Narrengruppe in der Maienlandstraße, Fasnacht 1975

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

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Es gibt Traditionen, bei denen zu wünschen ist, dass sie gepflegt und weitergegeben werden, und solche, bei denen es besser wäre, wenn mit ihnen bewußt gebrochen würde, damit sie aussterben. Das Beispiel auf diesem Foto zählt zur letzteren Kategorie. Natürlich ist an Fasnacht (fast) alles erlaubt und es geht nicht um »political correctness«. Und doch gibt es eine Grenze, an der etwas aufhört, lustig zu sein, und ins Rassistische kippt.

Diese Narrengruppe verkauft auf ihrem umgebautem Leiterwagen geräucherte Blutwurst. Und weil diese schwarz ist, haben sich die Narren als »Schwarze« kostümiert. Und die »frische« Blutwurst wird mit einem Begriff angepriesen, der auch 1975 bereits problematisch ist, da er das »N-Wort« benutzt. Darüber hinaus wird mit kannibalistischen Assoziationen gespielt. Wir wollen der Gruppe unterstellen, dass sie lustig sein will, auch wenn sie es in diesem Fall nicht ist.

Wir zögern bei solchen Fotos, sie auf unserer Website zu veröffentlichen, da wir die rassistischen Bilder eigentlich nicht weiter reproduzieren wollen. Es würde aber auch ein unvollständiges Bild der Fasnacht zeigen, würde man sie einfach weglassen. Vielmehr scheint es uns wichtig, dass – auch in Löffingen – über Rassismus an Fasnacht reflektiert wird.

Standort des Fotografen: 47.885253, 8.342649

Hilde Selb vor ihrem Haus in der Vorstadtstraße, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Lachend schaut Hilde Selb geb. Laufer (1887-1969) zum Fotografen hinüber. Sie trägt ihre Kittelschürze und hält eine Einkaufstasche in der Hand. Mit der rechten Hand scheint sie nach dem Haustürschlüssel zu fingern. Denn sie steht auf dem Treppchen, das zu ihrem Haus (Vorstadtstr. 8) hinaufführt. Vor ihr auf der Straße steht ein Kinderwagen, in dem ein Kleinkind zu sehen ist. Sie selbst ist kinderlos, aber sehr kinderlieb und kümmert sich gerne um ihre Großnichten und -neffen.

Hilde Selb, geboren am 1. November 1887 in Löffingen, ist die Ehefrau von Uhrmacher Fritz (Friedrich Wilhelm) Selb (1875-1956). Sie stirbt am 14. März 1969 im Krankenhaus Neustadt im Alter von 81 Jahren. Ihre letzte Ruhe findet sie auf dem Friedhof in Löffingen. Der Weg dorthin führt direkt an ihrem Haus und Garten vorbei.

Standort des Fotografen: 47.884700, 8.346254

3 Fotos: Hexengruppe mit großer Hexe beim Narrenumzug in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht ca. 1958

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Neuheit in der Löffinger Fasnacht ist der Hexenwagen mit der »großen Hexe«, der 1958 erstmals beim Narrenumzug mitgeführt wird. Noch wird der Wagen nicht von einem Traktor gezogen, sondern von einem eingespannten Stier. Die Hexen tragen ihr erstes einheitliches, mit Karos übersätes »Häs«. Es wird wenige Jahre später durch das von Schneider Hans Kaufmann gestaltetete »Häs« ersetzt.

Bei regnerischem Schmuddelwetter zieht die Hexengruppe durch die Obere Hauptstraße, gerade am Haus von Franz Heizmann (Obere Hauptstr. 15) und dem »Gebertsaal« vorüber. Auf der rechten Straßenseite ist im Hintergrund eine »BP«-Tankstelle (Obere Hauptstr. 16) zu erkennen. Sie wurde zunächst von Leopold Berger und mittlerweile in zweiter Generation von Familie Laufer betrieben.

Auf den Fotos ist u.a. Emil Schmid zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884401, 8.347137

Erzbischof Gröber vor dem Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, ca. 1935

Sammlung Familie Waßmer

Der hohe kirchliche Würdenträger, der gerade aus dem katholischen Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) kommt, ist der Freiburger Erzbischof Conrad Gröber (1872-1948). Am 20. Juni 1932 wurde er inthronisiert. Wenige Monate später übernahmen die Nationalsozialisten die Macht. Gröber ist bis heute für seine Haltung zum NS-Regime umstritten. Er begrüßte die Machtübernahme und trat 1934 sogar als förderndes Mitglied der SS bei, weshalb er im Volksmund auch »brauner Conrad« genannt wurde. Auch der Löffinger Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974), der am 23. Juni 1934 von den Nationalsozialisten gewaltsam aus der Pfarrei vertrieben wurde, zeigte sich enttäuscht über die mangelnde Unterstützung seines Bischofs.

Das Foto wird vermutlich bei der Investitur von Andris‘ Nachfolger Robert Winkel (1897-1972) aufgenommen, der am 17. Januar 1935 sein Amt in der Pfarrei St. Michael antritt und dort zehn Jahre lang wirken wird. Zu sehen ist Erzbischof Gröber in Chorkleidung, der unter dem Stoffbaldachin zum Gottesdienst schreitet. Getragen wird der Baldachin von den vier »Himmel«-Trägern [Gastwirt Ernst Meßmer?], Kaufmann Josef Benitz, Uhrmachermeister Wilhelm Maier und Alt-Bürgermeister Adolf Kuster.

Standort des Fotografen: 47.882614, 8.343357

Haus Vetter in der Haslachstraße, 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Im Neubaugebiet in der Haslachstraße haben Gendarmeriemeister Albert Vetter (1886-1962) und seine Ehefrau Agnes Vetter geb. Bader (1907-1998) ein kleines Einfamilienhaus (Haslachstr. 9) erbaut. Das Foto zeigt die Rückseite, die von der Talstraße aus aufgenommen wird.

Albert Vetter wurde am 4. November 1886 im elsässischen Hirtzbach geboren, das damals zum Deutschen Reich gehörte. Agnes Vetter stammt aus dem – nur wenige Meter entfernten – Haus Bader (Obere Hauptstr. 17). In dem Eigenheim in der Haslachstraße verbringt Albert Vetter seinen Ruhestand, bevor er am 8. August 1962 im Alter von 75 Jahren stirbt. Seine 21 Jahre jüngere Witwe überlebt ihn um 36 Jahre.

Standort des Fotografen: 47.884458, 8.349202

Maienlandstraße mit viel Schnee, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es hat geschneit. Die Maienlandstraße ist noch nicht geräumt. Die Fahrbahn ist zugeschneit und auch am Straßenrand ist für Fußgänger kein Durchkommen. Eine Schar Kinder ist deshalb auf die Straße ausgewichen und zieht, vom Mailänder Tor kommend, in Richtung Maienland.

Auf der linken Straßenseite sind das Haus Honold (Maienlandstr. 2) und das Haus Fritsche (Ringstr. 6) zu sehen. Beide wurden nach dem Großbrand 1921 neu gebaut. Auf der rechten Straßenseite stehen das Haus Guth (Weberweg 2) und das Haus Strobel (Maienlandstr. 3). Die beiden Häuser, die rechts an das Mailänder Tor angebaut sind, werden bei einem Brand 1969 zerstört.

Standort des Fotografen: 47.884828, 8.342971

Zwei Mädchen vor dem Alemannengrab, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

»Alemannengrab 6. Jahrhundert«, steht auf der kleinen Tafel geschrieben, die von den beiden Mädchen halb verdeckt wird. Die beiden sitzen auf dem Bruchsteinmäuerchen, das das Alemannengrab einfasst.

Die Gebeine, die hier Jahrhunderte lang bestattet waren, sind seit 1936 im Heimatmuseum ausgestellt. Zur Eröffnung des Museums war in der Zeitung zu lesen: »Zu unseren Füßen breitet sich ein Original Alemannengrab aus dem 4. Jahrhundert aus, dessen Steine vom Alenberg hierher gebracht und von Bauunternehmer Julius Wider fachmännisch zusammengefügt wurden. Das Grab enthält die Gebeine eines Alemannen, die verhältnismäßig noch gut erhalten sind.«

Wer weiß, wer die beiden Mädchen sind?

Standort des Fotografen: 47.885076, 8.346303

Haus Selb in der Vorstadtstraße, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

»Fritz Selb Taschenuhrmacher« steht an die Fassade des kleinen einstöckigen Wohnhauses in der Vorstadtstraße geschrieben. Es gehört dem Uhrmacher Fritz Selb (1875-1956). 1922 hatte er es von seinen Eltern, dem Bierbrauer Hermann Selb (1840-1892) und dessen Ehefrau Sofie Selb geb. Fischer (1847-1922), geerbt, die in der nahe gelegenen Oberen Hauptstraße eine Bierbrauerei betrieben. Das Häuschen verfügt über einen gewölbten Keller, in dem ursprünglich Bier gelagert wurde. Im Zweiten Weltkrieg dient dieser Keller auch als Luftschutzkeller.

Am linken Bildrand grenzt das Nachbarhaus von Landwirt Konrad Rogg (1872-1942) und dessen Ehefrau Berta Rogg geb. Fehrenbach (1869-1952) an.

Standort des Fotografen: 47.884693, 8.346183

Personengruppe vor dem Haus Selb in der Vorstadtstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Uhrmacher Fritz Selb (1875-1956) und seine Ehefrau Hilde Selb geb. Laufer (1887-1969) stehen vor ihrem Haus in der Vorstadtstraße. 1922 hatte es Selb von seinen Eltern geerbt. Es war ursprünglich ein einstöckiges Bierbrauereigebäude, aber nach der Jahrhundertwende in ein Wohnhaus umgebaut worden. »Taschenuhrmacher« steht an der Fassade in geschwungener Schrift.

Das Ehepaar Selb posiert mit zwei unbekannten Frauen und drei unbekannten Kindern. Hinter ihnen befindet sich ein Brunnen. In der Nische zwischen Haus und Mäuerchen lehnen Einsätze für den Leiterwagen. Am rechten Bildrand führt der Fußweg zum Friedhof.

Standort des Fotografen: 47.884693, 8.346183

2 Fotos: Vorstand der Jungfrauenkongregation, ca. 1932

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Luzia Bader und Christa Egle zur Verfügung.

Vor dem Haus Bader (Obere Hauptstr. 17) stehen sieben Frauen hintereinander, die linke Hand auf die Schulter der jeweiligen Vorderfrau gelegt. Sie gehören der katholischen Jungfrauenkongregation und sind auch sonst Freundinnen. Fünf von ihnen bilden auch an Fasnacht eine eingeschworene Gruppe, nämlich die »Schwere Batterie«.

V.l.n.r.: 1 Maria Straub (verh. Willmann, 1911-2001), 2 Sophie Bader (verh. Gremper, 1905-1984), 3 Maria Benitz, 4 Agnes Bader (verh. Vetter, 1907-1998), 5 Klara Egle (spätere Sr. Confirmata, 1910-1991), 6 Elisabeth Bader (verh. Obert, 1909-1997), 7 Hedwig Butsch (verh. Fieger, 1912-1989)

Aus dem Fenster im Hintergrund schaut der jüngere Bruder der Bader-Schwestern, Konrad Bader (1915-1946), heraus. Er heiratet 1939 die Schwester von Maria Straub.

Standort des Fotografen: 47.884919, 8.349097

Umzug der Sanitätskolonne vor dem »Gebertsaal«, 1. Mai 1933

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Manfred Lauble (DRK-Ortsverein Löffingen) zur Verfügung.

Das NS-Regime hat den 1. Mai zum »Tag der nationalen Arbeit« erklärt. Am neuen staatlichen Feiertag findet ein Festumzug durch das Städtchen statt, in den sich nicht nur die Parteiformationen, sondern auch die Vereine einreihen. Hier marschiert gerade die Sanitätskolonne durch die Obere Hauptstraße. Im Hintergrund ist der »Saalbau Gebert« (Obere Hauptstr. 11) zu sehen.

V.l.n.r.: ???, Franz Schweizer (1899-1971), ???, ???, ???

Standort des Fotografen: 47.884382, 8.347110

5 Fotos: Hexen beim Narrenumzug am »Scharfen Eck«, Fasnacht 1995

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Hexengruppe hat sich vom diesjährigen Fasnachtsmotto inspirieren lassen: »Talente, Erfinder, Tüftler und Patente«. Der traditionelle Hexenwagen mit der großen Hexe bleibt in der Scheune stehen. Stattdessen bewegen sich die Hexen auf Fahrzeugen aller Art fort, auf dem Fahrrad, dem Schlitten, dem Tretroller, dem Motorrad und einem steinzeitlich anmutenden Gefährt.

Der Fotograf hat am »Scharfen Eck« Position bezogen und fängt hier ein, wie die Hexen rasant um die Ecke biegen.

Standort des Fotografen: 47.884438, 8.345433