Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.
Auf dem unteren Rathausplatz ist eine Feuerwehrübung im Gange. Vor dem Café und der Bäckerei Ritter (Rathausplatz 5) stehen Feuerwehrmänner mit der alten Spritze. Noch steht der Name »Ritter« an der Fassade und noch nicht »Fuß«, doch 1935 übernimmt der Bäckermeister Viktor Fuß das Geschäft. Vor dem Rathaus steht das Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Kriegsteilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Das Denkmal ist von einem schmiedeeisernen Gitter umgeben, was im Laufe des Zweiten Weltkrieges demontiert wird.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Hilda und Walter Köpfler sowie Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.
Vor dem Eingangsbereich vom »Zigarren-Vogt« mit seinen stilisierten Säulen lässt sich eine Gruppe Närrinnen und Narren zur Erinnerung fotografieren.
Rechts ist die Ladentür zu sehen. An ihren Glasscheiben hängt Reklame, die u. a. für Produkte der Firma »Maggi« und für Zigarren der schweizerischen Tabakfirma »Burger Söhne« werben.
Wer weiß, wer die Personen sind?
1.Reihe, v.l.n.r.: ??? 2.Reihe, v.l.n.r.: Hedwig Leithold verh. Wölfle, ???, Mathilde Nägele, Maria Nägele, Fritz Nägele, Maria Fehrenbach geb. Mayer, Maria Faller (1919-1967) 3.Reihe, v.l.n.r.: ???, Anna Nägele verh. Vierlinger
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Hilda und Walter Köpfler zur Verfügung.
Vor dem Schaufenster beim »Zigarren-Vogt« haben sich fünf Närrinnen und drei Narren zu einem Gruppenfoto versammelt. Im Hintergrund ist das »Eichhäusle« (Obere Hauptstr. 1) und das Haus Roth (Vorstadtstr. 4) zu sehen.
1.Reihe, v.l.n.r.: vorn: Albert Schwörer, ??? Fritz Nägle 2.Reihe, v.l.n.r.: Mathilde Nägele, Hedwig Wölfle, Maria Nägele, Anna Nägele, Wilhelm Vogt, »Nudle-Vogt«
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Emilie und Heinz Albrecht zur Verfügung.
Das Schaufenster von Uhrmachermeister Wilhelm Maier (1889-1954) in der Unteren Hauptstraße ist für Fronleichnam aufwändig geschmückt. Ein Kruzifix ist aufgebaut, darunter befindet sich eine Kugel aus Reisig, auf der ein Spruchband angebracht ist. Es verkündet: »Christus, Herr der neuen Zeit«. In das Straßenpflaster sind Maien gesteckt, die das deokrierte Schaufenster einrahmen.
Wilhelm Maier gehört dem katholischen Stiftungsrat an. Er ist auch einer der vier »Himmelträger«, die bei der Fronleichnamsprozession den Stoffbaldachin für den Pfarrer tragen.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Gertrud Faller und Emma Kienzle zur Verfügung.
Bei Trenkles in der Hohlgasse sitzen sieben junge Männer und Buben um den Stubentisch versammelt. Hinter ihnen befindet sich der Herrgottswinkel mit religiösen Bildern an der Wand. »An Gottes Segen ist Alles gelegen«, steht auf einem der gerahmten Bilder. Die Gruppe spielt das Kartenspiel Cego, das badische Soldaten einst während der napoleonischen Kriege aus Spanien in ihre Heimat mitgebracht haben sollen und das sich seitdem in Baden großer Beliebtheit erfreut. Zwei Karten werden von den Spielern in die Kamera gehalten: die »Gaiß« und der »Mund«, die 21.
Das Spiel ist das Ansichtencego der Firma Frommann & Morian, die 1930 von der Altenburger und Stralsunder Spielkartenfabrik V.A.S.S. übernommen wurde.
Das Foto ist vermutlich ein gestelltes Bild. Das ist vor allem daran zu erkennen, dass fünf Spieler Cego-Karten auf der Hand haben, aber bei dem Spiel nur vier oder drei Spieler gleichzeitig mitmachen können. Auch der Handharmonikaspieler, der während des Spiels auf seiner Quetschkommode dudelt, unterstreicht den gestellten Charakter.
Zwei der Kartenspieler sind die Zwillingsbrüder Ferdinand Trenkle (1919-1947) und Friedrich Trenkle (1919-1945). Die beiden sind die Söhne des Landwirts und Bahnarbeiters Ferdinand Trenkle und seiner Ehefrau Josefa geb. Bender. Beide Brüder werden Wehrmachtssoldaten und kehren nicht in ihre Heimat zurück. Friedrich Trenkle kommt im September 1945 in sowjetischer Kriegsgefangenenschaft zu Tode und Ferdinand Trenkle soll im Februar 1947 in einem Kriegsgefangenenlazarett in der Sowjetrepublik Aserbaidschan verstorben sein.
V.l.n.r.: Franz Faller, Friedrich Trenkle (1919-1945), ???, Ferdinand Trenkle (1919-1947), ??? Heizmann, Karl Kuster (1917-1990), Franz Geisinger, ??? Strobel
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christel Wehrle zur Verfügung.
Neben dem Eingang zum »Saalbau Gebert« hat sich Familie Gebert zu einem Gruppenfoto versammelt. In der ersten Reihe sitzen der Gast- und Landwirt Karl Gebert (1888-1961) und seine Frau Elise Gebert geb. Benz (1897-1958). Die beiden hatten 1919 geheiratet. In ihre Mitte haben sie die jüngste Tochter Anna genommen. In der hinteren Reihe stehen die drei Töchter Maria (geb. 1922), Josefa (geb. 1920) und Elisabeth (geb. 1921).
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.
Vom Alenberg schweift der Blick über das Städtchen. Im Vordergrund sind die Häuser im Maienland zu sehen. Die Villa Gugelberger (Maienlandstr. 6) ist von Bäumen halb verdeckt. Das Mailänder Tor ist nur an den Staffelgiebeln und seinem kleinen Glockentürmchen zu verorten. Aus dem Altstadtring ragen das Rathaus und die Pfarrkirche St. Michael empor. Das katholische Pfarrhaus mit seinem barocken Dach sticht aus der Dächerlandschaft heraus. Daneben ist ein kleiner Teil vom Haus Kaus, dem zweiten Barockhaus, zu erkennen. Es wurde bei einem Fliegerangriff im Frühjahr 1945 dem Erdboden gleichgemacht. Jenseits der Bahnlinie sind die Mitte der 1930er Jahre neu gebauten Häuser in der Bonndorfer Straße zu erkennen.
Der »Reichberg« im Hintergrund ist noch völlig unbebaut. Nur ein einzelnes Haus ist zu erkennen: Das Haus von Taglöhner Franz Josef Wehrle (Am Reichberg 6a) steht einsam da. Seine abgeschiedene Lage außerhalb des Städtchens trägt ihm den Hausnamen »d’Usländer« ein.
Badisch-Pfälzische Flugbetrieb A.G., Mannheim | Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.
Ein Flugzeug kreist über das Städtchen und ein Luftbild wird aufgenommen. Die »Flugzeugaufnahme« findet als Ansichtskarte Verbreitung. Im Vordergrund ist die heutige Güterstraße zu sehen. Dahinter befindet sich die Bahnlinie und jenseits der Gleise das im Frühjahr 1945 zerstörte Bahnhofsgebäude. Am Ortseingang fallen die beiden Barockhäuser ins Auge: Links das katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) und rechts das Haus Kaus (Untere Hauptstr. 9a).
Hinter der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist die Hafnergasse (heute Kirchstraße) zu erkennen: Die Häuser auf der rechten Straßenseite wurden nach dem Großbrand 1929 neu erbaut. An der »Hasle« steht bereits das Gebäude der Festhalle und Volksschule. Mit dem Bau wurde 1923 begonnen, aber er konnte erst 1936 eingeweiht werden. Die Außenanlage ist hier noch nicht gestaltet.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christel Wehrle zur Verfügung.
Die Frau, die es sich auf dem Bänkchen vor dem Gasthaus »Gebert« gemütlich gemacht hat, trägt Löffinger Tracht. Sie ist aber weder Löffingerin noch trägt sie die Tracht im Alltag. Das Foto ist gestellt. Das Porträt zeigt Frau Hinz, die als erster Kurgast im »Gebert« Ferien verbringt. Sie darf einmal ausprobieren, wie es ist, Tracht zu tragen. Und natürlich wird ein Erinnerungsfoto geschossen.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Helene Krauß zur Verfügung.
»Kraft durch Freude«, kurz »KdF«, so lautet der Name einer politischen Organisation der Nationalsozialisten, die die Aufgabe hat, die Freizeit der deutschen Bevölkerung zu gestalten, zu überwachen und gleichzuschalten. Die bereits 1933 gegründete KdF avanciert zum größten Reiseveranstalter im nationalsozialistischen Deutschland. Die meisten ihrer Aktivitäten werden mit Beginn des Zweiten Weltkrieges eingestellt.
Auf dem Foto ist eine fröhliche KdF-Reisegruppe zu sehen, die am Bahnhof angekommen ist und sich gerade in einem geschlossenen Umzug in Richtung Städtchen in Bewegung setzt. Die Urlauber*innen tragen ihr Handgepäck mit sich und plaudern angeregt. Gleich werden sie von Bürgermeister Heinrich Andris offiziell begrüßt und dann auf die Gasthäuser, Pensionen und privaten Gästezimmer verteilt werden. Urlaubsstimmung und freudige Erwartung liegen in der Luft.
Das so harmlos anmutende Foto versucht darüber hinwegzutäuschen, dass die Urlaubsreisen der KdF keineswegs harmlos sind. Vielmehr verfolgen die Nationalsozialisten mit den KdF-Reisen ideologische Ziele. Sie schaffen damit eine »Wohlfühldiktatur«. Heimatgefühl, Nationalstolz und Gemeinschaftsgefühl sollen gestärkt und damit letztlich auch die Kriegstüchtigkeit erhöht werden.
Das Bahnhofsgebäude im Hintergrund wird während des Zweiten Weltkrieges zerstört.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.
Die Mitarbeiter des Gipsergeschäfts Schweizer unterbrechen ihre Arbeit für einen kurzen Moment und lassen sich auf dem Gerüst der Baustelle fotografieren. Gipsermeister Franz Schweizer (1899-1971) steht im Vordergrund auf einer Tonne.
Wer weiß, welches Haus hier gerade gebaut und verputzt wird?
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Klaus Benitz zur Verfügung.
Der Küfer Hermann Diesberger (1909-1945) wird während seiner Arbeit in der Werkstatt der Weingroßhandlung Benitz fotografiert. Im Hintergrund ist Albert Benitz (1905-1996) zu sehen.
Hermann Diesberger wurde 1909 in Reiselfingen geboren. Er ist mit Mathilde Diesberger (geb. Vogt, 1911-?) verheiratet. Das Ehepaar wohnt in der Maienlandstraße 12. Im Zweiten Weltkrieg ist er Soldat. Der Obergefreite fällt kurz vor Kriegsende am 24. Januar 1945 im elsässischen Wittelsheim.
Die Kriegerwitwe Mathilde Diesberger, die alleine mit zwei kleinen Kindern (Herbert und Sigrid) dasteht, verheiratet sich 1949 mit dem Lagerarbeiter Otto Lehmann (1902-?).