2 Fotos: »Tännlewieber« im Stadtwald, ca. 1952-1954

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

Aus der Nachkriegszeit stammen diese beiden Gruppenfotos mit »Tännlewieber«. Die Mädchen und jungen Frauen sind mit der Aufgabe betraut, im Wald junge Bäume zu pflanzen und andere leichtere Forstarbeiten zu übernehmen. Sie tragen Arbeitskleidung, Kittelschürzen und Kopftücher. Wie die Fotos zeigen, scheint der Spass während der Arbeit nicht ganz zu kurz zu kommen.

Der Mann auf dem Foto ist der Forstwart Adolf Heizmann (1909-1960), der in der Haslachstraße wohnt. Im Adressbuch wird sein Beruf als »Waldmeister« bezeichnet.

Oberes Foto
1.Reihe, v.l.n.r.:
2.Reihe, v.l.n.r.:
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Brunhilde Hofmaier (verh. Heiler, 1931-2004), 3 ???, 4 ???, 5 Maria Zimmermann, 6 ???, 7 Hilda Fehrenbach (verh. Hepting), 8 Frieda Welte (geb. Effinger, 1910-?)

Unteres Foto
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 ? Selb, 2 ???, 3 Hans Streit, 4 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Maria Rappenegger (verh. Fischer)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Maria Honold (verh. Göhry), 3 Maria Zimmermann, 4 ???, 5 Adolf Heizmann (1909-1960), 6 Hilda Fehrenbach (verh. Hepting), 7 Irma Zepf (verh. Hasenfratz, geb. 1937), 8 Frieda Welte (geb. Effinger, 1910-?), 9 ???

Standort des Fotografen: ???

Turnerinnen des Turnerbundes, ca. 1929

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Das Logo des Turnerbundes ziert die Sportkleidung von sechs der neun Frauen, die sich zu diesem Gruppenfoto aufgestellt haben. Sie gehören der Damenriege des 1905 gegründeten Vereins an. Das Foto könnte am 11. August 1929 entstanden sein, als neun Turnerinnen am Landesfrauenturnen in Gaggenau teilnehmen.

V.l.n.r.: 1 ??? Neuberger, 2 Rosa Wagner (geb. Egle, 1905-?), 3 Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-1982), 4 ??? Mündle, 5 Anna Studer, 6 Karolina Greuter (verh. Auer, 1907-?), 7 Rosa Henzler (1900-?), 8 Rosa Adrion, 9 Else Egle (Glaserei)

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Weibliche Narrenpolizei in der Maienlandstraße, Fasnacht 1938

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Conrad Bader sowie Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Die weibliche Narrenpolizei gehört seit 1936 zur Löffinger Fasnacht. Bei Narrentreffen steht sie immer an der Spitze des Narrenaufgebots. Auf diesem Foto sind fünf Polizistinnen in ihren Uniformen zu sehen. Sie stehen in der Maienlandstraße stramm, vor dem schmiedeeisernen Gartenzaun von Gugelbergers (Maienlandstr. 6). Im Hintergrund ist das Haus Ganter (Maienlandstr. 8) zu sehen.  Das Foto entsteht zwei Jahre nach der Gründung der weiblichen Narrenpolizei am 28. Februar 1938.

V.l.n.r.: Anna Maier (verh. Fehrenbach), Anna Beha, ???, Elisabeth Bader (verh. Obert), ???

Wer weiß, wie die anderen Angehörigen der Narrenpolizei auf dem Foto heißen? Handelt es sich evtl. um Hilde Schultheiss und Elise Oschwald?

Standort des Fotografen: 47.885002, 8.342826

Frauenlöschgruppe, 1943

Sammlung Familie Waßmer

Als im Zweiten Weltkrieg die wehrfähigen Männer der Freiwilligen Feuerwehr eingezogen waren und die Wehr kaum mehr einsatzfähig war, rief Feuerwehrkommandant Wilhelm Maier 1942 eine Frauenlöschgruppe ins Leben. 25 junge Frauen stellten sich in den Dienst der Feuerwehr. Ihre Ausbildung und Leitung übernahm Brandmeister Karl Glunk. Im darauffolgenden Jahr nahm Franziska Fritsche an einem Lehrgang der Feuerwehrschule in Schwetzingen teil und wurde dann Gruppenführerin.

Auf dem Bild haben sich die Frauen zu einem Gruppenfoto vor dem Feuerwehrhaus versammelt. Sie tragen sehr weite Luftschutzanzüge als Uniform. Damit sie nicht wie Ballons aufgebläht sind, haben sie sich Feuerwehrgurte umgebunden. Drei Männer sind mit auf dem Foto: Karl Götz, Ernst Krauß und Julius Zepf.

V.l.: Käthe Beha (verh. van den Heuvel), Johanna Egle (Theiler), Gertrud Brugger (Heitzmann), Elise Bader (Walter), Theresia Fehrenbach (Mayer), Ursula Selb (Geisinger), Mathilde Geisinger (Schmid), Maria Häusle (Kuster), Liesel Brunner (Wagner), Josepha Kopp (Kasprowicz), Irma Egle (Steiger), Maria Egle (Geisinger), Rosel Hasenfratz (Schopferer), Hildegart Heizmann (Pfeifer) und Franziska Fritsche (Heiler).

Standort des Fotografen: 47.884820, 8.348108

Holzmachen vor dem Haus Adrion in der Alenbergstraße, 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Noch ist der Winter weit, doch Adrions sorgen für die kalte Jahreszeit vor. Sie haben Holz gehackt. Jetzt werden die Holzscheite körbeweise in die Scheune getragen, um sie dort trocken zu lagern.

Links blickt Marta Adrion (geb. 1928) in die Kamera. In der Mitte ist Irma Adrion geb. Schmid (geb. 1927) und rechts ist Genovefa Adrion (geb. 1935, später verh. Sevecke/Kinast) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.886486, 8.343031

2 Fotos: NS-Frauenschaft, Fasnacht 1936

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Hilda und Walter Köpfler, Petra Nobs und Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

Lustig geht es zu, wenn die NS-Frauenschaft Fasnacht feiert. Die meisten von ihnen sind, mal mehr, mal weniger, mit altmodischer Damenkleidung von der Jahrhundertwende kostümiert.

Die NS-Frauenschaft (NSF) ist die dem Kreisleiter unterstellte Frauenorganisation der NSDAP, während Mädchen und junge Frauen im Bund Deutscher Mädel (BDM) organisiert sind. Leiterin der NS-Frauenschaft Löffingen ist Johanna Fürst geb. Biethinger (1907-1955). Wöchentlich finden Frauenschaftsabende statt, in u. a. das nationalsozialistische Frauenbild propagiert wird, dem zufolge, die »deutsche Frau« Hausfrau und Mutter zu sein habe.  Auch wenn die meisten Frauen keine Parteigenossinnen sind, sind sie doch öffentliche Funktionsträgerinnen, die sich in den Dienst der nationalsozialistischen »Volksgemeinschaft« stellen. 1945 wird die Organisation verboten.

Die Wände sind mit nationalsozialistischem Propagandamaterial dekoriert. Ein Hakenkreuz-Wimpel und zwei Hakenkreuz-Fähnchen sind frontal an der Wand angebracht. Links hängt ein Plakat der Hitlerjugend, auf dem zwei uniformierte Hitlerjungen zu sehen sind, die äußerlich dem »arischen« Schönheitsideal entsprechen. »Baut Jugendherbergen« lautet die Parole, die auf diesem Foto durch die davor stehende Frauen verdeckt ist.  Rechts hängt ein Propagandaplakat, das für das »Deutsche Jugendfest 1936« wirbt. Die reichsweite Veranstaltung fand im Juni 1936 statt. Insofern müsste das Gruppenfoto an Fasnacht 1936 entstanden sein.

Wer weiß, in welchem Raum die Fasnachtsveranstaltung der NS-Frauenschaft stattfand? In einer Gastwirtschaft? Im »Gebertsaal«? Oder vielleicht in einem Raum im neuen Schulgebäude an der »Hasle«?

Standort des Fotografen: ???

Kurgast in Löffinger Tracht vor dem Gasthaus »Gebert«, ca. 1934

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christel Wehrle zur Verfügung.

Die Frau, die es sich auf dem Bänkchen vor dem Gasthaus »Gebert« gemütlich gemacht hat, trägt Löffinger Tracht. Sie ist aber weder Löffingerin noch trägt sie die Tracht im Alltag. Das Foto ist gestellt. Das Porträt zeigt Frau Hinz, die als erster Kurgast im »Gebert« Ferien verbringt. Sie darf einmal ausprobieren, wie es ist, Tracht zu tragen. Und natürlich wird ein Erinnerungsfoto geschossen.

Standort des Fotografen: 47.884459, 8.346809

Rosel Egle auf dem Bahnsteig, 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

Aus dem abfahrtsbereiten Zug wird diese Aufnahme fotografiert: Rosel Egle (später verh. Konhäuser, 1917-2014) steht auf dem Bahnsteig, um Abschied zu nehmen. Die 20-Jährige ist elegant gekleidet, wie es sich für die Tochter einer Putzmacherin und einer angehenden Modistin gehört. Im Hintergrund ist das Bahnhofsgebäude zu erkennen, das bei einem Fliegerangriff im Februar 1945 zerstört wird.

Standort des Fotografen: 47.883496, 8.342043

Ehrung von Oberschwester Gertrud Faller und Hebamme Emma Kienzle, ca. 1979

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Bürgermeister Dieter Mellert hat die erfreuliche Aufgabe, zwei langjährige und verdiente Mitarbeiterinnen des Krankenhauses zu ehren. Bei einer Weihnachtsfeier überreicht er der Oberschwester Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005) und der Hebamme Emma Kienzle (geb. Geisinger, 1915-2003) Blumensträuße. Das Foto wird im Aufenthaltsraum des Krankenhauses in der Seppenhofer Straße, dem früheren Refektorium (Speisesaal), aufgenommen.

Sowohl Emma Kienzle als auch Gertrud Faller verbringen ihren Lebensabend im Altenpflegeheim St. Martin, dem früheren Krankenhaus. Emma Kienzle stirbt dort am 30. November 2003, Gertrud Faller am 13. April 2005.

Standort des Fotografen: 47.881699, 8.345347

Narrengruppe »Schwere Batterie« in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1930

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle und Conrad Bader zur Verfügung.

Die »schwere Batterie« nannte sich diese närrische Frauengruppe, die an Fasnacht durch die Straßen zog und die »fünfte Jahreszeit« zu einer wirklichen Straßenfasnacht machte. Eine Quetschkommode, eine Trommel und mehrere Flöten führen sie mit, um Musik, aber auch gehörig Lärm zu machen. Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), in der Mitte, spielt die Quetschkommode. Die Mitglieder der »schweren Batterie« waren bis ins hohe Alter miteinander befreundet.

1.Reihe, sitzend: 1 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Maria Straub (verh. Willmann, 1911-2001), 7 ???

Wo aber wurde dieses Gruppenfoto aufgenommen? Die Schuhe im Schaufenster und das Emailleschild mit Reklame für die Schuhcreme »Gestraba« am Holztor verraten es: Die Närrinnen stehen vor einer Schuhhandlung. Es handelt sich um den Laden des Kaufmanns Karl Hasenfratz II in der Demetriusstraße.

Standort des Fotografen: 47.884153, 8.344064

Agathe Sibold und Maria Werne, ca. 1895-1900

Fotograf: Joseph Ohlenschläger, Inh. Rich. Marth, Donaueschingen
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Die beiden Freundinnen Agathe Sibold (1882-1967) und Maria Werne (1882-1956) lassen sich in einem Fotoatelier in Donauschingen gemeinsam auf einem Foto verewigen. Agathe Sibold (links) heiratet später den Architekten Johann Preuß, Maria Werne (rechts) heiratet 1908 den Pfästermeister und Landwirt Ferdinand Schultheiß.

Standort des Fotografen: Donaueschingen