Tischtennisclub auf dem Schulhof, 1989

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

30 Jahre alt ist der Tischtennisclub, als dieses Gruppenfoto auf dem Schulhof der Realschule aufgenommen wird. Die Gründungsversammlung fand am 6. August 1959 im Gasthaus »Ochsen« statt. Hervorgegangen war der Verein aus einem losen Zusammenschluss von Tischtennisbegeisterten, die anfänglich in der Ausstellungshalle der Firma Prause zwanglos miteinander spielten. 30 Jahre später hat der Verein so viele aktive Mitglieder wie nie zuvor: 40 Aktive in drei Herrenmannschaften, eine Frauenmannschaft, eine Mädchenmannschaft sowie eine Schüler- und eine Schülerinnenmannschaft.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Kerstin Beck, 2 Luise Vögt, 3 Tanja Gugler, 4 Martina Zähringer (verh. Kess), 5 Michaela Knittel, 6 Erwin Kirner
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Erich Beha, 2 Georg Beha, 3 Michael Glass, 4 Heintje Rieple, 5 Michael Straetker, 6 Bernd Pacher, 7 Carsten Prause
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karl-Heinz Koch, 2 Thomas Hecht, 3 Ulrich Oschwald, 4 Martin Benitz, 5 Bernd Becher

Und noch ein Geburtstagskind ist auf dem Foto versteckt. Vor dem Haus Selb (Obere Hauptstr. 12) steht ein Geburtstagsbaum. Gut lesbar ist die daran angebracht Zahl »60«. Walter Selb (1929-2002) feiert seinen 60. Geburtstag!

Standort des Fotografen: 47.884084, 8.347513

Schulklasse des Jahrgangs 1923/24 hinter der Schule, 1938

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Gertrud Geisinger, Edeltraud Chwojka und Christa Egle zur Verfügung.

14 Jahre sind sie alt, die Schülerinnen und Schüler auf dem Foto. Ihre Schulpflicht ist zu Ende und sie werden aus der Volksschule entlassen. Die meisten Jungs werden wohl eine Ausbilung absolvieren und die Gewerbeschule besuchen oder zu Hause in der Landwirtschaft arbeiten. Manche der Mädchen werden zunächst auf die Koch- und Nähschule gehen, im elternlichen Haushalt helfen oder sich eine Stellung suchen. Zusammen mit ihren Lehrern Eugen Katzenmayer, Josef Manogg und Emil Willig wird ein letztes Gruppenfoto hinter dem Schulgebäude aufgenommen.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Franziska Kopp, 2 Anna Gebert, 3 Berta Mogel (verh. Riegger, 1923-2020), 4 Margaretha Geisinger (verh. Stegerer, 1923-2020), 5 Rosa Rebholz (verh. Hauser, 1923-1999), 6 Gertrud Limb (verh. Geisinger, 1923-2011), 7 Therese Fehrenbach (verh. Mayer, 1924-2006), 8 ??? Müller, 9 Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), 10 ???
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Maria Heckle, 2 Hedwig Schropp (verh. Rubischon), 3 Rosa Nobs, 4 Alfred Köpfler (1923-1981), 5 Fritz Laufer, 6 Hugo Hepting, 7 Arno Adrion (1924-1995), 8 Hans Fehrenbach, 9 Hermann Wagner, 10 Hedwig Strobel (verh. Kienzler, 1923-2007), 11 ???, 12 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lehrer Emil Willig, 2 Erwin Strobel, 3 Lehrer Eugen Katzenmayer
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lehrer Josef Manogg, 2 Johann Benz (1924-1998), 3 ? Ernst Heiler (1923-1990), 4 Wilhelm Guth (1924-1944), 5 Alfred Bader (1923-2008), 6 Franz Maier (1923-2006), 7 Hans Sibold
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hans Strobel, 2 Paul Groß, 3 Fritz Hasenfratz, 4 Wolfgang Katzenmayer, 5 Erwin Benz

Außerdem gehören (vermutlich) zum Schuljahrgang: Willi Benz (1923-?), Rosa Ganter (verh. Eggert 1924-2003), Virginia Hahn (verh. Sibold 1923-1971), Fritz Zepf (1923-1951)

Standort des Fotografen: 47.882557, 8.348016

Umzug der Feuerwehr vor der Festhalle beim Kreisfeuerwehrfest, 6./7. Juni 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Dr. Konrad Schlude zur Verfügung.

Anlässlich des 90. Gründungsjubiläums der Freiwilligen Feuerwehr wird in Löffingen das Kreisfeuerwehrfest veranstaltet, an dem die Wehren des Landkreises Neustadt teilnehmen. Der Festumzug trifft gerade bei der mit Girlanden geschmückten Festhalle ein. Auf dem nebenan gelegenen Schulhof befindet sich der offizielle Festplatz. Von dort hat man den besten Blick auf die Schauwettkämpfe, die in den »Bittenwiesen« stattfinden werden.

Auf dem Foto läuft rechts ein Schilderjunge vorneweg, der ankündigt, welche Wehr hinter ihm marschiert. Es folgen zwei junge Frauen, die ein Maskottchen mit Feuerwehruniform tragen. Die Frau links, die in die Kamera lächelt, ist die 21-jährige Magdalena Glunk (verh. Schlude, 1931-2019). Die Frau rechts ist ihre zwei Jahre ältere Schwester Elisabeth Glunk (geb. 1929). Dahinter gehen die Feuerwehrmänner.

Standort des Fotografen: 47.882898, 8.347495

»Bunter Abend« des Turnerbunds, Fasnacht 1954

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Cindy Küßner und Inge Mayer zur Verfügung.

Der Turnerbund veranstaltet seinen traditionellen »Bunten Abend« und sorgt mit seinen Darbietungen für kurzweilige Unterhaltung. Für ein Gruppenfoto versammeln sich alle Mitwirkenden auf der Bühne, von jung bis alt.

Die Kinder in der ersten Reihe sind als »Schwarze« geschminkt und kostümiert, in der letzten Reihe stehen vier Männer, die sehr viel Haut zeigen und Bikinioberteile tragen.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.:
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ??? Willmann (verh. Bausch), 3 Gisela Fehrenbach, 4 Gerda Rappenegger, 5 Veronika Geisinger (verh. Berr), 6 Brigitte Schweizer (verh. Sahr), 7 ???, 8 Wolfgang Müller (mit Schirmmütze), 9 Erika Kienzle (verh. Schweizer), 10 ???, 11 ? Inge Hepting ?, 12 Elfriede Sauter, 13 Inge Sauter (verh. Benitz), 14 Sigrid Bader (verh. Fehrenbach), 15 Helga Stöhr (verh. Küßner), 16 Anselm Zepf
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Walter Egle, 3 ???, 4 Irma Zepf (verh. Hasenfratz), 5 ???, 6 ???, 7 Margret Zepf (verh. Senn), 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 Andreas Nobs, 12 Josef Heiler?

Standort des Fotografen: 47.882901, 8.347684

Chor in der Festhalle bei der Stadterhebung, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Anlässlich der Wiederverleihung der Stadtrechte findet nicht nur ein Festumzug durch das Städtchen statt. In der Festhalle werden außerdem am Abend »Historische Festspiele« mit 300 Mitwirkenden veranstaltet. Das bunte Programm endet mit einem »Gebet fürs Vaterland« und einem gemeinsamen Schlußchor von Männergesangsverein, Kirchenchor und Stadtmusik. Sie bieten das »Lied auf die Stadt Löffingen« dar, dessen Text von Heinrich Jäger gedichtet und dessen Melodie von Oskar Bier (1876-1973) aus Rötenbach komponiert wurde.

Wo des Schwarzwalds Tanne stehn,
Ährenfelder wogend gehn,
Wo beginnet weit die Baar,
Sich die Heimat bietet dar.

[Refrain]
Stehet fest, stets bereit
Im Sturm in Freud und Leid,
uns’re Stadt, wohlbekannt
Löffingen wird genannt.

Ihr Besitz: Ein Wappenbild,
Zeichn auf dem blauen Schild,
Löffel mit dem Ährenbund,
Tun sich aller Augen kund.

[Refrain]

Fühlte oft der Kriege Wut,
Stand gerötet in der Glut,
Mußt durch alle Schrecknis gehn,
Doch, um schöner zu erstehn.

[Refrain]

Wächst heran zu neu’m Erblühn,
Für der Bürger Wohlergehn.
Gott zum Schutze ihr verbleib,
Führe sie durch alle Zeit.

[Refrain]

Standort des Fotografen: 47.882977, 8.347700

Sirene auf dem Rathausdach, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Sirene auf dem Rathausdach hat den Einwohnern in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gute Dienste erwiesen. Sei es beim Großbrand 1921, als auch mit dieser Sirene die Feuerwehren der umliegenden Dörfer alarmiert wurden, sei es im Zweiten Weltkrieg bei alliierten Fliegerangriffen.

Hinter der Sirne sind die Häuser des oberen Rathausplatzes zu erkennen: die Dächer derGasthäuser »Löwen« (Rathausplatz 11) und »Ochsen« (Rathausplatz 12) und das Wohn- und Geschäftshaus von Familie Vogt (Rathausplatz 13). Weiter im Hintergrund sind das Haus Heizmann (Festhallenstr. 1) und die neu erbauten Häuser der Siedlung »Neue Heimat« in der Haslachstraße bis hinauf zur Pension »Schönblick« (Stadionstr. 6) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883850, 8.344208

Blick zur »Linden«-Wiese und zum Haus Selb, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Über die Festhallenstraße hinweg fällt der Blick auf die »Linden«-Wiese mit dem Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10) im Hintergrund. Gut im Bild ist weiter rechts das Haus Selb (Obere Hauptstr. 12). Eine wahre Märchenlandschaft bietet sich dem Auge dar. Alles ist tief verschneit, nur die Festhallenstraße ist notdürftig gebahnt.

Rund 20 Jahre später gibt es diesen Blick so nicht mehr, da die Realschule (Festhallenstr. 4) dann auf dem Grundstück vis-à-vis gebaut ist.

Standort des Fotografen: 47.883456, 8.348464

Kinderchor beim Sängerfest vor der Festhalle, 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hermann Egle sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Im Sommer 1927 steht Löffingen ganz im Zeichen der Musik. Denn das Baarstädtchen richtet das dreitägige Schwarzwaldgau-Sängerbundesfest aus, an dem rund 2.500 Sänger teilnehmen, darunter Alt und Jung.

Die Begrüßungsfeier findet am 29. Juli 1927 in der Festhalle statt. Am nächsten Tag werden in der Halle die Wettgesänge der Chöre ausgetragen. Am Nachmittag ist die Festhalle Schauplatz eines Konzertes und auch Ort der Preisverleihung an die Chöre. Mit dabei ist auch dieser Kinderchor.

Die Kinder stehen auf den Treppenstufen vor der Festhalle. Der 1923 begonnene Bau wurde extra für die Ausrichtung des Festes fertiggestellt. Die Fassade ist zwar noch nicht verputzt und gestrichen, die Außenfläche noch nicht gestaltet, aber das stört beim Feiern nicht.  

Folgende Kinder sind u.a. zu sehen: Wilhelm Bader, Erwin Egle (1915-1948), Else Fehrenbach (verh. Bader), Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), Emma Limb (verh. Binder, 1913-2005), Anna Maier (verh. Geschwill), Anna Nägele (verh. Vierlinger, 1912-2004), Christel Schweizer

Standort des Fotografen: 47.882988, 8.347620

Urkunde zur Einweihung der Schule, 29. August 1936

Stadtarchiv

Diese Urkunde wird anlässlich der Einweihung des neuen Schulgebäudes an der »Hasle« am 29. August 1936 ausgestellt. Verfasst wird sie vom damaligen Bürgermeister Heinrich Andris, der von 1935 bis 1942 amtiert und überzeugter Nationalsozialist ist. Die Grußbotschaft richtet sich an die »Deutsche Jugend« und ist inhaltlich wie sprachlich vollständig in die propagandistische Rhetorik des NS-Staates eingebettet. Schon die Anrede stellt die Schulkinder nicht als Individuen, sondern als Teil einer ideologisch definierten »Volksgemeinschaft« dar.

Typisch für die Sprache des Nationalsozialismus sind mehrere Elemente: der Führerkult, der religiös überhöhte Glaube an die Mission des »Dritten Reiches«, das Pathos von Opfer, Erbe und Sendung, sowie die Verknüpfung von Gegenwart und mythisch überhöhter Vergangenheit (»Ahnen«, »kühle Erde«). Andris stilisiert sich selbst zum Vollstrecker eines historischen Auftrags und beansprucht, den »Willen des Führers« durch die Vollendung des Schulbaus erfüllt zu haben – obwohl der Bau bereits 1923 begonnen und der Rohbau lange vor der NS-Machtübernahme fertiggestellt worden war. In Brechtscher Manier ließe sich fragen: War nicht wenigstens ein einziger Bauarbeiter oder Handwerker daran beteiligt?

Andris‘ Formulierungen sollen Dauerhaftigkeit, Geschichtstiefe und nationale Schicksalshaftigkeit suggerieren. Besonders deutlich wird dies im Schlussteil, in dem er behauptet, seine »Seele« in das Gebäude hineingelegt zu haben und darin »immer wiederzuerkennen« zu sein. Damit verbindet sich eine Selbstüberhöhung, wie sie in vielen NS-Texten vorkommt: Der Sprecher inszeniert sich als Mittler zwischen Vergangenheit, Gegenwart und einer angeblich höheren Zukunft.

Die Schule erhält offiziell den Namen »Adolf-Hitler-Schule«. Der Festakt und die Urkunde dienen nicht nur der Einweihung eines Gebäudes, sondern vor allem der symbolischen Einbindung des Bildungswesens in die Ideologie des Regimes. Dass die Einweihung nach über einem Jahrzehnt Bauverzögerung stattfindet, wird von Andris als Erfüllung eines historischen Auftrags interpretiert – ein Beispiel dafür, wie selbst kommunalpolitische Ereignisse in der NS-Propaganda ausgeschlachte werden.

Standort des Fotografen: 47.882462, 8.347708

Narren vor der Schule, Fasnacht ca. 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Diese elf unifomierten Fasnachtsnarren haben sich vor dem Eingang der 1936 fertiggestellten Volksschule (Festhallenstr. 7) für ein Gruppenfoto aufgestellt. Sie sind mit Kniestrümpfen, kurzen Hosen und Hemden bekleidet und tragen Tschakos als Kopfbedeckung. Die Gewehre sind geschultert. Einer von ihnen trägt statt der Waffe eine Fahne. Am rechten Bildrand hat sich eine Hexe mit Kopftuch auf das Foto gemogelt.

Vielleicht sind die elf Narren Mitglieder des FC Löffingen?

Vermutlich entsteht das Foto anlässlich der Fasnacht 1937, als das Motto lautet: »Schützengildenfest im 15. Jahrhundert«. Mit viel Phantasie können die elf Uniformierten Mitglieder einer Schützengilde im Spätmittelalter bzw. in der Frühen Neuzeit darstellen.

Standort des Fotografen: 47.882345, 8.347756

»Baaremer Quartett« vor dem Schuleingang, ca. 1936

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Endlich ist die Volksschule an der »Hasle« fertiggestellt, die Wand verputzt und frisch gestrichen. Die Mitglieder des »Baaremer Quartett« stellen sich vor dem Schuleingang für ein Gruppenfoto auf. Reizvoll als Hintergrund scheint ihnen wohl der Rundbogen zu sein, der das Foto mit den vier Männern einrahmt. Sie treten in den 1930er Jahren als Sänger-Quartett auf und sind weit über die Grenzen Löffingens hinaus bekannt. 1939 löst sich das Quartett auf.

V.l.n.r.: Albert Benitz (1905-1996), Hermann Ganter (1895-1957), Julius Limb (1883-1968), Fritz Seilnacht (1901-1987)

Standort des Fotografen: 47.882382, 8.347722

Familie Ganter vor der Festhalle, 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Obwohl die Festhalle und Volksschule an der »Hasle« noch gar nicht fertiggestellt ist, sondern seit 1923 eine Baustelle ist, avanciert der Rohbau bereits zu einer beliebten Fotokulisse. Hier posiert Familie Ganter vor dem Eingang zur Festhalle mit seinem charakterischen Rundbogen.

Der Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957) und seine Ehefrau Anna Ganter geb. Hepting (1900-?) stehen auf den Treppenstufen. Vor ihnen sitzen ihre beiden Töchter, rechts die ältere, Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), links die jüngere, Lore Ganter (verh. Echtle, 1926-2014).

Die junge Frau ganz links ist Mathilde Hepting (verh. Bacher), eine jüngere Schwester von Anna Ganter geb. Hepting.

Standort des Fotografen: 47.883010, 8.347609