Rathaus mit Weihnachtsbaum und viel Schnee, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswertweise Elke Moser zur Verfügung.

Ein echtes Weihnachtsmotiv, ist auf dieser Ansichtskarte zu sehen! Der obere Rathausplatz ist tief verschneit. Die Schneeberge verdecken den Rathausbrunnen fast vollständig, nur die Brunnenfigur auf der Säule ist noch zu sehen. Aber auch die »Schnitterin« ist ganz in weiß gehüllt. Daneben steht ein Weihnachtsbaum, dessen Äste und Zweige sich unter der Last des Schnees nach unten biegen. Er scheint riesig zu sein und ragt bis zum Dach des Rathauses empor. Es wird von einer Sirene und natürlich vom Rathausturm gekrönt.

Im Erdgeschoss des Rathauses hat die »Volksbank« ihre Filiale, denn noch ist der Neubau am oberen Rathausplatz nicht gebaut. Ein VW »Käfer« parkt davor. Das Foto wird vom Gasthaus »Löwen« aus aufgenommen, das Mäuerchen im Vordergrund links gehört zu dessen Vorgarten. Der geräumte Trampelpfad führt geradewegs zum Eingang des Gasthauses.

Standort des Fotografen: 47.883903, 8.345021

Mann mit Reisigwellen am »Scharfen Eck«, Fasnacht ca. 1960-1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

Ein älterer Mann mit Schnauzbart läuft die Obere Hauptstraße entlang und biegt gerade beim »Scharfen Eck« um die Kurve. Es ist der Landwirt Fritz Fehrenbach (1904-1973), der in der Maienlandstraße wohnt. Er hat Reisigwellen geschultert. Es scheint sich dabei um keinen alltäglichen Anblick zu handeln, sondern um ein Bild, das an Fasnacht aufgenommen wird. Darauf deuten die beiden Personen im Hintergrund hin: der Linke ist als »Cowboy« kostümiert.

Die Häuser, die auf dem Foto zu sehen sind, gehören dem Landwirt Ernst Faller (Obere Hauptstr. 6), der Witwe Maria Fechtig geb. Vogt (Obere Hauptstr. 8) und dem Landwirt Walter Selb (Obere Hauptstr. 12).

Standort des Fotografen: 47.884507, 8.345620

Trachtengruppe auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1965

Deutsche Luftbild KG, Hamburg, München
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Erika Fritsche und Susanne Obergfell zur Verfügung.

Mitte der 1960er Jahre erfreut sich die Trachtengruppe großen Zuspruches. Aus ursprünglich vier Tanzpaaren sind mittlerweile neun geworden. Hinzu kommen die Kinder, die in der Kindertrachtengruppe organisiert sind. Die Heimatabende, die bislang in verschiedenen Gasthäusern veranstaltet wurden, werden 1964 aus Platzgründen in die Festhalle verlegt. Als Eintrittskarte wird diese Ansichtskarte gedruckt, auf der die Mitglieder der Trachtengruppe auf dem unteren Rathausplatz posieren.

Zu sehen sind links das Mailänder Tor und die angrenzenden Häuser der Demetriusstraße. Am Nachbarhaus (Demetriusstr. 11) ist über dem Schaufenster ein Schild angebracht, auf dem »Resteverkauf E. Unger« zu lesen ist. Rechts wird das Foto vom Café Fuß (Rathausplatz 5) begrenzt.

Standort des Fotografen: 47.883821, 8.343885

Oberer Rathausplatz, ca. 1969

Sammlung Familie Waßmer

Der Fotograf steht auf dem oberen Rathausplatz, vis-à-vis vom Rathaus, in dessen Erdgeschoss sich die »Volksbank« befindet. Noch steht die »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10), wie am linken Bildrand zu erkennen ist. Sie wird 1973 abgerissen. An ihrer Stelle wird ein Neubau errichtet, in dem auch die »Volksbank« neue moderne Geschäftsräume beziehen wird.

Am rechten Bildrand ist das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 3) zu sehen, über dessen Schaufenster eine gestreifte Markise angebracht ist. Das Geschäft scheint geschlossen, obgleich die Uhr am Rathaus 9.45 Uhr anzeigt. Vermutlich wird das Foto an einem Sonntag aufgenommen.

Der Rathausplatz ist noch nicht gepflastert und er ist auch nicht von der umgebenden Straßenfahrbahn abgesetzt. Der Rathausbrunnen steht mittig auf dem Platz. Nur direkt um sein Becken herum findet sich ein Stück Pflaster. Bäume, die Schatten spenden, sucht man auf diesem Teil des Rathausplatzes vergebens.

Standort des Fotografen: 47.884062, 8.345049

Innenraum der Pfarrkirche St. Michael, ca. 1960

Verlag Schöning & Co, Lübeck | Stadtarchiv

Als Ansichtskarte findet dieses Foto in den 1960er Jahren Verbreitung. Zu sehen ist der Innenraum der katholischen Pfarrkirche St. Michael, wie er vor der Renovierung 1968/69 aussieht. Der Blick fällt vom Hauptportal in Richtung Chor mit dem Hauptaltar und zu den beiden Seitenaltären. Links an der Langhaus-Nordseite steht der Marienaltar, rechts an der Langhaus-Südseite der Josefsaltar. Auf der linken Seite befindet sich daher traditionell der Sitzbreich für Frauen und auf der rechten der für Männer.

Die hölzernen Sitzbänke sind noch die alten, sie werden aber wenige Jahre später bei der Renovierung gegen moderne ausgetauscht. Auch die Barockkanzel, die am linken Bildrand – wenn auch nur halb angeschnitten – zu sehen ist, fällt der Renovierung zum Opfer. Genauso die alten Beichtstühle, die am rechten Bildrand zu erkennen sind.

Standort des Fotografen: 47.882610, 8.344116

2 Fotos: Langlaufwettbewerb in der »Breiten«, ca. 1965

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Erwin Mayer zur Verfügung.

Es liegt Schnee und die Langlaufloipe ist gespurt! Der Skiwettkampf kann also stattfinden. Im Gewann »Breiten« befindet sich der Startpunkt und zugleich das Ziel der Loipenstrecke. Es wird ein Staffellauf veranstaltet. Eine Staffel besteht aus vier Läufern. Die Läufer jeder Staffel haben die gleiche Startnummer, allerdings in unterschiedlichen Farben. Auf dem oberen Foto warten fünf Skifahrer, die gut sichtbar ihre Startnummer umgehängt haben, gespannt auf das Kommando zum Start. Im Hintergrund ist das Haus Benz (Rötenbacher Str. 10) zu sehen.

Oberes Bild
V.l.n.r.:
1 Horst Fehrenbach, 2 Robert Rosenstiel, 3 Georg Willmann, 4 ???, 5 ???

Unteres Bild
V.l.n.r.:
Skifahrer Robert Rosenstiel und Erwin Mayer; Zuschauer Hans Hasenfratz und Walter Müller

Auf dem unteren Foto ist zu sehen, wie Robert Rosenstiel seinen Teamkollegen durch Abklatschen mit dem linken Skistock auf den Rundkurs schickt (so genannte »Staffelholzübergabe«). Es ist die Mannschaft mit der Nummer 20. Die Kampfrichter stehen daneben und blicken auf die Uhr, um die Zeit zu erfassen. Im Hintergrund ist zu erkennen, dass in der »Breiten« bereits eine intensive Bautätigkeit eingesetzt hat. Mehrere Mehrfamilienhäuser sind im Rohbau fertig. Bald wird die gesamte Wiese bebaut und neue Straßen wie die Conradin-Kreutzer-Straße und der Hans-Thoma-Weg angelegt sein.

Standort des Fotografen: 47.882168, 8.340167

Haus Kuster in der Kirchstraße mit Brunnen, ca. 1965

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Kuster zur Verfügung.

Das Haus Kuster (Kirchstr. 14) ist nach seinem Umbau kaum mehr wiederzuerkennen. In der rechten Gebäudehälfte, in der sich der Ökonomiebereich befand, sind jetzt moderne Garagentore, zurückgesetzte Balkone und Fenster zu sehen. Doch auch die linke Gebäudehälfte ist modernisiert: Der »Kolonialwarenladen«, der schon in zweiter Generation betrieben wird, hat einen neuen Eingang und breite Schaufenster erhalten. Die hölzernen Fensterläden im ersten und zweiten Obergeschoss sind entfernt worden. Auch das Dach ist komplett erneuert.

Das Haus gehört Hans Kuster (1918-1967) und seiner Ehefrau Maria Kuster (geb. Häusle, 1921-2006). Die beiden führen darin bis 1972 das von den Eltern übernommene Lebensmittelgeschäft.

Der Brunnen im Vordergrund wird von der Figur der Heiligen Elisabeth gekrönt. Das Wasserbecken ist zur Zeit leer. Da der Brunnen zunehmend zum Verkehrshindernis wird, muss er zehn Jahre später weichen.

Standort des Fotografen: 47.883012, 8.344007

Mitarbeiter des Postamts am Rathausplatz, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Emma Binder zur Verfügung.

Zu welchem Anlass dieses Foto auf dem Postamt aufgenommen wird, ist unbekannt. Fest steht nur, dass der Postschalter zu diesem Zeitpunkt geschlossen ist. Denn die Mitarbeiter*innen der Deutschen Bundespost arbeiten nicht, sondern sitzen nach Feierabend oder anlässlich eines kleinen Festes beisammen. Eine Bierkiste steht vor ihnen. Alle halten eine Flasche in der Hand und prosten dem Fotografen zu. Ganz vorne hockt auf dem Fußboden ein Kind, das ebenfalls eine Bierflasche in die Kamera hält – aber hoffentlich nur für das Foto!

Wer erkennt die Mitarbeiter*innen?

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Hartmann Keßler (Göschweiler), Hildegard Maier, Franz Vogt (1913-2002)
2.Reihe, v.l.n.r.: Postfacharbeiter Karl Binder (1921-1997), Werner Hasenfratz (1948-?)

Standort des Fotografen: 47.884158, 8.344731

Zwei Erstklässler vor dem Haus Fehrenbach in der Demetriusstraße, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Annemarie Zumstein zur Verfügung.

1972 wird das Haus Fehrenbach (Demetriusstr. 18) abgerissen. Ein paar Jahre zuvor wird dieses Foto aufgenommen. Das Interesse des Fotografen gilt allerdings nicht dem landwirtschaftlichen Anwesen im Hintergrund, sondern den beiden Kindern im Vordergrund: Beide Buben tragen Schultüten und lächeln in die Kamera. Der erste Schultag ist da und die beiden werden eingeschult.

Wer erkennt die beiden Erstklässler?

Im Hintergrund hat sich ein weiteres Kind mit auf das Foto gemogelt. Es sitzt auf dem halb geöffneten Scheunentor und beobachtet neugierig das Fotoshooting.

Standort des Fotografen: 47.883231, 8.343557

4 Fotos: Hochzeitszug Thoma / Sibold auf dem oberen Rathauspatz, ca. 1960

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nach der Trauung zieht das frisch vermählte Brautpaar mit seiner Hochzeitsgesellschaft von der katholischen Pfarrkirche zum Gasthaus »Ochsen«, in dem die Hochzeitsfeier stattfindet. Die Braut Hanni Sibold (geb. 1930) hat sich bei ihrem Ehemann Herbert Thoma eingehakt.

Vor ihnen laufen zwei Blumenmädchen und zwei Brautjungfern. Hinter ihnen folgt die Verwandtschaft. Zu sehen sind u.a. die Brauteltern Karl Sibold (1899-1975) und Luise Sibold geb. Durler (1898-?), der Bruder Karl Sibold (1937-2016) und der Götti Konrad Sibold. Zu den Hochzeitsgästen gehören auch Antonie Sibold (Blumenmädchen), Erich Sibold (in Försteruniform) und Hedi Sibold, Theresia Sibold, Elisabeth Storz und Brunhilde Beha geb. Zepf (1934-2008).

Im Hintergrund sind das Gasthaus »Ochsen« und das Gasthaus »Löwe« zu sehen. Vor letzterem steht ein mächtiger Kastanienbaum, der gerade blüht. Von dem Baum halb verdeckt ist die »alte Sonne« zu sehen, die bis zur Jahrhundertwende ebenfalls als Gasthaus diente. Jetzt befinden sich darin Wohnungen und die Stadtmühle.

Standort des Fotografen: 47.884089, 8.345084

3 Fotos: Hochzeitszug Thoma / Sibold auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1960

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor dem Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) hat der Fotograf Position bezogen. Klick! Klick! Klick! Dreimal löst er die Kamera aus, um den Hochzeitszug zu fotografieren, der, vom Mailänder Tor kommend, an ihm vorbei in Richtung katholische Kirche zieht. Vorneweg laufen zwei Blumenmädchen in weißen Kleidchen, die mächtig stolz sind auf ihren großen Auftritt. Ihnen folgen zwei Brautjungfern. Danach schreiten Braut und Bräutigam, die aber noch getrennt gehen und jeweils von Verwandten geführt werden.

Die Braut ist Hanni Sibold (geb. 1930). Sie wird geführt von Konrad Sibold (1900-?) aus der Vorstadtstraße, der vermutlich ihr Götti ist. Die Eltern der Braut, Malermeister Karl Sibold (1899-1975) und Luise Sibold geb. Durler (1898-?), gehen in der 5. Reihe. Hinter der Braut geht ihr Bruder Karl Sibold (1937-2016). Der Bräutigam ist Herbert Thoma.

Zu den Hochzeitsgästen gehören u.a. Erich Sibold (in Försteruniform) und Hedi Sibold, Theresia Sibold, Elisabeth Storz und Brunhilde Beha geb. Zepf (1934-2008).

Das eine Blumenmädchen ist Antonie Sibold.

Standort des Fotografen: 47.883553, 8.343752

Karl Glunk, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellten uns dankenwerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Karl Glunk (1897-1980) betreibt eine Landwirtschaft in der Maienlandstraße. Er steht am hochgeklappten Futtergangfenster und entfernt vermutlich gerade das Gras, damit er das Fenster wieder gut schließen kann.

Standort des Fotografen: 47.886394, 8.342004