Fronleichnamsprozession auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1970

Sammlung Familie Waßmer

Aus einem Fenster des Gasthauses »Ochsen« wird diese Aufnahme an Fronleichnam aufgenommen. Vor dem früheren Gasthaus »Sonne« ist ein Stationsaltar mit einem schlichten Holzkreuz aufgebaut. Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) steht dort mit einer Schar Ministranten. Links vom Altar ist der Baldachin zu erkennen, der bei der Prozessin mitgetragen wird. Während des Zuges schreitet der Pfarrer mit der Monstranz und dem Allerheiligen unter dem »Himmel«. Rechts vom Altar steht der Kirchenchor und die Stadtmusik, die seit ihrer Gründung an den jährlichen Fronleichnamsprozessionen mitwirkt und diese musikalisch umrahmt. Die Gläubigen wahren Abstand und stehen relativ weit entfernt auf dem Oberen Rathausplatz.

Über dem Eingang des mit Fahnen geschmückten Rathauses steht »Volksbank« geschrieben. Erst nach dem Abbruch der »Sonne« zieht die Bank aus dem Erdgeschosses des Rathauses aus und eröffnet in dem modernen Gebäudekomplex ihre neuen Geschäftsräume.

Standort des Fotografen: 47.883941, 8.345093

Prozession in der Maienlandstraße, Fronleichnam 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Es ist Fronleichnam oder »Herrgottstag«. Nach der heiligen Messe in der katholischen Pfarrkirche St. Michael, deren Kirchturm im Hintergrund zu sehen ist, schließt sich eine lange Prozession durch das Städtchen an. Der Stadtpfarrer trägt die Monstranz mit dem Allerheiligsten in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die Straßen. Die Monstranz wird dabei von einem »Himmel« genannten Stoffbaldachin beschirmt. Der Pfarrer wird von den Gläubigen begleitet. Vorneweg laufen Ministranten mit Fahnen, dahinter folgen die Erstkommunionkinder.

Schier endlos mutet die Prozession an, die vom Haus Egle (Maienlandstr. 8) bis weit hinter das Mailänder Tor reicht. In den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft waren Fronleichnamsprozessionen nur eingeschränkt möglich gewesen, weil die Stadtgemeinde der Kirchengemeinde immer wieder die Benutzung öffentlicher Straßen untersagt hatte. Auch die Anzahl der Gläubigen, die an der Prozession teilnahmen, war in der NS-Zeit zurück gegangen. In der Nachkriegszeit gab es nun eine Renaissance des Religiösen. Obwohl die katholische Kirche eine Mitschuld auf sich geladen  hatte, wurde sie von vielen als eine Institution angesehen, die moralisch unbeschädigt aus Diktatur, Krieg und Massenmord hervorgegangen war.

Auf dem Prozessionsweg sind mehrere Altäre aufgebaut; bei jeder Station wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen und über die Stadt erteilt. Auch in der Maienlandstraße steht traditionell einer der Altäre. Die Straße selbst ist geschmückt. Zwar sind auf dem Foto keine Fahnen und auch kein Blumenteppich zu sehen, aber beiderseits der Straße sind Birkenzweige in das Straßenpflaster gesteckt, sodass sich die Prozession durch junges Grün bewegt. Vorne rechts ist der Laufbrunnen vor dem Garten von Familie Kuster zu sehen, der in den 1960er Jahren entfernt wird. Er muss der Stadtwaage weichen.

Standort des Fotografen: 47.885416, 8.342254

Umzug in der Oberen Hauptstraße zum 100. Jubiläum der Feuerwehr, Juni 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.

1963 feiert die Freiwillige Feuerwehr Löffingen ihr 100. Gründungsjubiläum. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist ein Festzug durch das Städtchen. Die Häuser sind beflaggt und mit Reisig geschmückt. Hier zieht man gerade vom oberen Rathausplatz kommend die Obere Hauptstraße hinauf. Die junge Bürgerwehr in historischen Uniformen von 1848 marschiert gerade am Gasthaus »Ganterbräu« vorüber.  Schaulustige folgen dem Festzug.

1862 hatten sich rund 70 Bürger zum Eintritt in eine Freiwillige Feuerwehr bereit erklärt und sich verpflichtet, für ihre Uniform und Ausrüstung selbst aufzukommen. Am 29. März 1863 erfolgte dann die eigentliche Gründung der Wehr, nachdem die badische Regierung ihre Statuten genehmigt hatte.

Standort des Fotografen: 47.884518, 8.345531

Umzug in der Oberen Hauptstraße zum 100. Jubiläum der Feuerwehr, Juni 1963

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.

1963 feiert die Freiwillige Feuerwehr Löffingen ihr 100. Gründungsjubiläum. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist ein Festzug durch das Städtchen. Die Häuser sind beflaggt und mit Reisig geschmückt. Hier zieht man gerade vom oberen Rathausplatz kommend die Obere Hauptstraße hinauf. Links steht das Gasthaus »Ganterbräu«. Frauen in historischen Kostümen haben sich eingereiht und tragen alte Löscheimer. Sie gehören dem Turnerbund an.

Dahinter folgt die »Leitermannschaft« mit goldenen Helmen, die die Feuerspritze aus dem Jahre 1806 mit sich führen, die normalerweise im Heimatmuseum steht. Schaulustige folgen dem Festzug.

1862 hatten sich rund 70 Bürger zum Eintritt in eine Freiwillige Feuerwehr bereit erklärt und sich verpflichtet, für ihre Uniform und Ausrüstung selbst aufzukommen. Am 29. März 1863 erfolgte dann die eigentliche Gründung der Wehr, nachdem die badische Regierung ihre Statuten genehmigt hatte.

Standort des Fotografen: 47.884518, 8.345531

Festumzug zum 40-jährigen Stiftungsfest des Militärvereins, 7. Juni 1914

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges feiert der 1874 gegründete Militärverein sein 40. Stiftungsfest. Nach dem Festgottesdienst werden am Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Kriegsteilnehmer 1870/71 Kränze niedergelegt und verschiedene Ansprachen gehalten. Am Nachmittag folgt ein Festumzug durch das patriotisch geschmückte und beflaggte Städtchen.

Auf dem Foto zieht der Festzug gerade an der neu gebauten Apotheke von Otto Buisson (Rathausplatz 6) am unteren Rathausplatz vorbei.

Standort des Fotografen: 47.883751, 8.343856

Umzug am »Scharfen Eck« bei der Stadterhebung, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

»1753 – Postwagen fährt zum Waldprozess nach Wien«. So lautet der Titel dieses Mottowagens beim Festumzug anlässlich der Wiederverleihung der Stadtrechte 1951. Er spielt auf ein Stück Löffinger Geschichte im 18. Jahrhundert an, als sich die Stadt mit der Fürstenbergischen Herrschaft über das Eigentumsrecht am Krähenbacher Wald stritt.

Gerade biegt der Zweispänner beim »Scharfen Eck« um die Kurve. Auf dem Kutschbock links sitzt Walter Selb (1929-2002) und hält die Zügel, rechts sitzt Bürgermeister Paul Benitz (1899-1979).

Das Haus Faller (rechts) sowie die Küferei Jordan (Untere Hauptstr. 5) und die Apotheke Himmelseher (Untere Hauptstr. 7) sind mit Girlanden und teilweise mit Fahnen geschmückt. Das an die Brunnensäule gebundene Bäumchen gehört zum Festtagschmuck. Dem Postwagen folgt eine Blaskapelle und dahinter eine große Schar Kinder.

Standort des Fotografen: 47.884466, 8.345427

Fronleichnamsschmuck am Haus Sibold in der Maienlandstraße, ca. 1957

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hanni Thoma zur Verfügung.

Fronleichnam im Maienland: Die Häuser entlang der Prozessionsstrecke sind mit Fahnen, Blumen und Girlanden geschmückt. Auch das Anwesen von Malermeister Karl Sibold (1899-1975) und seiner Ehefrau Luise Sibold (geb. Durler) erstrahlt im festlichen Gewand. Über den Fenstern ranken Girlanden aus Reisig, in den Blumenkästen stecken kleine Fähnchen, und eine große Fahne hängt weit hinaus auf die Straße.

Am Straßenrand sind junge Birken, sogenannte Maien, in das Kopfsteinpflaster gesetzt. Sie markieren den Weg, den die Prozession nimmt. In der unteren Bildecke blitzt ein Stück des Blumenteppichs hervor, der sich nicht nur um die Altäre, sondern durch die ganze Straße zieht – sorgfältig gelegt aus Blüten und Blättern in bunten Mustern.

Standort des Fotografen: 47.885602, 8.342347

Fronleichnamsaltar vor dem Haus Wehrle, ca. 1933-1945

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Scholz zur Verfügung.

Die Teilnehmer der Fronleichnamsprozession haben sich vor dem Altar, der vor dem Haus des Schneidermeisters Johann Wehrle in der Demetriusstraße aufgebaut ist, versammelt. Das Gebäude ist mit Girlanden geschmückt. Der Priester hat die Monstranz auf dem Alter abgestellt und wendet sich den Gläubigen zu. Männer tragen den »Himmel«, den Erstkommunionkinder und Ministranten umrahmen. Die Frauen des Kirchenchores haben ihre Gesangsbücher aufgeschlagen. Ein Mann trägt flankiert von zwei Begleitern eine Kirchenfahne.

Standort des Fotografen: 47°53’03.1″N 8°20’39.6″E

Jahrmarkt in der Kirchstraße, ca. 1955/56

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

Kirchweih in der Kirchstraße: Die Häuser sind festlich mit Girlanden und Fahnen geschmückt, sogar vom Turm der katholischen Kirche flattert eine Fahne im Wind. Die Kirchstraße verwandelt sich in einen kleinen Vergnügungspark – ein riesiges Kettenkarussell dreht seine Runden, daneben lockt eine Schiffschaukel die Kinder. Zwischen dem Karussell und dem alten Laufbrunnen stehen zwei Materialwagen der Schausteller. Menschen bummeln durch die Straße und genießen die besondere Stimmung des Festtags.

Und doch verrät ein Detail, wie nah Vergnügen und Alltag in dieser Zeit beieinanderliegen: Im Vordergrund ragt ein großer Misthaufen weit in die Straße hinein – auch er gehört selbstverständlich zum Bild des Städtchens.

Standort des Fotografen: 47.883284, 8.344912

Festjungfrauen mit Fahnenträger des Arbeiterfortbildungsvereins, ca. 1908

Sammlung Familie Waßmer

»Gewidmet vom Arbeiter-Fortbildungs-Verein Singen a/H. 18.6.1908« steht auf einer Schleife, die an der Vereinsfahne angebracht ist. Fünf Festjungfrauen in weißen Kleidern lassen sich mit drei Männern im Anzug für dieses Gruppenfoto aufnehmen. Die Männer gehören vermutlich dem 1868 gegründeten Arbeiterfortbildungsverein Löffingen an.

Der Löffinger Verein feiert sein 40-jähriges Jubiläum und hat vermutlich befreundete Vereine eingeladen. Der Singener Verein widmet offenbar eine Schleife.

1.Reihe, v.l.n.r.: ? Geisinger, ? Geisinger, ???, Frida Klotz (verh. Egle, 1887-1951), Anna Faller (verh. Heizmann, 1884-?)
2.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: 40-jähriges Stiftungsfest des Militärvereins am Kriegerdenkmal, 7. Juni 1914

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieg feiert der 1874 gegründete Militärverein sein 40. Stiftungsfest. Nach dem Festgottesdienst werden am Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Kriegsteilnehmer 1870/71 Kränze niedergelegt und verschiedene Ansprachen gehalten.

Am Nachmittag folgt ein Festumzug durch das patriotisch geschmückte und beflaggte Städtchen. Auf dem unteren Rathausplatz hat sich eine große Menschenmenge versammelt. Man steht dicht an dicht. Der Mode der Zeit entsprechend tragen fast alle Menschen eine Kopfbedeckung: Man sieht Herrenhüte und Damenhüte, aber auch Feuerwehrhelme ragen aus der Menge heraus. Bei den Behelmten im Vordergrund scheint es sich um eine Musikkapelle zu handeln, denn es sich einzelne Musikinstrumente zu erkennen.

Ganz links ist der 1912 geschaffene Demetriusbrunnen zu sehen, dessen Brunnensäule mit einer Girlande geschmückt ist. Auch die Häuser der Demetriusstraße und das Mailänder Tor sind mit Tannenreisig dekoriert. Das Haus Egle (Demetriusstr. 14) ist noch nicht umgebaut: Im Erdgeschoss befindet sich noch kein Ladengeschäft, sondern der Ökonomiebereich, wie am Scheunentor zu erkennen ist. Vor dem Rathaus sind Fahnenmasten aufgebaut, an denen zwei badische Fahnen in den Farben gelb-rot-gelb und zwei Nationalfahnen in den Farben schwarz-weiß-rot wehen.

Standort des Fotografen: 47.883705, 8.344105