2 Fotos: Unterer Rathausplatz mit viel Schnee, 1979

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Schneeberge im Städtchen! Der untere Rathausplatz hat sich in eine nahezu alpine Landschaft verwandelt. Rund um das Mailänder Tor türmen sich gewaltige Schneemassen, die beim Räumen der Straßen zusammengeschoben wurden. Der Platz wirkt verwandelt und verschwindet unter dem Weiß.

Selbst der Demetriusbrunnen ist kaum noch zu erkennen. Nur die Brunnensäule mit der Figur des Demetrius ragt aus dem Schnee hervor, als würde er langsam darin versinken. Dächer, Giebel und das Tor tragen dicke Schneelasten, und das sonst so belebte Zentrum des Städtchens liegt still da. Der Winter hat Löffingen fest im Griff.

Standort des Fotografen: 47.883730, 8.343963

4 Fotos: Jäger nach der Treibjagd am Ochsenberg, 1974

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Ein kalter Wintertag im Jahr 1974 am »Ochsenberg«. Der Schnee liegt flächendeckend auf der Anhöhe, die Luft ist klar, die Schritte knirschen unter den Stiefeln. Die Treibjagd ist beendet, und die Jäger haben sich um die Strecke versammelt. In der Mitte liegen die erlegten Tiere, sorgfältig ausgelegt und mit Fichtenzweigen eingerahmt – ein stiller Moment, auch des Respekts vor den getöteten Tieren, nach der Anspannung des Jagdtages.

Ringsum stehen die Männer dicht beisammen, in schweren Mänteln, mit Hüten und Gewehren. Viele sind mit ihren Autos vorgefahren, wie der Fuhrpark im Hintergrund zeigt. Die Treibjagd dient der Bestandsregulierung und dem Schutz von Wald und Flur. Gleichzeitig ist sie eingebettet in feste Regeln und Bräuche – und auch ein gesellschaftliches Ereignis.

Zur Jagdgesellschaft gehören u.a. Ludwig Storz (1902-1987), Heinz Hauger (Treiber), Ernst Rudigier (1922-1981, Göschweiler), Karl Sibold (1937-2016), Gerhard Raufer (Göschweiler), Klaus Allinger, Rudolf Heer (Treiber, Göschweiler), Hermann Reichert und Rudolf Jordan (1942-2024).

Standort des Fotografen: 47.883285, 8.326631

Wiedereröffnung vom Waldbad nach der Renovierung, 5. August 1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Am 5. August 1970 herrscht reges Treiben im Waldbad: Nach einer Saison Zwangspause ist das Freibad wieder geöffnet. Im Sommer 1969 blieb es geschlossen, denn das Bad wurde grundlegend renoviert. Die alten Gebäude an der Süd- und Ostseite sind verschwunden, stattdessen entstand an der Nordseite ein moderner Neubau. Eine Neuerung, die besonders geschätzt wird: Erstmals verfügt das Waldbad nun über eine Heizung.

Zur Wiedereröffnung haben sich zahlreiche Besucher*innen eingefunden. Kinder und Erwachsene drängen sich in Badehose und Badeanzug rund um die Becken, sitzen auf den Bänken oder stehen neugierig beisammen. Mittendrin hält Bürgermeister Edmund Laufer, korrekt im Anzug, eine Ansprache vom Rednerpult. Während er spricht, planschen die ersten bereits im Wasser – ein untrügliches Zeichen dafür, wie sehr das Bad vermisst worden war.

Die Wiedereröffnung markiert zugleich einen wichtigen Neubeginn: Am 21. Juli 1970 gründet sich die DLRG-Ortsgruppe. Zum Vorsitzenden wird Edmund Laufer gewählt, technischer Leiter wird Werner Lubrich, der sich bereits als engagierter Jugendleiter im Roten Kreuz einen Namen gemacht hat. Mit 17 aktiven Mitgliedern startet die Ortsgruppe – und kann schon im ersten Jahr beachtliche Erfolge vorweisen: 37 Kinder und Jugendliche lernen schwimmen, 25 Grundscheine, vier Leistungsscheine und ein Lehrschein werden vergeben.

Auf dem Foto ist u.a. Josef Heiler zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.899610, 8.332819

Waldarbeiter im Schneetreiben, 1978

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Konrad Kuster zur Verfügung.

Dichter Schneefall liegt über dem Wald, die Konturen verschwimmen im weißen Treiben. Auf einer kleinen Lichtung stehen mehrere Waldarbeiter, warm eingepackt in dicke Jacken und Mützen. Der Atem bildet Wolken in der kalten Luft. Auf dem Waldboden liegt zwischen Schnee und Matsch eine Rolle Draht und allerlei Schrott.

Die Forstarbeiter führen auch in der kalten Jahreszeit notwendige Arbeiten durch: Sturmschäden beseitigen, gefälltes Holz abtransportieren, Wege freihalten oder Maschinen reparieren. Zwei Autos stehen etwas weiter hinten, halb eingeschneit.

V.l.n.r.: 1 Ewald Werne (Reiselfingen), 2 Hermann Frey (Göschweiler), 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: ???

4 Fotos: Einschulung in der Turnhalle, 1971

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der Turnhalle herrscht geschäftiges Treiben: Die neuen Erstklässler*innen haben ihren großen Tag. Aufgeregt, stolz – und manche auch ein bisschen eingeschüchtert – sitzen sie auf den Bänken und halten ihre bunt geschmückten Schultüten fest umklammert. Hinter ihnen nehmen Eltern und Geschwister Platz. Auffällig ist: Mütter und Geschwister sind zahlreich vertreten, Väter hingegen sucht man auf den Fotos vergeblich. Wahrscheinlich sind sie arbeiten – und überhaupt gilt die Kindererziehung überwiegend als Aufgabe der Mütter.

Nachdem die Kinder ihren Klassen zugeteilt wurden, formieren sich kleine Gruppen, die nun erstmals gemeinsam losziehen. Eine von ihnen wird von Lehrerin Maria Waßmer angeführt, die ihre neue Klasse in Empfang nimmt und ins Klassenzimmer begleitet. Für die Kinder beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt – und für die Erwachsenen ein Moment, der ebenso stolz macht wie wehmütig.

erstes Bild: Thomas Riegger, Heike Fuß

zweites Bild: Birgit Kuhlmann, Susanne Fischer, Angelika Beha, Rudolf Nägele, Franz Scholz, Gerald Mürb

drittes Bild: Pia Fehrenbach, Angelika Beha; Mütter: Melitta Fehrenbach, Olga Streit, Elisabeth Isele, Christel Kaiser?, Veronika Dörflinger, Irmgard Hasenfratz, Waltraud Egle?

viertes Bild: Helmar Bächle, Werner Beha, Günter Kaiser, Felix Leber

Standort des Fotografen: 47.882783, 8.347812

2 Fotos: Weihnachtsfeier des Fußballclub im Gasthaus »Ochsen«, ca. 1971/72

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Ein fröhlicher Abend im Gasthaus »Ochsen«: Die Männer sitzen dicht an dicht an einem Tisch mit weißer Tischdecke. Vor ihnen reihen sich mehrere Bierflaschen, Gläser stehen halb voll, und die Stimmung ist sichtbar ausgelassen. Hinter ihnen leuchtet ein geschmückter Tannenbaum – untrügliches Zeichen, dass sie zu einer Weihnachtsfeier zusammengekommen sind. Von der Bühne her sorgt ein Musiker für Live-Musik; im Halbdunkel ist ein Mann am Keyboard zu erkennen. Der Musiker ist Max Huber.

Die Männer gehören des Fußballclub an. Es handelt sich um Spieler der Dritten Mannschaft des FCL.

erstes Bild
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Bernd Vetter, 2 Waldemar Zürcher, 3 Bruno Hilpert (Dittishausen), 4 Reinhold Hryzuniak (geb. 1953), 5 Seppi Fritsche, 6 Peter Vierlinger (»Puschke«), 7 Rudi Zimmerhansl
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Franz Braun, 2 Manfred Hoyer

zweites Bild
Links sitzt Ernst Krauß (1897-1978) – oder Josef Armbruster?

Standort des Fotografen: 47.883892, 8.345238

Schülerchor bei der Einschulung in der Turnhalle, 1971

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das neue Schuljahr 1971/72 beginnt – und für die Zweitklässler*innen fühlt es sich an, als wären sie plötzlich groß geworden. Bei der Einschulungsfeier in der Turnhalle dürfen sie schon eine wichtige Rolle übernehmen: Sie begrüßen die neuen ABC-Schützen mit einem kleinen Lied, das sie eigens dafür einstudiert haben.

In Reih und Glied stehen sie auf dem Hallenboden. Lehrerin Helen Waßmer steht ihnen gegenüber und dirigiert den Chor. Für die frisch eingeschulten Erstklässler*innen ist es der erste Eindruck vom Schulleben – und die älteren Kinder zeigen stolz, was man nach einem Jahr schon alles kann.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Michael Fritsche (1964-2024), 2 Gabriele Kuntz, 3 Henry Fehrenbach, 4 Helge Wiek, 5 ???, 6 Axel Fehrenbach, 7 Renate Hepting oder Ulrike Glunk, 8 Marietta Wehrle, 9 Hannelore Egle, 10 Andrea Wörner, 11 Sabine Kromer (verh. Benitz, 1963-2017), 12 Wolfgang Hörig, 13 ???, 14 Barbara Bernauer (1963-2009)
2.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.882805, 8.347817

Sägewerk Benz im Winter, ca. 1970-1972

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gerhard Pfeifer zur Verfügung.

Das Sägewerk Benz liegt unter einer dicken Schneedecke. Die Bretterstapel auf dem Werksgelände sind fast nicht mehr zu erkennen, so hoch türmt sich der Schnee auf ihnen. Nur der Schornstein verrät, dass hier noch gearbeitet wird: Eine schwarze Rauchfahne steigt in den strahlend blauen Himmel, der so klar ist, dass kein einziges Wölkchen zu sehen ist.

Noch sägt man hier Holz zu – nicht mehr lange. Denn nur kurze Zeit später, im November 1972, wird der Betrieb eingestellt und das Sägewerk stillgelegt. Dieses winterliche Bild bewahrt somit einen der letzten Eindrücke eines Unternehmens, das über Jahrzehnte die Arbeitswelt in Löffingen prägte.

Standort des Fotografen: 47.883761, 8.337756

Mitgerissenes Auto bei der Wäschefabrik Prause beim Hochwasser, 10. Juli 1975

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Dorle Pfister zur Verfügung.

Ein heftiges Sommergewitter entlädt sich über Löffingen. Innerhalb von nur drei Stunden fallen 86 Liter Regen pro m². Der Stettbach, der ab dem Maienland eingedohlt ist und normalerweise unscheinbar unter der Altstadt verläuft, schwillt rasant an. Die Wassermassen stauen sich, weil Stroh und Heu von den angrenzenden Wiesen in den Bach gespült werden und die Tunnelröhre verstopfen.

Hinter der Wäschefabrik Prause in der Bahnhofstraße schießt das Wasser schließlich über das Gelände. Ein Auto, das dort abgestellt ist, wird vom reißenden Strom erfasst und mitgerissen. Die Aufnahme zeigt eindrucksvoll, wie das Fahrzeug halb im Wasser versinkt, während sich Wellen an seiner Karosserie brechen – ein Moment, der die Wucht des Hochwassers eindrücklich vor Augen führt.

Standort des Fotografen: 47.886010, 8.341340

Konfirmanden mit Pfarrer Waßmer, 1971

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Pfarrer Dieter Waßmer (1940-2021) läßt sich zusammen mit den diesjährigen Konfirmand*innen vor dem Altar der Johannes-Kirche fotografieren. Sechs Jugendliche stehen an diesem Tag im Mittelpunkt: Sie feiern ihre Konfirmation, bekräftigen im Gottesdienst öffentlich ihren Glauben und erneuern damit das Taufversprechen, das einst stellvertretend für sie gesprochen wurde.

Nach der Segnung und der Übergabe des persönlichen Konfirmationsspruchs – der sie durch ihr weiteres Leben begleiten soll – entsteht dieses Erinnerungsfoto. Die Jugendlichen tragen festliche Kleidung; die beiden Mädchen in der vorderen Reihe kleiden sich zeittypisch in kurzen Kleidern, die Jungen in Anzügen mit Krawatte. Hinter ihnen steht Pfarrer Waßmer im Talar, der sie durch die Vorbereitungszeit begleitet hat.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Heinrich Schmid, 2 ???, 3 ???, 4 Klaus Walz
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Hans-Dieter Dominke, 3 ???, 4 Pfarrer Dieter Waßmer

Standort des Fotografen: 47.881352, 8.348744

Klassentreffen des Jahrgangs 1913/14 am Demetriusbrunnen, 1974

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Marietta und Robert Rosenstiel zur Verfügung.

Alle paar Jahre treffen sich die Angehörigen des Jahrgangs 1913/14 zum Klassentreffen. Und jedes Mal wird ein Erinnerungsfoto aufgenommen. Diesmal stellt man sich am Demetriusbrunnen auf. Im Hintergrund ist das Mailänder Tor und die neu erbaute Sparkasse zu sehen. Die ehemaligen Klassenkamerad*innen, mittlerweile um die 60 Jahre alt, lachen in die Kamera. Viele tragen ihre Jacken über dem Arm – die Sonne scheint und es ist ein sommerlicher Tag. Teilweise sind auch die Ehepartner*innen von (verstorbenen) Klassenkamerad*innen mit dabei.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Else Scherer (verw. Strobel, geb. Gissler, 1910-2007), 4 ???, 5 ???, 6 Hilda Schulz (geb. Schultheiß), 7 ???, 8 ???, 9 Hildegard Benz (geb. Wiegele, 1914-2006)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), 2 ???, 3 ???, 4 Emma Binder (geb. Limb, 1913-2005), 5 Alfons Benz (1913-1985, Seppenhofen), 6 Franz Schlatter (1914-1994, Seppenhofen), 7 ???, 8 ???, 9 Willy Butsch (1913-1991)

Zum Jahrgang und »Anhang« gehören u.a.: Emma Butsch (geb. Satler, 1911-2006), Anna Frei (geb. Dreher, 1914-1991, Seppenhofen), Annemarie Fürstenwerth

Standort des Fotografen: 47.883709, 8.343728

2 Fotos: Stadtmusik bei der Erstkommunion, April 1970

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Zu den festen Terminen im Jahreslauf der Stadtmusik gehört traditionell der Auftritt anlässlich der Erstkommunion am »Weißen Sonntag«. Für viele Löffinger Familien ist dies ein Höhepunkt im Kirchenjahr, und die Stadtmusik sorgt für den festlichen Rahmen.

Am Vormittag begleitet sie die Schar der Erstkommunionkinder unter feierlichen Klängen zur katholischen Pfarrkirche St. Michael. Nach dem Festgottesdienst erklingt erneut die Musik, als sich die Prozession in Bewegung setzt und in Richtung Kaplanei in der Seppenhofer Straße zieht. Die Musiker*innen in ihren dunklen Uniformen bilden ein eindrucksvolles Klangbild, das über die Straße hallt.

Zahlreiche Zuschauer*innen stehen am Straßenrand, um den Zug zu verfolgen – Eltern, Verwandte und viele Gemeindemitglieder. Noch in den 1970er Jahren ist die katholische Prägung der Stadt so selbstverständlich, dass sich kaum jemand fragt, warum die Stadtmusik bei der Erstkommunion spielt, nicht aber bei den Konfirmationsfeiern der evangelischen Kirchengemeinde.

zweites Bild
Zu sehen sind u.a. Ferdinand Hasenfratz (Klarinette), ??? (Saxofon), Eugen Hepting (große Trommel), ??? (Trompete), Rudi Jordan (Basstuba), ??? (Posaune), Rolf Dieterle (Posaune), Eugen Hepting (Trommel), Walter Müller (Schlagbecken), Jutta Adrion (kleine Trommel), Werner Hepting (Lyra), Franz Faller, Georg Dieterle, Lothar Zepf, Cornelia Benitz, Reinhold Hryzuniak, Dieter Gauger, Werner Hasenfratz, Franz Zepf, Franz Rosenstiel

Standort des Fotografen: 47.882264, 8.343964