Unterer Rathausplatz mit Demetriusbrunnen, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Zu den ersten farbigen Ansichtskarten, die nicht nachträglich coloriert wurden, zählt diese Ansicht des unteren Rathausplatzes mit dem Demetriusbrunnen, dem Mailänder Tor und den Häusern in der Demetriusstraße mit ihren charakteristischen Staffelgiebeln. Mal ehrlich: ein buntes Städtchen ist schon auch schön, verglichen mit den alten Schwarz-Weiß-Fotografien, oder? Dabei waren die Fassaden damals längst nicht so bunt gestrichen wie heute. Aber nicht zuletzt der Blumenschmuck am Demetriusbrunnen kommt hübscher zur Geltung.

Standort des Fotografen: 47.883736, 8.343711

Kinderumzug in der Maienlandstraße, Fasnacht ca. 1963

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Aus einem geöffnten Fenster im Haus Müller (Demetriusstr. 13) fällt der Blick runter auf die Maienlandstraße. Es ist Fasnacht und der Kinderumzug findet gerade statt. Eine Schar kleiner Narren zieht in Richtung Mailänder Tor.

Schön zu sehen ist das Haus Fritsche (Ringstr. 5) und das Haus Honold (Maienlandstr. 2), dessen Ökonomiebereich später abgerissen wird. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist ein Misthaufen zu sehen, der zum Haus Rappenegger (Ringstr. 6) gehört. Darüber hängt ein Wegweiser zum Gasthaus »Pilgerhof«.

Standort des Fotografen: 47.883920, 8.343564

Narrengruppe beim Mailänder Tor, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Löffingen ist in das Fadenkreuz der Internationalen kriminalpolizeilichen Organisation, kurz: der Interpol, geraten. 1956 wurde sie neu gegründet. Ein vermeintlicher Interpol-Agent ist auf seinem Moped nun in das Baarstädtchen gereist, um auf eigene Faust zu ermitteln und nach Verdächtigen zu fahnden. Die Menschen im Hintergrund nehmen davon keine Notiz, sie sind zu sehr damit beschäftigt, dem Narrenumzug zu folgen.

Das Foto ist auf dem unteren Rathausplatz beim Mailänder Tor aufgenommen. Das Werbeschild am linken Bildrand, das eine »Annahmestelle« für »Chemische Reinigung« der Firma Printz anpreist, hängt am Haus Egle (Demetriusstr. 14). Daneben stehen im Schatten der Hauswand drei Personen, u.a. Bernd Müller.

Standort des Fotografen: 47.883829, 8.343648

Langholztransport vor dem Haus Mayer in der Hohlgasse, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Matthias Frank zur Verfügung.

Auch der Enkel von Fuhrunternehmer Martin Mayer transportiert Holz, denn Willi Mayer (1947-1970) ist Lastzugkraftfahrer. Transporte mit Pferdegespannen sind längst Geschichte, heute stehen motorisierte Fahrzeuge zur Verfügung. Willi Mayer stirbt am 21. Mai 1970 bei einem tragischen Unfall beim Langholzführen in Döggingen.

Standort des Fotografen: 47.885266, 8.335511

Luftbild vom Haus Mayer in der Hohlgasse, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Matthias Frank zur Verfügung.

Das Haus Mayer in der Hohlgasse wurde nach dem Großbrand 1921 erbaut. Darin wohnen der Fuhrunternehmer Willy Mayer (1907-1994), der seine Kindheit und Jugend in seinem Elternhaus in der Ringstraße verlebte, und seine Ehefrau Frieda Mayer geb. Dietsche (1918-1979), die aus Dillendorf stammt.

Das kleine Häuschen, das im Garten steht, gehört zum Nachbargrundstück von Familie Göpper (Hohlgasse 2). Es wird als »Henkerhaus« bezeichnet, stand hier doch einst das Scharfrichterhaus. Das Haus des Löffinger Scharfrichters (und Abdeckers) stand außerhalb der Stadt, da es sich um einen so genannten »unehrlichen Beruf« handelte. 1796 brannte das Henkerhaus ab, nachdem es durchziehende französische Truppen angezündet hatten. 1816 erbaute der letzte Scharfrichter Josef Seidel (1783-1844) dann das heutige Haus Hohlgasse 2. Insofern kann es sich bei dem kleinen Häuschen im Garten nicht um das Henkerhaus handeln, wohl aber um den Hundezwinger, der zu dem Anwesen gehörte.

Krankentrage des Krankenhauses, ca. 1965

Sammlung Familie Waßmer

Erst 1965 schaffte der DRK-Ortsverein Löffingen sein erstes Fahrzeug an, einen gebrauchten VW-Krankenwagen, der vom DRK-Ortsverein Furtwangen für 3.500 DM abgekauft wurde. Bis dahin wurden Krankentransporte in das Städtische Krankenhaus mit dieser fahrbahren Krankentrage durchgeführt. Motorisierte Krankenwagen gab es bis in die 1950er Jahren nur in den benachbarten Kreisstädten. Nach dem Ausbau und der Modernisierung des Krankenhauses in der Seppenhofer Straße 1957 und der steigenden Anzahl von Unfällen im Straßenverkehr wurde die Anschaffung eines motorisierten Krankenwagens schließlich erforderlich.

Standort des Fotografen: ???

Luftbild in Richtung Nordwest, ca. 1966

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Über dem Reichberg fliegt ein Flugzeug, aus dem ein Luftbild des Städtchens aufgenommen wird. Zur Datierung der Luftaufnahme dient zum einen der Kindergarten (Schulweg 3), der 1964 gebaut wurde und auf dem Foto bereits existiert. Zum anderen hilft das Neubaugebiet auf der »Breiten«: die Wohnblöcke Hebelstr. 1 und 2 wurden bereits 1963 von der Baugenossenschaft errichtet, während die Mietshäuser in der Conradin-Kreutzer-Str. 13 erst 1968 bezugsfertig sind. Sie sind auf dem Foto gerade im Rohbau fertiggestellt. Der Reichberg im Bildvordergrund wird erst später als Bauland erschlossen.

Narrenbaum vor dem Café Fuß, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Vor der Bäckerei und dem Café von Viktor Fuss (Rathausplatz 5) wird am Schmutigen Dunschdig der Narrenbaum aufgestellt. Seit 1914 ist es das Vorrecht der Zwanzigjährigen, den über 20 Meter hohen Baum aufzustellen. Anschließend werden sie auf die Laterne der Laternenbrüder vereidigt und schwören ihre Treue zur Löffinger Fasnacht.

Das Haus Fuss ist nicht nur alljährliche Kulisse dieser Zeremonie, sondern es kommt auch in einem der bekannteren Fasnachtssprüche vor: »’S isch en Beck am Rothuus-Eck, / ma sait im nu de Fuessebeck. / Er streckt de A… zum Fenster us und sait es isch ein Weck. / ‚S isch kon Weck , ’s isch kon Weck, / ’s isch de A… vom Fuessebeck.«

Standort des Fotografen: 47.883910, 8.343825

Narrentreiben in der Kirchstraße, Fasnacht ca. 1960-1963

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

»Alt und jung gon uff d’Stroß, z’Leffinge isch jetzt d’Fasnet do!« So lautet der Anfang des Narrenmarsches von 1961 – und wie sehr die Worte stimmen, ist auf dem Foto zu sehen. Dicht gedrängt stehen Jung und Alt in der Kirchstraße. Der Text des Narrenmarsches stammt von Josef Bayer (1930-2005), komponiert wurde die Melodie von Dr. Hermann Regner. 

In der Kirchstraße ist die Fasnachtsbühne aufgebaut. Die Stadtmusik spielt auf, vielleicht wird gerade der Narrenmarsch uraufgeführt? Dahinter ist der Hexenwagen zu erkennen mit der großen Hexe. Neben dem Haus von Maschinenarbeiter Erich Freund (Kirchstr. 12) ist am linken Bildrand der Ökonomieteil vom Haus Kuster (Kirchstr. 14) zu sehen, der 1963 abgerissen wird. Schön zu erkennen sind auch die Häuser Funk und Heiler, die ebenfalls später abgerissen werden und einem Neubau des Arztes Dr. Gebhard Hecht (1920-2008) weichen.

Standort des Fotografen: 47.882954, 8.344283

Sägearbeiter in der Stadtsäge, ca. 1960-1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.

Während sich die einen im Nahe gelegenen Waldbad vergnügen und im kühlen Nass erfrischen, arbeiten die anderen in der Stadtsäge. Auf dem Foto sind die Sägearbeiter Franz Guth (1907-1970), Ernst Fritsche (1895-1968) und sein Sohn Ernst Fritsche junior (1937-2005) zu erkennen. 

1974 wird die Stadtgemeinde die Säge an Ernst Fritsche junior verkaufen. Er wird sie bis 2002 betreiben und erst dann aus Altersgründen aufgeben.

Standort des Fotografen: 47.898532, 8.334364

Vieh am Brunnen in der Alenbergstraße, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

An der Einmündung der Alenbergstraße in die Maienlandstraße steht ein Laufbrunnen. Er dient längst nicht mehr dazu, die Haushalte in der Nachbarschaft mit Trinkwasser zu versorgen. Aber seine wichtige Funktion als Viehtränke hat er behalten. Der Landwirt – und Sprengmeister – Fritz Fehrenbach (1904-1973) steht mit einem Stier am Brunnen. Mit einem Holzbengel in der Hand hält er den Stier in Schach.

Im Hintergrund ist der Seitengiebel vom Haus Walz zu sehen, das Polizeikommissar Karl Walz (1891-1969) und seiner Ehefrau Anna Walz geb. Frey (1900-1992) gehört. Fern am Horizont ist die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.888519, 8.341869

Sägearbeiter in der Stadtsäge, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.

Die drei Sägearbeiter, die in der Stadtsäge im Welschland arbeiten, unterbrechen ihre Arbeit kurz für ein Foto. Sie stehen vor dem Sägegatter und blicken in die Kamera: V.l.n.r. Ernst Fritsche (1895-1968), sein Sohn Ernst Fritsche junior (1937-2005) und Franz Guth (1907-1970). 

1974 wird die Stadtgemeinde die Säge an Ernst Fritsche junior verkaufen. Er baut sie um und modernsiert sie. Fast 30 Jahre lang wird er die Säge betreiben, bis er sie aus Altersgründen aufgibt.

Standort des Fotografen: 47.898532, 8.334364