Fußballmannschaft »Mailand-Alenberg«, ca. 1963

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Die Mannschaft »Mailand-Alenberg« tritt gegen das Team »Städtle-Schlempental« an. Beide Mannschaften sind frei zusammengestellt – benannt nach Straßenzügen, in denen die Spieler wohnen. Was auf den ersten Blick nach großem Wettkampf aussieht, ist in Wahrheit Jux und Dollerei. Doch wer auf dem Platz steht, nimmt das Spiel trotzdem ernst. Jeder Ball, jeder Zweikampf zählt – denn am Ende soll die eigene Mannschaft doch den Sieg davontragen. Dieses Mal jubeln die Spieler von »Mailand-Alenberg«: Sie gewinnen nach einem spannenden Spiel. Torwart Werner Schiehle (1929-2009) hält stolz den Wanderpokal in den Händen.

V.l.n.r.: 1 Alfred Berger (geb. 1932), 2 Bernd Vetter, 3 Eugen Fehrenbach, 4 Torwart Werner Schiehle (1929-2009), 5 Dieter Küßner, 6 Hans Küßner (1937-2020), 7 Hans-Peter Fehrenbach (1939-2013)

Standort des Fotografen: 47.882767, 8.350697

Närrisches Treiben im Café Alenberg, Fasnacht 1962

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Ein seltener Farb-Schnappschuss aus den frühen 1960er-Jahren: Drei Männer feiern ausgelassen im Café Alenberg. Mit Zylinder und Glas in der Hand posieren sie verschmitzt für die Kamera – ein Blitzlicht lässt die Szene hell aufleuchten und fängt die Stimmung der Nacht ein. Die Wände sind mit Girlanden und Papiersternen geschmückt, eine Sonne aus Pappe blickt von der Wand herab, und hinter der Bar funkeln Flaschen und silberne Dekoration. Alles wirkt improvisiert und gleichzeitig liebevoll vorbereitet. Man meint den Lärm, das Lachen und das gesellige Treiben zu hören.

Wird Fasnacht gefeiert? Oder vielleicht Silvester?

V.l.n.r.: 1 Hans Küßner (1937-2020), 2 Bernd Studer (1932-2026), 3 Emil Kopp (1932-2022), 4 Wirtin Agathe Jordan (geb. Köpfler, 1922-1982)

Im Hintergrund wacht aufmerksam die Wirtin Agathe Jordan geb. Köpfler (1922–1982) über das Geschehen. Sie macht das Café über viele Jahre hinweg zu einem beliebten Treffpunkt.

Standort des Fotografen: 47.887584, 8.342065

Klassenausflug auf den Feldberg, ca. 1958

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Brigitte Mayer zur Verfügung.

Fröhlich drängen sich sechs Schüler um zwei Pferde, die geduldig stehen bleiben. Die Jungen tragen teils lange und teils kurze Hosen und Strickjacken – schließlich unternehmen sie einen Schulausflug auf den Feldberg, den höchsten Berg des Schwarzwaldes. Lachend legen die Kinder ihre Hände auf das Fell der Pferde, manche vorsichtig, andere ganz selbstverständlich.

V.l.n.r.: 1 Herbert Frei (geb. 1950), 2 Herbert Kienzler (geb. 1950), 3 Heinz Hauger, 4 Alexander Rogg (geb. 1950), 5 Lothar Hall (geb. 1951), [Wolfgang Lüdemann-Ravit?]

Standort des Fotografen: Feldberg

Kapelle »Rio Combo« im Haus Adrion, ca. 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Die Trommel schlägt den Takt, das Akkordeon setzt ein, und schon erklingt das Saxophon. Die Gitarre legt den Rhythmus darunter – und im Raum beginnt es zu kribbeln. Die vier Musiker der »Rio Combo« sind in ihrem Element, spielen mit Schwung und sichtbarer Freude. Gemeinsam bringen sie den Rhythmus der »wilden 50er« nach Löffingen.

Das Foto wird im Haus Adrion (Alenbergstr. 21) aufgenommen. Fritz Adrion sen. (1897-1971) gibt im Untergeschoß seines Hauses, dem so genannten »Tanzsaal«, Tanzunterricht. Nach den Kursabenden wird ein Abschlußball der Teilnehmer*innen veranstaltet. Die »Rio-Combo« ist meist die Hauskapelle. Bunte Girlanden und glitzerndes Aluminium tauchen den Raum in Feststimmung. Es ist Mitte der 1950er Jahre, die Kriegszeit ist vorbei, und die Menschen sehnen sich nach Tanz, Musik und unbeschwerten Momenten.

V.l.n.r.: 1 Erich Adrion (1926-2001), 2 Paul Siefert (geb. 1935), 3 Ewald Hepting (1933-2010), 4 Andreas Nobs (»Pan«, 1926-2005)

Standort des Fotografen: 47.886427, 8.342926

2 Fotos: Frauengruppe in einem Wohnzimmer, 1965

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Es ist ein Sommerabend 1965, und im Wohnzimmer herrscht beste Stimmung: Acht Frauen sitzen dicht gedrängt um den gedeckten Tisch, essen, trinken und lachen, dass die Wände wackeln. Eine hält lachend eine Bierflasche hoch, als wolle sie auf einen ganz besonderen Anlass anstoßen, während andere herzhaft in Hähnchenschenkel beißen oder sich gegenseitig necken. Die Wohnungseinrichtung – von der großen Standuhr bis zum gestreiften Vorhang – erzählt von den 1960er Jahren, ebenso wie das Porzellan auf der weißen Tischdecke. Hier wird nicht nur gegessen, sondern gefeiert – und zwar so, dass man fast das Lachen noch heute durch das Foto hören kann.

V.l.n.r.: 1 Cäcilie Rosenstiel (geb. Winterhalter, 1901-?), 2 Elisabeth Hepting, 3 Rosa Henzler, 4 [Olga Geisinger (geb. Schmutz)?], 5 ??? Duttlinger (Seppenhofen), 6 Maria Schweizer (geb. Ganter, 1909-?), 7 Anna Jordan (geb. Fehrenbach, 1907-1982), 8 Hildegard Keller (geb. Schmutz, 1920-2013)

Standort des Fotografen: ???

6 Fotos: Treffen von Waldarbeitern und Gemeinderat im Stadtwald, 1977

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Es ist ein nebliger Tag im Stadtwald. Im Vordergrund knistert ein Lagerfeuer, um das sich eine bunte Gruppe versammelt hat: Waldarbeiter, Gemeinderäte und auch Bürgermeister Dr. Dieter Mellert. Männer in wetterfester Kleidung sitzen auf Holzbänken, rauchen, trinken Bier, reden, lachen. Ein kleiner Junge sitzt zwischen den Erwachsenen als neugieriger Beobachter.

Man ist zu einem Arbeitstreffen zum Thema Forstwirtschaft vor Ort im Stadtwald zusammengekommen. Das Format ist informell gewählt: Draußen am Feuer statt im Sitzungssaal im Rathaus. Im Hintergrund hat sich der Wald in einen großen Parkplatz verwandelt, weil offensichtlich jeder der Herren mit seinem eigenen PKW vorgefahren ist.

Wer erkennt die Waldarbeiter und die Gemeinderäte?

erstes Foto
Sitzend, v.l.n.r.:
1 Gemeinderat Paul Wolf (Unadingen), 2 Gemeinderat Ekkehard Marx (Unadingen), 3 Gemeinderat Johann Fehrenbach, 4 Eugen Beha, 5 Kind Andreas Isele (?), 6 Fritz Isele, 6 Edwin Kuttruff (hockend)
Stehend, v.l.n.r.: 1 Gemeinderat Josef Hoitz, 2 Revierleiter Bruno Wiehl (Dittishausen/Unadingen), 3 Bürgermeister Dieter Mellert

zweites Foto
Sitzend, v.l.n.r.:
1 Revierleiter Franz Rappenegger, 2 Haumeister Ernst Heiler, 3 Revierleiter Hermann Vogt (Reiselfingen), 4 Gemeinderat Paul Wolf (Unadingen), 5 Gemeinderat Ekkehard Marx (Unadingen), 6 Gemeinderat Johann Fehrenbach, 7 Waldarbeiter Eugen Beha, 8 Kind Andreas Isele (?), 9 Gemeinderat Fritz Isele
Stehend, v.l.n.r.: 1 Gemeinderat Josef Hoitz, 2 Bürgermeister Dieter Mellert, 3 Manfred Schönau (Badische Zeitung)

drittes Foto
Sitzend, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 ???
Stehend, v.l.n.r.: 1 Revierleiter Bruno Wiehl (Dittishausen/Unadingen), 2 Rektor Karl Stoffel (1932-?), 3 Gemeinderat Martin Mayer, 4 Oberforstrat Klaus Kinast (1936-2019)

viertes Foto
Sitzend, v.l.n.r.:
1 Revierleiter Franz Rappenger, 2 Haumeister Ernst Heiler, 3 Edwin Kuttruff (1941-2001, Seppenhofen), 4 ???, 5 ???, 6 Gemeinderat Johann Fehrenbach, 7 Waldarbeiter Eugen Beha, 8 Gemeinderat Fritz Isele

fünftes Foto
Sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Ernst Heiler, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Fritz Isele
Stehend: 1 ???

sechstes Foto
Sitzend, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Fritz Isele
Stehend, v.l.n.r.: 1 Bürgermeister Dieter Mellert, 2 Edwin Kuttruff (1941-2001, Seppenhofen), 3 Gemeinderat Josef Hoitz, 4 Gemeinderat Martin Mayer, 5 Revierleiter Werner Lubrich (verdeckt), 6 Hugo Maier, 7 ???

Standort des Fotografen: ???

Zwei Reiterinnen vor dem Haus Fehrenbach in der Bahnhofstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Es ist ein seltenes Motiv für diese Zeit: Zwei junge Frauen hoch zu Ross. Links sitzt Hedwig Kaltenbrunner (geb. 1922), rechts Else Bader (geb. Fehrenbach, 1915-?). Beide wirken selbstbewusst, beinahe stolz, wie sie in die Kamera blicken – aufrecht auf ihren Pferden, die still nebeneinander stehen. Dass Frauen reiten, ist nicht völlig unüblich, doch sie dabei zu fotografieren, ist keineswegs alltäglich. Reiten gilt vielerorts noch als Männerdomäne.

Aufgenommen wird das Foto vor dem Haus Fehrenbach (Bahnhofstr. 2). Das Scheunentor und der Lattenzaun am linken Bildrand sind der Anhaltspunkt, um den genauen Ort zu bestimmen.

V.l.n.r.: 1 Hedwig Kaltenbrunner (1922-1999), 2 Else Bader (geb. Fehrenbach, 1915-?)

Standort des Fotografen: 47.884138, 8.341975

2 Fotos: Verabschiedung von Ernst Heiler als Waldarbeiter, 1983

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

In der »Stierhütte«, mitten im Wald, sitzen die Waldarbeiter zusammen. Ernst Heiler (1923-1990) geht nach jahrzehntelanger Arbeit in den Ruhestand. Er wird von seinen Arbeitskollegen mit einem kleinen Fest verabschiedet. Der Abschied bedeutet nicht nur das Ende eines Arbeitslebens, sondern auch den Abschied eines erfahrenen Mannes, der den Wald mitgestaltet hat.

Zwei Bierbänke wurden zusammengestellt, darauf sitzen rund ein Dutzend Männer in Arbeitskleidung. Viele tragen Latzhosen und Karohemden. Es gibt Bier und etwas zu essen. Die Männer wirken vertraut miteinander, man kennt sich, man hat zusammen geschuftet. Viele lächeln in die Kamera, die Stimmung ist heiter.

Vorderer Tisch
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 Wilhelm Schmid, 2 Ewald Werne, 3 Erwin Vogt (Reiselfingen), 4 Konrad Kuster
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ernst Heiler, 2 Dieter Vogt (Reiselfingen)

Hinterer Tisch
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Nickel (Seppenhofen), 2 Kurt Werne, 3 Martin Rappenegger (halb verdeckt), 4 Edgar Schropp (Dittishausen)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Paul Heizmann, 2 Eugen Beha (1938-2003), 3 Johann Rappenegger

Aufgenommen werden die beiden Fotos von Oberförster Werner Lubrich, der deshalb nicht auf den Fotos selbst zu sehen ist.

Standort des Fotografen: 47.927771, 8.319454

2 Fotos: »Tante Molly« mit Kindern in der Touristinformation, Dezember 1994

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Im Veranstaltungssaal in der Touristinformation herrscht gespannte Stille. Alle Kinder sitzen konzentriert auf ihren Stühle im Halbkreis um »Tante Molly« herum. Elisabeth Irtenkauf (geb. Eichhorn, 1931-2017), so ihr bürgerlicher Name, hat gerade zur 100. Vorlesestunde geladen – ein kleines Jubiläum, das sie selbst bescheiden übergeht, während sich alle Augen auf das aufgeschlagene Buch vor ihr richten. Es ist die Erzählung vom Lama, das nicht mehr spucken wollte.

Die Kinder sind nicht nur still, sie sind mitgerissen. Einige umklammern ihre mitgebrachten Stofftiere, als seien diese auch Zuhörer. Manche lächeln, andere schauen mit leicht geöffnetem Mund gebannt zur Vorleserin. Die kleine Julia Bader, die später als »Lauschkönigin« geehrt wird, sitzt auch im Publikum. Nur die Stimme von Elisabeth Irtenkauf füllt den Raum, eine Stimme, die den Kindern seit über vier Jahren Geschichten nahebringt, ohne jemals dieselbe zweimal zu erzählen.

Im Anschluss an die Lesung wird Elisabeth Irtenkauf für ihr Engagement gedankt. Einige Kinder überreichen ihr als Dankeschön kleine Geschenke. Bürgermeister Dr. Dieter Mellert und Mechthild Großmann, die Leiterin der Stadtbücherei, danken ihr. Großmann hält eine kleine Laudatio und betont die Bedeutung des Lesens und der Welt der Bücher.

Standort des Fotografen: 47.884059, 8.345640

4 Fotos: Grillplatz an der »Wanne«, 1974

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Der neu angelegte Grillplatz im Gewann »Wanne«, liegt hoch oben über dem Städtchen. Von hier hat man auch einen weiten Blick über Wiesen, Felder und bewaldete Höhen. Die Anlage wirkt noch ganz frisch: Die Erde ist eben planiert, rundherum sind junge Bäumchen gepflanzt, die später einmal Sicht- und Windschutz bieten sollen. In der Mitte steht eine gemauerte Feuerstelle mit Grillaufsatz. Mehrere massive Holzbänke und -tische sind halbkreisförmig darum gruppiert – als Ort für Schulklassen, Jugendgruppen, Vereine oder Familien, die hier gemeinsam Zeit verbringen, grillen, essen, feiern wollen.

Die »Wanne« dient im Winter vor allem als Abhang zum Schlittenfahren. Mit der Schaffung dieses Grillplatzes ist sie jetzt auch in den Sommermonaten ein Ort, der zur Freizeitgestaltung einlädt. Noch ist der Platz jung, aber man kann sich gut vorstellen, wie hier bald Würstchen brutzeln, Kinder herumrennen und lange Sommerabende bei Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel ausklingen.

Standort des Fotografen: 47.880565, 8.338002

Ankunft von Kurgästen in der Bahnhofstraße, 1954

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Am Bahnhof herrscht geschäftiges Treiben – es ist »großer Bahnhof« im wörtlichen wie übertragenen Sinn. Gerade ist ein Zug mit einer Reisegruppe eingetroffen. Auf dem sandigen Platz vor dem Bahnhof hat sich eine bunte Menschenmenge versammelt: Gastgeberinnen und Gastgeber, Kinder, neugierige Zaungäste – alle warten gespannt auf die ankommenden Kurgäste.

Ein Schild mit der Aufschrift »Willkommen« spannt sich über den Fußweg, der hinunter in das Städtchen führt. Ein freundlicher Empfang in einfacher Ausführung. Dazwischen: Lachen, Rufen, Stimmengewirr, das typische Klappern von Koffern und Leiterwagen, die viele mitgebracht haben, um das Gepäck zur Unterkunft zu bringen. Das Tragen der Koffer und Ziehen der Leiterwagen übernehmen oft die Kinder, die sich so ein kleines Trinkgeld verdienen. Vielleicht reicht es für ein Eis oder ein paar Bonbons. Vorn lächelt ein Mädchen selbstbewusst in die Kamera – vielleicht ist sie schon geübt darin, Kurgäste willkommen zu heißen.

Links im Bild parkt ein Omnibus des Unternehmens Scherer, um einige der Urlauber*innen in ihr Feriendomizil in den umliegenden Dörfern zu bringen. Die ganze Szene strahlt eine freundliche Atmosphäre aus: Man freut sich auf die Feriengäste, die ein bisschen Abwechslung in den Alltag bringen – und umgekehrt: die Kurgäste auf die ländliche Ruhe, die sie hier suchen.

Vor dem Schild »Willkommen« steht CDU-Kreisrat Joseph Benitz (1897-1981). Ihm ist der Tourismus eine Herzensangelegenheit.

Standort des Fotografen: 47.883627, 8.342297

Junge Frauen am Jahn-Denkmal, 1949

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gabi Senn zur Verfügung.

Mit Schwung erklimmen die jungen Frauen das raue Gestein. Ihre Sommerkleider wehen im Wind, Hände klammern sich an den grobkörnigen Stein, Lachen hallt durch das »Hasle«-Wäldchen. Es ist 1949, und der Krieg liegt zwar erst wenige Jahre zurück, aber an diesem Tag zählt nur die Freude am Sommer.

Das Jahn-Denkmal, das sie in Besitz nehmen, wurde 1928 vom Turnerbund errichtet und ist dem »Turnvater« Friedrich Ludwig Jahn gewidmet – einem der Gründungsväter der deutschen Turnbewegung. Sein Porträt blickt streng vom Medaillon des Denkmals herab, doch die drei jungen Frauen schenken ihm heute keine allzu ehrfürchtige Aufmerksamkeit. Sie nutzen das Denkmal als Kletterfels. Eine der Frauen ist sogar ganz nach oben geklettert, sodass der Fotograf sie nicht auf das Foto bekommt und ihren Kopf kurzerhand abschneidet.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Margareta Zepf (verh. Senn, 1932-2021)

Als der Turnerbund 1928 das Denkmal errichtete, stand es noch eingebettet in den dichten Wald der »Hasle«. Doch rund zwanzig Jahre später zeigt sich ein völlig verändertes Bild: Das Jahn-Denkmal liegt nun inmitten einer weiten Lichtung. In der Nachkriegszeit kamen Holzfällergruppen aus Frankreich nach Löffingen, das zur französischen Besatzungszone gehörte. Sie schlugen rund 15.000 Festmeter Holz für französische Firmen. Hinzu kam ein starker Borkenkäferbefall, der den Wald zusätzlich schwächte. So entstanden große Kahlflächen rund um das Denkmal.

Standort des Fotografen: 47.879851, 8.349946