Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Schneeberge im Städtchen! Der untere Rathausplatz hat sich in eine nahezu alpine Landschaft verwandelt. Rund um das Mailänder Tor türmen sich gewaltige Schneemassen, die beim Räumen der Straßen zusammengeschoben wurden. Der Platz wirkt verwandelt und verschwindet unter dem Weiß.
Selbst der Demetriusbrunnen ist kaum noch zu erkennen. Nur die Brunnensäule mit der Figur des Demetrius ragt aus dem Schnee hervor, als würde er langsam darin versinken. Dächer, Giebel und das Tor tragen dicke Schneelasten, und das sonst so belebte Zentrum des Städtchens liegt still da. Der Winter hat Löffingen fest im Griff.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.
Schnee liegt in der Kirchstraße und dämpft die Schritte der wenigen Passant*innen, die an diesem Winterabend noch unterwegs sind. Der frisch geräumte Fahrbahnrand türmt sich zu kleinen Wällen, während der Rest der Straße unter einer geschlossenen, hell schimmernden Decke ruht. Über die Straße hinweg spannt sich Weihnachtsdekoration: eine Girlande mit elektrischen Lichtern, die ein warmes, festliches Leuchten in die Dunkelheit werfen.
Die Schaufenster der Bäckerei Zahn (Kirchstr. 13) und des Eisenwarengeschäfts Walz (Kirchstr. 15) sind hell erleuchtet. Hinter den Scheiben präsentieren sich Waren und Auslagen. Das Licht spiegelt sich im Schnee und lässt die Kirchstraße beinahe feierlich wirken. Auch die Fassaden sind geschmückt. Ein beleuchteter Tannenbaum strahlt in der Dunkelheit. Das Städtchen zeigt sich von seiner ruhigen, behaglichen Seite – das Leben verlagert sich in diesen Tagen etwas nach innen.
Links im Hintergrund steht das Haus Schelling (Kirchstr. 11) noch in seiner alten Form. Das spätere »Postbögle«, das Fußgänger*innen eine Abkürzung zum Postamt in der Bittengasse ermöglicht, existiert hier noch nicht.
Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.
Ein kalter Wintertag im Jahr 1974 am »Ochsenberg«. Der Schnee liegt flächendeckend auf der Anhöhe, die Luft ist klar, die Schritte knirschen unter den Stiefeln. Die Treibjagd ist beendet, und die Jäger haben sich um die Strecke versammelt. In der Mitte liegen die erlegten Tiere, sorgfältig ausgelegt und mit Fichtenzweigen eingerahmt – ein stiller Moment, auch des Respekts vor den getöteten Tieren, nach der Anspannung des Jagdtages.
Ringsum stehen die Männer dicht beisammen, in schweren Mänteln, mit Hüten und Gewehren. Viele sind mit ihren Autos vorgefahren, wie der Fuhrpark im Hintergrund zeigt. Die Treibjagd dient der Bestandsregulierung und dem Schutz von Wald und Flur. Gleichzeitig ist sie eingebettet in feste Regeln und Bräuche – und auch ein gesellschaftliches Ereignis.
Zur Jagdgesellschaft gehören u.a. Ludwig Storz (1902-1987), Heinz Hauger (Treiber), Ernst Rudigier (1922-1981, Göschweiler), Karl Sibold (1937-2016), Gerhard Raufer (Göschweiler), Klaus Allinger, Rudolf Heer (Treiber, Göschweiler), Hermann Reichert und Rudolf Jordan (1942-2024).
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Vom Hang der »Wanne« aus öffnet sich der Blick über das winterliche Städtchen. Frischer Schnee liegt wie eine geschlossene Decke über den Dächern, Straßen und Gärten, dämpft Geräusche und lässt alles still werden. Im Vordergrund ragt eine verschneite Tanne und eine Kiefer ins Bild, ihre Äste schwer beladen, die den Blick des Fotografen bewusst rahmt. Sie verleiht der Ansicht eine weihnachtliche Note.
Unten breitet sich Löffingen aus: Reihen von Wohnhäusern, das Neubaugebiet in der »Breiten«, das in den 1960er Jahren entstand, gleichmäßig angeordnet und klar strukturiert, die Mehrfamilienhäuser kontrastieren mit dem gewachsenen Ortskern. Aus der Mitte des Städtchens erhebt sich der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael, ein vertrauter Orientierungspunkt. Vor der »Hasle« sind die Festhalle und die Grundschule zu erkennen.
Der Winter zeigt sich an diesem Wintertag von seiner freundlichen Seite. Die klare Luft lässt die Konturen scharf hervortreten, der Himmel ist hell, die Sonne scheint. Rauch steigt aus einzelnen Kaminen auf und verrät das Leben hinter den verschlossenen Fenstern.
Diese Fotos stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.
Nach getaner Arbeit gönnen sich die Waldarbeiter eine kurze Pause. Der mächtige Baumstamm, den sie eben erst zu Fall gebracht haben, liegt quer im verschneiten Stadtwald. Seine frische Schnittfläche leuchtet hell gegen die dunkle Rinde. Die Männer haben auf dem Stamm Platz genommen, lehnen sich an, stehen daneben, rauchen eine Pfeife oder lächeln in die Kamera.
Es ist Winter 1951/52. Schnee bedeckt den Waldboden, zwischen den hohen Bäumen liegt die Kälte in der Luft. Doch die schwere körperliche Arbeit hat warm gemacht. Mit Axt, Säge und Muskelkraft wurde der Baum gefällt – Motorsägen sind noch die Ausnahme, die Waldarbeit ist Handarbeit im wörtlichen Sinn.
zweites Bild V.l.n.r.: 1 Johann Kirner (»Severs«), 2 Hans Maier jr., 3 Hans Maier sen., 4 Ernst Mayer (1934-2009)
Das Narrenschiff »Seebär« hat sich in den Narrenumzug eingereiht und erreicht nun sein Ziel: die Festhalle. In der Festhallenstraße liegt das ungewöhnliche Gefährt vor Anker – gezogen durch die Straßen des Städtchens. An Bord stehen die Zwanzigjährigen des Jahrgangs 1936/37, angeführt von ihrem Kapitän Eugen Fehrenbach (1937-2026).
Die Stimmung auf dem Schiff ist ausgelassen. Eine Gitarre darf nicht fehlen, denn Seemannslieder gehören in diesen Jahren fest zum populären Liedgut. Gemeinsam wird gesungen, gelacht und vermutlich auch geschunkelt. Die 20-Jährigen stehen schließlich untergehakt – das Narrenschiff wird zur schwankenden Bühne für jugendlichen Übermut.
V.l.n.r.: 1 Bernd Schmid (halb verdeckt), 2 Irmgard Guth (verh. Zepf), 3 Kapitän Eugen Fehrenbach (1937-2026), 4 Bruno Schwanz, 5 Ernst Fritsche, 6 Anneliese Heizmann (verh. Scholl), 7 Emil Benz, 8 Irma Zepf (verh. Hasenfratz), 9 Ernst Meßmer, 10 ???, 11 Bruno Nägele, 12 ???, 13 Elisabeth van den Heuvel (verh. Laule)
Gebaut wurde der »Seebär« in der Scheune des Gasthauses »Linde«. Erst beim Herausziehen zeigte sich ein kleines, aber nicht unwesentliches Problem: Das Schiff war zu lang. Der Bug stieß an die gegenüberliegende Hausmauer. Kurzerhand wurde er abgetrennt und nach dem Manöver wieder angebaut.
Mit vereinten Kräften richten die 20-Jährigen den Narrenbaum auf. Das traditionsreiche Schauspiel spielt sich auf dem unteren Rathausplatz vor dem Café Fuß (Rathausplatz 5) ab. Der über 20 Meter lange Baum wird mit Hilfe langer Stangen langsam in die Senkrechte gebracht.
Das Recht, den Narrenbaum zu stellen, liegt seit jeher beim jeweiligen 20-jährigen Jahrgang. Ursprünglich war die Aufgabe den Rekrutenjahrgängen vorbehalten. Mit der erreichten Wehrfähigkeit galt ein junger Mann als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft. Seit 1934 gehören auch die jungen Frauen eines Jahrgangs dazu.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Konrad Kuster zur Verfügung.
Dichter Schneefall liegt über dem Wald, die Konturen verschwimmen im weißen Treiben. Auf einer kleinen Lichtung stehen mehrere Waldarbeiter, warm eingepackt in dicke Jacken und Mützen. Der Atem bildet Wolken in der kalten Luft. Auf dem Waldboden liegt zwischen Schnee und Matsch eine Rolle Draht und allerlei Schrott.
Die Forstarbeiter führen auch in der kalten Jahreszeit notwendige Arbeiten durch: Sturmschäden beseitigen, gefälltes Holz abtransportieren, Wege freihalten oder Maschinen reparieren. Zwei Autos stehen etwas weiter hinten, halb eingeschneit.
Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.
Nach zwei Wintern ohne ausreichende Schneedecke ist es endlich wieder soweit: Der Skiclub kann zu einem Langlauf einladen. Bei strahlendem Winterwetter stehen 22 Teilnehmer*innen an der Loipe in der »Breiten« bereit. Für viele bietet sich damit die Gelegenheit, die 15-Kilometer-Strecke für das Deutsche Sportabzeichen zu nutzen.
Der älteste Starter ist Walter Egle, Ehrenvorsitzender des Skiclubs. Zu den jüngsten gehören Thomas Volk, Martin Heiler und Thomas Morent. Auch politischer Einsatzwille zeigt sich auf den Skiern: Die Stadträte Theo Walz und Hubert Volk sind mit am Start.
Die Organisation liegt in den bewährten Händen des Vorsitzenden Erich Satler und seines Mitstreiters Peter Conzelmann. Die Zeitmessung übernehmen Karl Schreiber und Irene Egy. Bei der anschließenden Siegerehrung überreicht Erich Satler allen Teilnehmenden eine Urkunde. Ihre gelaufenen Zeiten fließen zugleich in die Dreierkombination des Skiclubs ein – neben Langlauf gehören auch Riesenslalom und Kegeln zu dieser Wertung.
Zu sehen sind u.a. Walter Egle (18), Otmar Heiler (12), Peter Conzelmann, Erich Satler (5) und Fritz Höcklin.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gerhard Pfeifer zur Verfügung.
Das Sägewerk Benz liegt unter einer dicken Schneedecke. Die Bretterstapel auf dem Werksgelände sind fast nicht mehr zu erkennen, so hoch türmt sich der Schnee auf ihnen. Nur der Schornstein verrät, dass hier noch gearbeitet wird: Eine schwarze Rauchfahne steigt in den strahlend blauen Himmel, der so klar ist, dass kein einziges Wölkchen zu sehen ist.
Noch sägt man hier Holz zu – nicht mehr lange. Denn nur kurze Zeit später, im November 1972, wird der Betrieb eingestellt und das Sägewerk stillgelegt. Dieses winterliche Bild bewahrt somit einen der letzten Eindrücke eines Unternehmens, das über Jahrzehnte die Arbeitswelt in Löffingen prägte.
Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
In der Kirchstraße herrscht ausgelassene Stimmung. Der Schnee und das nasskalte Schmuddelwetter scheinen niemanden zu stören: Zu groß ist der Spaß, den das Sackhüpfen verspricht. Eine gepflasterte Rinne dient als Ziellinie – mehr braucht es nicht, um Kinder und Erwachsene gleichermaßen in Bewegung zu bringen.
Zunächst starten die »Laternenbrüder«. Mit breitem Grinsen und unter großem Jubel der Umstehenden steigen sie in die groben Jutensäcke. Einige wirken erstaunlich gelenkig, andere weniger – doch gerade das sorgt für Lacher in der ganzen Straße. Die Kinder feuern die Erwachsenen begeistert an und versuchen, ihnen nach dem Zieleinlauf die Säcke abzunehmen.
Denn dann sind die Kinder an der Reihe, sie springen los, wild entschlossen, als Erste ins Ziel zu hüpfen. Ihre Bewegungen verschwimmen auf den Aufnahmen – ein Zeichen dafür, wie rasant es zugeht. Zwischen ihnen stehen Zuschauer*innen dicht gedrängt, manche unter Regenschirmen. An der Ziellinie steht ein Narrenpolizist, der den Wettkampf überwacht.
erstes Bild: »Laternenbrüder«: Josef Guth, ???, Hans Müller, Karl Guth, ???, Karl Koch, Hans Strobel; zuschauende Kinder: Werner Adrion, Rolf Imbery, Barbara? Gwinner, Anni Jordan, Hedwig Geisinger, Wolfgang Schmidt; zuschauende Erwachsene: Paula Müller, Hilde Keller und Ernst Keller, Ernst Heiler und ??? Heiler, Elise Göpper
Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
In der »Hintergasse« posiert eine Frau vor der Kamera – einmal im aufwendigeren Kostüm mit Samtweste, Knopfschmuck und gemustertem Hüfttuch, ein anderes Mal mit einfachem Kleid und großem Fransenschal. Die beiden Aufnahmen zeigen, dass sie sich für die Fasnacht gleich mehrfach verkleidet oder ihren Auftritt variiert. Der Schnee am Boden lässt erahnen, wie kalt es beim Fotografieren ist – lächelnd hält sie trotzdem still.
Das Fenster hinter ihr gehört zur Werkstatt der Buchbinderei und Buchdruckerei von Anton Rebholz (Rathausplatz 3). Vermutlich drückt er selbst auf den Auslöser: Als leidenschaftlicher Fotograf hält er das Löffinger Fasnachtstreiben auf Glasplatten- und Papierabzügen fest.