Umzugswagen in der Unteren Hauptstraße, Fasnacht ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

»Raumstation Cap Kennedy« steht in großen Buchstaben auf dem Transparent, das den Fasnachtswagen schmückt. Zwar schreibt sich »Cape Kennedy« eigentlich mit »e«, aber es ist Fasnacht und da ist auch ein Rechtschreibfehler erlaubt. Cape Kennedy ist ein Landvorsprung an der Ostküste Floridas. Dort liegt der US-amerikanische Weltraumbahnhof, von dem schon ab 1958 bemannte Raumschiffe, die Mondflüge und bis heute die Space Shuttles starten.

Ein solches Space Shuttle ist auf dem Umzugswagen zu sehen. Es glitzert silbern, weil es mit Alufolie umwickelt ist. Der Wagen, der als Abschussrampe dient, fährt gerade, von der Bahnhofstraße kommend, in die Untere Hauptstraße. Im Hintergrund sind die Hans-Thoma-Schule (Untere Hauptstr. 10) und das Haus Pacher (Untere Hauptstr. 9) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882438, 8.343168

Haus Adrion in der Alenbergstraße, ca. 1970-1975

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Haus Adrion (Alenbergstr. 21) immer wieder umgebaut. Bereits 1953 erweiterte Gipsermeister Friedrich Adrion das Gebäude zur rechten Seite hin, indem er an den Ökonomiebereich ein Baustofflager anbaute. Eine weitere Modernisierung folgte einige Jahre später: Zwei alte Giebelgauben wurden durch eine lang gezogene Schleppgaube ersetzt, die sich über das gesamte Dach erstreckt.

Dann folgte ein weiterer Anbau, der das Aussehen zur Straßenseite wiederum stark veränderte: Der Ökonomiebereich wurde aufgegeben, das Scheunentor entfernt und statt dessen ein neuer Hauseingang gestaltet. Ein Anbau wurde dem Gebäude vorgelagert und das Dach entsprechend hinunter gezogen.

Standort des Fotografen: 47.886366, 8.343197

Brunnen in der Vorstadtstraße, ca. 1970-1978

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung zur Verfügung.

Malerisch schön sieht diese Ansicht mit dem Brunnen in der Vorstadtstraße aus. Es ist ein sonniger Wintertag. Trotz der Jahreszeit ist der Brunnen nicht abgestellt, sondern das Wasser plätschert ruhig vor sich hin.

Was jetzt nur noch dekorativ aussieht, diente im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch als Trinkwasserversorgung für Mensch und Tier. In einem Protokoll des Bürgerausschusses von 1861 heißt es: »Seit vielen Jahren leiden wir, besonders die Vorstädter Brunnen, am Mangel an Wasser. Die Bewohner müssen ihr Trinkwasser in der Stadt unten holen und das Vieh daselbst tränken. Im Sommer braucht das kostbare Zeit, im Winter ist es bei Glätte für das Vieh gefährlich.« 1873 wurde deshalb in der Vorstadt ein weiterer Brunnen eingerichtet.

Im Hintergrund sind die Häuser Münzer (Vorstadtstr. 1), Effinger (Vorstadtstr. 2) und Willmann (Vorstadtstr. 3) zu sehen. Letzteres gehörte den beiden unverheirateten Schwestern Emma Willmann (1883-1966) und Maria Willmann (1889-1969). Nach dem Tod der beiden Schwestern wechselt der Besitzer zweimal: 1970 wird der Landwirt Willi Mayer neuer Eigentümer. 1978 kauft dann das Ehepaar Dr. Johannes und Gisela Kunze das renovierungsbedürftige Anwesen. Sie lassen es im selben Jahr abreißen und durch einen Neubau ersetzen.

Standort des Fotografen: 47.884678, 8.345583

Narrengruppe in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1978/79

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gerhard Pfeifer zur Verfügung.

Ein Beitrag zur Fasnacht oder schon fast eine politische Demonstration? Diese Narrengruppe hat sich als Personal des Städtischen Krankenhauses verkleidet. Im Hintergrund winkt Bauhofchef Rudi Jordan, der Frauenkleider und eine Damenperücke trägt. Offensichtlich persifliert er die baden-württembergische Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung, Annemarie Griesinger (1924-2012), die von 1972 bis 1980 in der CDU-Landesregierung amtiert.

V.l.n.r.: Eugen Heizmann, Rudi Jordan, ???, Heini Scholl, ??? (halb vedeckt), Bruno Nägele, ???

Die Narren machen die Ministerin (mit)verantwortlich, dass Löffingen um die Existenz seines seit 1871 bestehenden Krankenhauses fürchtet. »Annemarie gibt dem Krankenhaus den Todeskuss«, steht auf dem kleinen Plakat links. Und auf dem großen Plakat heißt es, adressiert an die Ministerin persönlich: »Frau Grießinger – Unser Krankenhaus muß erhalten werden – Wir verfügen über gut geschultes Personal u. einwandfreies Gerät, Behandlung u. Service inklusive. Über 150 Jahre durch Qualität bewährt.«

Die Sorge muss die Existenz des Krankenhauses führt sogar wenig später zur Gründung einer Bürgerinitiative. Doch der Protest nützt nichts und das Krankenhaus muss 1983 seine Pforten schließen.

Standort des Fotografen: 47.884035, 8.343919

Lastzug der Firma Benz in der Ringstraße, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl-Heinz Hofmeier zur Verfügung.

Direkt neben dem »alten Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) befinden sich die »Benz-Garagen« (Ringstr. 9). Ein Laster mit der Aufschrift »Spedition Peter Benz Löffingen« hat davor geparkt und wird gleich losfahren, um Holz des Sägewerkes an Kunden auszuliefern.

Standort des Fotografen: 47.883142, 8.343019

3 Fotos: Ministerpräsident Filbinger zu Besuch, ca. 1972

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.

Wenn Politprominenz aus Stuttgart nach Löffingen kommt, dann verwandeln sich die »Bittenwiesen« in einen Hubschrauberlandeplatz. Der Baden-Württembergische Ministerpräsident Hans Filbinger (1913-2007) kommt auf eine Stippvisite in das Baarstädtchen, um bei einer Veranstaltung der CDU in der Festhalle zu sprechen. Es herrscht Wahlkampf. Die Landtagwahlen stehen an.

Bei der Landtagswahl am 23. April 1972 gewinnt die CDU fast neun Prozente hinzu und erringt die absolute Mehrheit. Eine CDU-Alleinregierung unter dem alten und neuen Ministerpräsidenten Filbinger löst die bisherige Große Koalition aus CDU und SPD ab. Sechs Jahre später muss Filbinger zurücktreten, nachdem bekannt geworden ist, dass er als Marinerichter im Zweiten Weltkrieg mehrere Todesurteile beantragt bzw. gefällt hat.

Im Hintergrund der Fotoserie sind die Festhalle und Schule sowie die Evangelische Kirche mit dem 1969/70 neu erbauten evangelischen Pfarrhaus (Lärchenweg 2) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882254, 8.346790

Fasnachtsbändel in der Unteren Hauptstraße, Fasnacht ca. 1979

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Die Untere Hauptstraße ist über und über mit Fasnachtsbändeln geschmückt. Es scheint sich demnach um eine besondere Fasnacht zu handeln. Vermutlich wird das Foto 1979 aufgenommen, als die Laternenbrüder ihr 90. Gründungsjubiläum mit einem großen Narrentreffen (3./4. Februar 1979) feiern.

Standort des Fotografen: 47.883115, 8.343687

Blick von der »Bittenwiese« zur Festhalle und Schule, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Vom Bauhof in der »Bitten« fällt der Blick in Richtung »Hasle« mit der Festhalle und der Schule. Noch ist unterhalb des Kindergartens kein Spielplatz angelegt.

Standort des Fotografen: 47.882822, 8.345650

2 Fotos: Martinsumzug mit St. Martin auf dem Pferd, ca. 1973

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Die Kinder halten selbstgebastelte Laternen in den Händen und singen aus voller Kehle das Sankt-Martin-Lied und »Rabimmel Rabammel Rabum«. Dass es einen Martinsumzug gibt, ist der Familie Fehrenbach zu verdanken, die ihn in Eigenregie organisiert. Auf dem Pferd sitzt die Tochter Sabine Fehrenbach. Erst später übernimmt der Kindergarten die Organisation.

Standort des Fotografen: 47.880111, 8.342470

Rückseite der »alten Sonne« in der Eggertenstraße, ca. 1970-1972

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Abenteuerlich sieht die Rückseite der »alten Sonne« (Rathausplatz 9/10) in der Eggertenstraße aus. Die Tage dieses altehrwürdigen, aber renovierungsbedürftigen Gebäudes sind gezählt. Bald soll es im Rahmen der Altstadtsanierung abgerissen werden, um einem modernen Neubau mit Geschäftsräumen der Volksbank und Wohnungen Platz zu machen. Die Fensterscheiben sind schon eingeworfen. Im Januar 1973 beginnen die Abbrucharbeiten.

Standort des Fotografen: 47.883482, 8.344696

2 Fotos: Renovierung der Kirche Witterschneekreuz, 1977/78

Diese Fotos stellte uns dankenwerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.

76 Jahren nach der feierlichen Weihung der neoromanischen Wallfahrtskirche wird die Außenfassade der Witterschneekirche 1977/78 unter Stadtpfarrer Hermann Litterst renoviert. Als das Gerüst entfernt wird, erstrahlt das Kirchengebäude in neuem Glanz.

1983 erfolgt dann noch eine Innenrenovierung, bei der Verputz- und Feuchtigkeitsschäden an der Decke und den Wänden behoben werden.

Standort des Fotografen: 47.892913, 8.336620

Kindergarten am Schulweg, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Seit 1964 gibt es den Kindergarten im Schulweg. Das Gebäude am linken Bildrand dient auch als Wohnhaus für die katholischen Ordensfrauen vom heiligen Vinzentiusorden, die als Erzieherinnen im Kindergarten wirken. Geöffnet hat die Einrichtung nur vormittags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr.  Im Hof laden einige Spielgeräte zum Rutschen, Klettern und Karusselfahren ein.

Standort des Fotografen: 47.883334, 8.346209