Haus Kirner in der Alenbergstraße, ca. 1976

Stadtarchiv

Von der erhöhten Vorstadtstraße fällt der Blick hinunter auf das Haus Kirner in der Alenbergstraße. Nach dem Großbrand 1907 waren die beiden Brandplätze der Häuser 82 und 83 zusammengelegt und darauf ein Neubau errichtet worden. Das Haus gehörte dem Landwirt Severin Kirner (1875-1958), der in Seppenhofen geboren war. Gemeinsam mit seiner aus Friedenweiler stammenden Frau Maria Kirner (geb. Trescher, 1884-1961) führte er das Anwesen. Das Ehepaar Kirner übergab das Haus 1953 an den Sohn Johann Kirner (geb. 1920), der die Landwirtschaft weiter betrieb.

Standort des Fotografen: 47.884759, 8.345228

Haus Hörner in der Alenbergstraße, ca. 1976

 

Stadtarchiv

Nach dem Großbrand 1907 wurden die Brandplätze von den Häusern 252 und 253 zusammengelegt und darauf ein Neubau errichtet. Viele Jahrzehnte wohnte hier der Schneidermeister Johannes Schmitt (1878-1967), der aus dem Württembergischen stammte und in zweiter Ehe mit Mathilde geb. Ruf aus Rötenbach verheiratet war. Er betrieb in dem Haus in den Alenbergstraße sein Schneidergeschäft.  1959 kauften der Bergmann Robert Hörner und seine Frau Lina geb. Kirner (geb. 1927) das Anwesen. Als dieses Foto aufgenommen wurde, befand sich in den früheren Ladenräumlichkeiten im Erdgeschoss die Fahrschule Mogel.

Standort des Fotografen: 47.884745, 8.345022

2 Fotos: Gipsermeister Erich Adrion bei der Arbeit, ca. 1970

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Erich Adrion (1926-2001), genannt »Drilli«, steht auf einem Gerüst beim Gasthaus »Ganterbräu«. Der Gipser- und Stukateurmeister ist voller Konzentration bei der Arbeit. Er gestaltet gerade die Fassade und schafft ein Wandgemälde: Es zeigt einen Mann, der Gitarrespielend auf einem Fass Bier sitzt. Daneben sind gefüllte Biergläser und das Logo der Freiburger Brauerei Ganter zu sehen.

Erich Adrion hatte sein Geschäft von seinem Vater Fritz Adrion (1897-1971) übernommen. Dieser hatte 1921 den Grundstein des Familienunternehmens gelegt, das bis heute im Familienbesitz ist. Erich Adrion übernahm nach dem Tod seines Vaters das Unternehmen und führt es 20 Jahre. 1992 überträgt er die geschäftliche Verantwortung an seine Tochter Jutta und ihren Mann Ernst Knöpfle.

Standort des Fotografen: 47.884415, 8.345542

Fronleichnamsprozession auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1970

Sammlung Familie Waßmer

Aus einem Fenster des Gasthauses »Ochsen« wird diese Aufnahme an Fronleichnam aufgenommen. Vor dem früheren Gasthaus »Sonne« ist ein Stationsaltar mit einem schlichten Holzkreuz aufgebaut. Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) steht dort mit einer Schar Ministranten. Links vom Altar ist der Baldachin zu erkennen, der bei der Prozessin mitgetragen wird. Während des Zuges schreitet der Pfarrer mit der Monstranz und dem Allerheiligen unter dem »Himmel«. Rechts vom Altar steht der Kirchenchor und die Stadtmusik, die seit ihrer Gründung an den jährlichen Fronleichnamsprozessionen mitwirkt und diese musikalisch umrahmt. Die Gläubigen wahren Abstand und stehen relativ weit entfernt auf dem Oberen Rathausplatz.

Über dem Eingang des mit Fahnen geschmückten Rathauses steht »Volksbank« geschrieben. Erst nach dem Abbruch der »Sonne« zieht die Bank aus dem Erdgeschosses des Rathauses aus und eröffnet in dem modernen Gebäudekomplex ihre neuen Geschäftsräume.

Standort des Fotografen: 47.883941, 8.345093

Luftbild vom Haus Göpper in der Hohlgasse, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Willi Göpper zur Verfügung.

Das Haus Göpper in der Hohlgasse ist seit 1938 im Besitz der Familie Göpper. In diesem Jahr kaufte der Landwirt und Elektriker Fritz Göpper (1900-?) und seine Ehefrau Elisabeth geb. Storz (1905-?) das Anwesen. 1971 übernahm es ihr Sohn, der Zimmermann Wilhelm Göpper (geb. 1930). Die Geschichte des Hauses reicht allerdings viel weiter zurück.

Dort, wo heute das Gebäude Hohlgasse 2 auf einer kleinen Anhöhe steht, stand früher, außerhalb des Städtchens gelegen, das Henkerhaus. Auf dem Ölgemälde von Martin Menrad aus dem Jahre 1680 ist es deutlich zu erkennen. Der Scharfrichter lebte mit seiner Familie abseits der übrigen Bevölkerung. Für diese Isolation gab es zwei Gründe: Zum einen galt der Scharfrichter als nicht ehrsam, zum anderen übte er zugleich das Gewerbe des Wasenmeisters (Abdeckers) aus. Er zog toten Tieren die Haut ab, trocknete diese, sottete das Fett aus und vergrub anschließend die Tierkadaver.

Am 13. Oktober 1796 steckten französische Soldaten das Henkerhaus und das benachbarte Siechenhaus in Brand. Beide Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. Anstelle des Henkerhauses wurde 1816 das Haus Hohlgasse 2 erbaut.

Ehrung von Oberschwester Gertrud Faller und Hebamme Emma Kienzle, ca. 1979

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Bürgermeister Dieter Mellert hat die erfreuliche Aufgabe, zwei langjährige und verdiente Mitarbeiterinnen des Krankenhauses zu ehren. Bei einer Weihnachtsfeier überreicht er der Oberschwester Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005) und der Hebamme Emma Kienzle (geb. Geisinger, 1915-2003) Blumensträuße. Das Foto wird im Aufenthaltsraum des Krankenhauses in der Seppenhofer Straße, dem früheren Refektorium (Speisesaal), aufgenommen.

Sowohl Emma Kienzle als auch Gertrud Faller verbringen ihren Lebensabend im Altenpflegeheim St. Martin, dem früheren Krankenhaus. Emma Kienzle stirbt dort am 30. November 2003, Gertrud Faller am 13. April 2005.

Standort des Fotografen: 47.881699, 8.345347

Verschneite Maienlandstraße, ca. 1970-1975

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Andrea und Hajo Hoffmann zur Verfügung.

Als im Winter noch richtig Schnee lag, entstand dieses Foto von der verschneiten Maienlandstraße. Links sind die Häuser von Otto Lehmann und Ludwig Storz und jenseits der Rötengasse das Haus von Alfred und Else Egle zu sehen. Ein Kind rodelt gerade auf seinem Schlitten die Straße hinunter.

Standort des Fotografen: 47.885596, 8.342288

Lehrerkollegium der Realschule, Schuljahr 1977/78

Sammlung Familie Waßmer

Das Lehrerkollegium der Realschule versammelt sich im Schuljahr 1977/78 auf dem Schulhof zu einem Erinnerungsfoto.

  1. Reihe, v.l.n.r.: Hausmeister Hans Müller, Hannelore Gobil-Cremer, Helmut Büchele, Ellen Morent, Arno Gärtner, Uli Reichenbach, Brigitte Schweinfurth.

2. Reihe, v.l.n.r.: Werner Waßmer, Peter Rieck, Konrektor Karl Hauger, Ingrid Kaiser, Hans Grünsteidel, Monika Löffler, Wolfgang Jarvers, Helga von Holdt, Erika Bofinger, Peter Gutmann, Karin Löhr, Maria Büchele, Sekretärin Elisabeth Wolf,  Rektor Günter Leber.

Standort des Fotografen: 47.884033, 8.347305

Haus Benz in der Oberen Hauptstraße, ca. 1975-1980

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bärbel Rendina geb. Benz zur Verfügung.

Äußerlich hatte sich das Haus Benz seit seiner Erbauung 1929/30 lange kaum verändert. 1953 übernahm der Schreiner Josef Benz (1914–?) das elterliche Anwesen. Im Laufe der Zeit ließ er die ursprünglichen Sprossenfenster durch schlichtere, moderne Fenster ersetzen. Größere Eingriffe in die Bausubstanz blieben jedoch zunächst aus.

So zeigt sich das Gebäude auf der Aufnahme noch in seiner ursprünglichen Gliederung: rechts der niedrige Wohnteil mit regelmäßig angeordneten Fenstern, auf deren Fensterbänken Blumen blühen, links der deutlich höhere Ökonomieteil mit großem Scheunentor und angebautem Nebentor. Beide Bereiche sind unter einem gemeinsamen, weit heruntergezogenen Satteldach zusammengefasst.

Erst Ende der 1970er bzw. Anfang der 1980er Jahre kommt es zu einem grundlegenden Umbau, der das Erscheinungsbild nachhaltig verändert: Die rechte Haushälfte wird aufgestockt, während der vormals landwirtschaftlich genutzte Teil links abgebrochen und durch eine zweite Wohnhaushälfte ersetzt wird.

Standort des Fotografen: 47.884711, 8.348221

Gasthaus »Küferstüble« in der Oberen Hauptstraße, ca. 1975

Stadtarchiv

Mehr als 40 Jahre war in dem Haus Obere Hauptstraße 5 eine Küferwerkstatt. 1934 hatte sie Karl Jordan (1908-?) von seinem Bruder Wilhelm Jordan (1902-1970) übernommen. In den 1970er Jahren war damit Schluss. Karl Jordans Sohn Hermann (geb. 1935) gab das väterliche Geschäft auf und baute das Haus um: Anstelle der Tür, die früher links in einen kleinen Verkaufsladen führte, fügte er ein zusätzliches Fenster ein. Die frühere Werkstatttür rechts ersetzte er durch eine Rundbogen-Tür.  Darüber brachte er ein Wirtshausschild an: »Küferstüble«. Hermann Jordan betrieb die Gastwirtschaft zusammen mit seiner Frau Waltraud geb. Eckert.

Ein VW Käfer ist vor dem Haus geparkt. Das KFZ-Kennzeichen beginnt bereits mit »FR« für Freiburg und nicht mehr, wie vor der Kennzeichenreform 1973, mit dem Kürzel »NEU« für Neustadt.

Standort des Fotografen: 47.884466, 8.345866 

Haus Koch in der Oberen Hauptstraße, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl Koch zur Verfügung.

Viele Jahrzehnte war dieses zweistöckige Haus in der Oberen Hauptstraße mit Scheuer und Stallung im Besitz der Familie Fechtig. Bereits um die Jahrhundertwende war der Zimmermann Johann Fechtig (1869-1943) als Eigentümer eingetragen. Fechtig war in erster Ehe mit Maria geb. Mogel (1869-1928) verheiratet. Mit ihr bekam er einen Sohn Karl, der 1917 als Soldat im Ersten Weltkrieg fiel. 1928 ereilte ihn ein weiterer Schicksalsschlag, als seine Frau im Alter von 60 Jahren starb. Der Witwer verheiratete sich erneut und gab der 25 Jahren jüngeren Maria geb. Vogt (1895-?) das Ja-Wort. Das Paar bekam eine Tochter, die ebenfalls den Namen Maria (1931-1962) erhielt. Sie starb bereits in jungen Jahren im Alter von nur 31 Jahren. Viele Jahre bewohnte die Witwe Maria Fechtig das Anwesen alleine.

1970 erwarb es der Tapeziermeister Karl Koch (geb. 1935). Zu diesem Zeitpunkt entstand diese Fotografie des renovierungsbedürftigen Hauses. Koch entschied sich für den Abbruch. Er ersetzte das Haus durch einen Neubau mit entsprechenden Räumlichkeiten für sein Spielwarengeschäft. 

Standort des Fotografen: 47.884435, 8.346308

Mehrbildkarte vom Gasthaus »Linde«, ca. 1972-1975

Stadtarchiv

Das Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10) ist seit Generationen im Besitz der Familie Meßmer. Mit dieser Mehrbildkarte werben die Meßmers um Gäste ihres Gasthauses und ihrer Pension, nachdem sie ihr 1823 erbautes Stammhaus renoviert und modernisiert haben. Zu sehen ist eine Außenansicht des Gasthauses, dessen Fassade weiß gestrichen ist. Der Ökonomiebereich ist verschwunden. (Dass das Foto nach 1971 aufgenommen wird, ist auch daran zu erkennen, dass rechts neben der »Linde« das neu erbaute Geschäfts- und Wohnhaus Koch steht.)

Ein zweites Foto zeigt den »Speiseraum«, ein drittes Foto das »Gästehaus« (Stadionstr. 6), das früher der Familie Wurster gehörte und als »Haus Schönblick« firmierte. Abgebildet ist auch eine Ansicht des historischen Städtchens mit dem Mailänder Tor, den Häusern des Altstadtrings mit ihren Staffelgiebeln und dem Demetriusbrunnen.