Trachtengruppe am Demetriusbrunnen, ca. 1938

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Dass dieses Gruppenfoto der 1935 gegründeten Trachtengruppe in der NS-Zeit entstanden ist, sticht gleich ins Auge: Im Hintergrund sind sowohl das Mailänder Tor als auch das Haus von Flaschnermeister Ferdinand Willmann (Demetriusstr. 13) mit Hakenkreuz-Fahnen beflaggt. Und auch der Brunnen zeigt es an, denn es handelt sich um den alten, mit Gesichtern verzierten Demetriusbrunnen, der bei einem Fliegerangriff 1945 zerstört wird. Auf dem Brunnenrand haben die drei Tanzpaare der Trachtengruppe Platz genommen.

V.l.n.r. Karolina Auer, Engelbert Müller, Josefa Gebert, Karl Beha, Lina Rosenstiel, Josef Wölfle

Standort des Fotografen: 47.883756, 8.343789

Narrengruppe »Schönheitsköniginnen«, Fasnacht 1934

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Heutzutage würde man das, was diese Narrengruppe macht, als »Cross-Dressing« bezeichnen, nämlich das Tragen der spezifischen Kleidung des anderen Geschlechts. Zumindest die Mehrzahl der abgebildeten »Schönheitsköniginnen« sind augenscheinlich in ihrem normalen Alltag als Männer unterwegs. Aber es ist Fasnacht und da tauscht man auch mal die Kleidung und schlüpft in eine andere Geschlechterrolle. Dies umso mehr, als das Motto der diesjährigen Fasnacht »Internationaler Zirkus« lautet.

Seit 1927 wird in Deutschland ein nationaler Schönheitswettbewerb für Frauen ausgetragen. Als das Foto 1934 aufgenommen wird, ist das NS-Regime an der Macht. Die Nationalsozialisten lehnen die Wahlen zur »Miss Germany« ab und diffamieren sie als Ausdruck »jüdisch-bolschewistischer Dekadenz«. Statt Misswahlen finden Wahlen von lokalen Ernte-, Heide- und Weinköniginnen statt. Ob die Fasnachtsgruppe dies aufgreift, muss offen bleiben. Die Schilder, die die »Schönheitsköniginnen« um den Hals tragen, sind mit Mühe zu entziffern:

V.l.n.r.: »Miss Holland« (mit Tracht), »Miss Spanien« (evtl. mit Kastagnetten), »Miss Helgoland« (mit Bademütze und Bademantel), »Miss Dalmatien« (mit weiß gepunkteter Schleife), »Miss Österreich« (vorne sitzend, mit Tirolerhut und Milchkübel), »Miss England« (mit Bowler und Regenschirm), »Miss Frankreich« (mit Boule-Kugel).

Standort des Fotografen: 47.884019, 8.344540

Elektriker des Sägewerk Benz, ca. 1928-1930

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

Vor einem Holzgebäude auf dem Werksgelände der Holzindustriewerke Josef Benz AG stehen drei Arbeiter in ihrer Arbeitskleidung. Sie tragen in den Händen ihre Werkzeuge und eine Lampe bei sich, der mittlere Mann hat ein Seil über seine Schulter geworfen. Durch die Arbeitswerkzeuge lassen sich die drei Arbeiter als Betriebselektriker identifizieren. Wohl kaum zufällig werden sie unter dem Warnschild über elektrische Gefahren fotografiert. Die drei Arbeiter sind damit beschäftigt, die Kistenfabrik des Sägewerks nach dem verheerenden Großbrand wiederaufzubauen.

V.l.n.r.: 1 Paul Faller, 2 Adolf Isele (1903-1961), 3 Willi Eggert

Standort des Fotografen: 47.883408, 8.339410

Direktion auf dem Firmengelände des Sägewerk Benz, ca. 1930

Stadtarchiv

Was die drei Herren auf dem Foto gerade begutachten, ist leider nicht zu sehen. Es handelt sich aber sicherlich um Holz. Denn das Bild wird auf dem Werksgelände des Sägewerk Benz aufgenommen. Josef Benz (1882-1932), Gründer der Holzindustriewerke Josef Benz AG und Firmendirektor, steht rechts, links daneben vermutlich der Prokurist Dr. Oskar Langenbacher.

Josef Benz stirbt am 7. März 1932 nach einer Operation in der Klinik in Freiburg im Alter von nur 49 Jahren. Er wird auf dem Friedhof in Löffingen im Familiengrab beigesetzt.

Standort des Fotografen: 47.883396, 8.339448

Langholztransport für das Sägewerk Benz in Todtmoos, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Jordan zur Verfügung.

An der Tür des Lasters steht in weißer Schrift »Jos. Benz A.G. Löffingen«. Geladen hat er eine große Menge Langholz, das für das Sägewerk Benz bestimmt ist. Der Fahrer Edmund Jordan (»Bartli«, 1907-1970), wegen seines Vollbarts »Bartli« genannt, steht lässig an das Vorderrad gelehnt. Offenbar hat er einen Zwischenstopp in Todtmoos beim Gasthaus »zum Maien« eingelegt.

Standort des Fotografen: Todtmoos

Holzlagerplatz im Sägewerk Benz, ca. 1930-1940

Stadtarchiv

Neben dem Holzlagerplatz, auf dem das Langholz zur weiteren Verarbeitung bereit liegt, befinden sich, entlang der Hohlgasse vier Schälschuppen. Am Ende des Werksgeländes steht ein massives Gebäude, das als Maschinengerätehaus dient.

Standort des Fotografen: 47.884854, 8.336955

Narrenschiff »St. Lucia« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Das Segel ist gesetzt. Die »St. Lucia« nimmt Kurs auf das »Scharfe Eck«. Es ist Fasnacht und der liebevoll gestaltete Umzugswagen bewegt sich die Obere Hauptstraße hinauf. Soeben kommt er am Gasthaus »Ganterbräu« (Obere Hauptstr. 4) vorbei. Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus«. Dabei hieß keines seiner Schiffe »St. Lucia«.

Im Hintergrund ist eine große Menschenmenge auf dem oberen Rathausplatz vor dem ehemaligen Gasthaus »Sonne« versammelt. Offenbar sind Kanonen im Einsatz, denn es raucht und qualmt kräftig.

Standort des Fotografen: 47.884506, 8.345618

Werksgelände des Sägewerk Benz mit Transporteur, ca. 1930

Stadtarchiv

Nach dem Wiederaufbau des Sägewerkes Benz erscheint 1930 in der Zeitschrift »Holz-Zentralblatt« ein Artikel, in dem unter der Überschrift »Ein mechanisiertes Sägewerk!« die »neuzeitliche Anlage« der Holzindustriewerke Josef Benz AG gerühmt wird. Der Artikel ist mit einer Serie von Fotos illustriert, darunter diese Ansicht.

Zu sehen ist das Werksgelände, mit den beiden Kaminen und dem Späneturm im Hintergrund. Das Foto zeigt laut Bildunterschrift »ganz rechts am Ende des Transporteurs teilweise noch die Abwurfeinrichtung mit den schraubenförmigen Rollen, die den Stamm seitwärts schieben zum Abrollen « in Richtung des Transporteurs, »dessen Anstieg kurz davon entfernt sich im Bilde zeigt«.

Standort des Fotografen: 47.883399, 8.339448

Direktion auf dem Firmengelände des Sägewerk Benz, ca. 1930-1932

Stadtarchiv

Die nach dem Sägebrand 1928 neu erbaute Sägehalle erstrahlt frisch verputzt. An ihrer Fassade ist in Richtung der Rötenbacher Straße der Schriftzug »Holzindustrie Werke Josef Benz AG Löffingen« angebracht. Der namensgebende Firmengründer Josef Benz (1882-1932) steht im Vordergrund, vermutlich mit dem Prokuristen Dr. Oskar Langenbacher. Wer die beiden anderen Herren sind, ist unbekannt.

Josef Benz stirbt am 7. März 1932 nach einer Operation in der Klinik in Freiburg im Alter von nur 49 Jahren. Er wird auf dem Friedhof in Löffingen im Familiengrab beigesetzt.

Standort des Fotografen: 47.883396, 8.339448

Langholzlaster des Sägewerk Benz im Schwarzwald, ca. 1930

Sammlung Familie Waßmer

Das Foto ist zwar nicht auf Löffinger Gemarkung aufgenommen, aber das, was darauf zu sehen ist, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschichte des Städtchens: Ein Langholzlaster transportiert vom Schwarzwald kommend Holz zur weiteren Verarbeitung in die Holzindustriewerke Josef Benz AG nach Löffingen. Das Sägewerk ist damals ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Baarstädtchens. Beide wachsen zusammen. 

Vielleicht weiß jemand zufällig, wo dieses Foto aufgenommen ist?

Standort des Fotografen: ???

Sägehalle des Sägewerk Benz, ca. 1930

Stadtarchiv

Nach dem Wiederaufbau des Sägewerkes Benz erscheint 1930 in der Zeitschrift »Holz-Zentralblatt« ein Artikel, in dem unter der Überschrift »Ein mechanisiertes Sägewerk!« die »neuzeitliche Anlage« der Holzindustriewerke Josef Benz AG gerühmt wird. Der Artikel ist mit einer Serie von Fotos illustriert, darunter diese Ansicht.

Zu sehen ist ein Blick in die Sägehalle. Das Foto zeigt laut Bildunterschrift »den rückwärtigen Teil des Sägeraumes mit dem Eingangstisch der Doppelbesäumungsäge im Vordergrund«: »Daneben rechts und auf gleicher Höhe das Transportband für Seitenbretter, weiter rechts der Quertransporteur, der die Seitenbretter vom Nachschneidgatter ebenfalls zum Besäumen hinzulegt.«

Standort des Fotografen: 47.883399, 8.339448

Blick vom »Ochsenberg« auf das Städtchen, ca. 1930-1935

Verlag A. Rebholz

Wenige Jahre nach der kompletten Zerstörung des Sägewerk Benz und seines Wiederaufbaus entsteht diese Gesamtansicht des Städtchens. Der Blick fällt vom Ochsenberg hinunter, über das Gewann »Breiten« und die Rötenbacher Straße hinweg, zu den Holzindustriewerken Josef Benz AG. Nicht nur von seinen Ausmaßen her ist das Werk bedeutsam, sondern auch als Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber, nur wenige Jahre nach der Weltwirtschaftskrise.

Die Häuser des Städtchens sind kaum zu erkennen, die Altstadt schmiegt sich in eine Talmulde und ist von den Firmengebäuden fast vollständig verdeckt. Hervor ragen nur die Häuser des Alenbergs, die Festhalle und die noch nicht fertig gestellte Schule an der »Hasle « sowie die katholische Pfarrkirche St. Michael. Das Foto wird am rechten Bildrand von einem Nadelbaum eingerahmt, um neben dem Industriestandort Löffingen den hohen Freizeitwert des Ortes abzubilden.

Standort des Fotografen: 47.883119, 8.331975