Weihnachtskrippe in der Pfarrkirche St. Michael, ca. 1950-1960

Verlag A. Rebholz / Sammlung Familie Waßmer

Vor dem Marienaltar der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist die Weihnachtskrippe aufgebaut. Unterhalb der Häuser der Stadt Bethlehem ist der Stall zu sehen. Maria und Josef stehen um die Krippe, in der das Jesuskind liegt. Hirten mit ihren Schafen nähern sich zur Anbetung. Im Hintergrund ist eine Landschaft gemalt, am Nachthimmel strahlt der Stern von Bethlehem. Das Gemälde und auch die Krippe sind durch kleine Glühbirnen eingerahmt, die sie Szenerie beleuchten.

Standort des Fotografen: 47.882619, 8.344425

Fronleichnamsprozession vor der alten »Sonne«, ca. 1960-1963

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Man bekommt fast den Eindruck, das ganze Städtchen ist auf den Beinen – zumindest der katholische Teil. Es ist Fronleichnam, die Sonne scheint, die Kastanie zwischen Gasthaus »Löwen« und der »alten Sonne« blüht. Auf dem oberen Rathausplatz ist ein Fronleichnamsaltar aufgebaut. Eine Schar Ministranten steht davor. Fahnen und Flambeaux sind zu erkennen. Vor allem neben dem Rathausbrunnen stehen die Gläubigen dicht gedrängt. Mit größerem Abstand stehen weitere Zuschauer*innen am Straßenrand.

Standort des Fotografen: 47.884158, 8.344972

Loni Sibold an der Waldbad-Kasse, ca. 1980

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Ihr Gesicht kennt jeder, der das Waldbad besucht, denn an ihr muss jeder vorbei: Leonie (Loni) Sibold (1918-2006). Zwei Jahrzehnte lang sitzt die Ehefrau von Viktor Sibold an den Badetagen an der Kasse und verkauft Eintrittskarten. Sie beginnt damit 1968 und geht 1989 in den verdienten Ruhestand. Bis dahin fährt sie in der Badesaison täglich mit dem Moped von ihrem Wohnhaus in der Birkenstraße zum Waldbad, viele Jahre begleitet von ihrem Hündchen.

Standort des Fotografen: 47.899767, 8.333123

Fronleichnamsprozession in der Kirchstraße, ca. 1960-1963

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Eine schier endlose Fronleichnamsprozession bewegt sich die Hafnergasse (heute Kirchstraße) entlang. Die Häuser sind mit Tannenreisig und Fahnen geschmückt. Am linken Bildrand ist der Ökonomiebereich des Hauses Kuster zu erkennen, der 1963 abgerissen wird. Die Straße ist weder asphaltiert noch gepflastert, nur auf der Kreuzung verlaufen mehrere Regenrinnen. Etwa dort, wo sie zusammenlaufen, steht seit 1975 der Hexenbrunnen.

Standort des Fotografen: 47.882882, 8.344252

2 Fotos: Hochzeitszug auf dem unteren Rathausplatz, 1. Oktober 1946

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Die beiden Fotos von einem Hochzeitszug durch das Städtchen haben zweifelsohne Seltenheitswert. Aufgenommen wurden sie aus einem Fenster des Hauses Limb (Untere Hauptstr. 4). Der Blick fällt in Richtung des unteren Rathausplatzes.

Besonders ist zunächst, dass eine Doppelhochzeit gefeiert wird. Deutlich zu erkennen ist, dass zwei Bräute in weißen Brautkleidern und zwei Bräutigame im schwarzen Frack und mit Zylinder die Untere Hauptstraße entlang marschieren. Familienangehörige, Freunde und Bekannte folgen ihnen. Auf dem einen Bild bewegt sich der Zug in Richtung »alte Sonne«, wo im Saal der evangelischen Kirchengemeinde die kirchliche Trauung stattfindet. Auf dem zweiten Foto bewegt sich der Zug zur Hochzeitsfeier im Gasthaus »Traube« in Seppenhofen. Das eine Brautpaar ist der Landwirt Gottlieb Mayer (1920-2008) und seine Ehefrau Luise (geb. Schopferer, 1923-2012). Das andere Brautpaar ist der Tapeziermeister Emil Döschle und seine Ehefrau Marie (geb. Schopferer).

Seltenheitswert haben die beiden Aufnahmen aber vor allem, da die Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges noch deutlich im Städtchen zu erkennen sind. Auf dem Rathausplatz steht ein Holzmast, um die elektrische Leitung provisorisch abzustützen. Am linken Bildrand ist ein Bombentrichter zu sehen, der durch ein Holzgeländer abgesperrt ist, damit niemand hinein fällt. Bei dem Bombenangriff im April 1945 war der Demetriusbrunnen durch einen Volltreffer zerstört und weite Teile der Bachüberdeckung aufgerissen worden. Eineinhalb Jahre nach Kriegsende und der Befreiung vom NS-Regime sind die Spuren des Krieges noch unübersehbar.

Standort des Fotografen: 47.883467, 8.343731

Schulklasse des Jahrgangs 1946/47 vor dem Schuleingang, ca. 1953

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Das erste Schuljahr ist geschafft! Stolz versammeln sich die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 1946/47 zu einem Klassenfoto vor dem Eingang zur Volksschule.

Eine der Schülerinnen ist Regina Sibold (verh. van den Heuvel).
Wer weiß, wie die anderen Schüler*innen heißen? Und wie heißt der Lehrer?

1.Reihe, v.l.n.r.:
2.Reihe, v.l.n.r.:
3.Reihe, v.l.n.r.:
4.Reihe, v.l.n.r.:
5.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.882305, 8.347819

Demetriusstraße hinter dem Gasthaus »Adler«, ca. 1950

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Eng geht es zu am unteren Ende der Demetriusstraße! Immerhin kann ein Traktor gerade noch durchfahren. Auf ihm sitzt Familie Mayer für ein Familienfoto, u.a. der Landwirt Gottlieb Mayer und seine Ehefrau Luise geb. Schopferer. Links hinter dem Traktor ist der Misthaufen zu sehen, der in der engen Gasse ebenfalls seinen Platz findet.

Der Übergang, der früher vom Gasthaus »zum Adler« zur ehemaligen Tanzlaube und zu den Stallungen führte, ist abgerissen. An der Brandwand am linken Bildrand ist noch am Mauerwerk zu erkennen, wo sich der Anbau befand. 

 Standort des Fotografen: 47.883463, 8.343455

Früheres Gasthaus »Sonne« am Rathausplatz, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Mitte der 1920er entsteht dieses Foto vom oberen Rathausplatz»Alte Sonne« hat jemand handschriftlich auf dem zugeschneiten Dach notiert. Statt der Gaststube befinden sich in dem Gebäude  nun Wohnungen. Der Schriftzug »Gasthof z. Sone«, der für viele Jahre zwischen den Fenstern im ersten und zweiten Stockwerk angebracht war, ist überstrichen. Im früheren Ökonomieteil auf der linken Seite sind Rundbogenfenster eingebaut. Dort befindet sich nun die Stadtmühle. Aber das Gebäude wird noch in anderer Hinsicht genutzt. Die eingerahmten Fenster im ersten Stockwerk markieren den Saal, der von den evangelischen Gläubigen zum Feiern ihrer Gottesdienste genutzt wird.

Standort des Fotografen: 47.883919, 8.344802

Blick auf das Haus Siefert am unteren Rathausplatz, ca. 1955-1959

Dieses Foto stellte uns  dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Es nieselt. Der Rathausplatz und die Untere Hauptstraße sind nass. Ein Paar spaziert um die Ecke und sucht unter einem aufgespannten Regenschirm Schutz gegen den Nieselregen. Vor dem Eingang zum »Gottlieb« im Haus Siefert (Rathausplatz 6) stehen mehrere Passanten und unterhalten sich. Ein Fahrradfahrer radelt herbei, Autos fahren vorüber bzw. sind am Straßenrand geparkt.

Aus einer ungewöhnlichen Perspektive nimmt der Fotograf dieses Bild auf. Vermutlich steht er in einem oberen Stockwerk des Hauses Fuß (Rathausplatz 5), denn nur von dort hat man diesen Blick auf das gegenüberliegende Haus Siefert und das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Der Adler, der auf der Spitze des Denkmals thront, ist am unteren Bildrand zu sehen.

Das 1909 erbaute Haus Siefert verfügt noch über ein kleines Gärtchen, das mit einem weißen Holzzaun eingefasst ist. Darin steht eine mächtige Fichte, die das Dach überragt. Im Hintergrund ist in der Unteren Hauptstraße das Friseurgeschäft Limb mit angeschlossener »Esso«-Tankstelle sowie die Bäckerei Straub zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883765, 8.344236

Narrengruppe vor dem Rathaus, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Man braucht schon einige Phantasie, um zu erahnen, was diese Närrinnen und Narren an Fasnacht darstellen. Offenbar sind sie in antike Toga-Gewänder gekleidet, wahrscheinlich sollen es Römerinnen und Römer sein, die zwei Sklavinnen in ihrer Mitte haben. Das Fasnachtsmotto 1952 lautet, nach dem gleichnamigen Volkslied: »Als die Römer frecht geworden«.

V.l.n.r.: Gertrud Schmid, Karoline Auer (*1907), Otto Schweizer (*1906), Ernst Keller (*1912), Anna Jordan (*1907), Käthe Kaufmann, Adolf Kaufmann, Hilde Keller (*1920), Mariele Honold (*1921), Mariele Schweizer, Franz Maier, Olga Geisinger (*1919), Fritz Straub (*1921), ??? Strobel, Elke Duttlinger, Walter Maier (*1927), Josef Kaltenbrunner (*1930).

Im Hintergrund ist am Rathaus eine geschnitzte Holzkonstruktion zu erkennen, die das Eingangsportal einrahmt. Am rechten Bildrand sind der Seitengiebel der »alten Sonne« (Rathausplatz 9-10) und weiter hinten das Gasthaus »zum Löwen« (Rathausplatz 11) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883701, 8.344069

Mann am neuen Demetriusbrunnen, ca. 1954-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Neun Jahre klaffte Mitten im Städtchen eine Lücke: der 1912 geschaffene Demetriusbrunnen war im Frühjahr 1945 bei einem Fliegerangriff getroffen und zerstört worden. Nur die Statue des Demetrius blieb unbeschädigt. Neun Jahre später war es schließlich soweit und die Figur fand einen neuen Standort: 1954 wurde der neue Demetriusbrunnen geschaffen.

Dieses Foto ist kurze Zeit später aufgenommen worden. Wie schon der alte Brunnen, so ist auch der neue ein beliebtes Fotomotiv. Zwar ist der Demetrius aus dieser Perspektive nur von hinten zu sehen, dafür hat man aber einen schönen Blick auf den Giebel des Hauses Fuß und auf die Häuserzeile in der Demetriusstraße mit den Staffelgiebeln.

Karl Bank aus der Dittishausstraße lässt sich vor dem neuen Brunnen fotografieren.

Standort des Fotografen: 47.883731, 8.343681

Omnibus vor dem Gasthaus »Ochsen«, ca. 1957-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Vor dem Gasthaus »Ochsen« steht ein Reisebus mit dem Namen »Monika«. Der Bus gehört zur Busflotte der Firma Scherer in Rötenbach. Fast das gesamte Erdgeschoss des Gebäudes wird durch das Fahrzeug verdeckt. Links ist gerade noch der Schriftzug mit dem Namen des Wirtshauses und rechts die Garage zu sehen. Freundlich wirken die Fenster im ersten Stockwerk, mit ihren Sprossen, den Gardinen, den Fensterläden und dem Blumenschmuck.

Hoch oben im Giebel steht der Werbespruch: »Trinkt Laufener«. Damit ist ein Wein aus dem Winzerort Laufen im Markgräflerland gemeint. Aber ein Fürstenberg oder ein Rothaus darf es natürlich auch sein!   

Der Reisebus ist ein »Kässbohrer Setra S8«, der ab 1951 in Ulm gebaut wird. Dieses Modell ist einer der ersten Omnibusse mit selbsttragender Karosserie in verwindungssteifer Rippenbauweise. Das Kunstwort »Setra« ist eine Abkürzung des Wortes »selbsttragend«.

Standort des Fotografen: 47.884062, 8.345051