. 19) zu sehen: Er entschied sich nach dem Großbrand 1921 gegen einen Neubau am Brandplatz in der Demetriusstraße und baute stattdessen neu in der Seppenhofer Straße.

Standort des Fotografen: 47.879455, 8.345468

Büroangestellte der Firma Benz vor der »Villa Benz«, ca. 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Vor der »Villa Benz« (Bonndorfer Str. 7) haben sich Büroangestellte der Holzindustriewerke Josef Benz AG für ein Gruppenfoto versammelt. Man steht im Vorgarten, der von einem weiß gestrichenen Holzzaun eingefasst ist. Davor verläuft die Bonndorfer Straße und die Bahnlinie.

Am rechten Bildrand sind die katholische Pfarrkirche und die Häuser im heutigen Pfarrweg zu sehen.

Wer erkennt die Männer und Frauen auf dem Foto?
V.l.n.r.: [Prokurist Dr. Oskar Langenbacher?], Klara Egle (spätere Sr. Confirmata, 1910-1991), ???, Anna Benz (verh. Strobel, 1906-1986), Hedwig Butsch (verh. Fieger, 1912-1989)

Standort des Fotografen: 47.880402, 8.345138

Umzugswagen »Hamburg« auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Zu welchem Anlass das Schiff »Hamburg« hier über den unteren Rathausplatz fährt, ist unbekannt. Sicher ist nur, dass gerade ein Festumzug stattfindet – und kein Fasnachtsumzug wie 1929, als die »Hamburg« schon einmal durch das Städtchen kreuzte. Fest steht auch, dass das Foto in der NS-Zeit aufgenommen wird, wie an den Hakenkreuzfahnen zu erkennen ist, die an den geschmückten Häusern wehen. Die Matrosen und Belegschaft an Bord gehören dem Turnerbund an.

Im Vordergrund rechts ist eine Schar Kinder zu sehen, mehrere tragen die Uniformen der Hitlerjugend und des Bund deutscher Mädel. Da manche Kinder mit wärmeren Jacken gekleidet sind und das Bäumchen vor dem Café Ritter (Rathausplatz 5) noch kahl ist, scheint es sich um das Frühjahr zu handeln. Denkbar wäre ein Festumzug am 1. Mai, dem zum Feiertag erhobenen »Tag der nationalen Arbeit«.

Auf dem Schiff stehen:
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Engelbert Müller, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Hilde Schultheiß (verh. Schulz), 6 Anna Nägele (verh. Vierlinger) oder Alma Egle, 7 Elise Schultheiß (verh. Würzburger), 8 Anna Beha, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 ???, 14 ???, 15 ???, 16 ???, 17 August Fehrenbach, 18 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.883831, 8.343929

Matrosen beim Jahn-Denkmal, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Schneidig sehen sie aus, die Matrosen in ihrer weißen Uniform, mit Matrosenkragen und Tellermütze. Und trotzdem sind sie nicht echt. Es ist die Riege des Turnerbundes, die hier neben dem 1928 eingeweihten Jahn-Denkmal in der »Hasle« posiert.

Auf dem Mützenband steht »Hamburg«: An Fasnacht 1929 verkleidete sich der Turnerbund erstmalig als Schiffsmannschaft des gleichnamigen Passagierschiffes der Hamburg-Amerika-Linie. Bei einem Festumzug Mitte der 1930er Jahre kreuzt die »Hamburg« dann erneut durch das Städtchen.

1.Reihe, v.l.nr.: 1 ???, 2 August Fehrenbach, 3 ???, 4 Leopold Strobel, 5 Oberturnwart Anselm Zepf, 6 Fritz Strobel (1906-1997), 7 ???, 8 Wilhelm Fehrenbach (1908-1943)
2.Reihe, v.l.nr.: 1 Otto Schweizer (1906-1992), 2 Ernst Keller

Standort des Fotografen: 47.879861, 8.349954

Anna Benitz geb. Glunk, ca. 1933

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Ines und Martin Benitz zur Verfügung.

»Seiner lb. Mutter in Dankbarkeit gewidmet von ihrem Sohn Franz, Weihnachten 1933«. So lautet die Widmung auf der Rückseite der Porträtaufnahme. Zu sehen ist Anna Benitz geb. Glunk (1870-1959), die aus Bonndorf stammte und nach Löffingen eingeheiratet hatte. Verheiratet gewesen war sie mit dem Weinhändler Joseph Benitz (1859-1919). Aus der Ehe waren sieben Kinder hervorgegangen: Anna Benitz (1896-1922), Joseph Benitz (1897-1981), Paul Benitz (1899-1979), Friedrich Benitz (1902-1908), Albert Benitz (1905-1996), Franz Benitz (1908-1944) und Maria Benitz (1911-?).

Ihr Sohn Franz, der die Widmung schreibt, wird 1935 durch Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht. Seine Primiz feiert er in Löffingen. 1940 wird er zum Heer eingezogen und ist drei Jahre lang in den von Deutschland besetzten Gebieten der Sowjetunion. Während eines Heimaturlaubs erkrankt er schwer, u.a. an Fleckfieber und Lungenentzündung. Er kommt in das Lazarett nach Donaueschingen, wo er am 30. März 1944 im Alter von 36 Jahren stirbt.

Der Tod ihres Sohnes ist nicht der einzige Schicksalsschlag, den Anna Benitz erleidet. Bereits am 26. März 1919 war sie Witwe geworden. Sie führte das Geschäft, unterstützt von ihren Söhnen, weiter. Nur zwei Jahre später wurde die Familie besonders hart getroffen: Beim Großbrand am 28. Juli 1921 verlor sie gleich vier Häuser: das Wohnhaus in der Rötengasse, das Wohn- und Geschäftshaus in der Alenbergstraße sowie das Ökonomie- und Keltereigebäude. Anna Benitz konnte sich selbst im letzten Augenblick retten und rannte – an den Kleidern bereits brennend – aus dem Haus. Sie stirbt am 2. März 1959 im Alter von 88 Jahren an Altersschwäche.

Standort des Fotografen: ?

Umkleidekabine im Waldbad ?, ca. 1935

Fotograf: Kurt Scherzer, Freiburg
Stadtarchiv

Nach der Eröffnung des Waldbades wird nicht nur die Anlage mit dem Schwimmbecken und der Liegewiese fotografiert, sondern auch die Umkleidekabine. Im Vordergrund hängen metallene Kleiderbügel mit Netztaschen. Im Hintergrund sind die Kabinen mit hölzernen Trennwänden zu sehen.

Ob dieses Foto tatsächlich in Löffingen aufgenommen wird, ist unklar.

Standort des Fotografen: 47.899578, 8.332848

Blick von der Rötengasse in Richtung Alenberg, ca. 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Dass die Rötengasse zu recht als »Gasse« bezeichnet wird, zeigt dieses Foto. Vom Alenberg herunter führt sie – noch nicht begradigt und verbreitert – hinunter zur Maienlandstraße. Dort stehen an der Einmündung rechts das Haus des Schneidermeisters Hermann Ganter (Maienlandstr. 8) und links das Haus des praktischen Arztes Dr. med. Josef Fritz Merk (Maienlandstr. 10). Merk hatte es 1928 von der Witwe Barbara Schmitt geb. Schmid (1840-1928) geerbt.

Im Vordergrund springt ein kleiner Junge über die Straße: Martin Stöhr (geb. 1935) wohnt mit seiner Familie im Haus Rötengasse 4.

Standort des Fotografen: 47.885316, 8.341634

Aufmarsch des BDM in der Alemannenstraße, ca. 1936

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Heitzmann zur Verfügung.

Mit dem »Gesetz über die Hitlerjugend« vom 1. Dezember 1936 wird die bis dahin formell freiwillige Mitgliedschaft im Bund Deutscher Mädel (BDM), dem weiblichen Zweig der Hitlerjugend (HJ), verpflichtend. Vom NS-Regime wird der BDM für die deutschen (»arischen«) Mädchen zum dritten Erziehungsfaktor neben Schule und Elternhaus erklärt. Untergliedert ist er in den Jungmädelbund der 10- bis 13-Jährigen und den Bund Deutscher Mädel der 14- bis 17-Jährigen. 

Ähnlich wie bei den Jungen liegt ein Schwerpunkt der Aktivitäten im BDM in Ausflügen, Wanderungen und Märschen in freier Natur, die oft am Lagerfeuer mit Kochen und gemeinsamem Gesang ausklingen. Dabei kommt die ideologische Schulung nicht zu kurz.

Auf dem Foto marschieren die Mädchen durch die Alemannenstraße. Die Mehrzahl gehört dem Jungmädelbund an, erkennbar an der Bundestracht, bestehend aus der weißen Bluse, dem blauem Rock und dem schwarzem Halstuch. Da das Foto im Herbst oder Winter aufgenommen wird, tragen die meisten auch Jacken. Am rechten Bildrand ist Gertrud Brugger (verh. Heitzmann, 1921-2005) zu sehen, die ein mit Blumen geschmücktes Fähnchen trägt.

Standort des Fotografen: 47.885825, 8.344211

Hexentreiben im »Schlempental«, Fasnacht ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Auf den Feldern im »Schlempental« liegt Schnee. Eine Schar Hexen und andere Narren sind unterwegs und treiben ihr Unwesen. Aber nicht Hexenbesen haben sie dabei, sondern landwirtschaftliches Gerät wie Heugabeln und Rechen.

Wer weiß, was es mit diesem Hexentreiben auf sich hat?

Standort des Fotografen: 47.883807, 8.356806

Narrengruppe vor dem Gasthaus »Gebert« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht ca. 1938

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Conrad Bader und Josef Wölfle zur Verfügung.

Männer mit weißen Zipfelmützen und Frauen in Tracht stehen vor dem Gasthaus »Gebert« (Obere Hauptstr. 9). Die Frauen präsentieren dem Fotografen landwirtschaftliche Geräte. Die Männer halten Spielkarten in den Händen.

Die Unterarme der Frauen sind nicht bedeckt – und das, obwohl noch Winter ist. Schließlich sind auf dem Boden Schneereste deutlich zu erkennen: Es ist Fasnacht!

Wer erkennt die Männer und Frauen?
V.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, [Karl Götz?], ??? Bader, ???, ???, ??? Wöfle, ???

Standort des Fotografen: 47.884415, 8.346861

Narr mit Pferd, Fasnacht ca. 1934-1938

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Genoveva Kienast zur Verfügung.

Hoch zu Roß reitet ein kostümierter Narr. Er ist als Adliger verkleidet, trägt einen Pelzmantel und eine Krone. Man muss schon zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass es sich dabei um den Weinhändler Joseph Benitz (1897-1981) handelt.

Das Foto wird an der Kreuzung von Oberer Hauptstraße, Dittishauser Straße und Florianweg aufgenommen. Ein paar Zuschauer und ein Gendarm (wohl ein echter und kein verkleideter!) stehen herum. Links ist das Feuerwehrhaus und rechts das holzverschindelte Haus von Leo Ratzer (Dittishauser Str. 2) zu sehen. Im Hintergrund ist das 1920/21 erbaute Haus von Hafnermeister Josef Bader (Alemannenstr. 9) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884679, 8.348135

Waldarbeiter bei einer Arbeitspause, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Die Männer machen Mittagspause. Sie haben sich im Wald neben Baumstämmen niedergelassen, ein Rucksack liegt im Vordergrund. Man raucht ein Pfeifchen oder isst etwas Warmes aus dem Henkeltöpfchen. Es ist ein kurzer Moment, bevor die Arbeit weiter geht. Denn die sechs Männer sind Waldarbeiter. Es ist kalt, auf der Waldlichtung liegt Schnee. Doch beim Arbeiten wird einem warm.

Wer erkennt die Männer?
Stehend, v.l.n.r.: 1 Rupert Hepting, 2 ???, 3 ???
Sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Emil Schlenker (1907-1999), 3 ???

Standort des Fotografen: ???