Nach dem Abbruch der »alten Sonne«, die den oberen Rathausplatz bis 1973 dominierte, und dem Neubau des modernen Geschäfts- und Wohnhauses (Rathausplatz 9 und 10) hat sich das Aussehen des Platzes stark verändert.
Am Rathausgebäude wurde der Schriftzug »Volksbank« abmontiert, nur die Löcher in der Mauer künden noch von der früheren Nutzung der Räumlichkeiten im Erdgeschoss. Die Volksbank hat ihre neuen Geschäftsräume in dem benachbarten Neubau bezogen.
Es ist Weihnachtszeit. Ein Tannenbaum steht neben dem Rathausbrunnen. Über die Straßen ist die Weihnachtsdekoration gespannt. Am rechten Bildrand ist das Postamt (Rathausplatz 2) zu sehen. An der Ecke stehen ein Telefonhäuschen und eine Litfaßsäule, daneben parkt ein VW Käfer.
Verlag Hans Dreisigacker, Lörrach | Sammlung Familie Waßmer
Im Neubaugebiet auf der »Breiten« eröffnete Eugen Fehrenbach (1937-2026) das Café Fehrenbach (Scheffelstr. 1). Das Café verfügte über eine eigene Bäckerei und Konditorei, außerdem gab es Fremdenzimmer. In den 1970er Jahren warben die Fehrenbachs mit dieser Ansichtskarte für Kunden: Zu sehen sind eine Außenansicht des Cafés und ein Blick in die Innenräume. Darunter sind eine Ansicht des unteren Rathausplatzes mit dem Mailänder Tor und die neue Attraktion in Löffingen, das Wildgehege im Wildpark, abgebildet.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.
Beim Großbrand am 28. Juli 1921 wurden 36 Gebäude zerstört. Das Feuer war zwei Häuser neben dem Mailänder Tor in der damaligen Hintergasse (heute Demetriusstraße) ausgebrochen und hatte sich in Windeseile ausgebreitet. Es fraß sich den gesamten Straßenzug entlang und legte alle Häuser bis hinauf zum Alenberg in Schutt und Asche.
Nach der Brandkatastrophe beginnen die Aufräumarbeiten. Einsturzgefährdete Mauern müssen entweder abgestützt oder eingerissen werden. Trümmer müssen beseitigt werden. Auf dem unteren Rathausplatz zeugen diverse Feuerwehrschläuche vom Großeinsatz der Löffinger Feuerwehr und der benachbarten Wehren in den vergangenen Tagen. Auf dem Brunnenrand sitzt eine Gruppe uniformierter Polizisten oder Soldaten. Sie kamen noch am Abend des Brandtages nach Löffingen, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, Plünderer zu stoppen, erste Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Inge Benitz und Engelbert Straetker zur Verfügung.
In der Maienlandstraße liegen die Molkerei und das Anwesen von Landwirt Karl Honold (Maienlandstr. 2) in Trümmern. Die Häuser der Ringstraße und der Demetriusstraße existieren nicht mehr, sodass der Blick bis zum Rathaus und zum Postamt am Rathausplatz geht.
Karl Bader, der Sohn des Feuerwehrkommandanten, erinnert sich 1963: »Für die Erhaltung des Rathauses und des Postgebäudes wurden alle verfügbaren Kräfte eingesetzt, denn für den Kommandanten und seinen Mitarbeiterstab bestand die Gewißheit, dass ein brennendes Rathaus und Postgebäude gleichbedeutend ist mit dem Niedergang vom Haus Nägele, den Häusern, welche nach dem Brand vom März 1907 wieder aufgebaut wurden, und einem großen Teil der Anwesen in der Vorstadt.«
Ein Teil der bedrohten Häuser, die Bader erwähnt, sind am linken Bildrand zu sehen. Sie wurden nach dem Großbrand 1907 in der Demetriusstraße errichtet.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.
Die Feierlichkeiten zur Wiederverleihung der Stadtrechte beginnen am Sonntag, den 27. Mai 1951 mit einem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche. Im Anschluss versammelt sich die Festgemeinde auf dem unteren Rathausplatz zur Totengedenkfeier. Die Häuser des Städtchens sind mit Fahnen und Girlanden geschmückt.
V.l.n.r.: Willi Mayer, Georg Tschiggfrei, Ernst Kraus, ???, Josef Benitz, Paul Gwinner, Fritz Adrion, Eugen Fehrenbach
Rechts hinter Josef Benitz: Karl Glunk und Arno Adrion
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.
Das Rathaus wird renoviert. Während die Fassade am oberen Rathausplatz eingerüstet ist, ist vom unteren Rathausplatz aus auf den ersten Blick nicht viel von den Renovierungsarbeiten zu erkennen. Der Weihnachtsbaum steht auf dem Platz. Die Straße ist abgesperrt und ein Kran blockiert die Durchfahrt.
Das Rathaustürmchen fehlt auf dem Bild, es wird gerade grundlegend saniert. Die Kupferarbeiten führt Blechnermeister Josef Heiler durch. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten werden in die Kugel unter dem Kreuz die Namen von Bürgermeister Dr. Dieter Mellert, der Handwerker und der Bediensteten des Rathauses eingelassen.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.
Das Rathaus ist eingerüstet, weil seine Fassade gerade renoviert wird. Der Rathausplatz ist von Autos zugeparkt. Dass hier früher Märkte abgehalten wurden, ist kaum mehr vorstellbar. Nur die Brunnenfigur der »Schnitterin«, die aus dem Autoblech herausragt, erinnert noch daran. Die Zeiten, dass sich im Erdgeschoss des Rathauses die Markthalle befand, sind lange vorbei. Heute befinden sich dort die Kurverwaltung und die Stadtbücherei, wie auf den Fensterscheiben zu lesen ist.
Verlag A. Rebholz | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Franz Scholz zur Verfügung.
Der Buchbinder Albert Rebholz (1907-1962) versteht es, zu fotografieren. Wie schon vor ihm sein Vater Anton Rebholz (1875-1946) hält er das Aussehen des Städtchens in zahlreichen Bildern fest. Seine Fotos sind keine Schnappschüsse, sondern sie sind durchkomponiert.
Das zeigt sich auch bei dieser Ansicht des unteren Rathausplatzes: Anton Rebholz wählt eine Perspektive, von der aus das Rathaus und das Café von Bäckermeister Viktor Fuss (Rathausplatz 5) weitgehend frontal zu sehen sind, die aber auch einen Blick in den Straßenzug ermöglicht. Rechts wird das Foto durch die dunkle Tanne begrenzt, die vor dem Haus Siefert (Rathausplatz 6) in den Himmel ragt. Im Vordergrund ist der neue Demetriusbrunnen zu sehen. Da die Bodenfläche vorne rechts leer wirken würde, wartet Rebholz einen Moment ab, in dem das angrenzende Gasthaus »zum Adler« seinen Schatten auf den Platz wirft. Ein Kind mit Fahrrad wird von ihm mit abgeblichtet. Es belebt nicht nur das Bild. Durch seine Platzierung in der Bildmitte verbindet es auch den Demetriusbrunnen im Vordergrund mit dem Rathaus und dem Kriegerdenkmal von 1870/71 im Hintergrund. Kein Wunder, dass dieses Foto als Ansichtskarte Verbreitung fand!
Diese Fotos stellte dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.
Der Kirchturm der katholische Pfarrkirche St. Michael ist 1961 eingerüstet, um verputzt zu werden. Diese Gelegenheit nutzt der Fotograf dieser Bilder, um auf den Turm zu steigen und eine Fotoserie von oben auf das Städtchen aufzunehmen.
Der Blick geht über die Dächer des Altstadtrings hinüber zur Vorstadt und zum Alenberg. Dominiert werden die Fotos von dem großen Gebäudekomplex der »alten Sonne« (Rathausplatz 9-10). Zu sehen ist die Rückseite mit der Wiederkehr zur Eggertenstraße hin. Das Gebäude, das in seiner Größe am ehesten dem Rathaus entspricht, wird 1973 abgerissen.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.
Der Kirchturm der katholische Pfarrkirche St. Michael ist 1961 eingerüstet, um verputzt zu werden. Diese Gelegenheit nutzt der Fotograf dieses Bildes, um auf den Turm zu steigen und mehrere Fotos von oben auf das Städtchen aufzunehmen.
Im Vordergrund des Fotos sind die Dächer der Häuser in der Hafnergasse (heute Kirchstraße) zu sehen und gleich dahinter die Dächer der Häuser in der Eggertenstraße. Der Blick von oben verdeutlicht, wie eng bebaut das »Eckeret« ist. Vor dem Rathaus ist ein kleiner Platz mit Bäumen zu erkennen: Er diente lange Zeit als Schulhof und erstreckt sich zwischen den Häusern Rebholz (Rathausplatz 8) und der »alten Sonne« (Rathausplatz 9-10).
Der Blick geht am Rathaus vorbei in Richtung Maienland und zum Alenberg. An der verschiedenfarbigen Dacheindeckung des Mailänder Tores sind noch deutlich die Kriegsschäden von 1945 zu erkennen. Beim Haus des Mechanikermeisters Karl Müller (Demetriusstr. 13) ist das Zwerchhaus durch eine moderne Schleppgaube ersetzt worden. Davor steht der neue Demetriusbrunnen, der nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1954 neu geschaffen wurde.
Vergleicht man die Aufnahme mit älteren Fotos, die ebenfalls vom Kirchturm aufgenommen wurden, dann fällt auf, dass inzwischen zahlreiche Neubauten entstanden sind: In der Maienlandstraße ist der Rohbau des Wohn- und Geschäftshauses von Malermeister Karl Sibold (Maienlandstr. 4) zu erkennen. Aber vor allem auf dem hinteren Alenberg sind zahlreiche Einfamilienhäuser neu gebaut und damit neue Straßen wie die Hochfirststraße und die Feldbergstraße entstanden. Hoch oben im Kurpark grüßt der neu gebaute Pavillon.
Die Mehrbildkarte aus den 1920er Jahren zeigt drei Ansichten des Städtchens. Oben ist eine Gesamtansicht zu sehen, die von der »Breiten« aufgenommen wurde. Im Vordergrund ist das Sägewerk Benz zu sehen. Ins Auge sticht der rauchende Schornstein als Zeichen wirtschaftlicher Prosperität, dessen Rauch sogar in den Himmel reinretuschiert wurde. Das Schulgebäude an der »Hasle« wird gerade gebaut, aber noch nicht einmal der Rohbau ist vollendet. Die Gesamtansicht entstand zwischen zwei Bränden: Nach dem Großbrand 1921 und dem bereits erfolgten Wiederaufbau vor dem Brand in den Holzindustriewerken Josef Benz AG 1928.
Unten sind zwei Ansichten aus dem Städtchen zu sehen, links das »Mailänder Tor« und rechts das »Rathaus«. Beide Fotos sind in abgerundeten Passepartouts abgedruckt, die den Torbogen des Mailänder Tores und die Rundbogentüren im Erdgeschoss des Rathauses optisch aufgreifen. Am Mailänder Tor fehlen noch die Madonnafigur und das Glöckchen im Dachreiter, die beide 1930 angebracht wurden. Die Türen im Rathausgebäude, die zum Oberen Rathausplatz reichen, sind tatsächlich noch Türen und noch keine Fenster. Sie sind mit Holzläden verschlossen. Als das Rathaus noch bis zur Jahrhundertwende als Kaufhaus genutzt wurde, konnte man sie öffnen und das Erdgeschoss in eine große Markthalle verwandeln.
Dieser Blick bietet sich Gästen, wenn sie nach Löffingen hineinfahren. Am »Stadtbau« mit seinem Erker vorbei fällt der Blick auf den oberen Rathausplatz mit dem massiven Rathausgebäude und dem früheren Gasthaus »zur Sonne«. Am Rathausbrunnen hat ein Auto mit einem Wohnwagen geparkt. Offenbar dient das Baarstädtchen Reisenden als Zwischenstopp auf ihrem Weg in den Urlaub.