Hermann Ganter mit seiner Tochter Else, ca. 1925

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Stolz posiert Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957) im feinen Anzug für den Fotografen. Er hält sein Fahrrad und blickt in die Kamera. Sein Stolz gilt freilich weniger seinem Drahtesel als seiner kleinen Tochter Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), die vor dem Lenker auf einer Art Kindersitz thront.

Standort des Fotografen: ???

Personengruppe im Fotoatelier, ca. 1920

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Sieben Männer und zwei Frauen lassen sich im Fotoatelier zusammen fotografieren. In welchem Verhältnis stehen sie zueinander? Verwandt sind sie – abgesehen von den Familien Ganter und Hepting – nicht. Was also veranlasst sie, ein Gruppenfoto aufnehmen zu lassen?

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Mathilde Hepting (verh. Bacher), Anna Ganter geb. Hepting (1900-?), Leo Ratzer (1881-1948), Sattlermeister Ernst Krauß (1897-?)
2.Reihe, v.l.n.r.: Malermeister Karl Hepting (1893-?), Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), Schmiedemeister Otto Fürst (1894-?), ???, ???

Standort des Fotografen: Neustadt

3 Fotos: Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1926

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Lore Sibold zur Verfügung.

Der Narrenumzug ist in vollem Gange: Beiderseits der Hauptstraße stehen Schaulustige, um den bunten Zug zu sehen, der auf den oberen Rathausplatz einzieht. Auch auf der Freitreppe vor dem »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) drängen sich Menschen, um von dieser erhöhten Position alles sehen zu können. Eine Blaskapelle im Vordergrund schmettert gerade einen Marsch.

»Löffinger Vieh- und Krämermarkt im 17. Jahrhundert«, so lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Und wen wundert es da, dass der Narrenumzug von Marktbuden gesäumt ist? Schließlich diente der obere Rathausplatz traditionell als Marktplatz! Nicht alle Buden passen freilich ins 17. Jahrhundert. So steht vor dem Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) z. B. eine Bude, die auf einem Banner als »Spielhöhle Monte Carlo« bezeichnet wird. Eigentlich müsste es korrekt »Spielhölle« heißen, aber wen stört das schon an Fasnacht?

Das Foto wird von einem Fenster des Rathauses aufgenommen, dessen Erdgeschoss bis zur Jahrhundertwende auch als Markthalle diente.

Standort des Fotografen: 47.883930, 8.344500

Familie Ganter vor der Festhalle, 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Obwohl die Festhalle und Volksschule an der »Hasle« noch gar nicht fertiggestellt ist, sondern seit 1923 eine Baustelle ist, avanciert der Rohbau bereits zu einer beliebten Fotokulisse. Hier posiert Familie Ganter vor dem Eingang zur Festhalle mit seinem charakterischen Rundbogen.

Der Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957) und seine Ehefrau Anna Ganter geb. Hepting (1900-?) stehen auf den Treppenstufen. Vor ihnen sitzen ihre beiden Töchter, rechts die ältere, Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), links die jüngere, Lore Ganter (verh. Echtle, 1926-2014).

Die junge Frau ganz links ist Mathilde Hepting (verh. Bacher), eine jüngere Schwester von Anna Ganter geb. Hepting.

Standort des Fotografen: 47.883010, 8.347609

Hermann Ganter mit seiner Tochter Else, 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Mit »September 1925« ist dieses Foto datiert. Das zweijährige Mädchen, das mit einem weißen Hemdchen bekleidet ist, ist Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011). Sie sitzt auf der Fensterbank ihres Elternhauses neben ihrem Vater, dem Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957).

Das Fenster geht in Richtung Städtchen, zum Nachbargrundstück hinüber, das noch unbebaut ist und auf dem erst Mitte der 1930er Jahre von dem Arzt Dr. Gugelberger eine Villa erbaut wird.

Standort des Fotografen: 47.885127, 8.342709

Männergesangsverein »Eintracht« vor dem Gasthaus »Linde«, ca. 1929

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Die Mitglieder des Männergesangsvereins »Eintracht« haben sich vor dem Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10) zu einem Gruppenfoto versammelt. In der 1986 erschienenen Festschrift anlässlich des 125-jährigen Vereinsjubiläums wird das Foto in das Jahr 1928 datiert.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Foto ein Jahr später aufgenommen wurde: Am 21. Februar 1929 wurde ein neuer Vorstand gewählt: Neuer erster Vorsitzender wurde der Kaufmann Joseph Benitz, der auf dem Foto in der Mitte in der ersten Reihe sitzt. Zweiter Vorsitzender wurde der Friseurmeister Julius Limb, der neben ihm sitzt. Da auf dem Foto Schnee zu sehen ist, kann davon ausgegangen werden, dass das Gruppenfoto am Tag der Vorstandswahl entstanden ist.

Joseph Benitz war nur vier Jahre bis 1933 erster Vorsitzender. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme musste er infolge der freiwilligen Selbst-»Gleichschaltung« des Vereins von seinem Amt zurücktreten. Darüberhinaus wurde er am 7. August 1933 aufgrund seiner oppositionellen Haltung verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Zwei Tage später wurde er wieder nach Hause entlassen. Benitz zählt auch zu den Bürgern, die gegen die Vertreibung von Stadtpfarrer Guido Andris am 23. Juni 1934 protestierten und deshalb verhaftet wurden.  

1.Reihe sitzend, v.l.n.r.: Wilhelm Vogt, Eugen Fehrenbach, Julius Limb, Joseph Benitz, Alfred Zwingert, Hermann Ganter, Heinrich Wider

2.Reihe, v.l.n.r.: Karl Münzer, Leopold Roth, Franz Fehrenbach, Fritz Seilnacht (1901-1987), Otto Schmitt, Albert Benitz, Johann Schäfer, Ernst Meßmer

3.Reihe, v.l.n.r.: Karl Schmid, Paul Benitz, Ernst Krauß, Hermann Kirner, Alfred Geisinger, Johann Kaltenbrunner, Karl Beha, Karl Hasenfratz

Standort des Fotografen: 47.884374, 8.346485

Umzug beim Sängerfest auf dem oberen Rathausplatz, 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Einer der Höhepunkte des dreitätigen Gausängerfestes, das in Löffingen veranstaltet wird, ist der Festumzug am Sonntag, den 31. Juli 1927. In den Zug reihen sich ca. 4.000-5.000 Teilnehmer ein. Ein Schilderbub marschiert vorneweg, eben bewegt sich der Zug am Rathaus vorbei in Richtung oberer Rathausplatz.

Die Lokalzeitung ist am nächsten Tag voll des Lobes: »Auch hierbei leuchtete die glänzende Organisation der Löffinger, die anderwärts eifrigste Nachahmung finden sollte, wenn man will, dass die Teilnehmer den ganzen Tag bei guter Laune bleiben. Also auch der Festzug war etwas sehr Sehenswertes und eigentlich der Höhepunkt des Festes.« 

Standort des Fotografen: 47.884026, 8.344862

Umzugswagen »Die Fürsten vom Rhein« in der Demetriusstraße, Fasnacht 1927

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

In der Demetriusstraße steht an Fasnacht ein Umzugswagen, der von zwei Pferden gezogen wird, und einen kleinen Palast mit Säulen darstellt. Sein Motto lautet: »Die Fürsten vom Rhein«. Am dreieckigen Giebel ist das Stadtwappen von Worms, einer der ältesten Städten Deutschlands, angebracht. Es zeigt einen Schlüssel und einen fünfzackigen Stern. Daneben steht »Worms 1495«. In diesem Jahr fand in der am Oberrhein gelegenen Stadt ein Reichstag statt, auf dem die Reichssteuer, das Reichskammergericht und das Fehdeverbot des Ewigen Landfriedens eingeführt wurden.

Auf dem Wagen stehen einige Männer in historischen Kostümen. Vor dem Wagen steht ganz links Fritz Adrion sen. Neben ihm stehen Frauen, auf deren Kostümen der Reichsadler zu sehen ist. Sie gehören vermutlich der Damenriege des Turnerbunds an. Zu sehen ist u.a. Elise Braun.

Standort des Fotografen: 47.883968, 8.343816

Umzugswagen »Der Mai ist gekommen« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Das Motto der Fasnacht 1927 lautet: »Das altdeutsche Lied in Wort, Bild und Sang«. Das Motto wurde sicherlich mit Bedacht gewählt, da der Höhepunkt im diesjährigen Festkalender zweifelsohne das große Sängerfest darstellt, das im Sommer stattfinden wird. Insofern läuft man sich an Fasnacht schon etwas warm.

Der – von Pferden gezogene – Umzugswagen auf dem Foto ist denn auch einer von vielen, der ein Volkslied in Szene setzt. Sein Titel lautet: »Der Mai ist gekommen und Mädel komm zu mir«. Gerade steht der Wagen an der Kreuzung von Oberer Hauptstraße und Dittishauser Straße und wartet darauf, sich in den Fasnachtsumzug durch das Städtchen einzureihen. Der Mann, der neben dem Wagen posiert, ist Fritz Adrion sen.

Standort des Fotografen: 47.884848, 8.348614

Kommunionkinder des Jahrgangs 1914/15 bei der Kirche, 1925

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christa Egle und Gerda Isele zur Verfügung.

Nur gut, dass dieses Foto mit Kommunionkindern in mindestens zwei Familien über Generationen hinweg aufbewahrt wurde. Denn das eine Exemplar ist stark verschmutzt, stockfleckig und so verblichen, dass kaum Details mehr zu erkennen sind, während das andere Exemplar sehr gut erhalten ist.

Es ist eine der ältesten Gruppenfotos, die Kommunionkinder am »Weißen Sonntag« zeigen. Zusammen mit dem Pfarrer haben sich die Jungen und Mädchen neben der katholischen Pfarrkirche St. Michael aufgestellt. 29 Mädchen und nur 19 Jungen sind darauf zu sehen. Sie gehören vermutlich dem Jahrgang 1914/15 an. Der Pfarrer müsste Josef Schlitter (1877-1942) sein, der von 1923 bis 1927 in der Pfarrgemeinde Löffingen wirkte.

Wer erkennt die Erstkommunionkant*innen?
1.Reihe, v.l.n.r.:
2.Reihe, v.l.n.r.:
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 Erwin Egle, 12 ???, 13 Conrad Bader
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Hermann Schelling (1914-1998)

Zu dem Jahrgang gehören auch u.a. Josef Honold (1915-1967) und Willi Schmutz (1915-1992), der später Priester wird.

Besonders interessant ist der Hintergrund, der zwischen den hohen Bäumen durchschimmert. Das Gebäude links, von dem nur das Scheunentor zu erkennen ist, steht in der Bittengasse: Es ist das Haus von Landwirt Otto Benz und wird beim Brand in der Hafnergasse (Kirchstraße) 1929 zerstört. Hinter den Jungen in der letzten Reihe ragt das Dach des kleinen Schlachthauses (Bei der Kirche 3) hoch. Nur wenige Jahre später wird sich auch das »Hasle«-Wäldchen insofern verändern, als dass ein Teil der Bäume gefällt wird, um Platz für den Neubau der Festhalle und der Volksschule zu schaffen.

Standort des Fotografen: 47.882745, 8.344502

Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1929

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vom Postamt (Rathausplatz 3) aus fällt der Blick auf den oberen Rathausplatz. Von der erhöhten Position eines Fensters im zweiten Stockwerk ist die Fasnachtsbühne gut zu erkennen, die auf dem Platz aufgebaut ist. Auch die Menschenmenge, die den Platz bevölkert, lässt sich von ihr überblicken. Die Menschen stehen entlang der Umzugsstrecke, denn es ist »Fasnet Mändig« und der Narrenumzug ist gerade im Gange. Über den Platz fahren Umzugswagen, die von Pferden gezogen werden.

Im Hintergrund sind die beiden Gasthäuser »Ochsen« (Rathausplatz 12) und »Löwen« (Rathausplatz 11). Verglichen mit älteren Ansichten fällt auf, dass der »Ochsen« umgebaut und seine Fassade frisch verputzt und gestrichen ist.

Das Foto ist auf das Jahr »1929« datiert, wie die handschriftliche Notiz am unteren Bildrand zeigt. Im selben Jahr beginnt am 25. Oktober mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse die Weltwirtschaftskrise. Ihre Auswirkung ist auch in Löffingen in den nächsten Jahren spürbar. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Armut vieler Einwohner wird sehr drückend. 1931, 1932 und 1933 wird keine Fasnacht gefeiert, weil sie sich kaum jemand leisten kann.

Standort des Fotografen: 47.884117, 8.344642

Ausflug von vier Männern zum Kirnbergsee, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Hermann Egle und Werner Lubrich zur Verfügung.

Das Foto ist zwar nicht auf Löffinger Gemarkung entstanden, aber in unmittelbarer Nachbarschaft. Außerdem zeigt es vier Löffinger, die gemeinsam einen Ausflug machen. V.l.n.r.: Friseurmeister Julius Limb (1883-1968), der das Motorrad fährt, Malermeister Karl Hepting als Beifahrer, Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957) auf dem Fahrrad und ??? ebenfalls auf dem Rad.

Die vier Männer sind im Nahe gelegenen Unterbränd unterwegs. Im Hintergrund ist der Kirnbergsee zu sehen. Geplant im Jahr 1920 als Stausee zum Zwecke der Stromerzeugung und gebaut 1921/22 ist das Bild schätzungsweise Ende der 1920er Jahre entstanden.

Standort des Fotografen: 47.924775, 8.356822