Frau vor dem Haus Hall in der Maienlandstraße, ca. 1940-1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Hall zur Verfügung.

Der Verputz und die Farbe bröckeln, aber noch ist die Inschrift auf der Hausfassade deutlich zu lesen: »Grabsteingeschäft Adolf Hall«. Der Steinhauer Adolf Hall (1874-1926) betrieb in seinem Haus in der Maienlandstr. 20 bis zu seinem Tod 1926 eine Steinhauerwerkstatt. Jetzt wohnt darin seine Witwe Josefine Hall (geb. Winterhalder, 1875-1961), die aus Schwärzenbach stammt.

Wer weiß, wer die junge Frau im Mantel ist, die vor dem Haus steht?

Standort des Fotografen: 47.886086, 8.342132

Haus Heizmann in der Maienlandstraße, ca. 1913

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anton Heizmann zur Verfügung.

Ein Wintertag in der Maienlandstraße: Schnee liegt auf den Dächern, und vor dem Wohnhaus der Familie Heizmann hat sich die Familie für ein Gruppenfoto aufgestellt. Anton Heizmann II (1884-1940), Landwirt und später Stadtrechner, hält einen jungen Stier am Strick. Neben ihm steht seine Frau Luise Heizmann (geb. Schreiber, 1885-1981), die er 1908 heiratete. An ihrer Seite die beiden Kinder: Adolf Heizmann (1909-1960) und Maria Heizmann (verh. Armbruster, 1911-?). Weitere Kinder werden folgen, sind aber noch nicht geboren.

Vor dem Haus plätschert der Laufbrunnen, der nicht nur den Durst des Viehs stillt, sondern auch den Wasserbedarf im Haushalt deckt. Auffällig ist auch die Nachbarschaft: Das unmittelbar angrenzende Haus links, von dem nur die Giebelwand zu sehen ist, brennt später ab und wird nicht wieder aufgebaut. Rechts im Hintergrund steht noch das Haus des Uhrmachers Dominik Villinger (1859-1925), später bewohnt von Schmiedemeister Josef Reichhart (1874-1942). Ein Gebäude, das das Ende des Zweiten Weltkriegs nicht übersteht: Bei einem Fliegerangriff am 19. Februar 1945 trifft eine Bombe das Haus direkt und zerstört es vollständig.

Standort des Fotografen: 47.885988, 8.342239

Haus Bieler in der Maienlandstraße, ca. 1913

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Melitta Fehrenbach zur Verfügung.

Wie die Orgelpfeifen stehen sie da: vier Mädchen, die Töchter der Familie Bieler, fein herausgeputzt und der Größe nach aufgereiht. Stolz und ein wenig scheu blicken sie in die Kamera. Aus den Fenstern im Obergeschoss schauen zwei Gesichter neugierig nach draußen – vielleicht die Eltern, die zusehen, wie ihr Haus und ihre Familie für die Nachwelt festgehalten werden.

V.l.n.r.: 1 Klara Bieler (1900-?), 2 Franziska Bieler (verh. Fehrenbach, 1900-?), 3 Katharina Monika Bieler (1899-?), 4 Maria Anna Bieler (verh. Steimer, 1897-1924)

Der Zimmermann Josef Bieler (1864-1937), der aus Göschweiler stammte, war 1894 nach Löffingen gezogen, als er Anna Hutzler (1864-1932) heiratete. Gemeinsam bekamen sie fünf Kinder. Ihr Haus in der Maienlandstraße zeigt sich hier noch zweigeschossig: links der Wohnbereich mit den hübsch verzierten Fensterläden, rechts die Ökonomie mit großem Scheunentor und einem kleineren Stalltor. Nur wenige Jahre nach dieser Aufnahme verändert sich das Gebäude entscheidend: 1920 wird es um ein drittes Stockwerk aufgestockt.

1934 geht das Anwesen dann in die Hände der nächsten Generation über. Aus dem Mädchen von einst ist eine Frau geworden: Franziska Fehrenbach (geb. Bieler, 1900-?), übernimmt das Haus zusammen mit ihrem Ehemann, dem Zimmermeister und Landwirt Eugen Fehrenbach (1901-?).

Standort des Fotografen: 47.886907, 8.341636

Haus Jordan in der Maienlandstraße, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anni Kaiser zur Verfügung.

Schon auf den ersten Blick verrät dieses Foto, welchem Handwerk in diesem Haus nachgegangen wird. Überall stehen und liegen Holzfässer in verschiedenen Größen, einige fertig gebunden, andere noch in Einzelteilen. Hier ist der Arbeitsplatz eines Küfers. Küfermeister Julius Jordan (1874-1961) geht in diesem Haus (Maienlandstr. 31) seiner Arbeit nach. Zusammen mit seiner Ehefrau Maria Jordan (geb. Schropp, 1871–1944) zieht er sechs Kinder groß. Auf der Aufnahme ist er selbst zu sehen – zusammen mit seinem Sohn Karl Jordan (1908–?), der ebenfalls den Beruf des Küfermeisters erlernt. Vater und Sohn arbeiten Seite an Seite, während sich die Fässer und Dauben im Hof stapeln.

1938 geht das Anwesen an die nächste Generation über: Tochter Luise Sprich (geb. Jordan, 1903–?) und ihr Ehemann Anton Sprich (1902–?) übernehmen Haus und Werkstatt.

Standort des Fotografen: 47.887322, 8.341400

Trachtengruppe vor dem Haus Fehrenbach im Maienland, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Helene Krauß zur Verfügung.

Fast wie ein Haus im Freilichtmuseum Vogtsbauernhöfe im Gutachtal mutet das Haus Fehrenbach im Maienland auf dieser Fotografie an. Verwitterte Holzschindeln, Fenster mit Holzläden, das Dach teils mit Schindeln, teils mit Ziegeln eingedeckt,  davor eine sorgfältig aufgeschichtete Holzbiege. Die Zeit scheint stehen geblieben.

Das Foto findet als Ansichtskarte mit dem Titel »Löffinger Schwarzwaldtrachten« Verbreitung. Mitglieder der Trachtengruppe lassen sich vor dem Haus fotografieren.

V.l.n.r.: 1 Helene Häusler (verh. Krauß, 1912-2006), 2 Alma Egle (verh. Spadinger, ?-?), 3 Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), 4 Maria Faller (verh. Selb, 1919-1967), 5 Landwirt Johann Laufer (1888-1951)

In den 1950er Jahren wird das Haus von dem Ehepaar Karl Schreiber (1910-2001) und Mina Schreiber (geb. Rappenegger, 1917-2004) gekauft. Darin wachsen ihre Kinder Karl, Alfons, Monika, Marlies (Maria Luise), Georg und Martin auf. Bei verschiedenen Renovierungen und Ausbausphasen müssen die Holzschindeln zuerst Schieferplatten und später Dachziegel und Verputz weichen.

Standort des Fotografen: 47.887787, 8.341421

Haus Waßmer und Haus Storz in der Maienlandstraße, 1981

Sammlung Familie Waßmer

Das Lehrer-Ehepaar Werner und Maria Waßmer haben kürzlich das Haus Lehmann (Maienlandstr. 12) käuflich erworben. Bevor sie sich daran machen, das Anwesen nach Plänen des Hüfinger Architekten Hermann Sumser grundlegend zu sanieren, halten sie zur Erinnung das Aussehen des Hauses fest, wie es zum Zeitpunkt des Kaufes aussieht.

Rechts daneben ist das Haus von Pflästerermeister Ludwig Storz und seiner Ehefrau Elisabeth Storz (geb. Thoma) (Maienlandstr. 10) zu sehen. Links schließt sich das – neu erbaute – Haus der Eheleute Hermann Sibold und Lore Sibold (geb. Hahn) (Maienlandstr. 14) an. Das Gebäude ist noch nicht verputzt.

Standort des Fotografen: 47.885305, 8.342395

Haus Geisinger in der Maienlandstraße, ca. 1913

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Emma Kienzle zur Verfügung.

Der Landwirt Johann Geisinger (1884-1964) führt gerade einen Stier aus dem Scheunentor heraus. Das Tier ist aufgezäumt. Vermutlich wird es gleich vor den Wagen gespannt. Denn es ist Winter, der Schnee ist noch nicht ganz weggetaut und daher eine günstige Zeit, um Gülle auszufahren.

Johann Geisinger, der mit Maria geb. Huber (1898-1954) verheiratet ist, hatte das zweistöckige Wohnhaus mit Scheuer und Stallung 1911 gekauft. 1962 übernimmt der Elektromeister Hans Geisinger (1921-1993) das Anwesen. 

Standort des Fotografen: 47.885875, 8.342294

Anlieferung der neuen Glocken für die Pfarrkirche, 30. November 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Die feierliche Prozession durch das Städtchen ist in der Unteren Hauptstraße vor der Pfarrkirche St, Michael zum Halt gekommen. Einige Frauen haben sich auf die Treppenstufen vor dem »alten Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) gestellt, um das Herunterladen der neu gegossenen Kirchenglocken vom Lastwagen verfolgen zu können.  Die Ministranten scheinen etwas orientierungslos. Eine Prozession zur Glockenweihe findet schließlich nicht alle Tage statt.

Standort des Fotografen: 47.882889, 8.343611

Narrengruppe in der Rötengasse, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Emma Kienzle und Rita Willmann zur Verfügung.

Marketender ziehen an Fasnacht mit ihrem Karren durch die Rötengasse. Das Motto in diesem Jahr lautet: »Wiener Kongress«. Als dieser 1814/15 in Wien mit Delegationen aus ganz Europa tagte, um den Kontinent neu zu ordnen, da witterten natürlich auch kleine Gewerbetreibende ihre Chance auf ein Geschäft.

V.l.n.r.: 1 Veronika Geisinger (geb. Beer), 2 [Josef Armbruster?], 3 ???, 4 Erika Kienzle (verh. Schweizer, geb. 1941), 5 [Adolf Maier?]

Im Hintergrund sind das Haus Lehmann (Maienlandstr. 12) und das Haus Storz (Maienlandstr. 10) mit dem dazugehörigen Schopf zu sehen. Die angrenzende Rötengasse führt hinauf zum Alenberg.

Standort des Fotografen: 47.885275, 8.342295

Haus Guth im Weberweg, ca. 1907-1910

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Walter Ganter zur Verfügung.

Nur wenig verändert hat sich das Haus Guth bis heute. Die sichtbarste Veränderung bezieht sich auf die Scheunentore: Die beiden kleinen wurden durch Garagentore ersetzt, das größere musste dem Einbau zweier Fenstern weichen. Statt einer Haustür und einer Stalltür ist heute ein modernes Treppenhaus zu sehen; die Treppenstufen, die einst zum Eingang hinaufführten, wurden beseitigt. Aber ansonsten ist die Abfolge der Fenster gleich geblieben. Auch das große Dach ist unverändert.  

Vor dem Haus steht eine Frau mit drei kleinen Kindern. Vermutlich handelt es sich um Sofie Guth geb. Spehl (1870-1956), die Ehefrau des Landwirts Anton Guth (1871-1918). Eines der Kinder dürfte Franz Guth (1903-1970) sein, der 1938 das Anwesen übernahm. Sophie Guth war gebürtig aus Göschweiler. In jungen Jahren wurde sie bereits Witwe, denn ihr Ehemann Anton starb 1918, gerade einmal 47 Jahre alt. Sie selbst starb 1956 im Alter von 85 Jahren.

Standort des Fotografen: 47.884558, 8.343130

Familie XXX mit Täufling und Hebamme vor dem Haus Honold in der Maienlandstraße, ca. 1925

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Emma Kienzle und Gerda Isele zur Verfügung.

Die Hebamme Veronika Geisinger steht vor dem Haus Honold (Maienlandstr. 2) und hält einen Täufling auf dem Arm. Neben ihr stehen Fräulein Beha und Herr Glunk. Das kleine Mädchen ist vermutlich Maria Honold (verh. Göhry, 1921-1997).

V.l.n.r.: 1 Fräulein ??? Beha, 2 [Maria Honold (verh. Göhry, 1921-1997)?], 3 Veronika Geisinger mit 4 ???, 5 ??? Glunk

Das Haus Honold war nach dem Großbrand 1921 neu erbaut worden. Neben der Eingangstreppe ist ein Steintrog, der als Brunnen dient. Im Hintergrund ist das Haus Ganter (Maienlandstr. 8) zu sehen. Seine Fassade ist noch nicht begrünt.

Wer weiß, wer das Baby ist, das getauft werden soll?

Standort des Fotografen: 47.884398, 8.343380

»Alter Benzbau« in der Ringstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Der Blick geht zum »alten Benzbau« und weiter zum Kirchturm. Dessen Mauer ist noch unverputzt, weshalb das Foto vor 1961 entstanden sein muss. Im Vordergrund links ist eine Miste in der Ringstraße zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883126, 8.343100