Kindergruppe in der Demetriusstraße, ca. 1945

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gabi Senn zur Verfügung.

Hinter dem Haus Limb steht eine Schar Kinder in der Demetriusstraße. Die älteste unter ihnen, Margareta Zepf, ist bereits im Jugendalter und trägt fürsorglich ein kleineres Kind auf dem Arm.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 [Irma Zepf (verh. Hasenfratz, geb. 1937)], 3 ???, 4 Margareta Zepf (verh. Senn, 1932-2021), 5 ???, 6 ???

Im Hintergrund sind die Rückseite vom Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) und der Hintereingang zum Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) zu sehen. Julius Limb (1883-1968) betreibt einen Friseursalon und eine Drogerie. Verschiedene Werbeschilder aus Emaille sind zu sehen, die u.a. Produkte von Maggi und die Zahncreme Durodont anpreisen und von Limbs Warenangebot zeugen. Vermutlich ist es Julius Limb selbst, der zur Kamera greift, um diesen Moment festzuhalten. In der Tür steht seine Ehefrau Maria Limb (geb. Nägele, 1894–?), gekleidet in einen weißen Friseurkittel, und beobachtet das Geschehen.

Ein Fotoapparat ist in der unmittelbaren Nachkriegszeit ein seltener Besitz – zählt er doch zu den Gegenständen, die von der französischen Besatzungsmacht häufig eingezogen wird.

Standort des Fotografen: 47.883413, 8.343496

Margareta Senn mit drei Kindern im Schulweg, ca. 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gabi Senn zur Verfügung.

Ein Tag im Frühherbst. Margareta Senn (geb. Zepf, 1932-2021) schiebt den Kinderwagen mit sicherem Griff, zwei Mädchen laufen fröhlich nebenher, das kleinere trägt eine Puppe im Arm, als wäre sie selbst eine Mutter. Die Sonne steht hoch und wirft lange Schatten über den Schulweg. Das jüngste Kind im Wagen sitzt aufrecht in einer Latzhose, fest eingepackt in einen gestrickten Pullover. Die beiden Mädchen tragen identische Kleider mit Bubikragen – wahrscheinlich selbst genäht, wie so vieles in dieser Zeit.

Die beiden Mädchen sind Maria Schelling (geb. 1951) und Ursula Schelling (geb. 1950), Nichten zweiten Grades von Margareta Senn. Das Kind im Kinderwagen ist evtl. Irene Schelling (geb. 1954).

Der neue Kindergarten im Schulweg wird erst 1965 eröffnet. Im Hintergrund reihen sich die Häuser der Bittengasse auf, dahinter erkennt man die Rückseite der Häuser der Kirchstraße. Der neu errichtete Bauhof steht noch frisch im Bild, daneben der Farrenstall. Das Trafohaus steht an der Einmündung zur Bittengasse.

Standort des Fotografen: 47.883280, 8.346341

Vier Männer im Gasthaus »Adler«, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Die Luft ist schwer von Zigarettenrauch, ein Hauch von Zigarren mischt sich darunter. Vier Männer – zwei sitzend, zwei im Mantel stehend – füllen die Wirtsstube im ersten Obergeschoss mit Leben. Einer zeigt mit dem Finger, womöglich in einer hitzigen Diskussion. Der andere steht daneben, den Blick leicht vernebelt, als sei sein Gedanke noch bei der letzten Erzählung. Alle vier sind aktive Sänger beim Männergesangsverein Eintracht.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Willy Siefert, 2 Ernst Krauss
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Eugen Fehrenbach, 2 ???

Die niedrige Decke drückt fast ein wenig auf die Szenerie, darüber hängt ein Adventskranz. Vielleicht feiert der Gesangsverein seine Weihnachtsfeier? Weihnachten steht jedenfalls vor der Tür – und damit auch die langen Abende in vertrauter Runde. Im Hintergrund der Tresen: Flaschen, Gläser, ein paar Süßigkeiten, die Uhr an der Wand – es könnte Mitternacht sein.

Der »Adler« ist nicht nur ein Wirtshaus. Er ist – wie die anderen Gasthäuser auch – Treffpunkt, Stammtisch, Nachrichtenbörse. In den Jahren nach dem Krieg ist er auch Zufluchtsort und Wohnzimmer zugleich. Vielleicht reden sie über Politik oder über das Wetter. Vielleicht schweigen sie auch einfach gemeinsam. Ein kurzer Moment – festgehalten zwischen Schnaps und Zigarettenqualm.

Standort des Fotografen: 47.883587, 8.343640

Narrengruppe »Schotten« auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Eine Gruppe Fasnachtsnarren zieht als »Schotten« verkleidet beim Narrenumzug über den unteren Rathausplatz. Unter dem Motto »Kleine Gruppen – viel Grund zum Gucken« marschieren die kostümierten Männer im Kilt und mit karierten Kniestrümpfen durch die Stadt. Der vorderste Teilnehmer trägt einen langen Stecken als Zeichen der Anführung. Es sind Mitglieder des Männergesangsvereins »Eintracht«, die sich hier als Narrengruppe zusammengefunden haben. Willy Siefert, der vorneweg marschiert, ist Vorsitzender des Vereins.

V.l.n.r.: 1 Karl Beha (1901-?), 2 ???, 3 Ernst Göhry, 4 ???, 5 ???, 6 Fitz Strobel (1906-1997), 7 Hermann Schilling (1914-1998), 8 ???, 9 Willy Siefert (?-1968)

Im Hintergrund erkennt man das Mailänder Tor und das Haus Müller (Demetriusstr. 13) mit der Aufschrift »Mechanische Rep. Werkstätte« sowie das Haus Egle (Demetriusstr. 14), an dessen Fassade »K. Egle Modewaren« zu lesen ist. Trotz des ungemütlichen Wetters – die Straße ist nass, am Rand liegt noch etwas Schneematsch – säumen viele neugierige Zuschauer*innen die Straße. Erwachsene und Kinder stehen dicht gedrängt, warm eingepackt in Mäntel. Sie beobachten die fantasievoll verkleideten Narren mit sichtlicher Freude.

Standort des Fotografen: 47.883866, 8.344088

Frauen beim Wäscheaufhängen »Im kleinen Brühl«, ca. 1965

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gabi Senn zur Verfügung.

Drei Frauen posieren beim Wäscheaufhängen im Neubaugebiet »Im kleinen Brühl«. Im Zentrum des Farbfotos stehen sie mit einem Wäschekorb aus Weide vor frisch gewaschener, strahlend weißer Wäsche, die ordentlich auf der Leine im Wind flattert. Die drei wirken fröhlich und selbstbewusst. Die beiden Frauen links und rechts sind vermutlich Feriengäste.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 Margareta Senn (geb. Zepf, 1932-2021), 3 ???

Ob schon mit der Waschmaschine gewaschen wird? Sehr wahrscheinlich. Mitte der 1960er Jahre hat sich die elektrische Waschmaschine auch in ländlichen Gebieten zunehmend durchgesetzt – ein Meilenstein in der Hausarbeit, der das Wäschewaschen sehr erleichtert.

Im Hintergrund sieht man bereits fertiggestellte Mehrfamilienhäuser in der Gartenstraße (Nr. 2, 4, 6), aber auch noch unbebaute oder erst teilweise erschlossene Grundstücke. Der Boden zeigt Spuren von Bauarbeiten: aufgewühlte Erde, provisorische Wege, vereinzelt verwildertes Gras. Diese Übergangssituation zwischen Baustelle und beginnender Wohnsiedlung macht die Aufnahme besonders lebendig. Die drei Frauen stehen auf dem Grundstück von Josef und Margareta Senn, die ein Wohnhaus Am Reichberg 1a gebaut haben. Die Häuser in der Scheffelstraße, die hinter dem Grundstück verläuft, scheinen noch nicht gebaut zu sein.

Standort des Fotografen: 47.879812, 8.342347

Turnerbund, ca. 1923

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Diese sorgfältig inszenierte Gruppenaufnahme zeigt Mitglieder des 1905 gegründeten Turnerbundes. Das Foto wird in einem Fotostudio aufgenommen, wie der drapierte Vorhang im Hintergrund erkennen lässt. Die Gruppe ist klar gegliedert: In der Bildmitte und im Vordergrund sitzen und liegen aktive Turner in ihren typischen weißen Turnkleidung, die das Emblem des Vereins auf der Brust tragen. Drei der Turner tragen eine Schärpe über die Schulter, einer von ihnen hält die Vereinsfahne. Sie wird bei Wettkämpfen, Festumzügen und Ehrentagen mitgeführt. Der Turnerbund schaffte sich 1923 eine Fahne an, die am 2./3. Juni 1923 geweiht wurde. Vielleicht entsteht das Foto zu diesem Anlass?

Rechts und links der Turner stehen Männer in Anzug und Krawatte, die vermutlich dem Vereinsvorstand angehören. Auffällig ist zudem die Anwesenheit einer Frau. Ihre Präsenz weist auf die Existenz einer Damenriege hin, wie sie in vielen Turnvereinen seit der Jahrhundertwende zunehmend üblich wurde.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rupert Hepting, 2 Otto Schweizer
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rosa Adrion (geb. Berger), 2 ??? Sibold, 3 ???, 4 Fritz Adrion
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Heinrich Wider, 3 Anselm Zepf (1898-1989), 4 Jakob Schreiber, 5 Ernst Fehrenbach, 6 ???, 7 Konrad Sibold (1900-1979), 8 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Paul Benitz

Auf dem Foto ist vermutlich Vereinsvorsitzender J. Fehrenbach zu sehen.

Die deutsche Turnbewegung geht auf Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), den sogenannten »Turnvater Jahn«, zurück. Er begründete im frühen 19. Jahrhundert das Turnen als nationale Erziehungsbewegung, verbunden mit dem Ideal der körperlichen und geistigen Ertüchtigung des deutschen Volkes. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Bewegung zu einem breiten bürgerlichen Phänomen. Besonders in kleineren Städten und Gemeinden bildeten sich zahlreiche Turnvereine, die neben dem sportlichen Aspekt auch das Gemeinschaftsleben stärkten.

Standort des Fotografen: ???

Klasse 8c der Realschule mit Lehrerin Paulus-Binder, 1984

Archiv der Realschule

Der Schulfotograf ist da und die Schüler*innen der Klasse 8c versammeln sich im Schulhof für ein Gruppenfoto. Mit auf dem Bild ist Klassenlehrerin Susanne Paulus-Binder, die von 1980 bis 1989 an der Realschule unterrichtet.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Tolga Boduroglu, 2 Bernhard Nickel, 3 Matthias Frey, 4 Jeanette Heizmann, 5 Martina Masuch, 6 Heike Bölle, 7 Joachim Klöpper
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Stefan Hoch, 2 Jürgen Kaiser, 3 Corina Grimm, 4 Karin Fritsche,, 5 Christa Berberich, 6 Annette Grimm, 7 Martina Knöpfle, 8 Birgit Finkbeiner, 9 Klassenlehrerin Susanne Paulus-Binder
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Patrick Hasenfratz, 2 Ralf Streit, 3 Jürgen Fehrenbach, 4 Karin Fehrenbach, 5 Thomas Wehrle, 6 Jutta Hepting, 7 Petra Meßmer, 8 Helga Fritsche

Standort des Fotografen: 47.884069, 8.347398

Reitergruppe vor der Festhalle, ca. 1927-1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Eine Reitergruppe hat sich vor der neu errichteten Festhalle aufgestellt. Die Männer tragen Uniformen und Mützen; sie sitzen auf kräftigen Kaltblütern. Die Pferde sind nebeneinander aufgereiht. Links im Hintergrund sind mehrere Zuschauer*innen zu sehen, darunter auch Kinder.

Die Festhalle weist noch eine unverputzte Steinfassade auf. Der 1923 begonnene Bau wurde 1927 weitgehend fertiggestellt. Die drei rundbogigen Eingänge, zu denen die breite Treppe hinaufführt, sind schlicht gestaltet. Auch die Außengestaltung der Fläche rund um die Halle ist noch unvollendet. Erst 1936 wird der gesamte Komplex, bestehend aus der Festhalle, dem Mitteltrakt mit Heimatmuseum und der Volksschule, eingeweiht.

Ob es sich bei den Reitern um eine berittene Feuerwehr handelt, lässt sich anhand des Fotos nicht eindeutig sagen. Es scheint sich um eine Ehrenformation zu handeln, die bei einem Festzug paradiert.

Im mittleren Bogen stehen u.a. Schmiedemeister Otto Fürst und Friseurmeister Julius Limb.

Standort des Fotografen: 47.883139, 8.347639

Drei Frauen in der Oberen Hauptstraße, Mai 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gabi Senn zur Verfügung.

Drei junge Frauen spazieren bei schönstem Frühlingswetter durch die Obere Hauptstraße. Das Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10) im Hintergrund ist festlich geschmückt. Eine Fahne in den Farben blau-weiß flattert im Wind und eine lange Reisiggirlande schmückt die Fassade. Heute ist Donnerstag, der 24. Mai 1951, und die katholische Gemeinde feiert Fronleichnam. Der Prozessionsweg ist von grünen Ästen und Zweigen gesäumt, die links und rechts in das Straßenpflaster gesteckt sind. Dieser Schmuck ist nichts außergewöhnliches, sondern jedes Jahr zu sehen, und würde wohl kaum rechtfertigen, dass die drei Frauen sich fotografieren lassen.

Die drei posieren neben einer Ehrenpforte, die auf Höhe vom Haus Selb (Obere Hauptstr. 12) und vom »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) die Straße überspannt. Sie gehört nicht zur jährlichen Dekoration für Fronleichnam, aber ein anderes wichtiges Ereignis wirft seine Schatten voraus: Am 27. Mai 1951 bekommt Löffingen seine Stadtrechte wieder verliehen und erwartet zahreiche auswärtige Gäste! Anlässlich der Stadterhebung wird auch ein großer Festumzug stattfinden. Leider wird das Wetter, ganz anders als am heutigen Fronleichnamstag, nicht mitspielen…

V.l.n.r.: 1 Irma Zepf (verh. Hasenfratz, geb. 1937), 2 Margarete Zepf (verh. Senn, 1932-2021), 3 Lotte Groß (verh. Ratzer, 1930-2025)

Standort des Fotografen: 47.884438, 8.347476

Klasse 8a der Realschule mit Lehrer Gärtner, Juni 1985

Archiv der Realschule

Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a der Realschule lassen sich im Schulhof zusammen mit ihrem Klassenlehrer Arno Gärtner fotografieren. Aufgenommen wird das Foto am 3. Juni 1985 – ein Datum, das sich auf dem kleinen Schild in der vorderen Reihe ablesen lässt. Schildchen wie dieses sind für uns eine wertvolle Orientierungshilfe. Sie liefern Informationen zu Schule, Klasse und Aufnahmedatum und helfen damit bei der genauen Einordnung.

Die Kleidung der Jugendlichen – von farbenfrohen T-Shirts bis zu gestreiften Poloshirts – und die Mode der 1980er-Jahre spiegeln sich auf dem Bild deutlich wider. Auch das Outfit des Lehrers links im Bild passt mit seinem Hemd im Streifenmuster und der großen Sonnenbrille perfekt in diese Zeit. Noch fünf Wochen Schule, dann sind Sommerferien! Sie beginnen in diesem Jahr am 10. Juli!

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Elke Sättele, 2 Sandra Schäfer (Rötenbach), 3 Heintje Rieple, 4 Simone Engesser, 5 ???, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Katja Rappenegger (verh. Sibold, Dittishausen), 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Anja Föhrenbach, 7 Daniela Morat (1970-1993, Rötenbach)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lehrer Arno Gärtner, 2 Susanne Hölderle (verh. Hettich, Unadingen), 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Oliver Ketterer, 7 ???, 8 ???, 9 Annette Rieple (verh. Hilpert, Dittishausen), 10 ???, 11 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Thomas Wenzinger, 2 Renate Meßmer, 3 Daniel Gänsler, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Standort des Fotografen: 47.884032, 8.347390

Klassenausflug mit Lehrerin Klose, Juli 1962

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Die erste Klasse der Volksschule unternimmt am 20. Juli 1962 einen Wanderausflug mit ihrer Lehrerin: Waltraut Klose unterrichtet seit dem Schuljahr 1953/54 in Löffingen. 37 Schüler*innen nehmen an dem Ausflug teil. Um 9 Uhr marschiert man bei der Schule los und wandert durch den Wald in Richtung Bachheim. Unterwegs können die Schüler*innen einen jungen Kuckuck beobachten. In Bachheim kehren sie im Gasthaus »Insel« ein. Nach gründlicher Stärkung lassen sie sich auf einer Wiese oberhalb der Wutachschlucht nieder, um allerlei Spiele zu veranstalten. Herrlichster Sonnenschein begleitet die Gruppe den ganzen Tag hindurch. Um 17 Uhr fährt man mit dem Zug zurück nach Löffingen.

Zu sehen sind u.a. Gertrud Lux (verh. Feser), Cornelia Münzer, Margot Götz (verh. Egy), Angela Kuster (verh. Höcklin) und Lore Frei (verh. Hasan)

Das kleine Auto im Hintergrund ist ein Lloyd Alexander LS 600 Kombi. Lloyd gehört zur 1961 in Konkurs gegangenen Borgward-Gruppe in Bremen.

Standort des Fotografen: 47.854369, 8.409558

BDM vor der Festhalle beim Maiumzug, ca. 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Lore Sibold zur Verfügung.

Eine Gruppe junger Mädchen des Bundes Deutscher Mädel (BDM) posiert für ein Gruppenfoto beim Maiumzug vor der Festhalle. Die Mädchen stehen in mehreren Reihen ordentlich aufgestellt vor einem festlich geschmückten Festwagen, der von vier Pferden gezogen wird. Er ist mit Girlanden dekoriert. Auf ihm stehen junge Mädchen in langen weißen Kleidern. Zwei große, weiße Säulen, die ebenfalls mit Girlanden geschmückt sind, dominieren den Wagen und verleihen ihm ein feierliches Aussehen.

Die meisten Mädchen tragen eine einheitliche Uniform bestehend aus dunklem Rock, heller Bluse und dunkler Jacke, dazu Krawatten oder Halstücher. Einige von ihnen sitzen entspannt auf dem Boden, während der Großteil steht. Ordentliche Uniformen sind zu sehen, vermittelt wird ein Bild von Gemeinschaft und scheinbarer Unbeschwertheit.

Doch dieser Eindruck trügt. 1938 ist die Mitgliedschaft im BDM formal noch freiwillig, praktisch aber setzt das NS-Regime sozialen Druck auf Jugendliche und ihre Familien aus. Wer nicht mitmacht, gilt schnell als Außenseiter*in, muss mit schulischen Nachteilen oder gesellschaftlicher Ausgrenzung rechnen. Die Nationalsozialisten haben es sich zum Ziel gesetzt, die Jugend systematisch zu formen: Gehorsam, Pflichterfüllung, Opferbereitschaft und die unkritische Verehrung von »Führer« und Nation stehen im Mittelpunkt der Erziehung.

Beim BDM lernen die Mädchen keine freie Entfaltung oder kritisches Denken. Stattdessen prägen Marschieren, Parolen, nationale Rituale und körperliche Ertüchtigung ihren Alltag. Auch die Vorbereitung auf eine Rolle als »Mütter der Nation« gehört zur Ideologie. Das Bild zeigt einen kleinen, scheinbar harmlosen Moment bei den Feierlichtkeiten zum 1. Mai, der propagandistisch als »Tag der nationalen Arbeit« begangen wird. Es steht aber auch dafür, wie Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus ideologisch vereinnahmt werden.

Standort des Fotografen: 47.883092, 8.347708