3 Fotos: Spielende Kinder mit Kohle im »Eggerten«, ca. 1955

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Im »Eggerten« ist heute was los! Zur großen Freude der Kinder wird Kohle geliefert. Die Kleinen helfen tüchtig mit, den Berg mit kleinen Schaufeln und Schippen in diverse Körbe und Eimer zu schaufeln. Wunderbar, wie dabei die Hände schwarz werden – und selbst das Gesicht! Im Nu sieht die Kinderschar wie eine Gruppe Kohlekumpel aus. Na dann: »Glück auf!«

Auf den Fotos sind u.a. zu sehen: Eva-Maria Guth (geb. 1951), Irmgard Guth (geb. 1951), Rosemarie Hauser (geb. 1949), Herbert Kienzler (geb. 1950), Franz Müller (geb. 1952).

Im Hintergrund steht ein Güllewagen und ein VW Käfer ist geparkt. Hinter dem VW sind die leeren Obst- und Gemüse-Steigen vom Geschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 6) zu erkennen. Die Miste gehört zum Haus von Landwirt Josef Egle (Eggertenstr. 1).

Standort des Fotografen: 47.883379, 8.344408

Mädchen hinter dem Haus Fechtig in der Bittengasse, ca. 1960

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

In der Bittengasse spielt hinter dem Haus Fechtig (Obere Hauptstr. 8) ein Mädchen auf der Straße. Die Kleine ist Susanne Müller. Eine Holzbiege ist säuberlich aufgeschichtet. Wäsche hängt zum Trocknen auf der Leine. Das Haus gehört Maria Fechtig geb. Vogt (1895-?), der Witwe des Zimmermeisters Johann Fechtig (1869-1943). Es wird Anfang der 1970er Jahre abgerissen.

Am linken Bildrand ist die Rückseite des Hauses Faller (Obere Hauptstr. 6) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884264, 8.345974

2 Fotos: 20-Jährige beim Narrenumzug, Fasnacht 1980

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Christa Egle und Rita Willmann zur Verfügung.

»Löffingen das Erholungscenter« steht an den Umzugswagen geschrieben, der am »Scharfen Eck« um die Kurve biegt. Die 20-Jährigen haben den Wagen gestaltet und leisten damit ihren Beitrag zum diesjährigen Motto: »Närrisch in die 80er Johr«. Darauf sitzen u.a. Thomas Hecht und Franz Benz. Die übrigen 20-Jährigen laufen hinter dem Wagen her. Untergehakt, Reisekoffer tragend, Stadtpläne in den Händen haltend, fallen sie als Erholungssuchende im Städtchen ein. An den Wagen haben sie satirische Reklame für Löffingen geklebt. Sie machen sich u.a. darüber lustig, dass es im Städtchen kein »öffentliches Klo« gibt.

Im Hintergrund ist das »Eichhäusle« (Obere Hauptstr. 1) und das Haus Waibel (Obere Hauptstr. 3) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884447, 8.345495

2 Fotos: Ankunft der neuen Glocken bei der Kirche, 30. November 1951

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Im Zweiten Weltkrieg wurden vier Glocken der katholischen Pfarrkirche St. Michael für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen. Am 30. November 1951 geleitet eine kleine Prozession vier neue Glocken durch das Städtchen zur Kirche. Gegossen wurden sie in der berühmten Glockengießerei Heinrich Kurtz in Stuttgart. Die Bronzeglocken haben ein Gewicht von 1.991 kg, 1.154 kg, 801 kg und 331 kg. Der Lastwagen, der sie anliefert, parkt neben der Kirche.

Die beiden Fotos sind zwei verschiedene Abzüge desselben Fotos. Nur der Ausschnitt ist auf beiden Fotos ein bisschen unterschiedlich.

Standort des Fotografen: 47.882695, 8.343721

Karl Selb und Ehefrau Marie, ca. 1900

Fotograf: Bolton, Ely (England)
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Nein, das Doppelporträt dieses Ehepaares wird weder in einem Fotostudio in Neustadt noch in Donaueschingen aufgenommen, wie üblicherweise die meisten Atelieraufnahmen von Einwohnern Löffingens. Das Fotostudio befindet sich ganze 763 Kilometer Luftlinie entfernt, nämlich in Ely, einer Stadt im Osten der Grafschaft Cambridgeshire in England.

Zu sehen ist links Karl Franz Selb (1870-1948), der am 16. Januar 1870 in Löffingen geboren wurde. Sein Vater war der Bierbrauer Hermann Selb (1840-1892) und seine Mutter war – die aus Neustadt stammende – Sophie Selb geb. Fischer (1847-1922). Er wuchs in seinem Elternhaus (Obere Hauptstr. 7) auf. Als junger Mann wandert der Uhrmacher und Juwelier nach England aus.

1898 heiratet er Marie (Maria Leopoldina) Haitz, die aus Neustadt stammt, wo sie 1873 geboren wurde. Im März 1914 erhält er die britische Staatsbürgerschaft, nachdem er den Treueeid auf den britischen König Georg V. abgeleistet hat. Karl Franz Selb anglisiert seinen Namen und nennt sich fortan Francis Charles Selb. Er stirbt am 10. Januar 1948 in Felixstowe, Suffolk, Großbritannien. Dort wird er auch beerdigt. Seine Frau Marie stirbt am 6. Mai 1950 in Bournemouth, Großbritannien.

Standort des Fotografen: Ely, England

Dekoration vor dem Haus Selb beim Sängerfest, 1927

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Pünktlich zum Beginn des dreitätigen Schwarzwaldgau-Sängerbundesfest am 29. Juli 1927 hat sich das Städtchen so richtig herausgeputzt. Die Häuser sind mit Fahnen und Girlanden geschmückt. Schließlich werden nicht nur rund 2.500 Sänger aus Nah und Fern erwartet, sondern auch viele andere Gäste, die für das Fest anreisen.

Die Festteilnehmer müssen auf ihrem Weg zur Festhalle an der Kreuzung von Oberer Hauptstraße und Festhallenstraße vorbeigehen. Der Platz ist deshalb liebevoll mit einer Art Diorama gestaltet. Zu diesem Zweck wurde der Brunnen, der dort steht, überbaut. Mit Steinen, diversen Pflanzen und Miniatur-Häusern ist eine urwüchsige Landschaft entstanden. Ein kleines Sägewerk ist zu sehen, das von dem Wasser des Brunnens angetrieben wird. Ein Langholzwagen ist auf dem Weg dorthin. Darüber thront eine mächtige Burg. Ein echter Hingucker! Im Hintergrund ist das Haus Selb (Obere Hauptstr. 12) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884353, 8.347113

Narren und »Seifenkisten« auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Eine Narrengruppe hat sich vor den Häusern von Schuhmacher Demeter Schilling (Rathausplatz 7) und von Landwirt August Sibold (Rathausplatz 8) für den Fotografen in Position gebracht. Leiterwagen und andere Karren wurden zu »Seifenkisten« umgebaut.

Die Fahrer tragen die typische Rennfahrermontur der Zeit und fühlen sich wie bei einem großen Grand-Prix-Rennen. Im Hintergrund ist der Schulhof zu sehen, erkennbar an den Bäumen. Daran schließt sich, nur schemenhaft zu erkennen, das ehemalige Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9-10) an.

Offiziell findet 1928 keine Fasnacht statt. In den Annalen der »Laternenbrüder« ist überliefert, dass man »keine Lust, keine Ideen« hatte. Aber ein paar kostümierte Narren scheint es doch zu geben! Statt einer richtigen Fasnacht wird offenbar alternativ ein Seifenkistenrennen veranstaltet.

Auf dem Foto sind u.a. zu sehen: Franz Faller (links hinter dem Opel), Hermann Ganter (1895-1957), Engelbert Müller (1896-?), Otto Fürst (1894-?)

Standort des Fotografen: 47.883746, 8.343988

2 Fotos: Sitzungssaal im Rathaus mit Wandgemälde, 2009

Sammlung Familie Waßmer

Der Sitzungssaal des Gemeinderates im Rathaus präsentiert sich rund 50 Jahre lang mit dieser Innengestaltung, die aus den 1960er Jahren stammt. Neben der bleiverglasten Eingangstür ist ein Wandgemälde zu sehen. Es erinnert an die jahrhundertelange Tradition Löffingens als »Kornmarkt der Baar«. Schließlich diente das 1832 erbaute Rathaus viele Jahre auch als Kaufhaus mit Markthalle. Das Gemälde zeigt das Rathaus mit dem Rathausbrunnen davor, daneben das 1973 abgerissene Gasthaus »Sonne« und ein Pferdefuhrwerk.

In den Jahren 2016-2018 wird das Rathausgebäude durch das Architekturbüro Gäbele & Raufer grundlegend saniert. Dabei wird auch der Ratssaal in den ehemaligen Kornspeicher im Dachgeschoss verlegt, wo der Gemeinderat fortan in repräsentativen Räumlichkeiten tagt.

Standort des Fotografen: 47.883850, 8.344208

Blick vom Mailänder Tor in die Untere Hauptstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Aus dem Torbogen des Mailänder Tores fällt der Blick auf den unteren Rathausplatz und die Untere Hauptstraße entlang in Richtung katholischer Pfarrkirche St. Michael. Weitgehend unverändert ist der Straßenzug bis heute geblieben, die Bausubstanz bliebt erhalten, da keines der Gebäude in der Zwischenzeit abgebrannt ist oder abgerissen wurde. Aber modernisiert und umgebaut wurden die meisten Häuser doch seitdem.

Über den Rathausplatz schlendern zwei Frauen, vorbei am 1954 neu geschaffenen Demetriusbrunnen. Ansonsten ist kein Mensch zu sehen. Die Straßen wirken wie ausgestorben. Es scheint Sonntag zu sein, denn alle Ladengeschäfte sind geschlossen und die Rolläden herunter gelassen. Obwohl die B31 mitten durch das Städtchen führt, gibt es im Augenblick auch keinen Durchgangsverkehr.

Auf der linken Straßenseite ist das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 6) zu sehen. Daran schließen sich das Haus des Kaufmanns Franz Xaver Geiger (Untere Hauptstr. 1), das Haus des Metzgermeisters Fritz Seilnacht (Untere Hauptstr. 3), das Haus von Uhrmachermeister Wilhelm Maier (Untere Hauptstr. 5) und schließlich das Kaufhaus von Alfred Zimmermann (Untere Hauptstr. 7) an. Am Ende der Straße ist das Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) zu sehen, das vor den 1930er Jahren noch Gasthaus »Lamm« hieß.

Auf der rechten Straßenseite steht ein weiteres traditionsreiches Wirtshaus, der »Adler« (Untere Hauptstr. 2), erkennbar an seinem schmiedeeisernen Wirtshausschild. Während sich die Gaststube im ersten Obergeschoss befindet, ist im Erdgeschoss seit Kurzem eine Filiale der Sparkasse untergebracht.

Standort des Fotografen: 47.883954, 8.343705

2 Fotos: 20-Jährige im Gasthaus »Sonne«, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die 20-Jährigen des Jahrgangs 1938/39 sind im Gasthaus »Sonne« zusammenkommen, um zu feiern. Die Gaststube ist mit Girlanden und Strohmatten dekoriert. Weingläser stehen auf den Tischen und werden eifrig geleert. Gerade wird wieder nachgeschenkt.

Ernst Wehrle aus Dittishausen greift zum Akkordeon und spielt. Begleitet wird er dabei von Dieter Gauger auf der Trompete. Die Stimmung ist feucht-fröhlich. Die anderen singen kräftig mit und schunkeln, was das Zeug hält.

Zu sehen sind u.a. in alphabetischer Reihenfolge: Ferdinand Bernauer, Franz Braun, Johann Fritsche, Dieter Gauger, Karl Heizmann, Ferdinand Schultheiß, Sabine Strobel (verh. Hornstein), Ernst Wehrle

Standort des Fotografen: 47.882978, 8.343799

Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Der Narrenumzug bewegt sich durch das Städtchen. Eine Schar uniformierter »Polizisten« oder »Soldaten« marschiert über den oberen Rathausplatz, vorbei an den Schaulustigen, die rechts und links der Umzugsstrecke stehen und allesamt nicht kostümiert sind.

Im Hintergrund sind der »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) und das Haus Vogt (Rathausplatz 13) zu sehen. Letzteres ist frisch renoviert. Der Blick fällt auch in die Obere Hauptstraße bis zum »Scharfen Eck«.

Das Foto wird in den frühen 1930er Jahren aufgenommen. Da 1931 und 1932 keine Fasnacht veranstaltet wird, scheint Fasnacht 1930 plausibel. Auch das Motto passt: »Generalmusterung und Besuch Seiner Majestät des Kaisers«.

Standort des Fotografen: 47.884129, 8.345066

2 Fotos: Schüler auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1971

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am »Schmutzigen Dunschdig« werden vormittags traditionell die Schüler befreit: Die Fasnachtsferien beginnen! Die kleinen Narren strömen von der Schule ins Städtchen. Hier stehen sie auf dem unteren Rathausplatz, wo am Nachmittag der Narrenbaum aufgestellt wird.

Im Hintergrund ist das Rathaus zu sehen, neben dem eine Telefonzelle steht. Daneben ist die »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10), die zwei Jahre später abgerissen wird, und der kleine Gemüse- und Obstladen von Monika Wehrle zu erkennen.

Wer erkennt die Schüler*innen? Zu sehen sind in alphabetischer Reihenfolge u.a.: Jutta Bausch, Jutta Bölle, Karl Friedrich Geisinger, Winfried Hall, Jutta Hasenfratz, Hannelore Heiler, Regina Isele, Annette Japs, Kathi Knödler, Monika Kuster, ??? Mayer, Reinhold Merk, Susanne Müller, ??? Münzer, Inge Sibold (mit schwarzem Pullover), Renate Sibold (mit Chinesenhut), Petra Tibussek, Luzia Walz, Vera Walz, Veronika Zipfel

Oberes Bild: Lehrerin Hannelore Gobil-Cremer (1947-2019)

Unteres Bild: Ganz hinten mit Regenschirm steht Klara Zepf (geb. Assmuth, 1907-1999).

Standort des Fotografen: 47.883729, 8.344040