Hochzeitsgesellschaft Benz / Langenbacher vor der »Linde«, 1908

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paul Siefert zur Verfügung.

Der Holzhändler und Sägewerkbesitzer Josef Benz (1882 -1932) heiratet! Seine Braut ist Emma geb. Langenbacher (1882-1917), die allerdings nur wenige Jahre später, am 26. Oktober 1917, im Alter von nur 32 Jahren einem Herz- und Lungenleiden erliegt. Doch solche Traurigkeiten sieht bei der Hochzeit niemand vorher. Stattdessen feiert das Brautpaar mit seinen Verwandten im Gasthaus »Linde« das freudige Ereignis.

Rechts neben dem Bräutigam sitzen seine Eltern Johann Benz (1850-1909) und Katharina geb. Maier (1850-1911). Johann Benz ist ebenfalls Holzhändler und Gastwirt. Er stirbt kurze Zeit nach der Hochzeit am 28. Mai 1908 in der Klink in Freiburg nach einer Operation. Links neben der Braut sitzen ihre Eltern.

1.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, Braut Emma Benz geb. Langenbacher (1882-1917), Bräutigam Josef Benz (1882 -1932), Johann Benz (1850-1909), Katharina Benz geb. Maier (1850-1911)
2.Reihe, v.l.n.r.: ???, Dr. Oskar Langenbacher, ???
3.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.884341, 8.346572

Lastzug der Firma Benz in der Ringstraße, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl-Heinz Hofmeier zur Verfügung.

Direkt neben dem »alten Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) befinden sich die »Benz-Garagen« (Ringstr. 9). Ein Laster mit der Aufschrift »Spedition Peter Benz Löffingen« hat davor geparkt und wird gleich losfahren, um Holz des Sägewerkes an Kunden auszuliefern.

Standort des Fotografen: 47.883142, 8.343019

Familie Zürcher vor ihrem Haus in der Alenbergstraße, ca. 1952-1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Dirk Jannsen zur Verfügung.

Familie Zürcher hat ein paar Stühle vor ihr Haus auf die Alenbergstraße gestellt. Darauf nehmen für ein Gruppenfoto der Schuhmacher Julius Zürcher (1873-1955) und seine Ehefrau Bertha (geb. Morath, 1883-1965) Platz. Offensichtlich wird ein Geburtstag oder Ehejubiläum gefeiert, denn der Junge, der zur Linken von Julius Zürcher sitzt, hält eine Torte, auf seinem Schoß.

Julius Zürcher ist gebürtiger Löffinger und Bertha Zürcher stammt aus Unadingen. Sie ist als »Liechtladeri« bekannt: Wenn jemand stirbt, geht sie von Haus zu Haus, verkündet den Todesfall und lädt zur Totenwache und zur Beerdigung ein.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Bertha Zürcher (geb. Morath), 2 Roswit Baumgart (geb. 1950), 3 Julius Zürcher, 4 Peter Seifried (Ziehsohn von Hermine Baumgart)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Kurt Baumgart (1914-1981), 7 Hermine Baumgart (geb. Zürcher, 1907-1998)

Standort des Fotografen: 47.884922, 8.344668

»Reichburgmali« in der Maienlandstraße, Fasnacht 1971

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nach einer alten Überlieferung soll auf dem Gewann Reichburg, dem heutigen Reichberg, ein altes Männlein gehaust haben, das »Reichburgmali«. Mit dieser unheimlichen Gestalt drohte man unartigen Kindern. Gewerbelehrer Karl Ehret etablierte die Sagengestalt als Fasnachtsfigur 1936. Auf dem Foto ist das »Reichburgmali« am »Fasnet Mändig« in der Maienlandstraße zu sehen, es steht auf Höhe des Gästehauses vom »Pilgerhof«.

Das grüne Leinengewand ist mit Tier- und Waldmotiven versehen, wie Tannen und Fichtenzweigen, Beeren und Waldfrüchten, Silberdisteln und Eichhörnchen. Die erste Maske schnitzte Hans Moser aus Unadingen.

Standort des Fotografen: 47.886600, 8.341835

»Alter Benzbau« in der Unteren Hauptstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) – im Unterschied zum »neuen Benzbau« (Ringstr. 8) – wurde nach dem Brand von 1887 neu errichtet. Erbaut wurde er von dem Holzhändler und Gastwirt Johann Benz (1850-1908) und seiner Ehefrau Katharina Benz geb. Maier (1850-?). Im Erdgeschoss betrieben sie eine »Restauration«, d.h. eine Gastwirtschaft.

1912 gründete der Sohn Josef Benz (1882-1932) das Sägewerk und im »Benzbau« befanden sich fortan Wohnungen für die Arbeiter und ihre Familien. Als das Foto in den 1950er Jahren aufgenommen wird, gehört das Haus immer noch den Holzindustriewerken Josef Benz AG. Nach dem Einstellen der Produktion und der Stillegung des Betriebes 1972 wird auch der »alte Benzbau« verkauft. Neue Eigentümerin ist Familie Siefert.

Standort des Fotografen: 47.883138, 8.343818

Haus Brugger in der Maienlandstraße, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Heitzmann zur Verfügung.

Der ledige Schuhmacher Johann Brugger (1886-1958) wohnt seit 1930 in dem zweistöckigen holzverschindelten Haus im Maienland. Darin befindet sich auch seine Werkstatt. 

Nachdem Johann Brugger 1958 im Alter von 71 Jahren stirbt, erbt seine Nichte Gertrud Brugger (verh. Heitzmann, 1921-2005) das Wohnhaus. Sie wohnt dort zusammen mit ihrem Ehemann Felix Heitzmann (1912-2003).

Standort des Fotografen: 47.885853, 8.341783

Haus Schweizer in der Seppenhofer Straße, ca. 1980-1990

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Vor 1847 stand an dieser Stelle in der Seppenhofer Straße das Jägerhaus des Fürstenbergischen Forstmeisters. Bei einer »Feuersbrunst« wurde es zerstört und dann durch einen zweistöckigen Neubau mit Scheuer und Stall ersetzt.   Als das Foto aufgenommen wird, gehört das Haus dem Gipser Otto Schweizer (1906-1992) und seiner Ehefrau Maria Schweizer (geb. Ganter, 1909-?), die es von ihren Eltern geerbt hat. Es ist auf dem Foto frisch renoviert. Das Scheunentor, das sich bislang rechts neben der Haustür befand, ist verschwunden und durch ein Fenster ersetzt worden.

Standort des Fotografen: 47.882088, 8.344289

Feuerwehrübung auf dem Rathausplatz, ca. 1935

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

Die Feuerwehr ist im Einsatz. Die 1927 angeschaffte Automobilfeuerspritze ist Mitten auf dem oberen Rathausplatz geparkt. Schläuche sind ausgerollt. Das Wasser wird aus dem Rathausbrunnen gepumpt. Die mechanische Schiebeleiter von 1923 ist an die Rathausfassade angelegt und ausgefahren. Was wie ein Ernstfall aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine Feuerwehrübung. Der Löschwagen und die Leiter sind mit Tannenreisig geschmückt. »Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr«: Der Leitspruch der Feuerwehr ist auf ein Schild geschrieben, das auf der Automobilfeuerspritze angebracht ist. 

Noch ist das Erdgeschoss zur Platzseite nicht umgebaut. Kurze Zeit später verschwinden zwei der alten Kaufhaustüren, die auf dem Bild mit Holzläden geschlossen sind. Sie werden zu Fenstern umgebaut. 1935 eröffnet die Vorschussbank in den Räumlichkeiten dahinter ihre Geschäftsräume.

Standort des Fotografen: 47.884005, 8.345149

Oberer Rathausplatz mit Gasthäusern »Ochsen« und »Löwen«, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ruhig und beschaulich geht es auf dem oberen Rathausplatz zu, als dieses Foto aufgenommen wird. Zu sehen sind die Gasthäuser »Ochsen« (Rathausplatz 12) und »Löwen« (Rathausplatz 11). Es ist Sonntagmorgen, der »Zigarren-Vogt« (Rathausplatz 13) hat geschlossen und der »Löwe« lüftet seine Zimmer.

Neben dem Rathausbrunnen steht ein geparktes Auto, in das ein Mann gerade einsteigt, um wegzufahren. Störenden Durchgangsverkehr gibt es keinen. Vor dem »Ochsen« sind ein Mann und eine Frau zu erkennen. Ob sie gleich an den Tischen unter den Sonnenschirmen Platz nehmen werden?

Standort des Fotografen: 47.884035, 8.344642

Stadtmusik in der Unteren Hauptstraße, ca. 1939

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Die Stadtmusik marschiert durch die Untere Hauptstraße. Vorneweg wird der Schellenbaum getragen, der um das Jahr 1870 von den Löffinger Handwerkern gestiftet sein soll. Der Dirigent ist Rupert Hepting (1905-1990). Die Musiker ziehen am »alten Benz-Bau« (Untere Hauptstr. 8) vorbei und sind an der Kreuzung zur Seppenhofer Straße angelangt. Aus welchem Anlass die Stadtmusik aufspielt, ist unbekannt.

Eindeutig ist, dass das Foto in der Zeit des Nationalsozialismus entstanden ist. Denn an dem hölzernen Masten, der auf der linken Straßenseite steht, ist ein antisemitisches Schild angebracht: »Juden sind hier nicht erwünscht«, ist darauf zu lesen. Auch wenn in Löffingen in den 1930er Jahren keine jüdischen Einwohner leben, so ist doch die öffentliche Diskriminierung von Juden unübersehbar. Gleich mehrere antisemitische Straßenschilder sind in dieser Zeit an den verschiedenen Ortseingängen angebracht. 

Standort des Fotografen: 47.882680, 8.343532

Gasthaus »Adler« und Haus Limb in der Unteren Hauptstraße, ca. 1945-1954

Verlag Anton Rebholz

Diese Ansichtskarte entsteht in der Nachkriegszeit. Das traditionsreiche Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) wird von Metzgermeister Fritz Seilnacht (1901-1987) und seiner Ehefrau Mathilde Seilnacht (1904-1996) betrieben, der Tochter der früheren Wirtsleute Faller. Neben dem Gasthaus führen die Seilnachts auch eine eigene Metzgerei, wie an der Fassade geschrieben steht. »Feine Fleisch- und Wurstwaren – Gute Küche – Reelle Weine – Fürstenberg-Biere« lautet eine Werbeanzeige aus dem Jahr 1951.  Werbetafeln sind auch an der Fassade angebracht, die für »Fürstenberg«-Bier und »Coca-Cola« werben.

Vor dem Nachbarhaus (Untere Hauptstr. 4) hat Friseurmeister Julius Limb (1883-1968) ein eingezäuntes Vorgärtchen angelegt, in dem er gerade steht. Neben seinem Friseurgeschäft betreibt er eine Tankstelle. Schließlich steht das Haus verkehrsgünstig direkt an der Durchgangsstraße. Der Fotograf passt einen Moment ab, in dem gleich drei parkende Autos mit auf das Foto kommen. Neben dem Haus Limb schließt sich die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6) an. Am Ende der Straße ist der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883655, 8.343871

Gasthaus »Adler« und Haus Geisinger in der Unteren Hauptstraße, ca. 1965-1970

Stadtarchiv

In der Mitte der 1960er Jahre hat sich das Aussehen des einstigen Doppelhauses Untere Hauptstr. 2/4 erheblich verändert. Die Gaststube des Gasthauses »Adler« (Untere Hauptstr. 2) befindet sich zwar noch wie eh und je im ersten Obergeschoss, aber in das Erdgeschoss sind zwei Schaufenster und eine Tür hineingebrochen worden. Die Räumlichkeiten werden als Filiale der Bezirkssparkasse Neustadt genutzt. Der »Adler« gehört Fritz Seilnacht, er betreibt (laut rückseitiger Beschriftung der Ansichtskarte) ein »Gut bürgerliches Haus«. Es verfügt über »Fremdenzimmer mit fließendem Wasser«.

Das Nachbarhaus (Untere Hauptstr. 4) ist kürzlich umgebaut und modernisiert worden: Der Schriftzug »Julius Limb«, der viele Jahre an der Fassade prangte, ist entfernt worden, denn das Friseurgeschäft wird mittlerweile von Limbs Schwiegersohn Hermann Geisinger (1926-1989) betrieben. Der Friseursalon im Erdgeschoss hat beim Umbau ein breites Schaufenster erhalten, darüber wurde ein Balkon angebaut. Limbs »Esso«-Tankstelle existiert noch, ihre Tage sind aber bereits gezählt.

Standort des Fotografen: 47.883732, 8.343955