Haus Siefert in der Unteren Hauptstraße, ca. 1975

Stadtarchiv

Renovierungsbedürftig ist das Haus Siefert in der Unteren Hauptstraße auf diesem Bild. Kurze Zeit später wird das Gebäude grundlegend modernisiert. Der Arzt und Apotheker Frank Siefert eröffnet darin die »Scheffel-Apotheke«. Das Erdgeschoss wird zu diesem Zweck komplett umgebaut. Über eine Freitreppe gelangt man in die Apotheke. Links und rechts vom neu geschaffenen Eingang werden zwei Schaufenster in die Fassade gebrochen.

Standort des Fotografen: 47.883200, 8.343669

Haus Rebholz am unteren Rathausplatz, 1942

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Blick geht zum Haus von Anton Rebholz im Bildmittelpunkt, einem Bauernhaus. Über eine mehrstufige Doppeltreppe mit schmiedeeisernem Geländer erreicht man den Hauseingang. Daneben befindet sich ein Scheunentor mit Rundbogen. Im zweiten Stock reihen sich Fenster an Fenster, so dass sich die hölzernen Läden überlappen. Der Holzschuppen auf dem Schulhof steht direkt an der Giebelwand. Hinter dem Schulhof mit seinen kleinen Bäumchen sieht man den Giebel des früheren Gasthauses »Sonne«.

Standort des Fotografen: 47.883730, 8.344072

Bäckerei Straub und »alter Benzbau« in der Unteren Hauptstraße, ca. 1918-1921

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Mit seiner großen Scheuneneinfahrt sieht das Haus Straub noch wie ein Bauernhaus aus. Das zweistöckige Haus unterscheidet sich von den umstehenden höheren Gebäuden. Darin befand sich über Jahrzehnte hinweg eine Bäckerei und eine Bierwirtschaft. Seit 1910 betrieb der Bäckermeister Ernst Straub (1881-1935) nur noch die Bäckerei. Er war gebürtig aus Bräunlingen und hatte am 1. Februar 1910 nach Löffingen eingeheiratet. Seine Frau war Johanna Straub geb. Faller (1885-?).

Neben der Eingangstür zum Geschäft weist ein schmiedeeisernes Schild mit einer Brezel darauf hin, dass sich hier ein Bäckerladen befindet. Zwei Gauben zeigen, dass ein Teil des Dachgeschosses ausgebaut ist und als Wohnraum genutzt wird. Der Stromständer auf dem Dach beweist, dass das Haus an das neu installierte Stromnetz angeschlossen ist.

Der Besitzer des Wohngebäudes (Untere Hauptstr. 8) im Hintergrund links ist Sägewerkbesitzer Josef Benz. Das Haus wird »alter Benzbau« genannt, um es vom »neuen Benzbau«, einem Mehrfamilienhaus in der Ringstraße, zu unterscheiden.

Das Foto wird 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht.

Standort des Fotografen: 47.883463, 8.343854

Krankenhaus in der Seppenhofer Straße, ca. 1925

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Luzia Bader zur Verfügung.

Die Ansichtskarte, die vom Verlag Anton Rebholz (»ARL«) vertrieben wird, trägt den Titel »Städt. Krankenhaus«. Der Schriftzug »Krankenhaus« steht denn auch in großen Lettern über dem Eingangsportal. 

1890 war das Gebäude in der Seppenhofer Straße errichtet worden. Als es 1921 zu klein geworden war, wurde es erweitert. Man baute u.a. das Dach aus, hier an den Gaubenfenstern zu erkennen, und fügte eine Wiederkehr sowie das vorspringende Eingangsportal an. Im Innern erhielt das Krankenhaus eine moderne chirurgische Einrichtung. 

Auf dem Foto blicken im Erdgeschoss und im Obergeschoss zwei Personen neugierig aus dem Fenster. Eine davon ist eine katholische Nonne in Ordenstracht, eine der »Spitalschwestern«. Schaut man am Krankenhaus vorbei, erblickt man im Hintergrund den Rohbau der Volksschule an der »Hasle«. Die Aufnahme muss also Mitte der 1920er Jahre entstanden sein.

Standort des Fotografen: 47.881883, 8.344814

Trachtengruppe am Demetriusbrunnen vor dem Haus Werne, ca. 1935-1940

Verlag A. Rebholz | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Die Trachtengruppe posiert für ein Gruppenfoto vor dem 1912 errichteten Demetriusbrunnen, der wenige Jahre später im Zweiten Weltkrieg zerstört wird. Zur Trachtengruppe gehören vier Tanzpaare, aber nur drei sind auf dem Foto zu sehen.

V.l.n.r.: 1 Lina Rosenstiel (geb. Winterhalder, 1901-?), 2 Josef Wölfle (1909-1991), 3 Josefa Gebert (1920-2010), 4 Karl Beha (1901-?), 5 Karolina Auer (1907-?), 6 Engelbert Müller (1896-?)

Im Hintergrund ist das Haus Werne (Demetriusstr. 15) zu sehen. 1913 erwarb der Metzgermeister Johann Werne das Gebäude und eröffnete darin eine »Metzgerei« und »Wursterei«, wie auf der Fassade steht. Die Hakenkreuz-Fahne zeigt, dass die Fotografie in der NS-Zeit aufgenommen wird.

Standort des Fotografen: 47.883759, 8.343787

Unterer Rathausplatz mit Mailänder Tor, ca. 1930-1939

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv | Sammlung Familie Waßmer

Nach dem Wiederaufbau des Städtchens infolge des Großbrandes von 1921 hat der Untere Rathausplatz für viele Jahre dieses Aussehen. Der Platz um das Kriegerdenkmal 1870/71 im Vordergrund erfährt im Laufe der Jahrzehnte allerdings verschiedene Umgestaltungen. Ursprünglich ist er mit Koniferen bepflanzt und das Denkmal von einem schmiedeeisernen Gitter umrahmt, das im Zweiten Weltkrieg demontiert und für Zwecke der Rüstungsindustrie eingeschmolzen wird.

Diese Ansicht datiert aus den 1930er Jahren, da am Mailänder Tor bereits die Gedenktafeln mit den Namen der Kriegsgefallenen des Ersten Weltkrieges angebracht sind. Beim Demetriusbrunnen auf dem Platz handelt es sich noch um den alten Brunnen, der bei einem Fliegerangriff 1945 zerstört wird.

Standort des Fotografen: 47.883714, 8.344191

Kriegerdenkmal vor dem Rathaus, ca. 1910-1920

Dieses Foto befindet sich im Stadtarchiv.

Auf Anregung des Militärvereins errichtete die Stadtgemeinde 1896 vor dem Rathaus ein Kriegerdenkmal anlässlich des 25. Jahrestages des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Auf einem Granitpfeiler, der von einem Reichsadler gekrönt wird, sind die Namen der 47 Kriegsteilnehmer verewigt. Gefallene hatte Löffingen in diesem Krieg nicht zu beklagen. Auf den Seiten befinden sich Porträts des Großherzogs Friedrich I. von Baden und des deutschen Kaisers Wilhelm I.

Die Gebäude am linken Bildrand brennen beim Großbrand 1921 ab.

Standort des Fotografen: 47.883796, 8.344011

Unterer Rathausplatz, ca. 1950-1954

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv

Zu den am häufigsten fotografierten Stadtansichten zählt der untere Rathausplatz mit dem Rathaus, dem Mailänder Tor und den nach dem Großbrand 1921 mit Staffelgiebeln errichteten, eng aneinander gereihten Gebäuden in der Demetriusstraße. Ansichtskarten mit dieser Perspektive in aller Variationen sind auch deshalb so populär, weil das Gebäudeensemble historisch-mittelalterlich anmutet.

Der historische Wert einer Fotografie bestimmt sich aber manchmal nicht ausschließlich durch das, was man sieht, sondern auch durch das, was man nicht sieht. In dieser Ansichtskarte vom Anfang der 1950er Jahre sticht die Leere auf dem Platz ins Auge. Der alte Demetriusbrunnen wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges durch einen Bombentreffer zerstört. Der neue Brunnen wird erst 1954 errichtet und fehlt noch auf dem Foto.

Hinter dem Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 ist die Stadtwaage zu erkennen.

Das Foto findet als Ansichtskarte Verbreitung. Der Verlag A. Rebholz hatte die Ansicht retuschiert und einen dramatischen Wolkenhimmel dazu gemalt.

Standort des Fotografen: 47.883695, 8.343479

Männergruppe am Demetriusbrunnen, ca. 1918-1921

Sammlung Familie Waßmer

Sieben unbekannte Männer posieren am Demetriusbrunnen für ein Gruppenfoto. Im Hintergrund ist das dreistöckige Haus von Schmiedemeister Emil Fürst (1857-1936) zu erkennen. An der Fassade wächst ein Spalierbaum. Vor dem Haus ist eine Holzbiege aufgeschichtet, davor liegt ein hölzernes Wagenrad. Auf dem Dach thront ein Verteilermasten für die Stromversorgung. Das Anwesen wird wenige Jahre später beim Großbrand 1921 ein Raub der Flammen und vollständig zerstört.

Der Demetriusbrunnen im Vordergrund, im Jahre 1912 errichtet, wird bei einem Fliegerangriff 1945 ebenfalls zerstört, aber 1954 neu gestaltet.

Standort des Fotografen: 47.883812, 8.343589

»Hansele« vor dem früheren Gasthaus »Sonne«, ca. 1925

Verlag A. Rebholz / Sammlung Familie Waßmer

Als sich die »Hansele« für dieses Foto ablichten lassen, gibt es sie noch gar nicht als eine eigenständige Narrengruppe. Erstmalig erwähnt werden sie kurz zuvor, nämlich 1924. Erst später entsteht das einheitliche »Häs« und die bis heute gängige Holzmaske. »Narro Löffinger!«, hat jemand schwungvoll auf das Foto am unteren Bildrand geschrieben.

In der ersten Reihe stehen »Hansele« und in der zweiten und dritten Reihe hat sich eine bunte Schar sonstiger Narren dazugesellt.

Die Narren stehen vor dem früheren Gasthaus »Sonne« am oberen Rathausplatz, das die Stadtgemeinde wenige Jahre zuvor erworben hat. Darin befinden sich nun Wohnungen und die Stadtmühle.

Standort des Fotografen: 47.883850, 8.344758

Straßenarbeiten vor dem Gasthaus »Sonne«, ca. 1916-1920

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.

Nur eine kleine Fläche rund um den Rathausbrunnen ist gepflastert. Der übrige Rathausplatz und die zuführenden Straßen sind weitgehend unbefestigt. Die Aufnahme zeigt Straßenarbeiter, die einen neuen Belag aufbringen. Das Interesse des Fotografen, der dieses Ereignis festhält, gilt vermutlich der qualmenden Dampfwalze als einem Symbol des Fortschritts, der in Löffingen Einzug hält. Die »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen zeigt sich davon unbeeindruckt.

Schön zu erkennen ist das alte Gasthaus »Sonne«, an dem noch das schmiedeeiserne Wirtshausschild hängt. 1920 findet die 300-jährige Geschichte als Gasthaus ein Ende. Die Stadtgemeinde kauft das Gebäude und richtet darin die Stadtmühle und Mietwohnungen ein. 

Standort des Fotografen: 47.884081, 8.344520

2 Fotos: Aufführung auf der Fasnachtsbühne vor dem Gasthaus »Sonne«, Fasnacht 1911

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Emma Kienzle und Werner Lubrich zur Verfügung.

Der Marktplatz ist seit jeher auch Schauplatz für Darbietungen an Festen und an Fasnacht, wie hier im Jahr 1911. Diesmal lautet das Motto für die fünfte Jahreszeit: »Münchner Oktoberfest». Auf dem Foto ist eine Schuhplattlergruppe zu sehen, die auf der Fasnachtsbühne tanzt.

Im Hintergrund steht das alte Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9/10). Der Giebel am linken Bildrand gehört zum Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11).

Oberes Bild
Am linken Bildrand steht in weißem Anzug Karl Häusle.

Standort des Fotografen: 47.884002, 8.344725