Küferei Jordan in der Oberen Hauptstraße, ca. 1969

Dieses Foto stellten uns dankenwerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Die Inschrift auf der Fassade über der Eingangstür ist kaum mehr zu entiffern: »Mech. Küferei v. Karl Jordan«, steht da in verblichenen Lettern geschrieben. Doch die Fässer vor der Tür zeigen unübersehbar an, dass hier ein Küfermeister sein Geschäft betreibt. Karl Jordan (1908-1996) hat es 1934 von seinem Bruder Wilhelm Jordan (1902-1970) übernommen. Verheiratet ist er mit Anna Jordan geb. Fehrenbach (1907-1982).

Standort des Fotografen: 47.884509, 8.345882

Haus Effinger in der Vorstadtstraße, ca. 1969

Dieses Foto stellten uns dankenwerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vor dem Haus Effinger (Vorstadtstr. 2) ist eine Holzbiege aufgestapelt. Bleibt zu hoffen, dass der Winter bald zu Ende geht, denn das Brennholz scheint zur Neige zu gehen. Noch liegt Schnee und von den Dachgauben hängen dicke Eiszapfen. Das Haus gehört dem Landwirt Wilhelm Effinger (1906-1990) und seiner Ehefrau Luise geb. Oschwald (1914-2009).

Standort des Fotografen: 47.884763, 8.345360

Wallfahrer vor der Kirche Witterschneekreuz, ca. 1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) steht vor dem Portal der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz. Vor ihm ist eine Schar Ministranten zu sehen. Zahlreiche Gläubige sind im Gebet versammelt, die Frauen stehen links, die Männer stehen rechts. Das Foto entsteht also weder zur Frauen- noch zur Männerwallfahrt, sondern vermutlich anlässlich des Patroziniums des Schneekreuzes am 14. September (Kreuzerhöhung).

Im Hintergrund rechts ist das neu gebaute Trafohäuschen zu sehen, das an der Abbiebung nach Stettholz steht.

Standort des Fotografen: 47.893269, 8.336420

Haus Schweizer in der Seppenhofer Straße, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

1842 wurde das Haus Schweizer in der Seppenhofer Straße neu gebaut. Als das Foto aufgenommen wird, ist das zweistöckige Haus bereits über 120 Jahre alt. Es gehört Maria Schweizer geb. Ganter (1909-?), die es von ihren verstorbenen Eltern Edmund Ganter (1879-1956) und Maria Ganter geb. Bader (1881-1962) geerbt hat. Maria Schweizer ist mit dem Gipser Otto Schweizer (1906-1992) verheiratet. Vor dem Haus ist ein VW Käfer geparkt.

Am rechten Bildrand ist die katholische Kaplanei (Seppenhofer Str. 3) und der Marienbrunnen an der Einmündung des Pfarrwegs zu sehen. Der Kirchturm der Pfarrkirche St. Michael im Hintergrund ist bereits verputzt.

Standort des Fotografen: 47.881902, 8.344318

Frau mit Kinderwagen in der Demetriusstraße, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gudrun Wörner zur Verfügung.

Fangen wir mit dem Hintergrund des Bildes an: Schön zu sehen sind die Häuser der Demetriusstraße, die nach dem Großbrand 1921 entsprechend der Pläne der Wiederaufbaukommission erbaut wurden. Sie sind noch nahezu unverändert. Nur das Haus von Kaufmann Karl Hasenfratz II (Demetriusstr. 9) wurde bereits modernisiert und verfügt im Erdgeschoss über ein breites Schaufenster. Dass es sich um ein Schuhgeschäft handelt, ist am Werbeschild der Firma »Medicus« über der Eingangstür zu erkennen. Es folgen die Häuser von Heinrich und Josefine Thoma (Demetriusstr. 8), Schuhmacher Gerhard Scholz (Demetriusstr. 7) und danach die Tordurchfahrt und die Molkerei (Demetriusstr. 6). 

Im Vordergrund steht Helga Horn geb. Fuß mit einem Kinderwagen. Sie wird von ihrer Verwandten Ruth Knaus begleitet. Ein weißer Hund (ein Spitz) springt auf der Straße herum.

Standort des Fotografen: 47.884017, 8.343983

Mercedes vor dem Haus Kopp in der Demetriusstraße, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gudrun Wörner zur Verfügung.

In der Demetriusstraße steht zwischen dem Haus Kopp (Demetriusstr. 10) und der Bäckerei Fuß (Rathausplatz 5) ein Auto. Das Seitenfenster ist heruntergekurbelt. Durch die geöffnete Scheibe lächelt der Fahrer in Richtung Fotografen. Wer weiß, wer der Mann ist?

Im Hintergrund ist das Haus des Kaufmanns Karl Hasenfratz II (Demetriusstr. 9) zu sehen. Im Erdgeschoss ist bereits ein breites Schaufenster eingebaut. Eine Markise ist herausgefahren.

Standort des Fotografen: 47.884049, 8.343982

Rathaus und »alte Sonne«, ca. 1965-1970

Verlag Revellio, Villingen-Schwenningen

Von einem erhöhten Standort auf der Freitreppe am »Stadtbau« fällt der Blick in Richtung Rathaus. Das Motiv wird im Vordergrund von den Blättern eines Baumes eingerahmt. Jahrhundertelang diente der obere Rathausplatz im Zentrum des Städtchens als Marktplatz und das in den 1830er Jahren erbaute Rathausgebäude als Kaufhaus. Anstelle der Markthalle befindet sich im Erdgeschoss nun die Volksbank.

Und der Rathausplatz selbst ist zum Parkplatz für Autos verkommen. Der Rathausbrunnen kommt nicht mehr zur Geltung: Man muss schon sehr genau suchen, um die Brunnenfigur der »Schnitterin« überhaupt zu entdecken, die aus dem Blech herausragt. Auf dem Parkplatz sind u.a. ein Mercedes W112, ein Mercedes W115, ein Opel Kadett B, ein Renault 4 und ein VW Samba Bus zu erkennen.

Dominiert wird der Platz nicht nur vom Rathausgebäude, sondern auch von der »alten Sonne« (Rathausplatz 9/10), die 1973 abgerissen wird, um Platz  für einen modernen Neubau zu schaffen. Am rechten Bildrand ist das Postamt (Rathausplatz 2) zu sehen. An der Ecke steht ein gelbes Telefonhäuschen, auf der Straße parkt gerade ein gelbes Postauto. Vor der Post parkt ein Merced W110.

Standort des Fotografen: 47.884232, 8.345082

Gasthaus »Adler« und Haus Geisinger in der Unteren Hauptstraße, ca. 1965-1970

Stadtarchiv

In der Mitte der 1960er Jahre hat sich das Aussehen des einstigen Doppelhauses Untere Hauptstr. 2/4 erheblich verändert. Die Gaststube des Gasthauses »Adler« (Untere Hauptstr. 2) befindet sich zwar noch wie eh und je im ersten Obergeschoss, aber in das Erdgeschoss sind zwei Schaufenster und eine Tür hineingebrochen worden. Die Räumlichkeiten werden als Filiale der Bezirkssparkasse Neustadt genutzt. Der »Adler« gehört Fritz Seilnacht, er betreibt (laut rückseitiger Beschriftung der Ansichtskarte) ein »Gut bürgerliches Haus«. Es verfügt über »Fremdenzimmer mit fließendem Wasser«.

Das Nachbarhaus (Untere Hauptstr. 4) ist kürzlich umgebaut und modernisiert worden: Der Schriftzug »Julius Limb«, der viele Jahre an der Fassade prangte, ist entfernt worden, denn das Friseurgeschäft wird mittlerweile von Limbs Schwiegersohn Hermann Geisinger (1926-1989) betrieben. Der Friseursalon im Erdgeschoss hat beim Umbau ein breites Schaufenster erhalten, darüber wurde ein Balkon angebaut. Limbs »Esso«-Tankstelle existiert noch, ihre Tage sind aber bereits gezählt.

Standort des Fotografen: 47.883732, 8.343955

Trachtengruppe im Gasthaus »Linde«, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Priska Zemann zur Verfügung.

Die Trachtengruppe gibt sich im Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10) ein Stelldichein und singt, begleitet von zwei Akkordeons. Das Foto wird vermutlich bei einem der Begrüßungsabende für Kurgäste aufgenommen, die wahlweise in der »Linde« oder in einem anderen Gasthaus stattfinden. Als die Lokale für die Auftritte zu klein werden, zumal laufend neue Mitglieder zur Trachtengruppe hinzukommen, werden die Heimatabende Mitte der 1960er Jahre in die Festhalle verlegt.

1.Reihe, v.l.n.r.: Rosemarie Hauser und Walter Hauser
2.Reihe, v.l.n.r.: Veronika Kaltenbrunner (verh. Ruf), Erika Geisinger, Ursula Schelling, Gretel Bader (verh. Kaltenbach), Albin Kasprowicz, Daniel Fehrenbach und Wilfried Vogt
3.Reihe, v.l.n.r.: ??? (verdeckt), ???, ???, ???, Karl Koch, Dieter Vierlinger, Elisabeth Isele, ???, Willibald Petelka (1931-2016), ???, ???, ???

Auf dem Gruppenfoto sind u.a. Melitta Fehrenbach, Olga Streit, Walter Selb, Siegfried Dieterle, Monika Bader, Josef Wölfle, Herbert von Dungen zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884272, 8.346433

Familie Schlenker am Brunnen in der Kirchstraße, ca. 1962/63

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Helene Schlenker zur Verfügung. 

Beim Haus Schlenker (Kirchstr. 6) steht die Haustür offen. Die Familie ist aus dem Haus getreten und steht neben dem Laufbrunnen in der Mitte der Straße, um fotografiert zu werden. Zu sehen sind das Ehepaar Fritz Schlenker (1912-?) und Helene Schlenker geb. Rösch (1927-2019). Das Mädchen ist Rita Rösch (geb. 1948/49).

Die Hafnergasse ist noch nicht geteert, nur um den Brunnen und vor den Hauseingängen ist ein Streifen gepflastert. Am Brunnentrog ist ein Eisenring befestigt, an dem das Vieh, das zum Tränken geführt wird, angebunden werden kann. Das Scheunentor am linken Bildrand gehört zum Haus Hauser (Kirchstr. 8), in dem sich ein Schreibwarengeschäft befindet. Daran ist ein Plakat angebracht, auf dem steht: »Neue Illustrierte«.

Standort des Fotografen: 47.883253, 8.344827

Baugrube hinter dem Haus Limb in der Demetriusstraße, ca. 1961/62

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gudrun Wörner zur Verfügung.

In der Demetriusstraße wird hinter dem Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) gebaut. Ein tiefes Loch klafft in der Straße. Friseurmeister Julius Limb (1883-1968) ist in seinem weißen Kittel aus dem Haus getreten, um nach dem Rechten zu schauen. Er wird von seinem Hund und dem kleinen Klaus-Peter Wörner begleitet, für den die große Baugrube natürlich spannend ist.

Standort des Fotografen: 47.883425, 8.343477

Rauchfahne vom Benz-Kamin über dem Städtchen, ca. 1965-1969

Stadtarchiv

Jahrzehntelang gehört dieser Anblick zum Städtchen: Der rauchende Schornstein der Holzindustriewerke Josef Benz A.G., kurz Sägewerk Benz genannt. Dieses Foto wird vom Rathausplatz aus aufgenommen. Zu sehen sind die Dächer der Häuser Müller (Demetriusstr. 13), Egle (Demetriusstr. 14) und Butsch (Demetriusstr. 15). Am 24. Juli 1970 vernichtet ein Großfeuer die Platten- und Kistenfabrikation. Im Herbst 1972 stellt das Sägewerk die Produktion schließlich ganz ein. Der Schornstein raucht fortan nicht mehr. Im Oktober 1984 wird der 1928 erbaute Benz-Kamin gesprengt.

Standort des Fotografen: 47.883833, 8.344187