Fotograf: Willi Schwarz, Donaueschingen Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.
Klara Egle, 1910 als Tochter von Maurermeister Karl Egle und dessen Ehefrau Frieda geb. Klotz geboren und in der Rötengasse aufgewachsen, entscheidet sich als junge Frau für den Ordensberuf. Sie tritt in den Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz ein und nimmt den Namen Schwester Confirmata an. Bis zu ihrem Tod 1991 lebt sie im Kloster Hegne am Bodensee.
Universitätsarchiv der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Der Rohbau von Festhalle und Volksschule an der »Hasle« sind fertig, aber noch wartet der Gebäudekomplex auf seine Vollendung. Im August 1923 war mit dem Bau begonnen worden, aber infolge der Inflation war das Geld bald aufgebraucht. Erst 1925 konnte der Rohbau fertiggestellt werden.
Das Foto wird ca. 1933 von der »Bittenwiese« aus aufgenommen, als die Universität Freiburg ein Studentenlager in Löffingen plant und hierfür die Gegebenheiten vor Ort in Augenschein nimmt. Fertiggestellt und eröffnet wird der Bau schließlich erst im August 1936.
Fotograf: Leo Molitor, Neustadt Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.
Nur 33 Jahre alt wird Erwin Egle. Zur Welt kam er am 7. Mai 1915. Seine Eltern waren der Maurermeister Karl Egle und dessen Ehefrau Frieda geb. Klotz. Während des Zweiten Weltkrieges ist er Soldat, sein letzter Dienstgrad ist Obergefreiter. Erwin Egle gerät in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach Aussage eines Kameraden, der aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrt, erkrankt er am 12. Mai 1948 schwer. Er wird ins Lazarett nach Saratow (Саратов) verbracht, wo er wenig später nach einer Operation verstirbt.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.
An Fasnacht ist die Bürgerwehrmusik unter Leitung von Tambourmajor Karl Beha (1874-1941) vor dem Gasthaus »Gebert« (Obere Hauptstr. 9) aufmarschiert. Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Generalmusterung und Besuch seiner Majestät des Kaisers«. Zwölf Jahre nach der Abdankung von Kaiser Wilhelm II. erinnert man sich wohl auch wehmütig der vermeintlich »guten alten Zeit« in der Monarchie. Rechts im Bild steht Karl Bader (1902-1971) im Anzug mit Zylinder.
Ansonsten zu sehen sind in alphabetischer Reihenfolge u.a.: Johann Beha, Karl Beha (1874-1941), Landwirt Wilhelm Brugger (1887-1955), Malermeister Karl Hepting (mit Piccoloflöte), Rupert Hepting (mit Klarinette), Schreinermeister August Limb, Franz Rosenstiel, Franz Zepf
Die Schmuckmappe ist mit dem Stadtwappen verziert und trägt darunter die Inschrift: »Unserem Führer«. Damit gemeint ist Reichskanzler Adolf Hitler, der seit dem Tod von Reichspräsident Paul von Hindenburg 1934 auch das Amts des Staatsoberhaupts ausübt und sich »Führer« nennt. Schlägt man die Mappe auf, dann findet man eine Schmuckurkunde. In geschwungener Schrift mit Tinte geschrieben, offenbart ihr Inhalt den faschistischen Personenkult um den Diktator: »Anlässlich der Eröffnung der Adolf-Hitler-Schule, deren Fertigstellung wir der Schaffung des Dritten Reiches durch unsern Führer verdanken, verleihen in dankbarer Anerkennung die Bürger der Gemeinde Löffingen unserm Führer das Ehrenbürgerrecht.«
Tatsächlich wurde der Bau der Festhalle und der Schule an der »Hasle« bereits 1923 begonnen. Durch die Inflation verzögerte sich zunächst die Fertigstellung des Rohbaus. Die Festhalle konnte 1927 weitgehend fertiggestellt und auch fortan genutzt werden. Aber durch die Weltwirtschaftskrise schleppte sich der Innenausbau der Schule dahin. Das NS-Regime nutzte schließlich die Fertigstellung und die Eröffnung des Schulgebäudes am 29./30. August 1936 für ihre Propaganda.
Ob der Gemeinderat in der Nachkriegszeit jemals Hitler, der am 30. April 1945 Selbstmord verübte, jemals die Ehrenbürgerrechte formal aberkannte, ist unbekannt.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.
Vor dem Haus von Schreinermeister August Limb (Rötenbacher Str. 6) steht eine junge Frau. Es ist die Tochter Emma Limb (verh. Binder, 1913-2005). Ein Schäferhund sitzt zu ihren Füßen und spitzt seine Ohren.
Am linken Bildrand ist vor dem Fenster vermutlich ein Einkochkessel zu sehen. Auf der Fensterbank dahinter sind diverse Flaschen mit Gummikappen zu erkennen. Vermutlich wird bei Limbs gerade Saft eingekocht.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.
Das Foto wird vermutlich kurz vor dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen. Denn während des Krieges sind Lebensmittel rationiert und nur über Bezugsscheine (Lebensmittelkarten) erhältlich. Gerne greift man daher auf die Möglichkeit der Hausschlachtung zurück, um den eigenen Haushalt mit Fleisch und Wurst zu versorgen. »Schwarzschlachten« ist strengstens verboten, denn natürlich wird das geschlachtete Fleisch auf die zustehenden Rationen angerechnet.
Familie Egle in der Rötengasse ist gerade dabei, ein Schwein zu schlachten. Das Scheunentor ihres Anwesens ist weit geöffnet. Alfred Egle (1920-2001) und Erwin Egle (1915-1948) stehen mit dem Tier am Zuber. Im Hintergrund steht Fritz Egle (1929-2017). Mit deutlichem Abstand beobachtet am rechten Bildrand die 7-jährige Hedwig Egle (1932-2020) das blutige Schauspiel.
Erwin Egle stirbt 1948 im Alter von 33 Jahren in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Alfred Egle kehrt wohlbehalten aus dem Krieg in die Heimat zurück.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.
Auch Erwachsene können offenbar Spaß beim Schlittenfahren haben. Vor dem Haus von Schreinermeister August Limb (Rötenbacher Str. 6) steht eine junge Frau, die mit ihrem Holzschlitten loszieht. Es ist die 21-jährige Tochter Emma Limb (verh. Binder, 1913-2005). Es liegt Schnee und die Sonne scheint. Also bestes Wetter zum Rodeln, vielleicht ja an der nahe gelegenen »Wanne«.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.
Im Jahr 1936 sind »Märchen und Sagen« das Motto der Fasnacht. Und da die Nazis seit drei Jahren an der Macht sind, sind nicht mehr nur alte Volksmärchen, etwa der Gebrüder Grimm, angesagt, sondern auch die germanische Mythologie. Dieser Umzugswagen widmet sich dem nordischen Gott Thor. Das Schild am Wagen informiert in reinster Sütterlinschrift, was genau dargestellt wird: »Im Zwergenreich ward Thors Hammer geschmiedet«. Der von Kühen gezogene Wagen fährt gerade am »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) vorbei.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.
Der 24. Februar 1936 ist ein Montag, aber nicht irgendeiner, sondern der »Fasnet Mändig«! Durch die Bahnhofstraße zieht sich der Narrenumzug. Am Bahnhofsgebäude fährt gerade ein Pferdewagen vorüber, der mit Nadelbäumen und Tannenreisig geschmückt ist. Ein Schild informiert, dass hier ein »Märchen« dargestellt wird. Und angesichts der kostümierten Narren mit Zipfelmützen und Rauschebärte, die auf dem Wagen sitzen, kann wohl kein Zweifel bestehen, dass es sich um die »sieben Zwerge« handelt. Und das »Schneewittchen« in einem strahlend weißen Kleid thront hinter ihnen.
Der Bahnhof, 1901 erbaut, wird 1945 bei einem Bombenangriff komplett zerstört. 1953/54 erfolgt der Neubau.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.
An Fasnacht zieht der Narrenumzug durch die Vorstadtstraße. Im Anmarsch ist gerade die Stadtmusik, die weiße Zipfelmützen trägt. Eine Schar Kinder läuft neben ihr her. Die Straße ist noch nicht geteert, nur beim Laufbrunnen ist der Platz gepflastert.
Die Häuser im Hintergrund gehören dem Zimmermann Leopold Roth und seiner Ehefrau Apollina geb. Bieler (Vorstadtstr. 4) sowie dem Postschaffner Karl Beha und seiner Ehefrau Luise geb. Bader (Vorstadtstr. 5). Auf das Foto wurde auf die Fassade vom Haus Roth das Aufnahmedatum gestempelt: »24. Febr. 1936«.
Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.
Stramm gestanden, so steht die »weibliche Saalpolizei«, d.h. Narrenpolizei, vor dem Feuerwehrhaus (Florianweg 1). Es ist der 8. Februar 1937 und die weibliche Narrenpolizei ist erst ein Jahr alt. Gegründet wurde sie im Vorjahr. Die weißen Hosen sind vom Turnerbund ausgeliehen, weil es für Frauen unüblich ist, Hosen als Beinkleider zu tragen.
V.l.n.r: 1 Helene Krauß, 2 Anna Fehrenbach (geb. Mayer), 3 Sofie Hepting, 4 ???, 5 Anna Beha