Omnibus vor dem Gasthaus »Ochsen«, ca. 1957-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Vor dem Gasthaus »Ochsen« steht ein Reisebus mit dem Namen »Monika«. Der Bus gehört zur Busflotte der Firma Scherer in Rötenbach. Fast das gesamte Erdgeschoss des Gebäudes wird durch das Fahrzeug verdeckt. Links ist gerade noch der Schriftzug mit dem Namen des Wirtshauses und rechts die Garage zu sehen. Freundlich wirken die Fenster im ersten Stockwerk, mit ihren Sprossen, den Gardinen, den Fensterläden und dem Blumenschmuck.

Hoch oben im Giebel steht der Werbespruch: »Trinkt Laufener«. Damit ist ein Wein aus dem Winzerort Laufen im Markgräflerland gemeint. Aber ein Fürstenberg oder ein Rothaus darf es natürlich auch sein!   

Der Reisebus ist ein »Kässbohrer Setra S8«, der ab 1951 in Ulm gebaut wird. Dieses Modell ist einer der ersten Omnibusse mit selbsttragender Karosserie in verwindungssteifer Rippenbauweise. Das Kunstwort »Setra« ist eine Abkürzung des Wortes »selbsttragend«.

Standort des Fotografen: 47.884062, 8.345051

Abfahrt zu einem Klassenausflug in der Demetriusstraße, 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Emma Binder sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Die Kinder stehen dicht gedrängt vor einem Lastwagen, der für diesen Tag zum Ausflugsfahrzeug umfunktioniert wurde. Auf der Ladefläche sind Bänke montiert, das Heck ist offen und nur mit Planen verhängt. Gleich beginnt der Ausflug, eine sogenannte »Fahrt ins Blaue«. Das Ziel ist Breisach. Vor der Abfahrt haben sich die Jungen und Mädchen des Jahrgangs 1913/14 in der Demetriusstraße zu einem Gruppenfoto versammelt. Zu sehen sind u.a. Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003) und Emma Limb (verh. Binder, 1913-2005). Für viele von ihnen ist es eine der seltenen Gelegenheiten, gemeinsam weiter wegzufahren – mit einem motorisierten Fahrzeug, organisiert und begleitet, ein kleines Abenteuer.

Der Blick in den Hintergrund erzählt eine zweite Geschichte. Die Häuser entlang der Straße sind neu. Frisch verputzt und gestrichen stehen sie da, sichtbare Zeichen des Wiederaufbaus nach dem Großbrand von 1921. Bei Metzger Wilhelm Werne (Demetriusstr. 11) ist der Rollladen heruntergelassen. Daneben sind das Anwesen von Landwirt Emil Fürst (Demetriusstr. 10) und das Haus mit der Schuhhandlung von Karl Hasenfratz II (Demetriusstr. 9) zu sehen. Dort weht eine Fahne, die zu einem Fest herausgehängt wurde. Vielleicht wurde das Sängerfest kurz vorher begangen. Vielleicht gehören die Kinder dem Kinderchor an, die beim Fest mitwirkten.

Standort des Fotografen: 47.883955, 8.343886

Mailänder Tor mit Fuhrwerk, ca. 1950-1955

Stadtarchiv

Durch das Mailänder Tor bewegt sich gerade ein Ochsengespann, auf dem Holzbretter transportiert werden. Über dem Torborgen hängt die Madonna mit Jesuskind, von einem Strahlenkranz eingerahmt. Die Plastik wurde 1930 geschaffen und gehört zu den beiden Gedenktafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges, die über den kleinen Törchen links und rechts angebracht sind. Die Dacheindeckung zeigt, dass das Foto in der Nachkriegszeit aufgenommen wurde, deutlich sind noch die reparierten Kriegsschäden zu erkennen.

Links neben dem Mailänder Tor steht das Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13), der es 1950 von der Stadtgemeinde erworben hat. Motorräder und Fahrräder sind vor dem Haus und im Schaufenster zu erkennen. »Mechanische Rep[aratur] Werkstätte«, steht an der Hausfassade.

Standort des Fotografen: 47.883751, 8.343863

Unterer Rathausplatz beim Hochwasser, 10. Juli 1975

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Heizmann zur Verfügung.

Innerhalb kürzester Zeit hat sich der Untere Rathausplatz in einen riesigen See verwandelt. Nur ein VW Käfer und ein Unimog des Löffinger Bauhofs ragen aus den Fluten. Nach einem kräftigen Sommergewitter mit sintfutartigen Regenfällen kann der Stettbach die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Sie ergießen sich auf die Straßen und fließen oberirdisch durch das Mailänder Tor in die Altstadt.

Das Foto zeigt das Mailänder Tor mit den angrenzenden Häusern in der Demetriusstraße: der »Sparkasse« (Demetriusstr. 13), dem Wohn- und Geschäftshaus »Mode-Egle« (Demetriusstr. 14) und der Metzgerei Butsch (Demetriusstr. 15). Daneben ist noch die alte »Adler«-Scheune zu sehen, die wenige Jahre später abgerissen wird.

Standort des Fotografen: 47.883990, 8.343875

Feuerwehrauto in der Unteren Hauptstraße beim Hochwasser, 10. Juli 1975

Sammlung Familie Waßmer

Land unter heißt es am 10. Juli 1975 im Städtchen! Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz! Seit 1958 hat Löffingen kein so verheerendes Hochwasser erlebt. Nach sintflutartigen Regenfällen kann der Stettbach, der ab dem Maienland eingedohlt ist, die Wassermassen nicht mehr fassen und die Fluten ergießen sich über die Straßen. Vor allem in der Unteren Hauptstraße laufen viele Keller voll. Hier fährt ein Feuerwehrauto gerade am Friseursalon Geisinger (Untere Hauptstr. 4) und am Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) vorbei.

Standort des Fotografen: 47.883180, 8.343843

Ankunft von Kurgästen am Bahnhof, 9. Juli 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Cindy Küßner zur Verfügung.

Kurgäste kommen am Bahnhof an und werden schon erwartet. Ein Omnibus des Unternehmens Scherer steht bereit, um einige von ihnen in ihr Feriendomizi in den umliegenden Dörfern zu bringen. Urlauber, die in Löffingen bleiben, werden mit einem Leiterwagen abgeholt, auf den das Gepäck geladen wird. Edeltraud Köpfler (geb. 1946) vom Gasthaus zum »Ochsen« hält die Deichsel. Die junge Frau in der weißen Schürze, die beim Verladen des Reisegepäcks hilft, ist Helga Stöhr (geb. 1938).

Standort des Fotografen: 47.883971, 8.341992

2 Fotos: Einebnung der Müllkippe »Suppenschüssel«, November 1987

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Heiner Wider zur Verfügung.

Die offizielle Mülldeponie des Landkreises befand sich in den 1980er Jahren an der B31 in Titisee-Neustadt. Aber auch in Löffingen existierte seit Jahrzehnten ein Müllabladepatz in der so genannten »Suppenschüssel«, oberhalb der Mauchachschlucht auf dem Weg nach Dittishausen. Angesichts des steigenden ökologischen Bewusstseins ist es überfällig, dass der Müllabladeplatz 1987 geschlossen wird.

Am 5. November 1987 rückt eine Planierraupe an, um die Müllkippe einzuebnen und anschließend mit einer Kompostschicht zu überdecken, damit – im wörtlichen Sinne – Gras darüber wachsen kann. Der Untergrund ist aber so weich, dass die schwere Planierraupe in Schieflage gerät und umstürzt.

Standort des Fotografen: 47.891497, 8.356491

Hochzeitszug vor den Gasthäusern »Löwen« und »Ochsen«, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Luzia Heiler zur Verfügung.

Ein Hochzeitszug bewegt sich durch das Städtchen. Auf dem Foto ist das frischgetraute Ehepaar nicht zu sehen, sondern nur die Hochzeitsgäste, die sich am Schluss des Zuges eingereiht haben. Eben gehen sie über den oberen Rathausplatz, vorbei an den Gasthäusern »Löwen« und »Ochsen«. Passanten bleiben stehen und schauen zu. Im Hintergrund ist vor dem »Löwen« ein kleines Gärtchen zu sehen, in dem zwei stattliche Bäume wachsen. Dahinter ist das ehemalige Gasthaus »Sonne« zu erkennen, in dessen linken Gebäudehälfte die Stadtmühle untergebracht ist.

Standort des Fotografen: 47.884227, 8.345091

Ankunft von Kurgästen am Bahnhof, 1954/55

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Ein Zug der Bundesbahn ist soeben am Bahnhof angekommen. Die Reisenden, die einen Pauschalurlaub bei dem Reiseveranstalter »Scharnow-Reisen GmbH & KG« gebucht haben, verlassen den Zug und strömen über die Bahnhofstraße. Sie begeben sich zum Sammelpunkt auf der anderen Straßenseite. Dort sortieren sie sich, um auf die Gasthäuser, Pensionen und Privatzimmer verteilt zu werden. Im Hintergrund wartet schon ein Omnibus, um die Kurgäste, die in einem der Dörfer der Umgebung ihre Unterkunft haben, dorthin zu fahren. Die anderen müssen laufen.

Standort des Fotografen: 47.883902, 8.341977

Ausschnitt: »Restauration« Benz und Kaufhaus »Kasten« in der Unteren Hauptstraße, ca. 1899

Verlag J. A. Binder Nachfolger, Bonndorf
Sammlung Familie Waßmer

Das Bild ist mit »Kirchplatz« betitelt. Zu sehen ist der Bereich der Unteren Hauptstraße, an dem die Ringstraße einmündet. Rechts steht das Haus Benz (Untere Hauptstr. 8). Es wurde nach dem Brand von 1887 neu errichtet und gehörte dem Holzhändler und Gastwirt Johann Benz (1850-1908) und seiner Ehefrau Katharina geb. Maier (1850-?). Im Erdgeschoss betreiben sie eine Wirtschaft, eine »Restauration«, wie auf dem Schild zu lesen ist. Vor dem Gebäude steht eine Pferdekutsche. Zwei Damen und ein Herr stehen im Vordergrund. Die Personengruppe wurde für die lithographische Ansicht hinzugefügt.

Links steht das dreistöckige Warenhaus »Zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7). An der Fassade hängt ein Schild, auf dem der Schriftzug »Geschwister Traber z. Kasten« zu entziffern ist. Sofie Traber, die geschiedene Ehefrau des Kaufmanns Friedrich Keller, betreibt das Geschäft von 1894 bis 1899. Im Hintergrund ragt die katholische Pfarrkirche St. Michael hoch. 

Dieses Bild ist ein Ausschnitt aus einer Mehrbildkarte.

Standort des Fotografen: 47.883280, 8.343513

Bahnübergang an der Rötenbacher Straße im Winter, ca. 1952-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Egon Eggert zur Verfügung.

Der Blick fällt aus dem Schrankenwärterhäuschen in der Rötenbacher Straße in Richtung Bahnübergang. Die Schranken sind geöffnet und zwei Lastwagen fahren gerade über die Gleisanlage. Es liegt Schnee und die Straßen sind vermutlich rutschig. Jenseits der Bahnlinie ist die Landwirtschaftsschule zu sehen, die 1952 im früheren katholischen Pfarrhaus ihre Pforten öffnete. Das Grundstück gegenüber ist unbebaut: Das Barockhaus, das früher dort stand, wurde bei einem Fliegerangriff im Frühjahr 1945 zerstört. Im Hintergrund ragt der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche empor.

Standort des Fotografen: 47.881969, 8.342380

Fasnachtswagen mit Traktor in der Festhallenstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Dieser Fasnachtswagen in der Festhallenstraße wird nicht mehr von Pferden gezogen, sondern von einem Traktor mit 17 PS (12,5 kW). Der Landwirt Willi Mayer fährt den Vierrad-Diesel-Schlepper der Marke »Fahr«. Das Modell »D130« wurde ab 1953 produziert. Das Foto kann also frühestens Mitte der 1950er Jahre entstanden sein. 

Willi (eigentlich Wilhelm) Mayer wohnte in der Hohlgasse 4 (damals Hausnr. 130).

Standort des Fotografen: 47.883392, 8.347907