2 Fotos: Hochzeitszug Konhäuser / Egle in der Unteren Hauptstraße, 2. Mai 1953

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

Ein festlicher Hochzeitszug zieht durch die Untere Hauptstraße: Das Brautpaar Willi Konhäuser (1920-?) und Rosalie Egle (1917-2014) ist mit seiner Hochzeitsgesellschaft auf dem Weg zur katholischen Kirche. Die Straßen sind nahezu verkehrsfrei, und das schöne Maiwetter macht diesen besonderen Tag perfekt.

Noch gehen Braut und Bräutigam nicht nebeneinander – traditionell wird die Braut von ihrem Vater begleitet. Da der Brautvater August Egle aber 1946 gestorben ist, wird Rosalie Egle vom Brautführer Otto Fürst begleitet. Dahinter folgen die Verwandten in eleganter Festkleidung. Der Zug zieht vorbei am Gasthaus »Adler« und dem Friseursalon Limb. Im Hintergrund ist das Elternhaus der Braut, das Haus Egle (Demetriusstr. 14) zu sehen.

Zu sehen sind v.l.n.r.: 1 Rosalie Konhäuser (geb. Egle) mit Otto Fürst, 2 Willi Konhäuser mit Ferdinand Egle (1919-2010), 3 Klara Egle (geb. Wintermantel, 1889-1964) mit ???, 4 ??? mit Alfred Egle (1920-2001), 5 Elvira Egle (verh. Fischer, 1925-2020) mit ???, 6 ??? mit Albin Bithinger, 7 ??? mit ???

Der Bruder Hans Egle (1926-1951) kann dieses Famienfest nicht mitfeiern, da er 1951 bei einem Verkehrsunfall verunglückte. Und der Bruder Rudolf Egle (1927-1992) ist ebenfalls nicht dabei, da er noch in sowjetischer Kriegsgefangenenschaft ist und erst 1954 heimkehrt.

Standort des Fotografen: 47.883485, 8.343850

7 Fotos: Aufstellen des Narrenbaums durch die 20-Jährigen, Fasnacht 1984

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Menschen stehen dicht gedrängt auf dem unteren Rathausplatz, um dabei zu sein, wie die 20-Jährigen den Narrenbaum vor dem Café Fuß aufstellen. Sie haben sich in diesem Jahr als Pumuckl verkleidet, der sich durch die Fernsehserie »Meister Eder und sein Pumuckl« (ab 1982) großer Popularität erfreut.

Die 20-Jährigen sind mit ihrem ca. 24 Meter langen Narrenbaum vom Maienland kommend im Städtchen angekommen. Sie haben den Baum geschält und geschmückt. Mit vereinten Kräften und mit Unterstützung der Mitarbeiter des Bauhofs wird er nun aufgerichtet. Spannend ist in jedem Jahr die Frage, in wieviel Anläufen die Zugseile gelöst werden. Dies ist nicht immer einfach, da man dazu ca. 12 Meter an dem glatten Stamm hoch klettern muss. In diesem Jahr bleibt diese Aufgabe Thomas Riegger vorbehalten. Angefeuert von den anderen 20-Jährigen löst er die Seile in luftiger Höhe. Anschließend werden die 20-Jährigen auf die Laterne vereidigt.

Zum Jahrgang der 20-Jährigen gehören in alphabetischer Reihenfolge: Walburga (Babusch) Bayer, Angelika Beha (verh. Guth), Henry Fehrenbach, Annette Fritsche, Resi Göhry, Ulrike Heizmann, Renate Hepting, Ralf Kaiser, Kathi Knödler (verh. Dumas), Birgit Kuhlmann, ??? Morath, Gerald Mürb, Martin Rappenegger, Thomas Riegger, Verena Rosenfelder, Rolf Rothfuß, Martin Scherer, Ilse Schmid (verh. Fehrenbach), Franz Scholz, Christoph Schwarz, Dieter Sevecke (1964-2019), Uwe Streit, Thomas Vogelbacher, Dietmar Vogt, Lucia Walz, Andrea Wölfle, Andrea Wörner, Rainer Zepf

sechstes Foto
Bei der Stadtmusik sind u.a. zu erkennen: Walter Müller (Schlagbecken), Ferdinand Hasenfratz (Klarinette) und Hans Kaufmann (Tenorhorn)

Da die Hexengruppe in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum feiert und ein großes Narrentreffen veranstaltet wird, ist das Städtchen besonders aufwändig mit Fasnachtsbändel geschmückt.

Standort des Fotografen: 47.883993, 8.343953

2 Fotos: Umzugswagen mit Esel auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht ca. 1959

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Christa Egle und Alexandra Scholl zur Verfügung.

Diese Gruppe Narren hat sich als »fahrendes Volk« oder Marketender verkleidet und zieht mit zwei aneinandergehängten Planwagen durch die Straßen des Städtchens. Die liebevoll gestalteten Wagen, gezogen von einem kleinen Esel, erinnern an frühere Zeiten, als Händler von Ort zu Ort zogen und ihre Waren verkauften. Ob es sich um eine klischeehafte Darstellung von Sinti und Roma oder einfach um eine Hommage an das »fahrende Volk« vergangener Jahrhunderte handelt, bleibt offen.

Musiker*innen mit Akkordeons begleiten den Umzug mit fröhlichen Klängen. Kinder müssen die Umzugstrecke nicht mitlaufen, sondern sitzen bequem auf den beiden Wagen. Die Zuschauer*innen stehen dicht gedrängt am Straßenrand und genießen den Anblick – manche neugierig, andere lachend, während die Narren mit viel Elan durch die Straßen ziehen.

Unter den Narren sind u.a. zu erkennen: Karl Krieg (1927-2021), Otto Schweizer, Friedhilde Wörner (geb. Rosenstiel), Hedwig Egle (verh. Hepting, 1932-2020), Henriette Laufer (geb. Metz, 1922-2004)

Standort des Fotografen: 47.883574, 8.343873

Unterer Rathausplatz mit Mailänder Tor und Demetriusbrunnen, 1936

Sammlung Familie Waßmer

Auf dem unteren Rathausplatz parkt ein elegantes Automobil, ein zeittypischer Wagen der 1930er Jahre, vor dem ein Mann posiert. Das Fahrzeug verleiht der Szene einen Hauch von mondäner Modernität. Es handelt sich um einen DKW F5 oder ein ähnliches Modell der Firma »Auto Union«, deren Emblem, vier ineinander verschlungene Ringe, zu erkennen ist. Charakteristisch für diesen Fahrzeugtyp sind der Kühlergrill, die geschwungenen Kotflügel und die schlichte, aber elegante Karosserie.

Im Hintergrund ragt das Mailänder Tor auf, flankiert von den Häusern der Demetriusstraße mit ihren markanten Staffelgiebeln, die nach dem verheerenden Großbrand von 1921 neu erbaut wurden. Die Architektur mit den steilen Giebeln und den reich verzierten Fassaden, wie dem Erker und der Altane, zeugt vom Wiederaufbauwillen der Stadt und dem Bestreben, ein Stück Altstadt aus den Ruinen wiedererstehen zu lassen. Über den beiden Durchgängen für Fußgänger sind seit 1930 die Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges angebracht.

Im Zentrum des Platzes steht der Demetriusbrunnen, der durch das parkende Automobil teilweise verdeckt ist. Seine Brunnenfigur wird später einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg überstehen, während der Brunnen selbst zerstört wird.

Standort des Fotografen: 47.883712, 8.343681

Untere Hauptstraße mit viel Schnee, 1979

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das Auto, das die Untere Hauptstraße entlang fährt, tut gut daran, langsam zu fahren. Denn die Straße ist nicht komplett vom Schnee geräumt. Links und rechts der Fahrbahn türmen sich die Schneeberge. Vor der Bäckerei Willmann (Untere Hauptstr. 6) sollten Fußgänger*innen besonders vorsichtig sein: Von den Dachrinnen ragen – ähnlich wie Stalaktiten – dicke Eiszapfen hinunter. Wenn die mal nicht abbrechen und auf den Gehweg runterfallen! Auch vor dem Friseursalon Geisinger (Untere Hauptstr. 4) türmt sich der Schnee. Und auf dem unteren Rathausplatz ist der Demetriusbrunnen inmitten eines riesigen Schneeberges nur noch zu erahnen.

Standort des Fotografen: 47.883269, 8.343826

Automobilclub beim Narrenumzug auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Thomas Scherer zur Verfügung.

Noch ist der Automobilclub gar nicht offiziell gegründet, doch seine künftigen Mitglieder beteiligen sich schon mal am »Fasnet Mändig« am Narrenumzug. Die Gründungsversammlung findet erst wenige Wochen später am 10. April 1970 statt. Der Auftritt an Fasnacht dient also auch der Werbung von interessierten Mitgliedern. Einen (oder mehrere) Umzugswagen für den Narrenumzug abzustellen, ist für einen Automobilclub keine allzu große Schwierigkeit.

Und so reiht sich ein Laster in den Umzug ein, an dem ein Plakat mit der Aufschrift hängt: »Abschleppdienst für Fahrzeuge aller Art«. Zwei Minifahrzeuge werden gerade abgeschleppt. In dem kleinen Mercedes sitzt Martin Laufer. Dahinter folgt ein »Silberpfeil« Ford GT40, der sich beim näheren Hinschauen als Ford Taunus 17M P2 entpuppt. Darin sitzen die Gründungsmitglieder Herbert von Dungen (geb. 1943), Peter Schmidt, Lothar Schultheiß oder Willi (»Mäcki«) Scherer (1939-2001), Roland Laufer (geb. 1940) und Werner Adrion (1948-2023).

Im Hintergrund ist das Mailänder Tor zu sehen. Das daran angebaute Haus Müller (Demetriusstr. 13) ist eine Brandruine: Das Gebäude wurde bei einem Feuer im Oktober 1969 zerstört.

Standort des Fotografen: 47.883830, 8.343892

2 Fotos: 20-Jährige mit Narrenbaum, Fasnacht 1978

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die 20-Jährigen tragen am »Schmutzigen Dunschdig« den Narrenbaum ins Städtchen. Versammelt hatten sie sich im Maienland bei der Zimmerei Fehrenbach. Gleich werden sie den Baum vor dem Café Fuß auf dem unteren Rathausplatz aufstellen und auch auf die »Laterne« der Laternenbrüder vereidigt werden. Einem von ihnen wird die Aufgabe zukommen, am Stamm des Narrenbaums hochzuklettern, um die Zugseile zu lösen. Noch baumeln sie locker vorne am Stamm.

oberes Bild, v.l.n.r.: 1 Roland Scholl, 2 Johannes Ratzer, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Rosemarie Kienzler, 9 ???, 10 Dagmar Mayer, 11 Veronika Streit (verh. Zepf), 12 ???, 13 ???, 14 ???, 15 ???, 16 ???, 17 ???, 18 Susanne Köpfler

unteres Bild, v.l.n.r.: 1 Manfred Münzer, 2 ???, 3 Reinhold Heizmann, 4 ???, 5 Roland Scholl, 6 Johannes Ratzer, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: 47.884167, 8.343611

Untere Hauptstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre wird diese Straßenansicht der Unteren Hauptstraße aufgenommen. Links steht das Haus Straub (Untere Hauptstr. 6), in dem sich bereits seit Jahrzehnten eine Bäckerei befindet. Über dem Schaufenster ist eine Markise herausgefahren. Neben dem Eingang hängt ein Werbeschild des Schokoladenherstellers Sarotti, auf dem das Markenlogo abgebildet ist: Der »Sarotti-Mohr«, der bereits in der ausgehenden Kolonialzeit zu einer sehr populären Markenfigur avanciert war, findet ab 1964 sogar in Fernsehspots Verbreitung. Auf dem Werbeschild ist unter dem Schriftzug »Sarotti« der Namen »Willmann« zu lesen und verweist darauf, dass die Bäckerei Straub bereits der nächsten Generation gehört: Eigentümer*innen sind Bäckermeister Wilhelm Willmann (1910-1999) und Maria Willmann (geb. Straub, 1911-2001).

Rechts daneben steht das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4), das dem Friseurmeister Julius Limb und dessen Ehefrau Maria Limb (geb. Nägele) gehört. Neben dem Friseurgeschäft betreiben die Limbs eine »Esso«-Tankstelle, die strategisch günstig an der Durchfahrtsstraße steht. Denn noch führt die B31 Mitten durch das Städtchen. Neben dem Haus Limb folgt das altehrwürdige Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2), unschwer an seinem schmiedeeisernen Wirtshausschild zu erkennen. Die Gaststube befindet sich im ersten Obergeschoss. Seit Kurzem ist im Erdgeschoss eine Filiale der Sparkasse untergebracht.

Auf dem unteren Rathausplatz ist der neue Demetriusbrunnen zu erkennen, der 1954 errichtet wurde. Der Vorgängerbrunnen wurde gegen Ende des Krieges bei einem Fliegerangriff zerstört. Die Kriegsschäden der Luftangriffe sind auch bei der Dacheindeckung des Mailänder Tores noch deutlich zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883309, 8.343878

Unterer Rathausplatz mit Demetriusbrunnen, ca. 1935

Sammlung Familie Waßmer

Nein, das Foto ist keine Ansichtskarte, die von Buchbindermeister Anton Rebholz (1875-1946) aufgenommen wurde und vertrieben wird. Die Ansicht vom unteren Rathausplatz mit dem Demetriusbrunnen stammt von einem Urlauber, der im Städtchen weilt. Vielleicht ist er hierher im Rahmen der nationalsozialistischen »Kraft durch Freude«-Fahrten gereist? Es scheint sich um einen Fotografen zu handeln, der nicht nur wild drauf los knipst, sondern mit Bedacht fotografiert, was an der Bildkomposition deutlich wird.

Die Häuser im Hintergrund sind für den Fotografen nur Kulisse. Sein Objektiv richtet er auf den Demetriusbrunnen, der friedlich vor sich hin plätschert. 1912 errichtet, wird er wenige Jahre später bei einem Luftangriff 1945 zerstört, nur die Statue des Demetrius übersteht die Zerstörung fast unbeschädigt. Im Hintergrund sind die Häuser von Korbmacher August Egle (Demetriusstr. 14) und von Flaschnermeister Ferdinand Willmann (Demetriusstr. 13) sowie das Mailänder Tor zu sehen. Letzteres wurde nach dem Großbrand 1921 abgerissen und neu gebaut. 1930 wurden über den beiden kleinen Torbögen Ehrentafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges angebracht. Auch die Madonna mit dem Jesuskind, die über dem großen Torbogen zu sehen ist, gehört zu dem Gefallenendenkmal.

Die Frau, die vor dem Torbogen steht, scheint auch eine Urlauberin zu sein, denn sie taucht mehrfach in der Fotoserie auf. Durch das Tor ist das Haus Honold (Maienlandstr. 2) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883741, 8.343796

Hexengruppe mit Hexenwagen in der Unteren Haupstraße, Fasnacht 1959

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Noch ist die »große Hexe« eine wirkliche Neuheit. An der Fasnacht 1958 beteiligte sich die Hexengruppe das erste Mal mit ihrem neuen Hexenwagen, auf dem eine 5,80 Meter große Hexe thronte. Da die Hexen damit nicht einmal durch das Mailänder Tor passten, wurde die »große Hexe« notgedrungen umgestaltet und an Fasnacht 1959 wird das neue Modell der Öffentlichkeit präsentiert. Neu ist auch immer noch das einheitliche karierte »Häs« der Hexen.

Durchaus eine Seltenheit ist, dass das Foto in Farbe aufgenommen wird. Denn Ende der 1950er Jahre wird meistens noch in schwarz-weiß fotografiert. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass eine besondere Fasnacht gefeiert wird? Schließlich feiern die »Laternenbrüder« ihr 70. Jubiläum. Das Motto lautet denn auch: »70 Jahre Laternenbrüder-Fasnet-Stadt«.

Der Hexenwagen fährt durch die Untere Hauptstraße, vorbei am Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2), in dessen Erdgeschoss sich eine Filiale der »Sparkasse« befindet, und am Friseurgeschäft Limb (Untere Hauptstr. 4). Letzeres wird 1960 umgebaut, als ein breites Schaufenster im Erdgeschoss eingebaut wird. Noch betreibt Friseumeister Julius Limb auch eine »Esso«-Tankstelle vor seinem Laden.

Standort des Fotografen: 47.883429, 8.343860

Närrinnen beim Umzug auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1969

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Am »Fasnet Mändig« zieht der Narrenumzug über den unteren Rathausplatz, der verschneit ist. Eine Gruppe Närrinnen hat sich in den Zug eingereiht. Sie führen Musikinstrumente mit sich.

V.l.n.r.: 1 Olga Geisinger, 2 Karolina Auer, 3 Leonie (Loni) Sibold (geb. Krause, 1918-2006), 4 Hedwig Hepting (1932-2020), 5 Ursula Kopp (geb. Rosenstiel, 1930-2018), 6 ???, 7 Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005), 8 Mathilde Schmid (1926-1989), 9 Helene Krauß (geb. Häusler, 1912-2006)

Der Mann, der mit dem Rücken zum Fotografen steht, ist vermutlich Ernst Krauß. Er dirigiert offenbar die Musikerinnen.

Am Maienländer Tor im Hintergrund lässt sich erkennen, in welchem Jahr das Foto aufgenommen wird. Der Torbogen ist so abgeklebt, dass optisch ein Rechteck entsteht. Darüber steht in Großbuchstaben: »N.B.L.«. An Fasnacht 1969 lautet das Fasnachtsmotto: »Närrischer Bildschirm«. Das »N.B.L.« steht wohl für »Närrischer Bildschirm Löffingen« – und das umgestaltete Mailänder Tor hat sich mal eben in einen großen Fernsehapparat verwandelt, über dessen Mattscheibe das Narrentreiben flimmert. Das Haus Müller (Demetriusstr. 13), das links an das Mailänder Tor angebaut ist, wird wenige Monate später, im Oktober 1969, bei einem Brand zerstört.

Standort des Fotografen: 47.883695, 8.344105

Kind am Demetriusbrunnen, ca. 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Paul Siefert zur Verfügung.

Es ist Sommer. Die Sonne scheint und es ist warm. Der kleine Paul Siefert (geb. 1935) sitzt auf dem Brunnenrand des Demetriusbrunnens auf dem unteren Rathausplatz. Er wohnt mit seinen Eltern direkt gegenüber im Haus Rathausplatz 6. Das Wasser plätschert aus den Rohren, die aus der – mit Masken verzierten – Brunnensäule hervortreten. Zu dumm, dass der Kleine während des Fotografierens still sitzen soll, wo er doch viel lieber mit dem Wasser herumplanschen würde!

Im Hintergrund sind die Häuser von Korbmacher August Egle (Demetriusstr. 14) und von Flaschnermeister Ferdinand Willmann (Demetriusstr. 13) zu sehen. Das Ladengeschäft ist geschlossen, vermutlich ist gerade Sonntag. Der Brunnen wird bei einem Fliegerangriff 1945 zerstört. 1954 wird ein neuer Demetriusbrunnen errichtet.

Standort des Fotografen: 47.883750, 8.343778