Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Luzia Heiler zur Verfügung.
Ein Hochzeitszug bewegt sich von der Trauung in der Kirche kommend durch das Städtchen. Ernst Heiler (1923-1990) und Rosa Adrion (1922-1954) haben sich soeben das Ja-Wort gegeben. Die Braut trägt traditionell ein weißes Brautkleid, der Bräutigam einen schwarzen Anzug und einen Zylinder. Eine große Schar von Kindern begleitet die Jungvermählten und ihre Verwandtschaft. Vor dem Betreten der Gaststätte werden sie den Weg mit gespannten Seilen versperren bis der Bräutigam ihnen Münzen zuwirft und so den Weg freimacht.
Im Bildhintergrund klafft auf dem unteren Rathausplatz eine ungewohnte Lücke, denn der alte Demetriusbrunnen wurde bei einem Fliegerangriff 1945 zerstört. Der neue Brunnen wird erst 1954 errichtet.
Hoch türmen sich die Schneemassen im Städtchen, als der Buchbinder und Fotograf Albert Rebholz diese Winterlandschaft aufnimmt. Er wählt eine Perspektive mit dem angeschnittenen Torbogen des Mailänder Tores oben rechts im Vordergrund, um das Foto einzurahmen. Die Fichte mit ihren verschneiten Zweigen verleiht dem Bild eine weihnachtliche Note. Die Fußgänger stapfen durch den Schnee und ein einsamer Volkswagen bahnt sich in der Nähe des Gasthauses »Sonne« seinen Weg.
Gebr. Ebner, Oberkirch i.B. / Verlag Johann Schmutz, Löffingen Sammlung Familie Waßmer
Diese Mehrbild-Postkarte kommt kurz nach der Jahrhundertwende auf den Markt. Unter der Überschrift »Gruß aus Löffingen« zeigt sie drei Ansichten und Sehenswürdigkeiten des Städtchens.
Oben ist die 1898 geweihte neue Wallfahrtskirche »Witterschnee« zu sehen, sicherlich eine Hauptattraktion für Besucher*innen, die anlässlich ihrer Wallfahrt eine Postkarte nach Hause an Verwandte und Freunde versenden, aber auch der ganze Stolz der Einwohner*innen.
In der Mitte ist der Straßenzug der Unteren »Hauptstraße« zu sehen. In dieser Durchgangsstraße liegen mit dem »Adler« und dem »Lamm« gleich zwei renommierte Wirtschaften, in die nicht nur die Einheimischen, sondern auch auswärtige Gäste gerne einkehrten. Zu erkennen ist außerdem der alte Laufbrunnen, der 1912 durch den Demetriusbrunnen ersetzt wird.
Und unten ist eine Ansicht des oberen Rathausplatzes zu sehen, der hier noch als »Marktplatz« bezeichnet wird. Der Markt ist bereits im Niedergang begriffen, er verliert rapide an Bedeutung und ist kaum mehr existent. Das Rathaus und das Gasthaus »Sonne« rahmen den Platz ein.
Fotograf: Georg Jung, Lenzkirch | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Gerald Münzer, Karl Schreiber und Georg Willmann zur Verfügung.
Eine Schulklasse des Geburtsjahrgangs 1910/11 hat sich mit ihrem Klassenlehrer Alfred Zwingert (1880-1938) auf der »Linden«-Wiese in der heutigen Festhallenstraße versammelt. Es ist Juni 1924. Noch befindet sich die Schule im Rathaus, aber seit dem Vorjahr wird das neue Schulgebäude an der »Hasle« gebaut. Grund genug, um die Klassenfotos nicht mehr auf dem Rathausplatz, sondern in der Nähe der künftigen Schule aufzunehmen.
Im Hintergrund ist die katholische Pfarrkirche St. Michael und der alte Farrenstall in der Bittengasse zu erkennen.
Hauptlehrer Alfred Zwingert verlässt das Städtchen 1932, weil er zum Oberlehrer in Bühlertal ernannt wird. Dort macht er rasch Karriere und wird Rektor. Nach der NS-Machtübernahme fungiert er als Kreisamtsleiter der NSDAP (Amt für Erzieher). Als er am 8. Dezember 1938 stirbt, wird er als »alter Kämpfer« für die Partei gerühmt. In der Todesanzeige seiner Witwe Anna Zwingert (geb. Vielsäcker) heißt es über ihn: »Sein Leben war Kampf, Einsatzbereitschaft, Treue und Kameradschaft.«
Fotograf: Georg Jung, Lenzkirch | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Gerda Isele und Emma Kienzle zur Verfügung.
»Erinnerung an meine Schulzeit!«, lautet die Bildunterschrift dieses Klassenfotos vom Juni 1924. 20 Schülerinnen und 14 Schüler des Jahrgangs 1914/15 haben sich zusammen mit ihrem Lehrer Eugen Steidlinger in drei Reihen gruppiert. Drei Buben und ein Mädchen tragen die damals beliebten Matrosenhemden bzw. -blusen.
Der lebhaftere Eindruck dieses Klassenfotos entsteht wohl dadurch, dass dieses Bild nicht vor der Gebäudewand des Rathauses gemacht wurde. Der Fotograf wählte als Hintergrund die »Linden«- und Bittenwiesen. In den 1920er Jahren wurde ein Großteil der Klassenfotos vor diesem Hintergrund aufgenommen, weil Lehrer wie Schüler die Erwartung hegten, dass der Rohbau der neuen Schule in der Hasle demnächst fertiggestellt und die beengten Verhältnisse im Rathaus ein Ende haben würden.
Zum Jahrgang gehören vermutlich auch: Friedolina Benz (1915-2002), Elise Benz, Johanna Fehrenbach, Fritz Gugelberger (1915-1929), Berta Hall, Josef Honold (1915-1967), Karl Strobel (1915-1960 Zimmermeister), Elisabeth Reichhart (verh. Keller, 1915-2004), Anne Vogelbacher, Else Schwörer, Franz Schmutz, Fritz Thoma, Franz Göhry.
Im Hintergrund sind die Häuser der Kirchstraße, der alte Farrenstall und schließlich die katholische Pfarrkirche zu erkennen.
Fotograf: Georg Jung, Lenzkirch | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Karl Guth zur Verfügung.
Dort, wo heutzutage die Realschule steht, versammelt sich diese Schulklasse im Juni 1924 mit ihrem Lehrer Eugen Steidlinger (1873-1939) zu einem Klassenfoto. Damals befindet sich das neue Schulgebäude an der Hasle im Bau und man ahnt noch nicht, dass sich die Bautätigkeit mehr als ein Jahrzehnt hinziehen und die Einweihung des neuen Schulgebäudes erst 1936 stattfinden wird. Frohgemut verlegt man also den Ort, an dem die Klassenfotos traditionell aufgenommen werden, vom Rathausgebäude weg zu den Gärten, die zum Gasthaus »Linde« gehören, im Bereich der heutigen Festhallenstraße. Die Verlegung des Ortes hängt vielleicht auch mit populär werdenden reformpädagogischen Ideen zusammen: Natur statt Klassenzimmer.
18 Mädchen und 22 Buben sind auf dem Foto abgelichtet: 40 Kinder in einer Klasse sind nichts ungewöhnliches. Die Schüler*innen gehören dem Jahrgang 1911/12 an. Im Hintergrund sind die Häuser der Kirchstraße, der alte Farrenstall in der Bittengasse und schließlich die katholische Pfarrkirche zu erkennen.
Zum Jahrgang gehören vermutlich auch: Hilde Benz (verh. Werne, 1911-1991), Hans Werne (1911-1952), Maria Rettich (verh. Meier, 1911-1997), Rosa Selb (verh. Dorer, 1911-2003), Karl Keller (1911-1997), Maria Frei (1911-2007).
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.
»Modistin« oder »Putzmacherin«, so lautet die Berufsbezeichnung von Klara Egle geb. Wintermantel (1889-1964). Sie betreibt im Haus Demetriusstraße 14 ein Modegeschäft.
Gebürtig stammt sie aus Hüfingen, wo sie 1889 zur Welt kam. Durchaus ungewöhnlich für die damalige Zeit hatte sie nach der Volksschule ein Handwerk erlernt und in Ettenheim eine Ausbildung zur Modistin absolviert. Im Anschluss hatte sie als Volontärin in einem Modegeschäft in Freiburg gearbeitet. Ca. 1918 heiratet sie nach Löffingen ein und vermählt sich mit dem kriegsbeschädigten Korbmacher August Egle. Klara Egle eröffnet ihr eigenes kleines Modewaren-Geschäft. Sie fertigt vor allem Kopfbedeckungen für Damen, eben den »Putz«, und ist damit das Pendant zum Hutmacher, der Herrenhüte herstellt.
Sie zählt zur »Hautevolee«, wie man in Löffingen sagt, was sicherlich ihrem eleganten Kleidungsstil geschuldet ist. Das Porträt, das sie als junge Frau zeigt, entsteht in einem Fotoatelier. Klara Egle stirbt 1964 im Alter von 75 Jahren in Löffingen.
Verlag Gebrüder Ebner, Oberkirch in Baden | Verlag Johann Schmutz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer
Mitten auf dem unteren Rathausplatz steht der alte Trogbrunnen. Seit jeher versorgt der Laufbrunnen an dieser Stelle die Einwohner*innen mit Wasser und dient zugleich als Viehtränke. Als Zeichen des technischen Fortschritts trägt die steinerne Brunnensäule eine Gaslaterne. Der Brunnen steht deutlich weiter links als der heutige Demetriusbrunnen, der ihn 1912 ersetzen wird, und ragt in die Untere Hauptstraße hinein.
Rechts erhebt sich das mächtige Gebäude des Gasthauses »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Das schmiedeeiserne Wirtshausschild spannt sich an der Hausecke über die Straße. 1907 erwarb der Friseurmeister Julius Limb die linke Hälfte des Hauses, um dort seinen Friseursalon (Untere Hauptstr. 4) einzurichten. Die Umbauarbeiten sind auf der Aufnahme offenbar noch im Gange. Damit lässt sich auch die Entstehungszeit des Fotos recht eng eingrenzen.
Am linken Bildrand steht das Haus Schmutz (Rathausplatz 6). Auch ihm bleibt nicht mehr viel Zeit: Am 11. Dezember 1909 brennt es ab und wird anschließend durch einen Neubau im Jugendstil ersetzt. Hoch über die Häuserzeile links ragt der »Kasten« (Untere Hauptstr. 7), der ehemalige fürstenbergische Kornspeicher, mit seiner zur Straße gerichteten Giebelfront und dem markanten Dach.
Der Blick folgt der leicht gekrümmten Hauptstraße bis zum Gasthaus »Lamm« (Kirchstr. 29), dessen Giebel den Straßenraum im Hintergrund abschließt. Noch gibt es kaum Verkehr, und die Straße gehört Fußgängern, Handwerkern, Fuhrwerken und dem Vieh. Zugleich kündigen Gaslaterne und Geschäftsumbauten bereits an, dass auch im alten Löffingen die moderne Zeit Einzug hält.
Im Jahre 1920 kaufte der Kaufmann Paul Guth das Haus Rathausplatz 6 von Apotheker Otto Buisson (1868-1934). Erbaut wurde es 1911, nachdem das Vorgängergebäude abgebrannt war. Schön zu erkennen ist das kleine Vorgärtchen mit zwei Fichten, das durch einen Lattenzaun eingefasst wurde. Der Fotograf wählte seine Perspektive so, dass im Vordergrund der schmucke Demetriusbrunnen ins Bild ragt.
Das Nachbarhaus (Rathausplatz 7) gehört dem Schuhhändler Demeter Schilling.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.
Aus einem Dachfenster der Bäckerei Straub (Untere Hauptstraße 6) heraus entstand diese Aufnahme. Von der erhöhten Position bietet sich ein seltener Blick über die Dächerlandschaft des Städtchens in Richtung Rathaus. Unten auf der Straße herrscht noch kein motorisierter Durchgangsverkehr. Passanten spazieren stattdessen auf der Fahrbahn und bleiben am Straßenrand zu einem Schwätzchen stehen. Im Mittelpunkt des Fotos steht das Haus des Kaufmanns Guth (Rathausplatz 6). »L. Gottlieb« lautet der Schriftzug, der in großen Lettern an der Fassade angebracht ist. An den beiden Schaufenstern sind die Jalousien heruntergelassen. Vermutlich entstand das Foto an einem Sonntag, als das Geschäft geschlossen war. Auf dem unteren Rathausplatz ist das Kriegerdenkmal zu erkennen, das noch mit einem schmiedeeisernen Gitter eingefasst ist, das erst während des Zweiten Weltkrieges demontiert und eingeschmolzen wurde. Daneben ist das nach dem Großbrand 1921 neu erbaute Café Ritter zu sehen. Die Häuser werden vom mächtigen Rathaus überragt. Das Hochformat der Aufnahme betont zusätzlich die Höhe des Rathauses, dessen Türmchen sich vor dem wolkenlosen Himmel abhebt. Der Blick des Betrachters schweift schließlich weiter bis zu den kahlen Bäumen auf dem Alenberg.
Im »Filmsaal« der Volksschule sitzen die Schüler*innen der Jahrgänge 1950/51 nach Geschlechtern getrennt. Links die Buben und rechts die Mädchen, getrennt durch den Mittelgang. Der Jahrgang 1951 sitzt jeweils in den drei vorderen Reihen und der Jahrgang 1950 jeweils in den drei hinteren Reihen.
Linke Seite 1.Reihe, v.l.n.r.: Alex Rogg 2.Reihe, v.l.n.r.: Werner Mayer, Daniel Fehrenbach, Wilfried Vogt 3.Reihe, v.l.n.r.: Peter Lux, Josef Wölfle, Klaus Heizmann, Manfred Kienzler, Bernhard Adrion 4.Reihe, v.l.n.r.: Ernst Effinger, Herbert Kienzler 5.Reihe, v.l.n.r.: Walter Pfeifer, Wolfgang Barz, Michael Kasprowicz 6.Reihe: Heinz Hauger
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.
Als sich die 14 Schülerinnen und zehn Schüler auf den Treppenstufen der Volksschule an der »Hasle« zu diesem Klassenfoto versammeln, findet der Unterricht noch nicht in dem neuen Schulgebäude statt, sondern noch im Rathaus. Erst zwei Jahre später, 1936, wird das Gebäude eingeweiht und die Räume bezogen. Als dieses Foto entsteht, fehlte noch der Verputz an der Außenwand, wie links und rechts vom Rundbogen zu erkennen ist.
Das Klassenfoto wird zu Beginn der NS-Zeit aufgenommen, als noch nicht viele Kinder und Jugendliche in der »Hitlerjugend« organisiert sind. Anders als in späteren Schuljahren trägt auf diesem Foto keiner der Jugendlichen eine Uniform. Der Lehrer rechts im Anzug ist Oberlehrer Eugen Steidlinger, der 1934 in den Ruhestand verabschiedet wird. Links steht Lehrer Eugen Hemler, der Mitglied der NSDAP ist und zum Unterricht in seiner SA-Uniform erscheint. Hemler ist auch an der Vertreibung von Stadtpfarrer Guido Andris im Juni 1934 aktiv beteiligt.
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Hugo Schmid (1920-1941), Friedrich Trenkle (1919-1945), Fritz Adrion (1920-2004), ???, Ferdinand Trenkle (1919-1947) 2.Reihe, v.l.n.r.: Lehrer Eugen Hemler, Albert Fehrenbach (1919-2008), Johann Kirner (1920-2007), Anton Selb (1919-1993), Ernst Göhry (1919-2014), Eugen Strobel (1919-2009), Lehrer Eugen Steidlinger 3.Reihe, v.l.n.r.: ???, Maria Faller (verh. Selb), ???, Agatha Kuster (1919-2007), Maria Ganter (verh. Fehrenbach, 1920-1998), Anna Strobel, ??? 4.Reihe, v.l.n.r.: Maria Kopp (verh. Kiefer, 1919-1978), Hedwig Limb (verh. Vogt, 1919-2010), ???, ???, [Maria Strobel?], Maria Nägele (1919-1938) 5.Reihe: Martha Brugger (verh. Trenkle, 1919-2013)